Hier so: Wackelzahnpubertät, Trotzphase mal zwei und Zahnungsschmerzen

Üblicherweise pflege ich zu sagen, dass ich hart im Nehmen bin, weil ich die Zwillinge ohne Schmerzmittel spontan zur Welt gebracht habe oder weil mein erstes Kind ein Schreibaby war. Und ich gebe auch zu verstehen, dass ich der Meinung bin, dass die Zwillinge nur weil sie zu zweit sind auf Nichts verzichten müssen, was ein Einling so bekommt (Ausnahme ist leider der Musikkurs) und laufe deshalb manchmal auch drei mal am Tag in die Kita und zurück, wenn nötig. Ich gehe auch mit allen vier Kindern zu Fuß zur Kita, weil ich es einem Einzelkind auch gönnen würde. Minilama istein sehr wissbegieriges Kind und wird von uns umfassend gefördert. Die Folge: Das Kind hat mehr Hobbies als Einzelkinder in seinem Alter, zu denen ich es jedes Mal zu Fuß bringe und abhole, trotz Vollzeitstelle bzw. Elternzeit mit Baby. Die Zwillinge gehen zum Kinderturnen mit Eltern, wohin wir Eltern sie jede Woche begleiten. Wenn es nicht anders geht, gehe ich aber auch alleine hin und turne mit ihnen – mit dem Baby in der Trage. Wie gesagt: Ich bin hart im Nehmen. Ich wickele die Kinder im Stehen am Wegesrand, ich putze das komplette Bad, weil ein Stinkerunfall passiert ist, ich habe das Fieberthermometer immer in der Handtasche, ich schiebe mit einer Hand den Kinderwagen, gebe mit der anderen Hand den Zwillingen die Hand. Meine Kinder werden auch unterwegs mit Sonnenmilch nachgecremt und wir leeren zur Not auch drei Mal auf dem Heimweg die Schuhe aus, weil Steine drinnen sind. Wir fahren ein Mal in der Woche mit allen ins Hallenbad, wir backen viel, ich koche täglich frisches, warmes Essen, wir sind immer draußen unterwegs. Die Kinder stehen spätestens um 6 Uhr morgens auf, schlafen aber schlecht und spät ein. Wie gesagt: Man muss mich nicht bemitleiden, ist schon ok wie es ist.

Aber im Moment muss ich echt sagen, sind die Grenzen etwas verschoben. Minilama ist fast Vorschulkind und entsprechend gestimmt. Es ist unheimlich selbstbewusst, sehr willensstark und oft in Meckerlaune. Außerdem will es dies und das nicht und aufs Tischdecken oder Gläser holen hat es keine Lust. Und das letzte Wort will es auch immer haben. Aber es zieht sich selbst an und aus, fönt, kämmt die Haare, macht sich ein Brot, beschäftigt sich selbst, kommt unheimlich oft ohne besonderen Grund zum Schmusen zu uns Eltern.
Die Zwillinge sind in der Trotzphase angekommen, so richtig. Mit auf den Boden werfen und schreien, mit Brüllen und Trampeln, vor allem mit Herumschreien. Und mit nein brüllen. Und mit nicht Einschlafen wollen, anstelle dessen dauernd aufstehen und durchs Haus düsen. Mit nachts ins Elternbett kommen, um dort zu rotieren und der Mama in den Rücken treten. Mit Weglaufen an der Straße und mit Kunstschwalben machen. Mit Tee verkippen und mit den Händen reinschlagen, dass es bis ans Fenster spritzt. Mit Schubsen, beißen und hauen und vor allem mit Brüllen und Schreien. Das vor allen. Das bringt mich an die Grenze, diese ständige Rumheulen und ich weiß auch oft nicht, ob wirklich was ist (Krankheit, Verletzung) oder ob es „nur“ die Unzufriedenheit ist, weil etwas nicht geklappt hat wie es soll. Die Zwillinge zeigen Reifenanzeichen fürs Sauberwerden, wollen vieles selbst machen, ziehen sich auch immer mehr selbst an, finden Orte für sich und beschäftigen sich immer länger selbst. Bis das ganze implodiert und sie eine ganze Rolle Klopapier in die Toilette werfen und abspülen wollen. Manchmal waschen sie aber auch aus freien Stücken ganz liebe die Hände. Man weiß es vorher nicht.

Babylama ist ein top Baby. So süß und so niedlich, dass wir alle ganz vernarrt sind. Freundlich und geduldig. Ist ja auch nötig als viertes Kind, dankbar und leicht zu handeln. Außer natürlich, wenn das Näschen verstopft ist (absolutes Chaos) oder wenn die Zähne zur Qual werden. Dann zeigt das Kind, was in ihm steckt. Und da wirds auch brenzlig für die Mama.
Aktuell haben alle vier längere Phasen von Wackelzahnpubertät (besonders ätzend ist das Rechthaberische in dieser Zeit – ich will doch das letzte Wort haben…), Trotzphase („Mama Hand““, Papa Arm“, „nein“, „ich will“, „Papa zudecken“ „nicht schlafen“ „selba“ und „wäääääähhhhh“) und Zahnweh („ich bin nur noch Schmerz und keiner kümmert sich“ „ihr macht das ganz falsch, ganz falsch“- wääähhhh), gerne alles zur gleichen Zeit: Da fährt Minilama mit dem Rad vor, da läuft Zwilling 1 hinterher, da hat Zwilling 2 Steine im Schuh, will aber nicht die Schuhe slbst ausziehen („Mama, du“), Babylama hat Hunger („Eben wollte ich nichts, aber jetzt WILL ich SOFORT“. Aber nicht so, anders. wäähh“), die Hose voll („Die Welt geht unter, die Welt geht unter, alles ist am Ende, wääähhh“) und Lamasus will 1. dass Minilama bitte an dem Zebrastreifen wartet, 2. dass Zwilling 1 stehen bleibt, und zwar sofort, verdammt noch mal, denn da kommt ein Auto durch die 30er Zone geflogen, 3. dass Zwilling 2 seine Schuhe selbst an und auszieht, wenigstens einen und 4. Ruhe haben, um das Baby adäquat auf den Arm nehmen und füttern zu können. Nur leider geht das grade nicht. Schön wäre es daher,wenn das Baby sich kurz ablenken ließe, vor allem da es doch vor weniger als 5 Minuten in Ruhe die Flaschen angeboten bekam, als wir noch zuhause waren und der Durst doch nicht soo lebensbedrohlich sein kann.
Anstelle dessen plagen mich diffuse Blasenschmerzen (reiner Stressschmerz), Kopfschmerz (da ich nichts  getrunken habe,wird es am Schlafmangel liegen) und Druckkopfschmerz (Lautstärkepegel) und leichte Herzschmerzen, weil ich echt Angst um Zwilling 1 und eine große Wut auf „mir kann nichts was anhaben und ich muss daher auf Mamas Geschwätz gar nichts geben“ Minilama“ habe.
Ich denke oft, dass ich wirklich nicht mehr kann. Ich will dann auch schon was länger nicht mehr. Meckere doll rum, drohe irgend einen Mist an. Nicht die Mama, die ich sein will für Kinder, die auch nicht wirklich sind, wie sie sich grade geben. Geballte Ladung so kurz vor den Ferien.

Ich frage mich, ob ich nicht einfach überfordert bin, mehr Kinder habe als ich stemmen kann, ob es nicht alles ganz falsch war mit meinem Lebenswunsch. Ob ich nicht einfach besser jetzt schon Dr. habil. wäre und irgendwo mit Alphalama herumjetten sollte. Dieser scheiß Gedanke, dass man überfordert ist und es nicht hinbekommt, nicht allen gerecht wird. Zu viel meckert, zu wenig zugewandt, zu wenig bedürfnisorientiert erzieht (und dann auch noch nicht gestillt hat – ja das kommt dann auch gerne noch dazu)zu wenig auf die Kinder eingeht, also auf ihr Wesen und zu viel Feuerwehr sein muss, weil die Kinder nicht gut erzogen sind. Wobei: Beziehung ist doch besser als Erziehung (oder wie war das?) – nur leider klappt das auch nicht, wenn die Kinder in ihrer Phase gefangen sind.
Und dann ruft die Kita während der Rückbildung an, weil Zwilling 1 einen doofen Kitaunfall hatte und sie befürchten, dass die Beule am Auge noch aufgeht, weil sie übel, übel geschwollen ist.  Und ich? Brauche 7 Minuten von der Rückbildung (wo wir uns komplett eingerichtet hatten) bis in die Kita mit Babylama auf dem Arm, Arzttermin war schon gemacht als ich in der Kita ankam, alles läuft wie vom Band. So schlecht kann ich dann doch nicht sein, denk ich mir, wenn es mal grade kurz ruhig ist. Aber es ist grade echt richtig hart, richtig, richtig hart. Noch zwei Wochen bis zu den Ferien. Und die Zwillingslamas werden umgewöhnt.

Zweieiige Zwillinge in der Kita getrennt oder in der selben Gruppe?

In nahezu jedem Zwillingsblog, auf dem ich bisher gestöbert habe, kommt irgendwann das Thema trennen oder zusammen belassen auf. Ob in Krippe, Kita, Schule oder Hobby – diese Frage ist irgendwann „dran“. Bei uns aktuell auch (wieder), da der Wechsel von der Krippe (U3) zur Kindergartengruppe ansteht.
Wir haben zweieiige, gleichgeschlechtliche Zwillinge, die seit sie 14 Monate alt sind, gemeinsam eine Krippengruppe mit 8-10 Kindern besuchen. Fast ein Jahr lang waren bei dieser überschaubaren Gruppe noch zwei andere zweieiige Zwillinge. Ich habe damals eine innere Präferenz fürs Trennen gehabt, weil ich dachte, die beiden sollen lernen, sich alleine „durchzubeißen“. Wenn ich darauf bestanden hätte, wäre die Kita sicher mitgegangen, allerdings hätte das bedeutet, dass die Kinder in zwei unterschiedlichen Gebäuden gewesen wären. Das war mir eine Spur zu hart für Kinder, die 14 Monate lang immer zusammen waren außer einigen Tagen an denen Zwilling 1 in der Klinik war. Ideal wäre es sicher gewesen, wenn die Kinder im Nebengebäude, das ein etwas abgeschlossener Bereich mit zwei Gruppen ist, in Nachbargruppen gewesen wären. Dann hätten sie sich immer sehen können, aber es hätte auch gruppeninterne Dinge gegeben, bei denen jeder für sich gewesen wäre. Das war aber aus organisatorischen Gründen nicht möglich und ich habe die gute Idee auch nicht weiter verfolgt. Wir waren einfach froh, zwei Ganztagesplätze angeboten zu bekommen und das nur 8 Wochen nach dem gewünschten Termin.
Die Zwillinge gehen gerne in die Kita, mit seltenen Tagen, an denen sie sich nicht von mir oder Alphalama trennen wollen. Sie fügen sich auch in größere Gruppen bei den Randzeiten gut ein, haben Bekanntschaften gemacht und erste Freundschaften geschlossen. Wobei die Auswahl bei 8-10 Kindern zwischen 10 Monaten und 3 Jahren gering ist und die beiden sich mit dem einen Altersgenossen ihres Geschlechts eher schlecht verstehen. Man könnte fast meinen, es gäbe eine Fehde zwischen den Dreien, wenn man sie reden hört. Das nächste Kind des gleichen Geschlechtes ist 1 Jahr jünger, dann gibt es noch zwei andersgeschlechtliche Kinder, ungefähr im gleichen Alter. Die finden meine Zwillinge interessant, verehren sie auch regelrecht, aber die Interessen kommen nicht zueinander. Die Folge: die beiden spielen in der Gruppe viel miteinander. Und da die Krippengruppe ohnehin eher für sich ist, verbringen sie dort auch die meiste Zeit. Die Zwillingslamas haben im Grunde nur mal Pause voneinander, wenn sie schlafen oder wenn einer der beiden krank zu Hause ist. Das ist eine wichtige Feststellung, die auch erklärt, warum die beiden manchmal extrem genervt von der Anwesenheit des anderen sind. Und da die verbale Ausdrucksfähigkeit nach wie vor nicht sehr hoch ist und auch nicht davon ausgegangen werden kann, dass das Geschwister auf die Bitte nach Ruhe überhaupt reagiert, geht es körperlich immer wieder mal hoch her. Das bringt der gesamten Familie ein erhöhtes Stresspotential und die Kinder können nur selten mal ein Puzzle ungestört legen oder ein Buch in Ruhe schauen. Wir Eltern schauen sehr bewusst darauf, die Kinder zu eigenen Tätigkeiten anzuleiten und den Raum dafür zu bereiten, dass diese auch in Ruhe ausgeführt werden können. Wir bauen in den Alltag noch mehr als ohnehin schon Phasen der freien Bewegung und des Austobenkönnens ein. (so geht jedes Kind eine Wegstrecke zur Kita bzw. von der Kita am Tag zu Fuß) und nutzen jeden Besucher dazu, den Kindern exklusive Ausmerksamkeitszeiten mit einem Erwachsenen anzubieten.
Ich habe die Erzieherinnen nach ihrer Einschätzung gefragt, was die Zukunft in den neuen Gruppen angeht. Sie sind (auch) für das Trennen. Bisher kenne ich bei uns nur Zwillinge, die zusammen geblieben sind (mindestens 6 Familien). Aber auf unsere Zwillinge passt das glaube ich nicht so gut. Mein Bauch sagt, dass das Trennen, wenigstens für die kommenden drei Kitajahre gut sein könnte. Dass die Kinder sich dann nicht auf den anderen stützen, sondern sich selbst behaupten müssen, dass sie ihre Talente entdecken können, dass sie nicht „die Zwillinge“ sondern Individuen sind. Die beiden sind ziemlich unterschiedlich im Temperament und zeigen auch leicht unterschiedliche Interessen. Dennoch sind sie natürlich gleichaltrige, gleichgeschlechtliche Kinder der selben Familie. Allein daher sind sie in vielen Dingen natürlich ähnlich unterwegs. Und dennoch: Ich erkenne immer wieder Funken vom Eigenen, erlebe auch deutlich, wie die Kinder zu Minilama, Alphalama, Babylama, den Großeltern und mir ganz unterschiedliche Beziehungen pflegen, wie sie unterschiedlich auf Fremde zugehen, wie sie sich für leicht abgewandelte Themen interessieren. Noch sehen sie sich sehr ähnlich, vor allem, denke ich, weil die Haarfarbe noch exakt die gleiche ist. Im Gesicht differenziert es sich schon aus – andere erkennen das noch nicht so gut. (Ich unterscheide aber auch nur meine eigenen Zwillinge korrekt und irre mich doch, wenn ich sie von hinten sehe, vor allem, wenn sie die gleiche Jacke tragen. Aber auch sonst mal so. Und dann schimpfe ich, weil der Gerufene nicht gehört hat. Und dann schäme ich mich ein bisschen.)
Wir trennen sie also ab dem Sommer. Auf einer Etage können sie nicht sein, denn dann wäre einer von ihnen bei Minilama. Und davon rät die Kita ab, ich will es auch nicht. Minilama braucht defintiv seinen eigenen Bereich, gerade im Vorschuljahr. Und genau das gestehe ich den Zwillingslamas auch zu. Den eigenen Bereich. Einer wird oben bei Minilama sein (und zwar der Zwilling, der die nicht so innige Bindung an Minilama hat) und der andere neben der Krippengruppe, wo auch die morgendliche Auffanggruppe ist. Wir probieren es aus. Ich bin gespannt.

Großfamilie – ein paar Gedanken

Seit knapp 2 Monaten sind wir offiziell eine Großfamilie und zählen zu den knapp 2 Prozent Familien mit mehr als drei Kindern in Deutschland.
Ich finde es immer noch gewöhnungsbedürftig, zu sagen, dass ich vier Kinder habe. Die Antwort „drei“ hat sich schon richtig gesetzt gehabt.
Die Umstellung finde ich nicht so krass, wie man es sich vielleicht denken würde, wenn man ein Kind (also kein Kind) hat. Auch ist dieser Sprung vom zweiten zum dritten Kind bei uns ja nicht vorhanden gewesen. Wir waren 28 Monate lang überforderte Einkindeltern und waren dann direkt kinderreich. Da blieb keine Zeit mehr, sich seine eigene Überforderung klar zu machen oder herumzujammern. Mit Zwillingen erwartet irgendwie (fast) jeder, dass man total fertig, überfordert und am Ende ist. Und da ich nicht gern das tue, was von mir erwartet wird, war dem auch nicht so. Abgesehen davon bin ich glaube ich so der Typ Zwillingsmama – ich mache es mir nicht gerne einfach, das ist nicht so mein Stil. Wir haben uns direkt maximal auf die Rabauken gefreut und von Anfang an akzeptiert, dass es jetzt zwei auf einmal sind. Ich bereue nicht, dass das Zwillingsmamasein mir manches unmöglich gemacht hat und fühle mich auch nicht um irgendwas betrogen, wie eine Bekannte von mir mal sagte. Die Zwillinge sind zum Glück reif geboren und hatten gesundheitlich bisher eine weitgehend beschwerdefreie Kindheit. Das macht sicher auch einen Unterschied und erspart viel Leid und seelischen Stress. Hier ist zum Glück nur der alltägliche Wahnsinn mit den auf Radau gebürsteten 2,5 jährigen Zwillingen zu bewältigen. Die keine Angst kennen, überall rauf klettern, überall runter springen, die Beißen und Hauen als Kommunikationsform nutzen, für die ein „nein“ großen Aufforderungscharakter hat und die immer Stärke und Trost aus der Nähe des anderen ziehen können. Eben noch mit Steinen nach dem anderen geworfen und nun sitzen beide einträchtig Händchen haltend im Buggy. Und auch hier gilt wieder einmal: Mama wächst an ihren Aufgaben. Ich versuche mir anzugewöhnen nur noch bei Gefahr laut zu werden und ansonsten „laufen“ zu lassen. In die Pfütze springt Zwilling 1 so und so, ob mit meiner akustischen Untermalung oder ohne. Gummistiefel gibt es hier aber keine. Insofern muss das Kind dann die Konsequenzen tragen (oder die Ersatzschuhe, die ich extra aus diesem Grund angeschafft habe).
Mit der Entscheidung für ein weiteres Kind haben wir noch einmal „ja“ gesagt zu den ganzen Unsicherheiten und Gefahren einer Schwangerschaft, begeben uns in ein erhöhtes Armutsrisiko (es steigt signifikant ab dem vierten Kind, da die Ausgleichszahlungen ab jetzt nicht mehr die Kosten und die Verdienstausfälle kompensieren können. Viele bekannte Eltern können uns nicht verstehen, sind absolut fertig mit dem Kinderkriegen und überhaupt. Finden das Baby süß, keine Frage, aber wollen keines mehr selbst haben. Manche würden wohl noch eines nehmen, aber bekommen wollen sie keines mehr. Ging mir im Grunde ja ähnlich, aber ich habe mich durchgebissen. Und eine Erinnerung an die ganze Sache gleich mit bekommen.
Babyerfahren sind wir mittlerweile und haben auch schon vor Jahren auf eigene Bedürfnisse komplett verzichtet. Daher ist die Umstellung nur minimal, der Schock, den man beim ersten Kind erlebt, ist völlig ausgeblieben.
Was ist anders als Großfamilie? Zwilling 2 schläft nach wie vor saumäßig schlecht, weint, wandert nachts umher, döst ein bisschen bei uns, döst ein bisschen mit Mama bei sich im Bett. Das ist gleich geblieben. Das Baby ist nachts auch wach und trinkt, meckert, schläft dann wieder. Die Schlafprobleme fangen hier später an, so mit dem ersten Zähnchen.
Das Auto musste gewechselt werden. Und nach wie vor mag ich es ungern nutzen, weil es so unpraktisch ist, alle Kinder rein zu schnallen. Gerade für kurze Wege. Das Prozedere fand ich schon mit Minilama nervig und bin daher immer zu Fuß unterwegs gewesen. Mit den Zwillingslamas wars unpraktisch, weil ich nicht beide zusammen tragen konnte, wenn ich dann angekommen war. Und jetzt würde es schon gehen, geht auch bei Regen, mit dem Tragetuch, ist aber umständlich und man braucht immer noch was, wo man das Baby drauflegen kann, wenn man sich um die Zwillingslamas kümmert. So einfach auf den Kitaboden legen finde ich dann doch zu nachlässig. Und die Kinder mal machen lassen mit Baby auf dem Arm, ein romantisches Stilleben mit Säugling – das ist ein schlechter Witz. Hier müssen noch die Kinder davon überzeugt werden, mit heim zu kommen und wehren sich aktiv gegen das Anziehen, laufen weg, matschen mit Wasser, spielen noch rasch etwas, ziehen sich Angezogenes wieder aus usw. Ein Schauspiel für Alt und Jung. Ich schnalle mir dann immer das Baby auf den Bauch und die Softtragetasche vom Kinderwagen auf den Rücken.
Am besten geht es nach wie vor zu Fuß. Die Zwillinge müssen jetzt das Gehen lernen. Die Kondition ist kein Problem, aber das Hören, wenn Gefahr droht, ist ausbaufähig. Und auch das Nichtanfassen von allem, was da so rumliegt, ob Wurm, Kippe, Schnecke, Müll, Kot oder Erbrochenes. Und das nicht Klingeln bei allen Nachbarn, das Nichtklettern auf jede Mauer. Das Nichtwerfen von Steinen aus Vorgärten. Ich bin aber der Meinung, dass ihnen dieser Lernprozess zugemutet werden kann, dass fast dreijährige Kinder mit gesunden Beinen nicht dauerhaft gefahren werden brauchen. Und so braust morgens um 7 Minilama mit dem Roller oder Rad voran und läuft ein Zwilling hinterher während ich den anderen Zwilling und Babylama mit Zwillingswagen schiebe. Und wenn eine gefährliche Ecke kommt, muss der entsprechende Zwilling dann aufs Buggyboard. Ja, bei uns ist das Laufendürfen die Belohnung und das Board oder der Wagen kommt als Bestrafung rüber. Und mittags das Ganze umgekehrt. Es ist ein hartes Stück Arbeit, aber es wird sich auszahlen, da bin ich sicher. Ich sehe es ja bei Minilama. Wie viele Kinder in seinem Alter nur mit Auto oder Buggy bewegt werden und keine Strecke zu Fuß bewältigen können. Auf Dauer keine gute Lösung für mich. Die Antworten sind immer die gleichen „ja, das sind Zwillinge“ und „nein, es ist nicht so viel Arbeit wie ihr schockiertes Gesicht ausdrückt“ und oft auch „Ich habe noch Zwillinge, daher der große Kinderwagen. Ja, die sind grade im Kindergarten. Nein, das ist doch nicht schlimm, ich finde es schön, mit den Kindern. Das Baby ist total gut aufgenommen im Kreis der drei Geschwister. Drei, ja. Minilama fährt übrigens mit dem Roller, der ist in der Kita stehen geblieben. Ja, es sind vier insgesamt. Sieht man mir nicht an, ich weiß. (was das auch immer heißen mag, da ist viel Spielraum möglich) Diese ganzen Kinder, find ich super, es ist ein großer Segen.“

Alltagsästhetik: Geburtsgeschenke

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

 

 

Wenn bei uns ein Baby (oder zwei) geboren werden, bekommen die Großen ein besonderes Geschenk. Das ist etwas, das es normalerweise eher nicht geben würde und von dem wir annehmen, dass die Kinder es absolut genial finden werden. Minilama bekam vor 2,5 Jahren beispielsweise ein riesiges Plüschpferd , das nach wie vor täglich bespielt und  geherzt wird (es hat vorher bei einer anderen Familie gewohnt und erhält nun bei uns das Gnadenbrot, die Schutzgebühr für Finn Fohlen betrug 5 Euro). Auch dieses Mal habe ich voll ins Schwarze getroffen, selbst genähtes Einhorn und Parkgarage mit Sound, die andere Kinder aussortiert haben und für 10 Euro verkauft haben (wie gesagt, würde es normalerweise definitiv nicht geben) kommen mehr als gut an. Und erleichtern ein bisschen den Übergang ins neue Leben im veränderten Familiengefüge. Dazu gabs Pins  Shirts und je ein Buch alles über die Zeit des Klinikaufenthalts verteilt, damit der Abschied nicht so schlimm wird. Gerade Zwilling 2 hatte damit zu kämpfen und wollte, dass die Mama mit heim kommt, notfalls auch ohne Babylama. Zwilling 2 hat es ja auch am schwersten, ist nicht mehr das jüngste Kind.

 

Leben mit Zwillingen: Heute und vor 28 Monaten

Unsere Zwillinge sind seit 28 Monaten bei uns. Babylamas kann man die schon länger nicht mehr nennen. Als Minilama 28 Monate alt war, war es schon großes Geschwisterchen und hatte die Babylamas auf dem Schoß, trank ihnen die Milch weg und probierte ihre Sauger aus.
Zwillinge zu haben ist eine wunderbare Sache und ein großes Geschenk.  Ich habe mir schon immer Zwillinge gewünscht. Als der Wunsch dann wahr wurde, war ich mir nicht sicher, ob ich mir das gewünscht hatte, weil ich tief in mir geahnt habe, dass ich mal Zwillingsmama sein würde (also irgendwie vorhersehend) oder ob diese tiefe Wünschen auf irgendeine Weise die Wirklichkeit beeinflusst hatte.
In jedem Fall kam es mir unwirklich vor, dass aus meinen „wir bekommen sicher Zwillinge“ Witzen dann eines Tages Wirklichkeit wurde. Dieser Erstschock über den Kindersegen, den manche Eltern verspüren, habe ich einfach übersprungen und war erst total froh und später dann immer wieder ganz besorgt, ob mein Wunder auch in Erfüllung gehen würde.
Zwillingsmama zu sein ist vielfältig. Oft ist es  total witzig und amüsant,  da die Menschen oft auf so skurrile Weise auf Zwillinge reagieren. Manche Zwillingsmamas erwägen ja deshalb auch, einen Klingelbeutel an den Wagen zu machen, um für jeden dieser witzigen Sprüche auch gleich eine Spende einzusammeln. Je nachdem, was zuhause gerade los ist, ist es auch nervig, da man so sehr in die Öffentlichkeit gerät und viele Menschen sich einbilden, besser zu wissen, was die Kinder gerade brauchen und sich ungefragt einmischen oder – was mich auch sehr geärgert hat – meinen, man sei zu schwach und zu zerbrechlich und ungeeignet für das eigene Leben, dass man nun karitative Unterstützung benötigt. Eine andere Erscheinung davon ist es leider, dass man echt oft angeglotzt wird, wenn man entweder unterwegs ist oder sich gerade mit was Schwerem abmüht.
Meistens ist es super schön , so süße und tolle Kinder zu haben und beobachten zu dürfen, wie sie aufwachsen und ich würde nicht tauschen wollen. Oft denke ich mir, gerade aktuell in der Trotzphase, dass diese Trotzphase mal zwei schon eine Nummer für sich ist, von der ich gern ab und an mal eine Pause haben möchte und auch den Kindern gern für eine kurze Weile die ganze Wut über die eigenen Grenzen ersparen würde.
Das Leben mit unseren Zwillingen hat sich seit ihrer Geburt ziemlich verändert. Die Zwillinge, die kleinen autonomen Anarchiekinder, ja auch. Es lohnt sich also, mal genau zu schauen, wie die Basics, die Alltagsdinge sich so verändert und entwickelt haben. Alltag mal zwei – das heißt natürlich auch doppelt so viele Fläschchen, doppelt so viel Brei kochen, doppelt so viele Kleider besorgen und waschen, doppelt so viele Stoffwindeln waschen, doppelt so viel einpacken, wenn man mal raus will.
Aber wie hat sich unser Leben eigentlich verändert seit wir die Babies begrüßen durften?
Hier ein kurzer Überblick über alle Dinge, die einen täglich so betreffen:

 

Frisch geschlüpft und die erste Zeit zuhause Mit 28 Monaten
Ernährung Die Zwillinge sind Flaschenkinder. (Wer dazu mehr wissen mag, einfach im Archiv stöbern oder den Links folgen).

Es war einiges an Ausrüstung nötig, um die hungrigen Gesellen zufrieden zu machen. Die Kinder haben rasch im Schnitt 8 Fläschchen Pre-Milch am Tag getrunken. Mindestens 15 Glasfläschchen und passende Sauger, ein guter Vaporisator, ein Thermometer und Thermosflaschen, haben wir gehabt.
Täglich wurde mehrmals gespült und vaporisiert, alles neu vorbereitet, eingefüllt, Wasser gekocht usw. Wichtig ist es, ständig dran zu bleiben, damit nicht auf einmal keine sauberen Fläschchen mehr vorhanden sind, denn wenn die Kinder hungrig sind, ist der Vaporisator, egal wie toll er ist, immer zu langsam. Von wegen „Ruhen, wenn das Kind ruht“. Hier ist eher angesagt, sobald die Kinder ruhen, die Flaschen wieder einsatzbereit zu machen und neues Wasser abzukochen und auf 40 Grad abzukühlen.
Beschaffungsprobleme gibt es öfters mit dem Milchpulver, das kennen Mamas, die nicht stillen können. Hier herrscht zwischendurch regelrechter Mangel im Handel und man darf, wenn was da ist,  nur 3 Pakete pro Haushalt mitnehmen. Unser DM ist aber so kulant, dass wir pro Kind 3 Pakete kaufen dürfen und ich somit nicht ständig die Angst haben musste, dass wir morgen nichts zum Füttern haben.
Täglicher Verbrauch im Schnitt: 1 Paket Milchpulver.

Unterwegs ist natürlich entsprechend eine größere Logistik nötig, um die Kinder zu ernähren. (siehe „Unterwegs“)

Essen die Zwillingslamas alles, was auf den Tisch kommt. Auch in der Kita sind meine beiden die Topesser. Sie haben guten Appetit, honorieren die Kochkünste des Kochs, mögen nahezu alles gern. Sie essen gute Portionen und machen uns was das angeht keine Probleme. Unterwegs ist das natürlich genial.
Schlafen Die Zwillingslamas schlafen als Babies relativ gut. Sie sind in Wiegen in unserem Zimmer untergebracht, wo wir sie auch füttern. Meist hat einer eine gute Nacht, der andere eine eher schlechte Nacht. Gegenseitig wecken sie sich nie, auch tagsüber nicht. Das verwundert Außenstehende immer wieder.
Nach dem Fläschchen schlafen sie  immer schnell wieder ein. Wickeln mussten wir schon mit 6 Monaten nachts nicht mehr, auch weil Alphalama mit Beikoststart die nächtlichen Mahlzeiten konsequent ausschleicht.
Wir Eltern sind die meiste Zeit relativ ausgeschlafen.
Wann das Schlafen schwierig wurde kann ich nicht mehr sagen. Aber es ist ein schwieriges Thema. Wir waren lange so froh, dass die Babies besser schlafen als Schrei-Minilama  und über vieles hinweggesehen. Das hat allerdings mit 14 Monaten zuverlässig geschlafen.
Das tun die Zwillinge nicht mehr. Zwilling 1 schläft meistens gut, braucht 2-3-mal den Sauger nachts, wenn er ihn im Schlaf verliert. Zwilling 2 schläft ähnlich leicht wie Minilama, wacht oft weinend auf, steht dann auf, legt den Schlafsack ab, weckt auch seine Geschwister, kommt zu uns ins Zimmer gelaufen, schläft regelmäßig die zweite Nachthälfte bei uns im Bett.
In guten Nächten muss Alphalama 3-mal raus, in schlechten sind wir Eltern bis zu 10-mal auf den Beinen. Ab 5.00 Uhr ist eigentlich immer Schlafende und der Tag beginnt.
Wir Eltern sind regelmäßig in einem Zombimodus unterwegs, was dazu führt, dass unsere Geduld oft rasch aufgebraucht ist.
Gesundheit Bis auf  eine wiederkehrende chronisch-obstruktive Bronchitis mit Diagnose hyperreaktibles Bronchialsystem, besonders  im ersten Herbst und Winter bei Zwilling 1 alles ok. Zum Glück hatte der Kinderarzt in der Klinik nicht recht behalten als er meinte, dass wir uns noch Öfters (zumindest in dieser Sache) sehen werden.
Irgendwie ist es mir trotz aktivem Achten darauf nicht geglückt, dass der Hinterkopf von Zwilling 1 schön rund bleibt. Ich habe die beiden echt gewendet wie die Hähnchen und geschaut, dass keiner eine spezielle Seite beim Nebeneinanderliegen hat. Das ist so ein Zwillingsproblem. Ich hatte die Schwierigkeiten klar, dennoch hatte das Baby von Anfang an eine Lieblingsseite. Eine Mama aus dem Rückbildungskurs hatte dann ein Kissen in der Tragewanne ihres Wagens, die gab mir dann den Tipp, ein Lagerungskissen anzuschaffen. Wir haben dann beiden Kindern eins gegönnt und es hat sich gut ausgewachsen. 100 % weg ist es leider nicht, aber durch die Haarpracht wird es verdeckt. Da hatte ich lange dran zu knabbern, dass mir sowas „passiert“ ist, aber weder Kinderarzt, noch der Oberarzt in der Klinik noch ein spezieller Orthopäde, von ich das Kind dann hingeschleift habe, war sonderlich von meinen Horrorszenarien überzeugt.
Kitakrankheiten wie Bindehautentzündung, Mund-Hand-Fuß-Krankheit oder Magendarmerkrankungen. Und Fieber wegen dem Zahnen.
Im Grunde aber die normale Abhärtung, die jedes Kitakind durchmacht, leider mit einer Häufung von Magen-Darm-Infekten, die uns dieses Frühjahr einmal in die Klinik brachte und beim Gesundheitsamt meldepflichtig werden ließ. War aber im Rückblick alles halb so wild.
Pflegen und Wickeln Die Zwillinge sind sehr wenig gewaschen worden, um die empfindliche Haut nicht zu reizen. Geduftet haben sie trotzdem immer total toll.

Wickeln war eine wahre Wonne. Besonders nach dem ganzen Ärger mit Minilama, das monatelang das Wickeln sehr abgelehnt hat und viel getobt hat, war das Wickeln immobiler süßer Knöpfe eine echte Freude. Ich habe es sehr genossen, jedes Mal. Wir wickeln die ersten 2 Lebensjahre ausschließlich mit Stoff. (Für mich eine Herzensangelegenheit und eine Kompensation, dass ich den Kindern keine Muttermilch bieten konnte.)

Die Zwillinge werden einmal in der Woche im Hallenbad nach dem Schwimmspaß gewaschen. Machen wir auch mit Minilama so. Hat sich für uns bewährt, da wir Eltern wenig Ärger damit haben und die Kinder es gut finden.
Das Wickeln ist eher problematisch. Seit wir das Stoffwickeln in der Kita (auf Druck der Kita) aufgeben mussten, wollen die beiden auch zuhause die Prozedur mit den Höschen- oder gar Bindewindeln nicht mehr erdulden. Außerdem haben beide eine wirklich gesegnete Verdauung und trinken auch überdurchschnittlich viel. An guten Tagen macht jeder bis zu 5 Windeln mit was Größerem voll, und läuft auch noch 2-mal wegen Pipi aus. Auch mit den Wegwerfprodukten, auch mit Markenwindeln. Zwischendurch ging es mit dem Toilettengang mal recht vielversprechend los, das ist aktuell aber wieder zurückgegangen.
Das Windeln anlegen ist ein mühsames Geschäft, umso ärgerlicher ist es dann natürlich, wenn sie kaum 30 Minuten sauber und trocken halten.
Unterwegs sein Der Aktionsradius mit den Babylamas ist sehr klein. Im Grunde ist es unser Ort und das Nachbardorf, wo Minilamas Kita ist. Die Zeiten außer Haus sind so geplant, dass man nach dem Fläschchen rausgeht und zum nächsten Fläschchen wieder heimgeht. Ich bin kein Fan davon, den halben Hausstand mit zu nehmen und auch grundsätzlich der Meinung, dass zuhause und nicht unterwegs gegessen und getrunken wird., da wir ja alle nicht am Verhungern sind. (sehen die Kinder manchmal anders…)
Dennoch waren wir täglich mehrmals draußen, allein zum Kitagang zwei Mal  (knapp 7 Kilometer Weg). Das Auto habe ich alleine in den ersten 8 Monaten nie genutzt mit den Kindern, weil mir das Ganze mit den Sitzen und dem bewegen von zwei Nichtläufern ab Parkplatz zu anstrengend war. Dafür ist das Zwillingszeugs zu schwer, zu wuchtig, zu wenig wendig.
Das Anziehen und in den Kinderwagen bringen und später wieder hoch holen ist körperlich anstrengend und bedarf organisatorischer Fertigkeiten. Außerdem muss man extrem schnell sein, denn der Arbeitsablauf wird immer wieder durch wütendes oder ängstliches Weinen neu beschleunigt.
Die Zwillinge  zu bewegen ist ein organisatorischer Aufwand, den wir mehr als selten unternommen haben. Ab 10 Monaten ging es besser, auch weil die Gesundheit vom Baby 1 dann stabiler wurde, die Kinder auch irgendwo abgesetzt werden könnten und ziemlich durchgeimpft waren. ich  bin ungern mit ungeimpften Kindern unter vielen Leuten, da die zunehmende und meiner Ansicht nach auch asoziale Impfmüdigkeit mancher Menschen ja die Schwächsten am meisten schädigt.Eine Autoreise braucht sehr viel Vorplanung, da viele Dinge mitgenommen werden müssen, Medizin, Inhaliergerät, Wechselkeidung, Säuglingsnahrung usw. Daher lassen wir das meistens aus.

 

Auch heute ist der Radius eher klein, sicher auch, weil wir alles ja vor Ort bekommen können. Wir gehen bei gutem Wetter nach wie vor täglich zu Fuß zur Kita und wieder zurück.

Auch Dinge des täglichen Bedarfes und die Wege zu den Freizeitaktivitäten legen wir in der Regel zu Fuß zurück.
Die Zwillinge nehmen zunehmend aktiv an diesem Geschehen teil, will heißen, sie laufen selbst. Sie sind laufbegeistert und laufstark. Ich muss sie manchmal bremsen, wenn sie müde sind oder übermütig oder wenn es dunkel wird, da es dann zu gefährlich für die beiden Wusel wird.
Einmal in der Woche sind wir im Hallenbad, ansonsten im Ort. Auch die Hobbies finden vor Ort statt. Da haben wir bei der Haussuche schon drauf geachtet, denn ich will und werde kein Mamataxiunternehmen aufmachen.
Die Omas und Opas kommen uns tendenziell eher besuchen als wir sie, auch, weil die Kinder eher wild drauf sind und nicht jede Wohnungseinrichtung darauf abgestimmt ist.
Urlaube oder Kurzausflüge in die weitere Umgebung sind mit dem Auto und zunehmend auch ohne Doppelbuggy kein Problem mehr. Wir brauchen so gut wie keine spezielle Ausrüstung mehr, vielleicht Wechselkleidung und eine Ersatzwindel, aber sind ansonsten frei beweglich, besonders natürlich, wenn es draußen warm ist.

Kommunikation Die Zwillinge kommunizieren viel miteinander, auch nonverbal und suchen unsere Nähe, lachen, wenden sich uns zu, suchen von Anfang an viel Kontakt zu Minilama Die Zwillinge reden relativ viel, bei Weitem nicht auf Minilamaniveau zu der Zeit, aber sie verstehen und verständigen sich. Durch die Trotzphase ist es oft schwierig rauszufinden, was in dem kleinen Wutzwerg vorgeht und wie man das Leid lösen könnte, da das Sprechen dann zugunsten wüstem Geschrei aufgegeben wird. Aber wir Eltern lernen.
Beschäftigung/ spielen Die Babyzwillinge liegen viel auf ihrer Decke, entdecken Hände und Greiflinge, bleiben an einem Ort und sind dort zufrieden. Ich kann sie auch mal alleine lassen und die Etage wechseln, um eine Waschmaschine anzustellen. Ich bin sehr viel entspannter in der Babyzeit als mit Minilama, einfach, weil ich den Eindruck habe, ich weiß, was zu tun ist. Die Zwillinge sind extrem mobil, motorisch sehr ambitioniert, erklettern nahezu alles, probieren jeden Knopf und jede Schublade. Sie spielen viel mit Fahrzeugen, gucken Bücher, laufen Bällen hinterher, beobachten Tiere, balgen herum, und schneiden mit Vorliebe mit der Schere.
Man kann sie keinen Augenblick aus den Augen lassen.

Der Beitrag enthält Affiliate-Links.