Trugbilder

Ich bin nun schon seit mehr als fünf Jahren Mama und ich merke dennoch immer wieder, wie ich auf diese Trugbilder reinfalle. Früher waren es die gut gelaunten Mamas mit ihren Babies, die durchschliefen oder die wie nebenher stillten und scheinbar immer saubere, neue Sachen für ihre niedlichen Babys hatten. Dass ich mir einfach jede Woche eine andere Mama aussuchte, die das dieses Mal gut geregelt bekam, fiel mir lange gar nicht auf. In jedem Fall war ich hinter immer richtig fertig mit der Welt, weil ich mich so minderwertig als Mama fühlte. Denn, wenn wir ehrlich sind, ist es ganz und gar nicht entspannt, mit einem Baby (oder jetzt mit Kleinkindern) das Haus zu verlassen. Immer wieder frage ich mich mitten im Anziehchaos, wenn aber noch Sonnenmilch gebraucht wird, einer noch die Hose voll hat, ein anderer schon wieder alles ausgezogen hat, was man eben noch mühsam angekämpft hat (der Sommer mildert übrigens nur ab), ein Kind in Tränen ausbricht wegen einen großen Ungerechtigkeit von meiner Seite und der vierte Rotz und Wasser weint, weil er nur auf Mamis Arm so richtig glücklich ist, warum ich das überhaupt will, dieses Rausgehen. Und dann fängt es draußen auch noch zu regnen an. Mein persönliches Kryptonit mit vier Kindern und 2 Kilometern Wegstrecke vor mir.

Es ist natürlich nicht jeden Tag so intensiv hier, aber entspannt war es im Grunde genommen seit Jahren auch nicht mehr. Immer wachsam bleiben, dass die Türen abgeschlossen sind (neuerdings auch, dass die Schlüssel außer Reichweite sind, denn meine Kinder sind sehr intelligent und da sie zu mehreren sind auch richtig erfindungsreich), dass keine Sonnenmilch in Reichweite ist, dass meine Arbeitskleidung (die saubere, ohne Löcher) nicht herumliegt, dass auch sonst nichts da ist, was die Kinder anziehen könnte (ob es was zu essen für mich ist, ein Stein oder Deko) oder oder. Parallel dazu muss an 1000 Sachen gedacht werden von der Wechselwindel für die Zwillingslamas und eine andere fürs Babylama, Helm, Fahrradhandschuhe und Fahrradschloss für Minilama, Sonnenschutz für alle, was zu trinken für alle und Regenschutz, Kitarucksäcke mit allem möglichen Krams, Wechselkleidung (nahezu täglich, da die Zwillinge in der Kita ungelogen 3-4 mal in der Woche auslaufen) und Sachen für die Freizeitgestaltung, Und was zu essen ja auch immer. Und Warnwesten. Und wehe es fehlt was. Da sind die Kinder gnadenlos. Vor allem, wenn andere dabei sind, ist das immer das erste, was berichtet wird. Wobei mir das schon längst irgendwo vorbei geht. Ehrlich. Der Vorwurf, die Sachen wären irgendwie kaputt hingegen, der ist jetzt ja neu und da lerne ich noch den coolen Umgang. Der Lernprozess hat mich schon ein bisschen Geld gekostet bisher, da ich dem Kind dann umgehend mal was Ordentliches gekauft habe. Aber nur was kostet, bringt auch was, oder wie war das?
Als ich nur Minilamas Mama war war klar für mich: Wenn man grade mal eine Stunde außer Haus ist, braucht man im Grunde nichts außer wetterangepasster Kleidung. Man verhungert und verdurstet nicht so schnell. Fertig aus. Auch Wechselkleidung hatte ich keine dabei, meist auch keine extra Windel. Ging super. Aber die anderen hatten das alles dabei, in schweren Säcken schleppten sie den Hausstand mit umher. Und so kam es, dass ich in der Krabbelgruppe auch ein Fläschchen mit Wasser dabei hatte. Ich denke damit hat alles angefangen. Die dauerte 45 Minuten und ist mal eben über die Straße. Unwillig zwar, aber Minilama hat schon geguckt, was die anderen hatten. Daher hat Minilama ja auch immer neben dem Kitabrot noch was Leckeres dabei. (Und ja, das empfinde ich als anstrengend, mir jeden Tag was neues Nettes auszudenken) Weil es eben guckt, so die Erzieherinnen. Oder: Weil es dem Kumpel mal in die Hand gebissen hat, weil der eine Milchschnitte dabei hatte. Ich hasse es nach wie vor, wie sehr ich mich durch das Verhalten anderer beeinflussen lassen muss, weil meine Kinder es eben mitbekommen und das auch wollen. Ganz im Ernst: Man verhungert und verdurstet nicht, wenn man eine Stunde ohne unterwegs ist. Man kann auch Musikunterricht haben ohne Essen und Trinken zu müssen. Was ich übrigens konsequent umsetze. Und auch stolz drauf bin.
Mit den Jahren ist es aber trotzdem immer mehr geworden. Da die Zwillinge so gut trinken, müssen sie dauernd gewickelt werden, Mit den sch*** Plastikwindeln sogar noch öfter. Überall wickele ich. In der Kita, auf dem Spielplatz, am Brunnen, vor der Turnhalle, auf dem Sportplatz.
Dabei ist immer mehr Zeugs. Die Kinder haben über die Woche verteilt mehrere Hobbies, Wechselkleidung, Essen, Trinken, andere Schuhe – alles packe ich noch dazu. Und öfters ist irgendwas kaputt, zu klein oder sonst was, dass wir dann direkt noch im Laden was Neues kaufen (müssen.) Der Wagen ist total voll und ich fühle mich wie eine Krake, wenn ich daraus alles ausgebe. Und ich hole dann aus der Kita ab und bringe hin und hole nach einer Stunde wieder ab. Meist mit allen Kindern im Schlepptau.
Die Kinder zu Holen und zu Bringen ist echte Arbeit. Der Wagen ist schwer, die Kinder lebhaft. Insbesondere seit Babylama seine Schreiphasen mit dem Abholen und manchmal auch mit dem Bringen synchronisiert hat und ich einfach nicht genug Arme habe, um alles zu bewerkstelligen. Aber von anderen helfen lassen will ich mir auch nicht. Denn das wertet mich in meine Leistung als Mutter zu sehr ab. Ich kann nicht über meinen Schatten springen. Der Leidensdruck ist wohl noch nicht groß genug.
Wenn wir zum Sportplatz gehen, alle fünf nachmittags, ist das ein Kraftakt. Das muss ich mal so sagen. Es ist echt anstrengend. Obwohl ich schon alles reduziert habe, was ging und dauernd überlege, wie ich die Dinge vereinfachen kann. Aber die Umgebung macht es eben nicht immer leicht.
Da ist der Schotterweg, auf dem der Kinderwagen sich so schwer drücken lässt, zumal wenn Zwilling 2 nicht mal eben vom Board absteigen will, der Ausraster von Zwilling 1, der sitzen muss, das Steinewerfen von Zwilling 2, die Heulattacke vom Baby (frisch gewickelt, frisch gefüttert, den kompletten Heimweg bis hierher auf dem Arm getragen – nur dass es nicht heißt, dass Baby habe Hunger…) usw. Es nieselt, Minilama soll sich noch umziehen, beobachtet aber die frisch manikürten Einzelkindmädelsmamas in den sauberen Stoffhosen mit den glänzenden SUVs, die ihre kleinen Zicken grade vom Tanzen abholen und sich über deren Tonfall austauschen und trödelt so sehr, dass alle anderen schon auf dem Sportplatz sind und wir nachrennen müssen – obwohl wir mit als erste da waren. Nicht nur ich kann das nicht leiden. Minilama auch nicht. Absolut nicht. Und schon geht das Gemecker los, bei mir stumm, bei Minilama so wortreich wie in meinem Kopf. Währenddessen klägliches Babygeschrei und schwere Aggressionsattacken gegen den altersschwachen Doppelwagen von Zwilling 1, der raus will, nur raus. Wir sind schließlich auf dem Sportplatz und da wird gelaufen und mit dem Rechen die Sprunggrube gerecht (nur 1 Mal, weil ich nicht gecheckt habe, mit welcher Mordwaffe da hantiert wird, aber egal). Zwilling 2 ist kurzzeitig verloren gegangen, fällt aber durch die auffällige Jacke dann doch wieder auf, die meine Schwiegermutter uns genäht hat). Ich muss nur ein bisschen laufen, um zur Gruppe aufzuschließen. Kein Problem, da ich eben über die Brücke schon den Aufwärmsprint gemacht habe, als das Zwilling 2 mit ungelogen voll Stoff die Brücke runter gerannt ist und ich es schon mit dem Kopf auf der Fahrbahn habe liegen sehen. Und dieses Kind ist dermaßen schnell – ich kann kaum glauben, dass es erst 2 ist. Zum Glück ist Minilama die letzten Meter jetzt zu Fuß unterwegs, das Rad ist abgesperrt am Fahrradständer vorm Stadion. Minilama hat sich auf dem Heimweg verhört gehabt und war losgefahren als ich Stopp gesagt hatte. Zum Glück war die Autofahrerin aufmerksam. Von daher bin ich froh, dass aktuell eine Gefahrenquelle ausgeschlossen ist.
Als es dann geregnet hatte und alle mich angeblafft haben (bis aufs Baby, das hat geblafft, weil ich es wieder abgelegt hatte, damit es nicht nass wird), dass es jetzt regnet (Minilama wegen des getrübten Sichtfeldes, Zwilling 2, weil ich beim Schirm halten helfen wollte und Zwilling 1, weil ich das Beißen ins Regencover untersagt habe), habe ich kurz gedacht, ich kann nicht mehr – aber was solls? Es geht immer weiter. Ich habs ja nicht anders gewollt. Und will es im Grunde auch nicht anders. Ich denk mir immer wer A sagt muss auch B sagen. Wer Kinder will darf meiner Ansicht nach ruhig eine frühe Fremdbetreuung wählen (da hatte ich mal ein Streitgespräch mit anderen Mamas, die meinen dafür bekäme man ja keine Kinder und dass 2 Jahre daheim nötig seien. Sehe ich anders, denn ich hab nicht 5 Jahre studiert und 2,5 Jahre Ausbildung hinter mir, um mir dann ein Haushaltsgeld überweisen zu lassen. Außerdem kenne ich die Unterhaltsgesetze und die Rententhematik), aber man soll schon nach Kräften die Kinder in ihren Stärken fördern.
Und wenn ich dann andere Mamas (jede Woche andere natürlich) sehe, wie sie leichtfüßig aus dem Auto steigen, dem Kind noch nachwinken und nach einem kurzen Plausch heim düsen, dann habe ich wieder dieses Trugbild vor Augen. Dass es leicht wäre, was für nebenher. Dass es normal und selbstverständlich ist, dass die Kinder sauber angezogen und fröhlich loslaufen können und in der Pause eine frische Banane mümmeln können. Dass die das vollständige Arbeitsmaterial dabei haben. Dass sie pünktlich da sind, dass sie zeitig abgeholt werden und der Tisch mit frischer Rohkost und Bäckerbrot gedeckt ist, dass Brotdosen für den nächsten Tag gefüllt sind.
Bei meiner Mama sah es immer total leicht aus so als ob sie es nebenher machen würde. Sie war auch immer deutlich cooler als ich, zumindest hat es auf mich so gewirkt.
Ich bin da eher anders. Ich finde es echt anstrengend, immer treu da zu sein bei den Terminen der Kinder, immer noch dafür extra zu versorgen mit besonderem Essen und Trinken, mit frischen Kleidern, mit passenden Schuhen und dabei immer alle Kinder mit im Schlepptau zu haben. Was regt es mich z.B. jeden Dienstag auf, dass die Förderschule an der zentralen Stelle nicht behingertengerecht ist und ich mit dem Doppelwagen nicht bis zu Umkleide komme, dass ich immer einige Kinder vorne stehen lassen muss (oder auch nicht, dann muss ich einigen Kindern nachrennen während ich Minilama beim Umziehen helfe) oder dass die Baustelle an der Steigung zu eng für den Wagen ist und ich auf die Straße ausweichen muss bzw. mit dem Handwerker um 5 weitere cm Straßenbreite verhandeln muss. Erfolgreich allerdings.
Aber bei anderen scheint es doch so smooth zu laufen. Oder doch nicht?

Tipps für ein entspanntes Wochenbett – Großfamilienedition –

Mit jedem Kind bin ich etwas schlauer geworden, was nötig ist für das neue Leben mit Kind. Besonders die erste Zeit nach der Entbindung ist eine emotional extrem aufwühlende und körperlich wie seelisch anstrengende Zeit für die Mütter und fordert den Neugeborenen eine große Anpassungsleistung ab. Auch wenn die Menschen in der Umgebung es gut meinen, reagieren junge Mütter oft gestresst und unausgeglichen.
Meine Erfahrung ist, dass man selbst einiges dafür tun kann, dass die erste Zeit nach der Geburt, in der man anfällig und instabil ist, gut vorübergeht. Ich spreche bewusst nicht davon, dass man eine magische Zeit in der Wochenbetthöhle voller inniger Liebe mit dem Partner und dem Baby erleben kann, wenn man alles nur richtig vorbereitet.

Meine Erfahrung ist eine andere. Ich habe meine Geburten nicht als Manifestation weiblicher Urkräfte erlebt, das Wochenbett nicht als magischen archaischen Moment. Bei einer Hausgeburt wäre ich gestorben, ohne die Hilfe von Ärzten wären meine vier Kinder und ich heute nicht gesund und fröhlich. So sehr ich die Hilfe meiner Hebammen geschätzt habe, weiß ich dennoch, dass ich an vielen Ecken und Enden die Medizin und den Fortschritt unserer Zeit gebraucht habe.

Dass ich so abgeklärt schreibe, ist der Erfahrung von drei Schwangerschaften, Entbindungen und Wochenbetten geschuldet und ein realistischer Blick auf die Wirklichkeit, die mich umgibt. Besonders als ich Minilama bekommen habe, hatte ich mit vielen Enttäuschungen zu kämpfen, die mich fast die Freude an meinem ersten Kind gekostet hätten. Ich habe beispielsweise geglaubt, dass jeder, der nur will, auch stillen kann. Dass ich es nicht konnte traf mich wie ein Donnerschlag. Dass ich absolut nichts für den Fall, dass ich nicht stillen kann, vorbereitet hatte, stürzte Alphalama und mich, beide entkräftet und übernächtigt, überfordert und geschockt über die Erlebnisse der Geburt in eine echte Krise. Natürlich ist das für Menschen außerhalb dieser Situation absolut lächerlich, aber wenn man in der Situation steckt, ist es grenzwertig.

Nach dieser Erfahrung beschloss ich, dass mir das nicht wieder geschehen würde. Ich mag es, mein Leben selbst zu gestalten, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Und dabei verlasse ich mich gern auf mich selbst. Und dann kann ich auch locker damit umgehen, wenn die Hebamme keine Zeit mehr hat, um mir beim Anlegen zu helfen (so passiert bei Minilama), lieber die Fäden einer Geburtsverletzung nicht einkürzen mag, obwohl sie 3 cm rausstehen (auch bei Minilama passiert. Danke an Alphalama, der mir da aus der Not geholfen hat) oder bei einem sekundären Milcheinschuss, den ich morgens bemerkte, erst abends vorbeikommen kann (so passiert bei den Zwillingslamas). Abhängig zu sein und selbst nichts machen zu können, ist ein Ärgernis, in das man sich nicht offenen Auges bringen sollte. Daher habe ich vor allen Entbindungen gewisse Vorbereitungen getroffen, um die erste Zeit, in der ich nicht voll einsatzfähig bin, gut zu überbrücken. Aus meinen Erfahrungen wie dem sekundären Milcheinschuss habe ich gelernt und mich dann entsprechend vorbereitet. Also für den Fall Salbeitee und Pfefferminztee sowie Salbeibonbons gekauft und auch mit in die Klinik genommen. Zur Anregung eines trägen Darms nach der Entbindung habe ich z.B. Milchzucker und die Reste vom hochdosierten Magnesium eingepackt.
Oder für den Fall, dass ich Geburtsverletzungen habe, schon mal zuhause Kamillentee und Müllbeutel bereitgelegt für ein Sitzbad . Oder schon vor der Entbindung eine kleine Kanne neben das WC gestellt, um das Urinieren zu erleichtern nach einer Verletzung. Diese kleinen Dinge hatte ich in den letzten Schwangerschaften entweder vermisst oder mit viel Aufwand und unzähligen Bitten an andere hergerichtet. Besser finde ich es allerdings, die Sachen schon vorab da zu haben. Es gibt nämlich so viel Neues, das bewältigt werden muss, dass man froh ist um alles, was da und gemacht ist.

Schon vor dem offiziellen Mutterschutz rate ich dazu, jeden Tag eine Sache für’s Baby zu erledigen. Nicht alles davon ist so schön wie shoppen und Kleidung falten. Aber auch das muss unbedingt gemacht werden. Besonders, wenn man schon Kinder hat. Da hat der Papa nämlich wenig bis keine Zeit für die Wöchnerin, da er mit dem großen Nachwuchs beschäftigt ist. Und auch weder Lust noch Kraft was zu trinken anzureichen oder eine Decke zu bringen oder das Kissen richtig zu legen. Die Wirklichkeit sieht leider genau so aus. Nichts mit Wochenbetthöhle und 6 Wochen verwöhnt werden. Zumindest nicht in der Art, dass man behandelt wird wie eine Prinzessin, eher in der Art, dass die anderen Kinder zufrieden und fröhlich, satt und sauber sind.
Hier gilt also: selbst ist die Frau, die sich gut vorbereitet haben sollte und außerdem sollte man den Besuch direkt einspannen à la „bitte bring mir eine Trinkflasche voll mit Salbeitee, gut durchgezogen an die Couch auf der ich vor Schmerzen zusammengerollt lagere.“
Das habe ich mit jeder Entbindung besser hinbekommen.

Was empfehle ich also?

Vor der Entbindung

Grundsätzlich: Jeden Tag eine Sache erledigen, die man auf einer Liste notiert hat – wenn das Baby also unerwartet früher kommt oder man liegen muss, kann man von dieser Liste die Aufgaben delegieren.

Beispiele sind :
Alles fürs Baby vorbereiten wie Windeln kaufen gehen, Babykleidung kaufen bzw. waschen, Kinderzimmer einrichten, Bettchen beziehen, Wickelplatz herrichten, Pre-Nahrung kaufen, Fläschchen spülen, Sauger kaufen

Alles für die Geburt und die Zeit in der Klinik vorbereiten: Kliniktasche packen, dicke Binden einkaufen, große Unterhosen rauslegen, Kleidung, die eine Nummer zu groß ist, rauslegen, Kleidung für den Fotographentermin rauslegen, fürs Baby und die Geschwister, (wenn man das machen will) Geschwistergeschenke kaufen und einpacken.

Alles für die Versorgung zuhause und den reibungslosen Ablauf des Alltags vorbereiten: Großeinkauf machen, eventuell vorkochen und die Kühltruhe erst ausräumen, säubern, neu und sortiert einräumen, befüllen. Das bietet sich besonders dann an, wenn man mit dem Essen eher speziell ist und die guten Kohlrouladen der Schwiegermutter zwar der Familie gern erwärmt, aber selbst nicht mag. Zettel schreiben, die erklären, was wo in die Schränke kommt, was wohin geräumt wird, wann gespült wurde. So kann auch jemand Externes mal eben die Spülmaschine ausräumen ohne für jedes Glas fragen zu kommen oder absolutes Chaos zu hinterlassen. Beim Einkaufen an Dinge wie Klopapier, Tempos, Spüli, Waschmittel, Zahnpasta, Spülmaschinentabs usw. denken. Dieser Mist geht einem nämlich gern aus, wenn man völlig anämisch nach der Geburt zuhause herumhängt und sich beispielsweise einfach nur die Zähne putzen mag oder den Geruch vom Fruchtwasser aus seiner Bettwäsche spülen will. Hier macht es Sinn, sich über Bringservices zu informieren. Viele Geschäfte versenden mittlerweile und ermöglichen damit auch das Weiterführen des Haushaltes, wenn man nicht mehr gut tragen kann.

Alles für die Aufrechterhaltung der finanziellen Unabhängigkeit vorbereiten, sprich Anträge ausfüllen fürs Kindergeld, das Elterngeld, den Krippenplatz usw. Man kann 95 Prozent davon schon vor der Geburt fertig machen und dann nach der Geburt Name, Geburtsort und Geburtsdatum eintragen. Auf Briefe an den Dienstgeber kann man aber auch schreiben „wie Sie der Geburtsurkunde entnehmen können“ und muss später gar nichts mehr von den unbekannten Daten eintragen. Dann legt man frankierte und adressierte Umschläge dazu, damit der Mann sobald er die Geburtsurkunden abgeholt hat, schon 2 Tage nach der Entbindung alles auf die Post bringen kann. Vorteil: früher Poststempel = frühe Bearbeitung und eventuell eine Anschlusszahlung nach dem Mutterschaftsgeld.

Alles für die medizinische Versorgung des Kindes vorbereiten: Bei der Krankenkasse anrufen und Anträge auf Familienversicherung stellen, auch hier, alles vorbereiten und vormerken lassen. Lieber öfter anrufen, bis man alles auch richtig verstanden hat mit Mutterschaftsgeld, Krankenkarte usw.

Allgemeine Ordnung wahren: Schön wäre es auch, bis zum Schluss eine einigermaßen ordentliche Wohnung zu haben, also regelmäßig Wäsche zu waschen, zu bügeln, zu wischen. Nach allen Entbindungen war mir Sauberkeit und Ordnung extrem wichtig und gerade bei Minilama hatte ich da viel zu wenig getan – musste also nach der Geburt in eine Wohnung zurückkehren, wo sich die Wäsche getürmt hat und die Klos nicht sauber genug für meine (neu entstandenen) Ansprüche waren. Ist mir danach nicht wieder passiert.

Allgemein: Wünsche kommunizieren, breit streuen. Also nicht nur dem Papa sagen, dass es einem wichtig ist, wenn täglich der Bindeneimer geleert wird, sondern auch ruhig der Mutter oder Schwiegermutter dieses Bedürfnis mitteilen. Steigert die Wahrscheinlichkeit, dass man es nicht selbst machen wird.

Nach der Entbindung (engeres Wochenbett in der Klinik)
Neben dem Ausruhen und dem Kennenlernen des Babies sollte man schon am ersten Tag den Papa das Baby anmelden schicken und in einem Aufwasch alle Anträge mit Geburtsurkunden und Vorname sowie Geburtsdatum versehen lassen und ab zur Post.

In der Klinik macht es nach den ersten Tagen Ruhe und Ausruhen Sinn online das zu bestellen, was noch fehlt (ob es Windeln, Sauger, Kleidung oder Babynahrung bzw. Cremes sind oder auch Kleidung, die man trotz Kaiserschnittnarbe anziehen kann. Das habe ich dieses Mal besonders intensiv machen müssen, da Babylama 2,5 Wochen vor dem Termin unerwartet zur Welt kam und es zudem noch extrem kalt war. Ich hatte weder Kleidung, die sich mit der Narbe vertrug noch Babykleidung für die starken Minusgrade. Als ich nach Hause kam nach 6 Tagen war das meiste schon per Post eingetrudelt.

Nach der Geburt sollte man besonders gesund und ausgewogen essen, auch weil der Darm ohnehin sehr träge ist. Das Klinikessen ist meistens absolut ungeeignet dafür, oft kriegt man Blähendes angeboten, was ja für das Stillen nicht optimal ist. Das ist eine doofe Konstellation, man muss versuchen das Beste draus zu machen. Ich habe zudem versucht, nicht zu viel Kalorienreiches zu mümmeln und die Damen von der Essensbestellung nach Obsttellern oder einem extra Salat und nach Körnerbrot gefragt.

In den Kliniken, in denen ich entbunden habe, kam immer 1 Tag nach der Geburt ein Physiotherapeut ans Bett, um erste Rückbildungsübungen zu zeigen. Die habe ich im engeren Wochenbett sehr regelmäßig wiederholt und auch bis zum Beginn des Kurses nach 8 Wochen immer wieder gemacht. Auf Organsenkungen und Inkontinenz habe ich nämlich keine Lust und die Übungen sind keine Hexerei.

Alles notieren, was daheim noch gerichtet werden muss für die Ankunft des Babies und dem Papa durchgeben. Dann kann er abends noch das eine oder andere vorbereiten oder bestellen und die Couch sieht schon so aus, wie man es sich vorstellt.

Mein heißer Tipp: Mindestens einen Tag länger in der Klinik bleiben als man Lust dazu hat. Daheim ist man noch lange genug und so viel Ruhe wie im Krankenhaus hat man nie wieder. Außerdem hat man dann eventuell zuhause weniger Ärger. Wäre ich beispielsweise sonntags heim gegangen, wären wir montags zur Bilirubinwertnachkontrolle wieder in der Klinik erwartet worden und ich hätte selbst wieder hin gemusst wegen des sekundären Milcheinschusses. Montags bei der Entlassung war dann das Gelbsuchtthema erledigt und ich hatte meine Abstillmedikamente in der Tasche. Außerderm waren die Großen in der Kita und ich konnte in Ruhe zuhause ankommen. Das fand ich auch super.

Erweitertes Wochenbett

Dem Vitaminhaushalt und den Eisenspeichern mit Ergänzungsmitteln auf die Sprünge helfen.

Sich Hilfe im Haushalt organisieren. (Putzfrau, Verwandte, bei medizinischen Notsituationen: Haushaltshilfe über die Krankenkasse)

Alles, was möglich ist, per Kurier nach Hause liefern lassen. (Amazon, DM, Bioabokiste, Mittagessen im Glas usw.). Vereinbaren, dass man, wenn möglich, nur die Tür aufdrückt und die Boten alles ablegen. Außerdem – wenn nicht schon geschehen – einen Vorrat anlegen an Dingen, die man immer braucht (Ob es Spüli, Shampoo oder Tempos sind)

Mehrmals täglich mit dem Kind an die frische Luft gehen, um wieder auf die Beine zu kommen. Ohne Verpflichtung dabei. Wenn man mag und ein Ziel braucht: einen Minieinkauf erledigen, aber wirklich mini. Mit der Zeit das Tempo und die Streckenlänge steigern.

Langsam wieder in den Alltag einsteigen, Stück für Stück wieder den Haushalt erledigen. Die Mär, dass die Mama schlafen soll, wenn das Kind schläft, ist natürlich Unsinn mit mehreren Kindern. Der Haushalt ist ja einfach da. Die Familiendinge auch. Die Waldtage und Kindergeburtstage finden statt, Geld für Puppentheater und Läufe will gezahlt werden, Sport- und Musikkurse laufen weiter. Die Kinder wollen morgens ein Brot mit in die Kita nehmen, brauchen Wechselkleidung und Windeln. Daher ist es schon gut, wenn man noch externe Hilfe hat (siehe oben) und auch, wenn man den Haushalt allgemein straff organisiert, Ordnung hält, sich selbst nicht zu viel Arbeit macht (Beispiel Socken bügeln). Extern heißt für mich, dass der Papa damit nicht belastet wird. Der hat mit Arbeiten gehen und Kinder abholen und zu den Freizeitsachen bringen schon genug zu tun.

Sonst noch auf der Agenda:

Gesund essen

Rückbildungsübungen regelmäßig machen

Die Taufe vorbereiten: (Taufeinladungen drucken lassen, Taufdeko überlegen, Taufanmeldung machen)

Danksagungen drucken lassen

Sich um einen Rückbildungskurs kümmern

Anmeldungen fürs Babyschwimmen, Pekip, die Krabbelgruppe machen.

Je nach Wohnort: Kitaanmeldung!!!

Wer noch Ergänzungen hat: gerne her damit