Rückbildungsgymnastik – eine Nachwehe der Entbindung

Ich bin aktuell mitten in der dritten Rückbildungsgymnastikphase. Ich mache bei den Kursen mit und stelle sie nicht grundsätzlich in Frage, wie man ja im Grunde alles was mit der Reproduktion in Zusammenhang steht in Frage stellen kann (natürliche Geburt, Stillen, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Screenings, Fluorgabe usw. usw.)
Da die Kassen es flächendeckend zahlen, wird es sich für sie schon lohnen und insofern einen Sinn haben, denke ich mir. Und außerdem habe ich einfach keine Lust mehr, alles zu überdenken, alles in Frage zu stellen. Das macht junge Mütter total wahnsinnig. Wenn sie dann nach natürlicher Geburt stillend und impfverweigernd daheim sitzen und dem Kind ständig Globuli einwerfen, also so richtig auf Linie sind, dann kommen schon die neuen Sachen, wie die Frage, ob das Kind motorisch auch auf dem Laufenden ist und ob man nicht noch mal zum Osteopathen sollte oder sonstwas. Ich habe den Scheiß (sorry) so weit ich konnte und bis zur Erschöpfung und Selbstaufgabe (außer den Globulikram, da mache ich grundsätzlich nicht mit) beim ersten Kind mitgemacht und bin seither kuriert. Ich nehme die Sache wie sie ein Mann nehmen würde und weiß: Mein Kind /Kinder ist OK wie es ist, es entwickelt sich normal und wenn nicht, wird das auffallen und von einem Arzt entsprechend weiter behandelt. Aber die Grundannahme ist erstmal die, das alles OK ist und ich nicht aufwändig eingreifen muss. Das entspannt sehr.
Ich mache also Rückbildungsgymnastik und das auch nach dem Kaiserschnitt, wenngleich die Mär geht, dass ein Kaiserschnitt die Beckenbodenmuskulatur gar nicht belastet.
Es ist kein Wunderprogramm, das schlaffe Bäuche und Busen wieder schlagartig schön aussehen lässt, sondern ein funktionales Training für einen normalerweise unberücksichtigten Muskel. Alles andere muss man natürlich in seiner Freizeit selbst  machen. Das darf man nicht vergessen, wenn man seine Erwartungen an die Veranstaltung formuliert. Traumfigur und nette Mamis treffen ist defintiv nicht im Rahmen des Erwartbaren. Auch ein gemütliches „Hebi“-Feeling stellt sich nicht ein (wobei ich das auch noch nie hatte, wahrscheinlich, weil ich Globuli und Naturgedöns nichts abgewinnen kann und außerdem ja nicht stille.)
Und je mehr Kinder man hat, fällt auch der Effekt der Abwechslung im Babyalltag flach. Ich empfinde es als eine Pflicht für meine Gesundheit, ich trainiere darüber hinaus aber noch täglich 20 Minuten zuhause den Beckenboden. Durch den Hebammenmangel sind zunehmend mehr Frauen in den Kursen, letzte Woche waren es 25, teils mit Säugling in einem kleinen Raum, der so für 10 Leute ausgelegt ist. Da wird nicht nach dem Einzelnen geschaut und die Mamas kennen sich entweder schon vorher oder eben nicht. Ich bleibe beim zweiten und habe öfters auch einen Spiegel zum Lesen dabei. Besonders, da von 60 veranschlagten Minuten 5 mit Warten auf die Kursleiterin, 5 mit Aufbauen, 10 mit Warten bis alle eingetragen sind und 5 mit dem Erfassen neuer Mamas verplant sind. „Dann turnen wir heute schneller“ so die Hebamme.

Beim ersten und jetzigen Kurs war ich in einer Gruppe, die vormittags mit Kind angeboten wurde, bei den Zwillingen ging ich nachmittags ohne Kind, da meine Mama kam und mich unterstützt hat. Der Nachmittagskurs war ein geschlossener Kurs, die anderen beiden offene Kurse.

Mit Minilama war es meine einzige Unternehmung in der Woche, jetzt ist es einer von vielen Terminen. Ich muss in den Nachbarort fahren, in ein Nebengebäude der Klinik, in der Minilama aus mir rausgeprügelt wurde. Seit ich einen Schleichweg gefunden habe, der mich die Klinik umfahren lässt, klappt es besser für mich. Die Berichte anderer Mamas deren Kinder dort zur Welt kamen bestärken mich leider in meiner Beurteilung der medizinischen Kompetenz in dem Haus. Schade, dass ich das vor 5 Jahren nicht wusste.
Mit den anderen Kindern bin ich so gut wie nie (Minilama, vielleicht 5 Mal) und noch seltener (insgesamt gesichert 3 Mal, jedes Mal weil Minilama krank war oder ich zu Alphalama ins Krankenhaus musste) im ersten Lebensjahr alleine mit dem Auto  gefahren. Mit Babylama fahre ich 3 mal in der Woche zu Terminen. Aber gerne mache ich es nicht. Ich finde es auch total umständlich mit der Babyschale und der Umpackerei ins und aus dem Auto. Und da ich es ja nie mache wie alle anderen, ist auch das wieder kompliziert. Ich trage nämlich nie ein Baby in der Babyschale. Ich fahre mit dem Kinderwagen ans Auto, und trage dann mit der Babytrage in den Ort des Geschehens. Eine Wickeltasche nehme ich keine mit, sondern meinen Arbeitsrucksack. Und da ich nicht stille muss ich zur „Strafe“ einiges an Zeugs mitnehmen. Und da ich keine Pampers nutze und auch keine Feuchttücher und sonst nichts, was für den Mülleimer ist, habe ich auch hier einiges zu tragen.

Was man braucht fürs Baby

  • Wechselkleidung
  • Windeln
  • Feuchttücher oder Äquivalent
  • Müllbeutel / Windelbeutel (in diesen Kursstätten darf man oft seine Windeln nicht wegwerfen)
  • eine Decke, auf die man das Baby legen kann
  • Nahrung, Fläschchen und Wasser fürs Baby
  • ein Spucktuch
  • eine Wickelunterlage
  • viele haben noch was zum Spielen dabei, ich bin da aber kein Fan von, weil man dann noch was zusätzlich dabei hat, was man auch noch waschen muss.

Was im Kurs war, wasche ich hinterher

Was ich für mich brauche

  • Sportkleidung, am besten mit langen Beinen und mit Armen, sodass man auch schlecht rasiert nicht auffällt. Ich trage eine weite Jogginghose (bzw. die Jogginghose, die ich schon in der Schule hatte und ein Kurzarmshirt aus diesem Synthetikstoff, in dem man nicht so schwitzt). Das sieht sportlich aus und fällt alles leger. Finde ich besonders in Zeiten, wo man den Körper nicht so ideal findet, eine gute Idee.
  • zueinander passende, intakte Socken, am besten etwas höher, sodass schlecht rasierte Beine nicht auffallen. (Ja, das ist für mich als dunkler Typ, der nicht mehr als 2 Minuten unter der Dusche Zeit hat, ein großes Thema) ich habe mir 5 Paar neu gekauft und im Rucksack gelagert, da es mich nervt in der Öffentlichkeit kaputte Socken zu tragen
  • Handtuch
  • Was zu trinken
  • Haargummi (besonders ab dem 4. Monat nach der Geburt, wenn der Haarausfall so richtig losgeht.

Ich bin dazu übergegangen, meine Tasche vorzupacken, dann geht es einfacher.

Es machen zwei Hebammen im Wechsel, beide spulen aufs Wort genau ihr Programm immer und immer wieder ab. Es macht Sinn, sie mal abzugrätschen (wobei die eine nicht ansprechbar ist), um nach der Rektusdiastase zu sehen, damit man weiß, welche Übungen man machen darf. Aber ich erlebe das oft als Mainstreamprogramm für junge Erstlingsmamas, die keine Probleme haben. Wer einen schwachen Beckenboden hat, wird über diesen Mumpitz hinaus noch weitere Hilfen brauchen, da bin ich mir sicher.
Außerdem muss man selbst schauen, dass man keine Übungen macht, bei denen Zug auf die Bauchmuskeln kommt, denn es gibt auch Hebammen, die das eine sagen und dann krasse Bauchmuskelübungen machen.
Man darf die Rückbildungsneigung des Körpers nicht unterschätzen. Er will wieder zurück in Form kommen, da darf man 10 oder 20 Wochen nach der Geburt getrost den Bauch etwas schonen. Ich habe mit wirklich lockerer Gymnastik und einem leichten Kaloriendefizit plus viel, aber langsamer Bewegung mit Kinderwagen an der frischen Luft schon wenige Monate nach der Geburt die lästigen überschüssigen Kilos wieder los gehabt und das Becken hat sich auch wieder zusammengeschoben, sodass die Jeans wieder zugehen. Wenngleich die Narbe noch immer zwickt bei Hosen.
Wichtig ist es ohnehin täglich was für den Beckenboden zu machen, an der Ampel, im Auto, beim Kochen oder wann auch immer. Und zu hoffen, dass das reicht und man in den Wechseljahren nicht noch zu allem Elend noch inkontinent ist…

Tipps für ein entspanntes Wochenbett – Großfamilienedition –

Mit jedem Kind bin ich etwas schlauer geworden, was nötig ist für das neue Leben mit Kind. Besonders die erste Zeit nach der Entbindung ist eine emotional extrem aufwühlende und körperlich wie seelisch anstrengende Zeit für die Mütter und fordert den Neugeborenen eine große Anpassungsleistung ab. Auch wenn die Menschen in der Umgebung es gut meinen, reagieren junge Mütter oft gestresst und unausgeglichen.
Meine Erfahrung ist, dass man selbst einiges dafür tun kann, dass die erste Zeit nach der Geburt, in der man anfällig und instabil ist, gut vorübergeht. Ich spreche bewusst nicht davon, dass man eine magische Zeit in der Wochenbetthöhle voller inniger Liebe mit dem Partner und dem Baby erleben kann, wenn man alles nur richtig vorbereitet.

Meine Erfahrung ist eine andere. Ich habe meine Geburten nicht als Manifestation weiblicher Urkräfte erlebt, das Wochenbett nicht als magischen archaischen Moment. Bei einer Hausgeburt wäre ich gestorben, ohne die Hilfe von Ärzten wären meine vier Kinder und ich heute nicht gesund und fröhlich. So sehr ich die Hilfe meiner Hebammen geschätzt habe, weiß ich dennoch, dass ich an vielen Ecken und Enden die Medizin und den Fortschritt unserer Zeit gebraucht habe.

Dass ich so abgeklärt schreibe, ist der Erfahrung von drei Schwangerschaften, Entbindungen und Wochenbetten geschuldet und ein realistischer Blick auf die Wirklichkeit, die mich umgibt. Besonders als ich Minilama bekommen habe, hatte ich mit vielen Enttäuschungen zu kämpfen, die mich fast die Freude an meinem ersten Kind gekostet hätten. Ich habe beispielsweise geglaubt, dass jeder, der nur will, auch stillen kann. Dass ich es nicht konnte traf mich wie ein Donnerschlag. Dass ich absolut nichts für den Fall, dass ich nicht stillen kann, vorbereitet hatte, stürzte Alphalama und mich, beide entkräftet und übernächtigt, überfordert und geschockt über die Erlebnisse der Geburt in eine echte Krise. Natürlich ist das für Menschen außerhalb dieser Situation absolut lächerlich, aber wenn man in der Situation steckt, ist es grenzwertig.

Nach dieser Erfahrung beschloss ich, dass mir das nicht wieder geschehen würde. Ich mag es, mein Leben selbst zu gestalten, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Und dabei verlasse ich mich gern auf mich selbst. Und dann kann ich auch locker damit umgehen, wenn die Hebamme keine Zeit mehr hat, um mir beim Anlegen zu helfen (so passiert bei Minilama), lieber die Fäden einer Geburtsverletzung nicht einkürzen mag, obwohl sie 3 cm rausstehen (auch bei Minilama passiert. Danke an Alphalama, der mir da aus der Not geholfen hat) oder bei einem sekundären Milcheinschuss, den ich morgens bemerkte, erst abends vorbeikommen kann (so passiert bei den Zwillingslamas). Abhängig zu sein und selbst nichts machen zu können, ist ein Ärgernis, in das man sich nicht offenen Auges bringen sollte. Daher habe ich vor allen Entbindungen gewisse Vorbereitungen getroffen, um die erste Zeit, in der ich nicht voll einsatzfähig bin, gut zu überbrücken. Aus meinen Erfahrungen wie dem sekundären Milcheinschuss habe ich gelernt und mich dann entsprechend vorbereitet. Also für den Fall Salbeitee und Pfefferminztee sowie Salbeibonbons gekauft und auch mit in die Klinik genommen. Zur Anregung eines trägen Darms nach der Entbindung habe ich z.B. Milchzucker und die Reste vom hochdosierten Magnesium eingepackt.
Oder für den Fall, dass ich Geburtsverletzungen habe, schon mal zuhause Kamillentee und Müllbeutel bereitgelegt für ein Sitzbad . Oder schon vor der Entbindung eine kleine Kanne neben das WC gestellt, um das Urinieren zu erleichtern nach einer Verletzung. Diese kleinen Dinge hatte ich in den letzten Schwangerschaften entweder vermisst oder mit viel Aufwand und unzähligen Bitten an andere hergerichtet. Besser finde ich es allerdings, die Sachen schon vorab da zu haben. Es gibt nämlich so viel Neues, das bewältigt werden muss, dass man froh ist um alles, was da und gemacht ist.

Schon vor dem offiziellen Mutterschutz rate ich dazu, jeden Tag eine Sache für’s Baby zu erledigen. Nicht alles davon ist so schön wie shoppen und Kleidung falten. Aber auch das muss unbedingt gemacht werden. Besonders, wenn man schon Kinder hat. Da hat der Papa nämlich wenig bis keine Zeit für die Wöchnerin, da er mit dem großen Nachwuchs beschäftigt ist. Und auch weder Lust noch Kraft was zu trinken anzureichen oder eine Decke zu bringen oder das Kissen richtig zu legen. Die Wirklichkeit sieht leider genau so aus. Nichts mit Wochenbetthöhle und 6 Wochen verwöhnt werden. Zumindest nicht in der Art, dass man behandelt wird wie eine Prinzessin, eher in der Art, dass die anderen Kinder zufrieden und fröhlich, satt und sauber sind.
Hier gilt also: selbst ist die Frau, die sich gut vorbereitet haben sollte und außerdem sollte man den Besuch direkt einspannen à la „bitte bring mir eine Trinkflasche voll mit Salbeitee, gut durchgezogen an die Couch auf der ich vor Schmerzen zusammengerollt lagere.“
Das habe ich mit jeder Entbindung besser hinbekommen.

Was empfehle ich also?

Vor der Entbindung

Grundsätzlich: Jeden Tag eine Sache erledigen, die man auf einer Liste notiert hat – wenn das Baby also unerwartet früher kommt oder man liegen muss, kann man von dieser Liste die Aufgaben delegieren.

Beispiele sind :
Alles fürs Baby vorbereiten wie Windeln kaufen gehen, Babykleidung kaufen bzw. waschen, Kinderzimmer einrichten, Bettchen beziehen, Wickelplatz herrichten, Pre-Nahrung kaufen, Fläschchen spülen, Sauger kaufen

Alles für die Geburt und die Zeit in der Klinik vorbereiten: Kliniktasche packen, dicke Binden einkaufen, große Unterhosen rauslegen, Kleidung, die eine Nummer zu groß ist, rauslegen, Kleidung für den Fotographentermin rauslegen, fürs Baby und die Geschwister, (wenn man das machen will) Geschwistergeschenke kaufen und einpacken.

Alles für die Versorgung zuhause und den reibungslosen Ablauf des Alltags vorbereiten: Großeinkauf machen, eventuell vorkochen und die Kühltruhe erst ausräumen, säubern, neu und sortiert einräumen, befüllen. Das bietet sich besonders dann an, wenn man mit dem Essen eher speziell ist und die guten Kohlrouladen der Schwiegermutter zwar der Familie gern erwärmt, aber selbst nicht mag. Zettel schreiben, die erklären, was wo in die Schränke kommt, was wohin geräumt wird, wann gespült wurde. So kann auch jemand Externes mal eben die Spülmaschine ausräumen ohne für jedes Glas fragen zu kommen oder absolutes Chaos zu hinterlassen. Beim Einkaufen an Dinge wie Klopapier, Tempos, Spüli, Waschmittel, Zahnpasta, Spülmaschinentabs usw. denken. Dieser Mist geht einem nämlich gern aus, wenn man völlig anämisch nach der Geburt zuhause herumhängt und sich beispielsweise einfach nur die Zähne putzen mag oder den Geruch vom Fruchtwasser aus seiner Bettwäsche spülen will. Hier macht es Sinn, sich über Bringservices zu informieren. Viele Geschäfte versenden mittlerweile und ermöglichen damit auch das Weiterführen des Haushaltes, wenn man nicht mehr gut tragen kann.

Alles für die Aufrechterhaltung der finanziellen Unabhängigkeit vorbereiten, sprich Anträge ausfüllen fürs Kindergeld, das Elterngeld, den Krippenplatz usw. Man kann 95 Prozent davon schon vor der Geburt fertig machen und dann nach der Geburt Name, Geburtsort und Geburtsdatum eintragen. Auf Briefe an den Dienstgeber kann man aber auch schreiben „wie Sie der Geburtsurkunde entnehmen können“ und muss später gar nichts mehr von den unbekannten Daten eintragen. Dann legt man frankierte und adressierte Umschläge dazu, damit der Mann sobald er die Geburtsurkunden abgeholt hat, schon 2 Tage nach der Entbindung alles auf die Post bringen kann. Vorteil: früher Poststempel = frühe Bearbeitung und eventuell eine Anschlusszahlung nach dem Mutterschaftsgeld.

Alles für die medizinische Versorgung des Kindes vorbereiten: Bei der Krankenkasse anrufen und Anträge auf Familienversicherung stellen, auch hier, alles vorbereiten und vormerken lassen. Lieber öfter anrufen, bis man alles auch richtig verstanden hat mit Mutterschaftsgeld, Krankenkarte usw.

Allgemeine Ordnung wahren: Schön wäre es auch, bis zum Schluss eine einigermaßen ordentliche Wohnung zu haben, also regelmäßig Wäsche zu waschen, zu bügeln, zu wischen. Nach allen Entbindungen war mir Sauberkeit und Ordnung extrem wichtig und gerade bei Minilama hatte ich da viel zu wenig getan – musste also nach der Geburt in eine Wohnung zurückkehren, wo sich die Wäsche getürmt hat und die Klos nicht sauber genug für meine (neu entstandenen) Ansprüche waren. Ist mir danach nicht wieder passiert.

Allgemein: Wünsche kommunizieren, breit streuen. Also nicht nur dem Papa sagen, dass es einem wichtig ist, wenn täglich der Bindeneimer geleert wird, sondern auch ruhig der Mutter oder Schwiegermutter dieses Bedürfnis mitteilen. Steigert die Wahrscheinlichkeit, dass man es nicht selbst machen wird.

Nach der Entbindung (engeres Wochenbett in der Klinik)
Neben dem Ausruhen und dem Kennenlernen des Babies sollte man schon am ersten Tag den Papa das Baby anmelden schicken und in einem Aufwasch alle Anträge mit Geburtsurkunden und Vorname sowie Geburtsdatum versehen lassen und ab zur Post.

In der Klinik macht es nach den ersten Tagen Ruhe und Ausruhen Sinn online das zu bestellen, was noch fehlt (ob es Windeln, Sauger, Kleidung oder Babynahrung bzw. Cremes sind oder auch Kleidung, die man trotz Kaiserschnittnarbe anziehen kann. Das habe ich dieses Mal besonders intensiv machen müssen, da Babylama 2,5 Wochen vor dem Termin unerwartet zur Welt kam und es zudem noch extrem kalt war. Ich hatte weder Kleidung, die sich mit der Narbe vertrug noch Babykleidung für die starken Minusgrade. Als ich nach Hause kam nach 6 Tagen war das meiste schon per Post eingetrudelt.

Nach der Geburt sollte man besonders gesund und ausgewogen essen, auch weil der Darm ohnehin sehr träge ist. Das Klinikessen ist meistens absolut ungeeignet dafür, oft kriegt man Blähendes angeboten, was ja für das Stillen nicht optimal ist. Das ist eine doofe Konstellation, man muss versuchen das Beste draus zu machen. Ich habe zudem versucht, nicht zu viel Kalorienreiches zu mümmeln und die Damen von der Essensbestellung nach Obsttellern oder einem extra Salat und nach Körnerbrot gefragt.

In den Kliniken, in denen ich entbunden habe, kam immer 1 Tag nach der Geburt ein Physiotherapeut ans Bett, um erste Rückbildungsübungen zu zeigen. Die habe ich im engeren Wochenbett sehr regelmäßig wiederholt und auch bis zum Beginn des Kurses nach 8 Wochen immer wieder gemacht. Auf Organsenkungen und Inkontinenz habe ich nämlich keine Lust und die Übungen sind keine Hexerei.

Alles notieren, was daheim noch gerichtet werden muss für die Ankunft des Babies und dem Papa durchgeben. Dann kann er abends noch das eine oder andere vorbereiten oder bestellen und die Couch sieht schon so aus, wie man es sich vorstellt.

Mein heißer Tipp: Mindestens einen Tag länger in der Klinik bleiben als man Lust dazu hat. Daheim ist man noch lange genug und so viel Ruhe wie im Krankenhaus hat man nie wieder. Außerdem hat man dann eventuell zuhause weniger Ärger. Wäre ich beispielsweise sonntags heim gegangen, wären wir montags zur Bilirubinwertnachkontrolle wieder in der Klinik erwartet worden und ich hätte selbst wieder hin gemusst wegen des sekundären Milcheinschusses. Montags bei der Entlassung war dann das Gelbsuchtthema erledigt und ich hatte meine Abstillmedikamente in der Tasche. Außerderm waren die Großen in der Kita und ich konnte in Ruhe zuhause ankommen. Das fand ich auch super.

Erweitertes Wochenbett

Dem Vitaminhaushalt und den Eisenspeichern mit Ergänzungsmitteln auf die Sprünge helfen.

Sich Hilfe im Haushalt organisieren. (Putzfrau, Verwandte, bei medizinischen Notsituationen: Haushaltshilfe über die Krankenkasse)

Alles, was möglich ist, per Kurier nach Hause liefern lassen. (Amazon, DM, Bioabokiste, Mittagessen im Glas usw.). Vereinbaren, dass man, wenn möglich, nur die Tür aufdrückt und die Boten alles ablegen. Außerdem – wenn nicht schon geschehen – einen Vorrat anlegen an Dingen, die man immer braucht (Ob es Spüli, Shampoo oder Tempos sind)

Mehrmals täglich mit dem Kind an die frische Luft gehen, um wieder auf die Beine zu kommen. Ohne Verpflichtung dabei. Wenn man mag und ein Ziel braucht: einen Minieinkauf erledigen, aber wirklich mini. Mit der Zeit das Tempo und die Streckenlänge steigern.

Langsam wieder in den Alltag einsteigen, Stück für Stück wieder den Haushalt erledigen. Die Mär, dass die Mama schlafen soll, wenn das Kind schläft, ist natürlich Unsinn mit mehreren Kindern. Der Haushalt ist ja einfach da. Die Familiendinge auch. Die Waldtage und Kindergeburtstage finden statt, Geld für Puppentheater und Läufe will gezahlt werden, Sport- und Musikkurse laufen weiter. Die Kinder wollen morgens ein Brot mit in die Kita nehmen, brauchen Wechselkleidung und Windeln. Daher ist es schon gut, wenn man noch externe Hilfe hat (siehe oben) und auch, wenn man den Haushalt allgemein straff organisiert, Ordnung hält, sich selbst nicht zu viel Arbeit macht (Beispiel Socken bügeln). Extern heißt für mich, dass der Papa damit nicht belastet wird. Der hat mit Arbeiten gehen und Kinder abholen und zu den Freizeitsachen bringen schon genug zu tun.

Sonst noch auf der Agenda:

Gesund essen

Rückbildungsübungen regelmäßig machen

Die Taufe vorbereiten: (Taufeinladungen drucken lassen, Taufdeko überlegen, Taufanmeldung machen)

Danksagungen drucken lassen

Sich um einen Rückbildungskurs kümmern

Anmeldungen fürs Babyschwimmen, Pekip, die Krabbelgruppe machen.

Je nach Wohnort: Kitaanmeldung!!!

Wer noch Ergänzungen hat: gerne her damit

Wochenbett Nummer 3: Auf die Beine kommen nach sekundärem Kaiserschnitt

Aktuell erlebe ich mein drittes Wochenbett. (Minilamas Wochenbett, Zwillingslamas Wochenbett) Die ersten zehn Tage, also das engere Wochenbett sind schon vorüber und durch den längeren Klinikaufenthalt (7 Tage, davon 6 mit Baby) auch rasend schnell vorbei gegangen. Bei Minilama war ich von Mittwochnacht bis Sonntagabend im Krankenhaus gewesen, bei den Zwillingen von Montag bis freitags (mit Kindern ab Dienstagabend). Ich habe jedes Mal nach Bedarf entschieden, heimzugehen. Immer, wenn ich mich einen Tag im Krankenhaus gelangweilt und auf daheim gefreut habe, bin ich am kommenden Tag nach Hause gegangen. Dieses Mal durch die OP bedingt und dadurch, dass Babylama schon bei 37+5 zur Welt gekommen war (Minilama: 39+2, Zwillingslamas: 38+1), habe ich mich im Krankenhaus lange sehr gut aufgehoben gefühlt. Als die Ärztin freitags sagte, ich könne nach Hause, wenn ich wollte (was scheinbar viele Mehrfachmamas auch rasch wollen), habe ich fast geweint und sie gebeten, dass ich noch bleiben darf. Wochenbett zuhause mit diesen starken Schmerzen (nicht zu vergessen die Nachwehen, die wirklich bei jedem Kind schlimmer werden) und einem Baby, dessen Bilirubinwerte noch kontrollpflichtig waren bei der restlichen Herde, die einfach sehr wild und laut ist, konnte ich mir nicht gut vorstellen. Außerdem bin ich nach der Geburt (wie nach allen) rasch in den Selbsterhaltungsmodus gekommen und wollte nach mir sehen, meinen Körper in Ruhe eincremen, meine blauen Flecken, meine Einstichstellen, meine Narben pflegen, mich wieder neu kennenlernen, meine Rippenprellung (schmerzhaft auch noch nach 2 Wochen) und Verspannungen mit Salbe einreiben und meine trockenen Lippen einreiben, mich in Ruhe duschen und nach dem Wochenfluss gucken. Das alles geht zuhause eher schlecht, wenn man noch im Schneckentempo unterwegs ist. Ich blieb freiwillig und gerne bis Montagmorgen. Die Kinder kamen mittwochs, samstags und sonntags zu Besuch in die Klinik. Samstags machten wir die Baby- und Familienfotos. Gerade für die Zwillinge war die neue Situation hart, besonders für den jüngeren, den Nähe bedürftigen Krawallbruder/schwester. Sehr mamabezogen wollte das Kind am liebsten, dass die Mama schon am Mittwoch mit nach Hause kommt, auch wenn Babylama dann allein im Krankenhaus bleiben muss. Diese Trennung von den Kindern tut immer weh, aber ich weiß aus der Kita, dass die Kinder sich schnell an neue Situationen gewöhnen und dann das Programm mit der Oma oder dem Papa genießen können.
Im Krankenhaus ging es im Grunde täglich ein bisschen besser. Schon am Abend der OP bewegte ich meine Füße, um keine Thrombose zu bekommen, bekam den Blasenkatheter gezogen (wirklich keine große Sache, kann man gut aushalten und ist total schnell wieder vorüber) und durfte zur Toilette. Das Aufstehen tat richtig weh, wegen der frischen Narbe, aber wenn ich mal stand, ging es auch gut Mein Kreislauf war gut und ich konnte in Ruhe zur Toilette, Hände waschen und wieder zurück. Das Aufstehen über die Seite fiel mir schwer, ich glaube aber, dass es dran lag, dass das Zimmer für Rechtshänder gestellt war und ich normalerweise immer über links aufstehe. Bis ich auf die Idee kam, war es auch über rechts einigermaßen machbar. Ich habe mich öfters über mich geärgert, dass ich wie der erste Mensch versuche, aus dem Liegen (oder Halbsitz) hochzukommen, zumal ich gar nicht mehr so starke Schmerzen dabei hatte. Meine Bettnachbarin, die einen Tag weiter war, kam mir da viel flinker vor, was Alphalama und meine Mutter aber bestreiten.
Am Donnerstag wurde das Pflaster entfernt und ich durfte zum ersten Mal duschen. Das ging ähnlich gut wie nach der Zwillingsgeburt.
Ich bin stolz darauf, dass Babylama immer bei mir im Zimmer war und ich morgens immer mit zum Waschen und Wiegen und der Morgenuntersuchung mit ins Schwesternzimmer gegangen bin bzw. am Mittwoch Alphalama. Auch nachts war das Kleine immer bei mir, wenn ich mir auch den Luxus gegönnt habe, mir Fläschchen ans Bett bringen zu lassen. Ab Freitag hatte ich Internet im Zimmer und konnte mich so z.B. über die Werte bei der Bilirubinuntersuchung informieren oder noch eine warme Hose und Hemdchen für das Baby bestellen. Denn hier war und ist es so kalt wie eigentlich nie. Einen Overall hatten wir schon vorher angeschafft und den Schaffellfußsack aus meiner Kindheit lag schon bereit.
Ich habe ab Donnerstag täglich 20 Minuten Physiotherapie auf dem Zimmer. Ich mache gerne mit, übe auch im Bett. Auf Inkontinenz oder Organsenkungen habe ich keine Lust. Die Gebärmutter rauscht nach unten, nach zwei Wochen sieht der Bauch auch wie vorher, wenn auch etwas weicher, auch dieses Mal keine Diastase am Bauch. Ich übe täglich ein bisschen und überlege schon, wann ich mit der Rückbildung anfangen will. Nach Ostern, Entweder nach 8+2 Wochen wie bei den Zwillingslamas oder nach 9+2 wie bei Minilama peile ich an, je nachdem, was bei der Abschlussuntersuchung beim Frauenarzt herauskommt.
Gewichtsmäßig bin ich leicht unzufrieden, aber in dieser Schwangerschaft hatte ich mich auch weniger im Griff als vorher. Einstiegsgewicht 55 Kilo, Maximalgewicht 67 Kilo. 6 Tage nach der Geburt auf der heimischen Waage noch 63,4 Kilo. Ein Schlag ins Gesicht für mich.
Bei den Zwillingen und Minilama hatte ich die gleiche Gewichtsentwicklung. Bei den Zwillingen war nach der Geburt alles wieder weg, bei Minilama kam ich 8 Tage nach der Geburt schon unter das Ausgangsgewicht, wegen der Anstrengungen vom (erfolglosen) Stillen. Das Gewicht geht auch hier runter, am Wochenende war es bei 61 Kilo, heute bei 60, aber ich hatte ja schon beim Heimkommen eine 5 vorne erwartet. Es mag auch an den Medikamenten liegen, klar. In der Klinik habe ich wirklich nicht geschlemmt, das Essen dort ist eher mäßig, auch Zuhause achte ich jetzt besonders aufs Essen und darauf, so wenig wie möglich zu naschen. Sport ist ja nicht möglich, Bewegung auch kaum, mit 2000 Schritten am Tag habe ich keine Grundlage.

Am Donnerstag und Freitag bekomme ich Besuch von einer befreundeten Kollegin, die in dem Krankenhaus als Seelsorgerin tätig ist. Wir plaudern im wahrsten Sinne über Gott und die Welt und mir tut das richtig gut. Am Freitag segnet sie zum Abschied unser jüngstes Kind, wie auch schon die Zwillingslamas. Ansonsten laufen die Tage so dahin. Wir ergeben uns der Klinikroutine mit Babywaschen und Visite morgens, Blutdruckmessen und Heparinspritze, frühem Mittagessen und ausgiebiger Nachmittagspause. Alphalama bringt Post mit, wir machen die Anträge für Kindergeld, Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Familienversicherung und Haushaltshilfe fertig und er versendet. Parallel dazu laufen die Freizeitaktivitäten der Kinder weiter, Alphalama holt und bringt und reicht Müsliriegel.
Kleinere und größere Sorgen wie Gewebeflüssigkeit über der Narbe oder der Biliwert kommen auf und werden besprochen. Aus meiner Sprachlosigkeit nach Minilamas Geburt habe ich gelernt. ich frage, ich hake nach, ich sage, was ich brauche. Auch wenn es mir manchmal zu doof ist, zum vierten Mal nach Abstilltee zu fragen, frage ich trotzdem. Weil ich nicht mehr will, dass es mir so schlecht geht wie nach der Geburt von Minilama.
Meine Bettnachbarin, die einen Wunschkaiserschnitt hatte, stillt. Ich erlebe ihr versuchen mit, höre wie das Baby hysterisch die Brust anbrüllt, wie sie vor Erschöpfung selbst weint, zufüttert, wie die eines Nachts im Stillzimmer stillen soll, wie die Rede von Wiegeprobe und Abpumpen ist. Ich mache oft die Trennwand zwischen uns, sage ihr, dass ich sie nicht beim Stillen stören will. Wir unterhalten uns total viel und angeregt, aber ihr Weg triggert mich total, das gebe ich zu. Bei ihr ist der Spuk nach drei Tagen rum, die Milch fließt sichtbar. Ich freue mich für sie. Die Anstrengung hat sich gelohnt, das Kind trinkt aus der Brust.
Sie geht samstags abends nach Hause nachdem es mit den Untersuchungen für sie und das Baby ewige Wartezeiten gegeben hatte. Das erinnert mich ziemlich an Minilamas Entlassung, ich kann gut verstehen, dass sie gestresst ist. Sonntagmorgen müssen sie wiederkommen, wegen Bilikontrolle.
Bis zu meiner Entlassung habe ich ein zuzahlungsfreies Einzelzimmer, was ich sehr genieße. Besonders am Sonntagnachmittag, als die ganze Herde zum Kuchenessen zu Besuch kommt, ist das halbleere Zimmer natürlich ein Segen und wir können uns als Familie richtig schön beschnuppern.
Babylama muss am Montagmorgen erneut auf Neugeborenengelbsucht kontrolliert werden, der Wert sinkt aber signifikant, sodass wir keine weitere Klinikfahrt auf uns nehmen müssen. Kurz vorm Einschlafen sonntags, als ich gerade mit Alphalama schreibe und wir überlegen, was zuhause für die Ankunft des Babies noch gerichtet werden sollte, fällt mir plötzlich auf, dass mit der Brust etwas nicht stimmt. Was, ist schnell erfühlt. Trotz Abstilltabletten am Tag der Entbindung wieder mal ein sekundärer Milcheinschuss. Wie immer ohne Milch, einfach noch eine massive Schwellung der Milchdrüsen (auch der auxiliären in den Achseln, mit denen ich ja auch gestraft bin), die Brust ist fest, schmerzempfindlich und leicht warm. Mir wird auch leicht warm und ich werde auch sauer. Sauer, weil ich seit der Geburt meinen kompletten Flüssigkeitshaushalt mit Salbei- und Pfefferminztee stille, weil ich Tag und Nacht einen engen BH trage, die Brust immer kühl abdusche und auch sonst alles mache, was man tun muss, um einen Milcheinschuss zu verhindern. Ich klingele direkt die Schwester herbei, die fragt, ob ich nicht anlegen will. Will ich ja, aber es bringt ja nichts, das habe ich schon alles durch. Sie fragt, was wir letztes Mal gemacht haben. Ich sage, dass ich nochmal Abstilltabletten nehmen musste. So bekomme ich wieder welche, diese Parkinsonmedikamente, die die Impulskontrolle hemmen. (Warum lese ich mir auch den Beipackzettel durch?) Ich nehme drei halbe innerhalb eines Tages, habe also zuhause noch eine übrig. Bis ich mein AA-Körbchen wieder habe, vergeht eine weitere Woche. Ich trinke mehr als vorher, nur Salbeitee, esse Salbeibonbons tütenweise, trage mein Sportbustier Tag und Nacht und kühle morgens und abends mit Gelpacks und zwischendurch mit Kohlblättern. Meine Temperatur kontrolliere ich mindestens 5-mal am Tag. Auch die Hebamme ist mit wütend. Schmerzen ohne Sinn, sagt sie. ich stimme ihr zu und weine immer wieder darüber. Doofe Hormone.
Die Schmerzen werden besser, ich stehe weitestgehend schmerzfrei auf. Dafür verkrampft sich mein starker Beckenboden immer wieder, was nicht nur auf der Toilette Probleme macht. Ich lerne eine Entlastungsübung, es wird besser.
Die Tage verbringe ich auf der Couch, helfe aber zu Stoßzeiten beim Essen machen und Kinder fertig machen mit. Ein Mal täglich gehe ich ab Mittwoch (8 Tage nach OP) an die frische Luft, knapp 10 Minuten, etwa 400 Meter. Die Strecke ist nicht groß steigerbar. Ich bin traurig darüber, dass ich nicht schneller fit werde, nehme es zwar nicht an, aber verhalte mich dennoch entsprechend.
Den Transport und das Abholen und die Kita werde ich über Wochen nicht machen können, auch mal in den Lidl gehen oder zum Auto gehen und die Strecke fahren, wird nicht drin sein. Ich bekomme die Bewilligung für die Haushaltshilfe (habe ja dieses Mal durch den Kaiserschnitt die Medizinisch stichhaltige Begründung, warum ich Hilfe brauche. Es ist nahezu unmöglich, jemanden zu finden. Meine Mutter unterstützt mich beim Betteln am Telefon, es klappt. Am Mittwoch, wenn Alphalama zum ersten Mal arbeitet ist, kommen die Hilfe und die Chefin zum ersten Mal ins Haus. Es fällt mir schwer, das alles zuzulassen, aber ich muss zum Wohl der Familie das Spiel mitspielen. Leider kann die Hilfe nicht Auto fahren, Kindertransport und Einkauf wird also eher schwierig. Die Omas und Alphalama erklären sich bereit, mit meinem Auto die Kinder zu holen und zu bringen und zu ihren Nachmittagsaktivitäten zu begleiten. Ich bestelle Essen vom Biobus, die liefern nach Hause.
Ich hoffe, die Haushaltshilfe macht die Wäsche, räumt sich richtig ein, bügelt, putzt, räumt auf. Vielleicht kann ich sie bitten, die Fenster zu reinigen, den Keller zu wischen und den Kühlschrank auszuwaschen, Das wäre schön. Mir wurden 15 h/Woche bewilligt. Ob der Träger die leisten kann, ist noch unklar. 3 Mal die Woche sind aber aktuell sichergestellt, die Stundenzahl müssen wir schauen. Ähnlich war es aber bei den Zwillingen, es ging da auch gut. Damals konnte ich aber schon wieder gehen, habe Minilama in die Kita gebracht und abgeholt. (Die Hilfe kam aber auch nach zähen, teils unverschämten Verhandlungen mit der Kasse viel zu spät in der vierten Woche nach der Entbindung, und drei Wochen nachdem ich zuhause offiziell alleine war. Meine Mutter kam aber regelmäßig zum Helfen).
Alphalama war 2 Wochen zu Hause, hat mich gut unterstützt, jetzt muss ich jeden Tag mehr in den Alltag zurückfinden, fitter werden. Ich hoffe, es läuft alles gut vorwärts.

Fitness nach der Zwillingsschwangerschaft – Mombod auf Nimmerwiedersehen

Im letzten Jahr hat mein Körper zum zweiten Mal in meinem Leben wahre Höchstleistungen vollbracht. Nach der gut rückgebildeten ersten Schwangerschaft mit Minilama startete ich sehr fit in die zweite Schwangerschaft.

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Diese riss mir jedoch von Anfang an den Boden unter den Füßen weg. Ich war von der 6. SSW an sehr entkräftet, müde, kraftlos. Nach dem ersten Termin beim Frauenarzt, wo eine Schwangerschaft bestätigt wurde, war mir so schlecht und schwindlig, dass ich es kaum zum Bahnhof schaffe und mich im fahrenden Zug auf der Toilette übergeben musste. (Sehr entwürdigend, glaubt mir.)
Ich, eigentlich sehr bewegungsfreudig und sportaffin, lag die meiste Zeit des Tages zuhause auf der Couch, später auf einem extra aufgestellten Gästebett. Das Sitzen wurde zur Qual, Autofahren schon vor der 12. SSW nahezu unmöglich. Der Druck auf den Bauch war unerträglich, mir war ständig übel. Ich verließ den Ort nur noch, um zum Frauenarzt zu fahren. Schwimmen war ich nur zwischen der 16. und der 31. SSW.
Ich nahm in den 38 SSW 12 Kilo zu, hatte am Ende durch die Hitze stark geschwollene Beine. Da der Bauch sehr kompakt war, hatte ich ständig Schmerzen, wenn die Babies sich bewegten, denn sie traten stets gegen den Rippenbogen oder quetschten meine Organe, Schmerzen, die mich dazu veranlassten, mehrmals mit Verdacht auf Gestose beim Frauenarzt zu erscheinen.
Die letzten 7,5 Wochen verbrachte ich nahezu völlig demobilisiert auf der Couch, um die drohende Frühgeburt abzuwenden. (Erfolgreich, zum Glück) Bei der Geburt selbst bekam ich mindestens 10 Stunden lang Oxytocin über den Tropf, nach dem hohen Blutverlust durch die Geburtsverletzung weitere starke Medikamente, Eiseninfusionen und wegen der unmenschlichen Rückenschmerzen, die ich als Nachwehen hatte, sehr starke Schmerzmittel. Nicht zu vergessen die beiden Lungenreifespritzen in der 31. SSW, von denen ich einen unbändigen Hunger bekam (2 Kilo schlugen die zu Buche), Schweißausbrüche und Schwindelattacken.
Der Bauch war nicht sehr imposant, da extrem kompakt. Keine Risse (bis auf einen am Bauchnabel am Morgen der Entbindung, sehr ärgerlich.) Allerdings blieb eine riesige Menge loser Haus zurück, wie wenn man viel abnimmt, denke ich mir.

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Ungefähr 35. SSW – vorne und Rückenansicht. Das war eine nur nach vorne gehende Kugel.

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Eine Woche vor der Entbindung, also 37+irgendwas.

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Ein Tag vor der Entbindung, also 38+0

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Ein Tag nach der Entbindung. Das Gewicht ist ungefähr wieder auf Vorschwangerschaftsniveau. Allerdings ist der Bauchnabel und der gesamte Bauch total erschlafft.

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1 Woche nach der Entbindung zuhause. Man sieht im Sitzen besser die Hautmengen, die noch rückgebildet werden wollen.

Dann gibt es keine Bauchbilder mehr bis knapp 8 Monate nach der Geburt. Ich habe sehr ehrgeizig an der Rückbildung teilgenommen, die Bauchmuskeln haben sich schnell wieder geschlossen (also keine Diastase mehr nach 8 Wochen). Leider habe ich nicht die Zeit gehabt wie bei  Minilama im Anschluss an den Kurs weiterzumachen. Bei Minilama war ich 7 mal in der Woche zum Schwimmen, war knapp 12 Kilometer mit dem Kinderwagen unterwegs, allgemein sehr aktiv und hatte ein sehr geringes Hungergefühl. Nach dem Umzug ging ich immerhin noch 2-3 Mal schwimmen, war viel unterwegs, handwerkerte viel und war einmal in der Woche in einem Fitnesskurs.
Nach der Zwillingsschwangerschaft war ich erstaunt, wie stark die Rückbildungsneigung des Körpers ist, wie schnell der Bauch wieder passabel aussah, wie schnell ich wieder in alte Hosen passte, wie schnell Unbekannte nichts mehr sahen, dass ich kürzlich entbunden hatte und mir kaum abkaufen wollten, dass die drei Schreihälse in und auf dem Kinderwagen meine sind. Das pusht natürlich ganz schön. Denn egal wie wenig man als Frau auch in den Schminktopf greifen mag oder Suchtshoppingqueen ist – schön sein wollen wir alle. Und gerade nach einer anstrengenden Schwangerschaft ist es schön, wieder als attraktive Frau wahrgenommen zu werden, denn das Körpergefühl leidet stark durch eine Schwangerschaft und das viele Alleinsein mit Baby zuhause tut sein übriges.
In den ersten Monaten nach der Entbindung gelang es mir nur, 2 mal in der Woche schwimmen zu gehen. Manchmal auch nur ein Mal. Mein Fitnesskurs muss nach wie vor ruhen, damit Minilama in Ruhe zum Eltern-Kind-Turnen gehen kann und ich Alphalama abends nicht mit drei weinenden Kindern in die Abendroutine mit Zähneputzen und Umziehen und in den Schlaf begleiten alleine lassen möchte. Das kann man niemandem zumuten.
Meine Schwimmzeit glich immer mehr einer Entspanungsphase als einem Workout, nach 30 Minuten war ich fertig. Schlafmangel, Lärmbelastung, Arbeitsmenge, Stress – wir funktionierten nur noch.
Meinem Bewegungsmangel konnte ich kaum nachkommen. Die 7 Kilometer täglich zur Kita reichen mir einfach nicht aus. Da die Kinder sehr fordernd sind, komme ich zudem kaum zum regelmäßigen Essen. Nach dem Mittagsbrei sind die Babies müde, wollen schlafen. Nach dem Essen geht es sofort raus, alle runtertragen, anziehen, raus. Manchmal schlafen die Kindern nur 30 Minuten, das reicht nicht zum Kochen und essen, zum Aufräumen und saubermachen. Mein Essen fiel meistens aus, das der übrigen Familienmitglieder kochte ich immer mit Ach und Krach. Aber es war immer was Warmes da, es ist immer was Warmes da, Windeln sind auch immer da, sauber ist es auch, ich nehme alle Termine für alle wahr, koordiniere Arztbesuche, Sport, kümmere mich um meine Familie.
Dabei komme ich selbst mehr als zu kurz. Vor einigen Monaten wurde mir immer mehr bewusst, wie sehr ich und letztlich auch meine Familie darunter leide. Eine unentspannte, gereizte Mutter bringt niemandem etwas. Und eine unzufriedene schon zwei Mal nicht.

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8 Monate nach der Geburt war ich sehr unglücklich mit der Optik meines Bauchs, denn ich erwarte deutlich mehr von mir. Was meinen Körper angeht bin ich sehr ehrgeizig. Ich überlegte, was in meiner Lage möglich ist. Fitnessstudio, externe Kurse usw. sind kaum machbar solange die Babies noch nicht im Kindergarten sind. Und später wahrscheinlich auch schwierig, da ich vollzeit wieder in den Beruf zurückkehre.
Daher baue ich mir ein Workout zuhause auf, das ich dank der Unterstützung von Alphalama auch durchziehen kann.
Täglich morgens nach dem strammen Gang in die Kita 45 Minuten Fitness und Beckenbodenübungen wie ich sie im Kurs gelernt habe.
Abends 5 Kilometer auf dem Trimmrad und (momentan) 5 Kilometer auf der Crosstrainer. Ich steigere regelmäßig die Dauer. 2 Mal pro Woche 60 Minuten Wassersport, eine Einheit Dauerschwimmen, eine Einheit Aquajogging.
Mindestens 3 Liter Tee oder Wasser am Tag trinken, als Zwischensnack gibt es morgens anstelle einiger Scheiben Brot einen Magerjoghurt mit Müsli und Obst, mittags nur sehr wenig Kohlenhydrate (ich koche für mich separat, nehme mir Gemüse beiseite bevor die Soße, das Fleisch und die Nudeln o.ä. dazukommen) und esse abends gar keine Kohlehydrate mehr, sondern esse mich an Obst und Gemüse satt. Seit ich jenseits der dreißig bin, muss ich deutlich mehr aufpassen, was ich esse. Und leider esse ich gern mal Schokoladenriegel, Schokotafeln oder dragierte Erdnüsse und Cookies -lieber als Obst und Gemüse. Ich verkneife es mir nicht, das Süße, versuche aber mich besser zu  kontrollieren.

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10 Monate nach der Entbindung bin ich schon etwas zufriedener.

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Und 11 Monate nach der Geburt und regelmäßigem Fitness Workout via Youtube: Auf Wiedersehen Mombod!