Drei Jahre Zwillingsmama – Teil 2

Das erste Jahr

Ich weiß vieles nicht mehr so richtig, muss ich zugeben. Manche Leuchtturmmomente sind mir sehr präsent, aber vieles dazwischen, der Alltag, ist zu einer kleinen Zeitspanne zusammengeschmolzen. Ich war 14 Monate mit den Zwillingen vollzeit und überwiegend alleine zuhause.  Meine Mutter kam ein Mal in der Woche, anfangs öfter, damit alles rundlief, später, damit ich die Rückbildungsgymnastik mitmachen konnte und dann, um mir zu ermöglichen, dass ich mit Minilama zum Schwimmkurs gehen konnte. Auch als ich wieder auf der Arbeit einstieg, blieb es bei unserem festen Termin. Nach der Entbindung kam eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse zum Putzen und Waschen. Da brachte ich Minilama schon wieder zu Fuß in die Kita und holte es ab. Da begann zwei Wochen nach der Entbindung, denn da ging das neue Kitajahr los und ich musste das Kind ins Nachbardorf bringen.
Kurz hatte ich Unterstützung durch Wellcome, aber die kam weder zur rechten Zeit noch auf die Weise, wie es mir geholfen hätte. Wenn ich daran denke werde ich noch immer wütend (und vieles andere, das jetzt zu weit führen würde.
Ich war (mit Ausnahme der beiden Tage, an denen ich diese schlimmen Nachwehen hatte, wo ich vor Schmerzen halb wahnsinnig war und daher die Kinder ganz an Alphalama abgeben musste) von Anfang an sehr glücklich mit den Kindern. Es spielte sich rasch ein Babyalltag ein, den wir zunehmend unseren Bedürfnissen anpassten. So kauften wir rasch mehr Stoffwindeln, richteten im Erdgeschoss eine zweite Wickelecke ein, deckten uns auf dem ersten Kleiderbasar im Herbst richtig üppig mit Babysachen ein (Die Babylamas haben ein anderes Geschlecht als Minilama, außerdem sind sie in einer anderen Jahreszeit geboren – ich konnte so gut wie nichts mehr verwenden). Ich sprach mich in der örtlichen Drogerie mit den Kassiererinnen ab, die mir erlaubten sechs anstelle der üblichen drei Packungen Milchpulver zu kaufen, denn meine Babies tranken richtig gut.
Raus gingen wir nur morgens und nachmittags, um Minilama in die Kita zu bringen oder abzuholen. Dann kaufte ich auch ein. Mit dem großen Wagen war das einfach, da der Korb riesig war und auch schwer, da der Wagen richtig breit und wuchtig war (war, weil er vor Kurzem zu einem süßen Pärchen weitergezogen ist, das damit bei der Oma umhergefahren wird. Es war schwer ihn herzugeben, für uns alle). Ich konnte nicht in allen Läden damit an die Kasse fahren, arrangierte mich dann zügig und machte das Beste draus. Als die Zwillinge noch nicht sitzen konnten und ich nur den großen Kinderwagen nutzen konnte, war vieles nicht möglich. Bestimmte Läden wegen der Kassenbreite oder weil sie Stufen hatten am Eingang. Das habe ich damals hingenommen, heute wird mir immer wieder bewusst, was für eine Einschränkung das doch war. Durch die erneute Babyzeit mit Babylama kommen viele Erinnerungen wieder hoch. Die Babylamas lagen beispielsweise immer auf dem Boden (auf Isodecken und Matten natürlich) und ich setzte mich dazu. Ich hob sie so wenig wie mögliuch, denn das war richtig kräftezehrend. Das morgendliche Fertigmachen zum Kitagang war ein regelrechter Gewaltakt. Auch, weil es in dem Jahr früh kalt wurde, weil der Winter hart war und man lange Zeit mit dem Einpacken der Kinder verbrachte. Und geweint hat immer einer, meistens zwei. Minilama hat in der Zeit besonders nach der Kita fast den ganzen Weg nach dem Papa geweint, lautstark und dabei die Babies meist geweckt. Ich war nervlich angespannt von der Geräuschkulisse. ich erinnere mich noch sehr gut dran, dass wir öfters aus der Kita direkt zum Kinderarzt gegangen sind, weil Minilama irgendwas geplagt hat, Bauchweh meistens. Und ich nur weil wir die zwillinge haben nicht aus Bequemlichkeit auf eine Abklärung verzichten wollte. Einmal bin ich in der Kita losgesprintet mit Wagen und Trittbrett, weil es zeitlich eng wurde für den Arztbesuch und der Rucksack von Minilama fiel aus dem Wagen und ich mit dem Wagen drüber. Die Löcher vom Schleifen und Drüberfahren habe ich nie geflickt.
Ich habe funktioniert, zumindest tagsüber. Die Zwillinge schliefen als Babies zum Glück besser als Minilama, Alphalama und ich hatten je ein Baby im Wechsel am Bett zum Füttern und Wickeln. Ich war aber oft wie erschlagen und Alphalama musste meine Schicht übernehmen und dann noch 1 Stunde pro Strecke Autofahren.
Die Zwillinge waren meistens daheim mit mir. Ich habe sie immer zur gleichen Zeit gefüttert und gewickelt. Damals war es einfach so, aber heute wird mir klar, was das für ein Kraftakt war. Ich bin heute oft so froh, dass ich jetzt mit dem Baby lachen und scherzen kann, mich zu ihm legen kann, es auf dem Arm in den Schlaf wiegen kann.
Ich war oft innerlich zerrissen zwischen beispielsweise der intensiven Mama-Baby-Zeit auf dem Wickeltisch mit Bürsten und Bauchküssen und juchzendem Babychen einerseits und dem anderen Baby, das im doofsten Fall zeitgleich weinend im Nachbarzimmer auf dem Boden lag. Ich fand meinen Weg, da zu sein, Liebe zu geben, beiden zu zeigen, das sie das größte Geschenk für mich sind. Aber ich war wohl auch ziemlich unter Strom, wenn ich mir das aus heutiger Sicht ansehe.
Die Zwillingslamas waren sehr liebe Babies, sehr dankbar, sehr ausgeglichen (mit den üblichen Ausnahmen. Ich war mehr als ein Mal mit Musik auf den Ohren mit dem Kinderwagen draußen, weil es nicht anders ging) und machten es mir leicht, sie zu lieben und ihnen nur das Beste zu geben. Anders als ich es bei Minilama in Erinnerung habe, haben sie auch viel und oft die Nähe zu mir gesucht, viel geschmust. Das fand ich wundervoll (und finde es nach wie vor wundervoll, denn auch als fast Dreijährige sind die Zwillinge noch immer gern bei Mama auch dem Schoß, wollen geknuddelt und gewuddelt werden – Minilama mittlerweile zum Glück auch).
Ich weiß noch, das ich zwei bis drei Mal am Tag Fläschchen spülen und vaporisieren musste, dass meine Mama als erstes, wenn sie zu mir kam, Wasser im Kessel gekocht hat, damit wir genug abgekochtes 40 Grad warmes Wasser für die Fläschchen hatten. Ich weiß auch, dass die Haushaltshilfe von der Krankenkasse geschockt über die (Windel)Wäscheberge war, die bei uns anfielen. Und ich weiß, wie einschneidend der Beikoststart war. Wie fertig ich bei Minilama nach dem Breigeben war, weiß ich noch lebhaft. Wie viel Arbeit es war die Küche, das Kind, den Sitz, das Geschirr, mich selbst zu reinigen. Wie viel Wäsche das produzierte, mit den ganzen abdeckenden Handtüchern. Und dass ich bei den Zwillingen schon nach einer Mahlzeit am Ende war mit der Kraft. Und dann ja noch nichts abschließend geschafft hatte, weil das zweite Kind auch gefüttert werden musste. (Ich habe nacheinander gefüttert, auch weil ich keine zwei Wiegen hatte und die Kinder noch nicht sitzen konnten und ich für jedes Kind 100 Prozent da sein wollte, zumindest am Anfang, beim Übergang zur festen Nahrung). Alphalama lag um die Zeit herum in der Klinik mit einer Superinfektion, wir hatten den ersten (von mehreren) größeren Schaden an den Küchenrohren mit Kanalauto und bildgebendem Verfahren, mit Schnee im Frühling, mit Autofahren ins Krankenhaus, mit meiner Mama, die daheim alles liegen lässt und einige Tage bei uns übernachtet. Die Babyschalen waren daher im Auto und ich brauchte sie eigentlich im Haus zum Füttern. Daher beschafften wir obwohl ich nichts davon halte, rasch eine Wippe zum Füttern – das war eine irre Zeit. Auch die Mengen, die ich einkaufte (4 Kilo Möhren, 2 Kilo Kartoffeln, 1,5 Kilo Fleisch, 1 Kilo Äpfel), um für 10 Tage den Mittagsbrei vorzukochen, haltbar einzukochen, sind unglaublich gewesen. Ich denke manchmal dran, wenn ich über den Breibeginn beim Baby nachsinne, den ich bald nicht mehr hinauszögern kann. Ich brauchte von allem viel und das schnell, weil die Kinder je älter sie wurden, weniger schliefen. Ich fing damals auch mit Sport daheim an, mit Videos. Abends alleine raus ging nicht mehr, in der Schwangerschaft war das rausgehen ja auch immer mehr zurückgegangen.
Die Zwillinge zum Kinderarzt zu bringen war ein echter Gewaltakt – und ist es noch heute, aber anders. Heute muss ich die Kinder nicht mehr hochtragen in den 1. Stock. Aber ich muss heute mehr als nur gucken, dass keiner sich von der Liege kugelt. PC, Otoskop, Reflexhämmerchen, Mülleimer, Papierspender, medizinisches Zubehör aller Art – nichts ist vor den Zwillingen sicher. Wenn man beide dabei hat, ist es einfach nur grässlich und auch beschämend, sage ich ganz ehrlich. Ich versuche daher die Konstellation zu vermeiden, wenn möglich ein Kind früher aus der Kita zu holen (oder später zu bringen) oder einen Termin zu machen, wenn meine Mama da ist. Akute Fälle gibt es natürlich oft genug und da stehe ich dann mit der Vollbesetzung (Mama, vier Kinder, das älteste 5 Jahre alt und nimmt gerne vieles in den Mund) in der Sauna-Praxis und schwitze vor Hitze und Anspannung. Jeden Tag, wo das mir erspart bleibt, bin ich abends von Herzen dankbar. Als die Zwillinge noch kleiner waren habe ich nach der Behandlung immer auf dem Weg raus gerufen „ich rufe gleich nochmal an wegen Folgetermin.“ Anders ging es für mich nicht.

Die Krippenzeit

Die Zwillinge gingen mit 14 Monaten in die Krippe. Es ist die gleiche Kita, die Minilama auch besucht, allerdings eine extra Krippengruppe für Kinder von 10 Monaten bis 3 Jahren. Die fehlende Altersdurchmischung und die Tatsache, dass diese Gruppe in vielen Dingen unabhängig von der restlichen Kita agiert, hat mir von Anfang an nicht richtig gefallen. Jetzt wo die Kinder drei Jahre alt werden und in ihre neuen Gruppen umgewöhnt sind  kann ich sagen, dass mein Bauchgefühl richtig war. Ich ärgere mich, dass ich damals nichts dagegen unternommen habe, dass die Kinder dorthin kamen. ich war so froh, dass wir überhaupt einen Platz hatten (wenn auch 2 Monate später als wir eigentlich gebraucht hätten)  meine schwache Ausrede – und ich hatte von einer anderen Mutter mitbekommen, dass sie nicht wollte, dass ihr zweites Kind in die Krippe geht, sondern auf eine der Gruppen im Nebengebäude der Kita bestanden hatte (wo Minilama und ihre große Tochter auch waren) – und eben auch gehört, was das für einen Unmut unter den Erzieherinnen gebracht hatte (die Krippenerzieherinnen waren verärgert), dass ich nicht genau das gleiche unternahm. Dort hätten die Zwillinge in zwei benachbarten Gruppen sein können, wenn meine Idealvorstellung umgesetzt worden wäre mit Kindern bis 4,5 Jahre. Ich habe es nicht gemacht, war nicht stark genug in dem Moment. Und ich bereue es, denn ich habe den Kindern damit keinen Gefallen getan.
Sprachlich und kognitiv und was die Sauberkeitserziehung angeht hinken die Zwillinge, die sicher vom Vermögen her nicht weniger gut ausgerüstet sind als Minilama, dem großen Geschwister mit drei Jahren mindestens ein halbes Jahr hinter. Das gilt übrigens für alle Krippenkinder aus dieser Gruppe. Da kann keiner ordentlich sprechen und sauber sind sie mit extremen Ausnahmen auch alle nicht. Und  – ich muss mich nicht als bildungsaffin outen, mein Wunsch nach guter Förderung kam ja an dieser Stelle schon öfter mal zur Sprache – das ärgert mich sehr. Ich hoffe, die Kinder können das aufholen können in den neuen Gruppen. (Das Baby ist wieder im Nebengebäude – die Kita hat selbst wahrgenommen,. dass ich mit der Arbeit zufriedener war und mir direkt diese Option „angeboten“. Ich habe in der Kitazeit der Zwillinge bisher viele aussichtlose Kämpfe gehabt. Kleinere wie die Bitte, das die Kinder nicht aus Plastikbechern trinken oder von Plastiktellern  essen sollen, größere wie die Stoffwindelfrage, grenüberschreitende wie die, dass ich (und auch der Kinderarzt und der Zahnarzt) nicht will, dass sie noch den Schnuller bekommen – was sie in der Kita aber nach wie vor tun, aus Bequemlichkeit, sage ich mal ganz hart (da wir schon seit fast einem Jahr zuhause davon weg sind) und die Familie an die Belastbarkeitsgrenze und darüber hinaus bringende wie wie nach dem Mittagsschlaf, den die Kinder daheim schon seit Monaten nicht mehr brauchen und in der Kita aber bis kurz vor 16 Uhr ausleben dürfen („Krippenkinder brauchen den Mittagsschlaf“ – wobei sie jetzt mit drei Jahren ja keine mehr sind und sehr wahrscheinlich ihren Ganztagesplatz nach den Ferien verlieren und ich sie um halb 12  – wie auch immer – holen muss, da ich ja in der Elternzeit und somit zuhause bin)- mit verheerenden Folgen für die Abendroutine und eine Regenerationszeit für uns Eltern).
Diese Zeit war nicht nur teuer (knapp 900 Euro im Monat bis zum 2. Geburtstag), sondern auch extrem nervig und ich war mehr als einmal kurz davor, meine gute Kinderstube zu vergessen und den Damen (besonders einer eigentlich) ordentlich meine Meinung über ihre Arbeitseinstellung zu sagen. Aus Rücksicht auf meine Kinder, die das Fehlverhalten ihrer Eltern  ja bekanntlich ausbaden müssen, habe ich den Mund gehalten. Als auch der Kinderarzt beim letzten Besuch erstaunt über Schnuller und langen Schlaf war und meinte, die Kita müsse aber schon mit uns Eltern kooperieren, wurde ich nochmal erneut wütend. Es ist zwar geschafft, die Kinder sind jetzt da raus, aber fertig bin ich damit nicht. Am Schlimmsten finde ich, dass das einzige, was ich mir von den Erzieherinnen wirklich und schriftlich gewünscht hatte, nicht drin war: Ich wollte, dass meine Zwillinge jeder für sich als Individuum wahrgenommen wird. Statt dessen Verwechslung bis zum letzten Tag. Es ist nicht möglich für jedes Kind 3 Eigenschaften zu nennen, die Portfolios ist teils mit den falschen Bildern bestückt. Mein Wunsch nach zwei getrennten Abschiedsfesten und getrennten Abschlussgesprächen für die beiden Kinder wurde gar nicht begriffen, aber wenigstens hingenommen.

 

Alltagsästhetik: Feine Backwaren

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

 

Das Auge isst mit, nicht wahr? Die Kinder waren außer sich und lecker waren die beiden auch noch.

Advent und Weihnachten bei den fünf kleinen Lamas – in zwei Versionen

Weihnachten ist nicht ganz so meins, da habe ich ja schon einmal verraten. Daran ändert sich, glaube ich, auch grundsätzlich nichts mehr. Den Advent selbst mag ich total gerne. Seit ich Kinder habe lasse ich mich schon eher mitreißen mit deren Vorfreude und habe auch Spaß daran mit ihnen zu backen und zu basteln. Beides Dinge, die ich auch übers Jahr verteilt sehr gerne mit den Kindern tue und die für mich weniger zum Advent, sondern mehr zum Leben mit Kindern dazugehören. Wir haben einige Traditionen, wie Besuche bei den Paten und dann mit ihnen auf den örtlichen Weihnachtsmärkten, laden gerne befreundete Kinder zum gemütlichen Spielen und Basteln ein, kramen jedes Jahr aufs Neue einige Bücher, die wir im Advent gerne zusammen lesen, hervor und versuchen uns auch unter der Woche mehr Zeit als üblich zum gemeinsamen Lesen und Geschichten hören zu nehmen. Die Vereine der Kinder und der Kindergarten und die Pfarrgemeinde haben in dieser Zeit natürlich auch besondere Angebote für Kinder, bei denen ich besonders aufmerksam für etwas Gutes und Sinnstiftendes bin und die Kinder häufiger mal zu einem Nachmittag außer Haus verführe als im alltäglichen Alltag. Eingestimmt haben wir uns dieses Jahr wirklich sehr schön auf das Fest der Feste, anders kann man es nicht sagen. Es war ja auch unser zweites Weihnachtfest in 2017 und wir wussten ja schon wie man es macht. Und so kann ich unsere Advents- und Weihnachtstage hier vorstellen. Auf der linken Seite das Beschauliche und Schöne und auf der rechten Seite dann diese Einschübe, die das Leben erst real machen.

Nur zur Info: Ich beklage mich nicht und bin auch nicht überfordert mit den Kindern (und dann noch ein viertes wollen, unglaublich). Bei uns ist es wohl einfach anders als bei anderen Familien und wir lernen immer besser mit diesem Anderssein umzugehen.

Ende November

Ich beginne damit, mir schöne Bastelideen für den Advent auf Pinterest zusammenzusuchen und stelle das dafür benötigte Material zusammen. Alphalama und ich schauen in den Terminkalender und überlegen, wann wir wohin fahren wollen und wen wir einladen. Wir sprechen über Weihnachtskarten und Geschenke für Verwandte und Bekannte, beginnen mit den ersten Planungen.

Ich schaue nach einem schönen Türkranz und einem passenden Adventskranz. Alphalama guckt nach der Weihnachtskiste und wir bestücken die Kinderregale mit den entsprechenden Büchern. Dieses Jahr neu: Ein Adventskalenderbuch mit 24 Geschichten über Weihnachten aus aller Welt und eine Weihnachtsgeschichte mit 24 Kapiteln, um jeden Abend eine neue Geschichte miteinander zu hören.

Ich entdecke im Dorf einen schönen Magnetkalender mit 24 Magnetfiguren, die die Krippe jeden Tag mehr bevölkern und wir Eltern sind froh, dass wir eine gute Lösung für das Thema Adventskalender gefunden haben.

Minilama bekommt kurz vor dem 1. Dezember einen Rappel und beginnt noch in der Kita beim Abholen herzzerreißend zu weinen. Grund: Es hat keinen Adventskalender. Und alle anderen haben einen. Und zwar einen mit Einhörnern und Feuerwehrmann Sam Sammelfiguren und der ist total groß und toll und überhaupt.
In der ersten Dezemberwoche beginnen wir mit Ausmalbildern und singen Nikolauslieder. In der Kita kommt der Nikolaus und Minilama geht in die Kapelle zu einem schönen Gottesdienst. Für die Kleinen kommt der Nikolaus in die Gruppe und danach wird Selbstgebackenes genascht. Sonntags gehen wir alle zusammen in den Familiengottesdienst und jeder bekommt ein flauschiges Schäfchen mit nach Hause. Wir singen häufig zusammen Nikolauslieder und sprechen vom Uropa, der auch Nikolaus hieß.

Ich stelle einfache Rezepte zusammen und lade Freunde mit ihren Kindern zum gemeinsamen Plätzchenbacken und Kinderpunschtrinken nach Hause ein.

Minilamas Erzieherin spricht mich an. Minilama hat eine überbordende Phantasie aktuell. Es hat keinen Adventskalender bekommen bzw. es öffnet den Kalender immer heimlich, wenn die Mama schon schläft.

Ich kläre auf, die Erzieherin und ich sind amüsiert.

Auf dem Heimweg ist ein Wutzwerg mit unterwegs und brüllt und stampft. „Wir haben noch keine Plätzchen gebacken. Ich will Plätzchen backen. Wir backen ja nie Plätzchen.“

An einem schönen Sonntag sitzen 5 Kinder in unserem Wohnzimmer, mümmeln selbst gemachten Kuchen und stechen Kekse aus.

Die ausgekühlten Kekse verzieren wir mit vielfältigen Liebesperlen und bunten Streuseln. Am Ende machen die Kinder aus den Resten noch richtige Kunstwerke. 5 volle Dosen backen wir gemeinsam, alle gehen zufrieden nach Hause. Minilama nimmt stolz seine Kekse mit in die Kita und erzählt allen vom gemeinsamen Backen.

Die Zwillinge verteilen sehr viel Mehl überall, der Teig wird bröselig, weil die Kinder ihn mit den Händen warm gehalten haben, mir verbrennen fast die Kekse im Ofen, die Zwillinge wollen Teig naschen (leider den mit dem Ei), Alphalama verliert um ein Haar die Nerven, weil die Kinder alles anfassen und das schnell.

Die Zwillinge werden vom Plätzchenbacken ausgeschlossen, Alphalama und der befreundete Papa lenken sie mit mäßigem Erfolg mit Spielen am Boden ab. Ich pendele zwischen Ofen und Minilama und steche in der Küchje einige kekse aus, um die Teigmenge, die größer ist als die Kinder mit Spaß ausstechen können, ofenfertig zu machen. Minilama beginnt zu weinen. Es will sofort verzieren. Es verkippt dann eine ganze Rolle Liebesperlen auf einen Keks, weil es sich nicht helfen lassen will und außerdem auch nicht die Minismarties mit den anderen Kindern teilen mag. Die Kinder unserer Freunde nehmen einzelne Dekorteile und legen sie ruhig und liebevoll auf die Kekse. Ich bin ziemlich neidisch, ganz ehrlich.
Minilama sagt dem Besuch nicht mehr Tschüss, sondern sitzt total motzig am Tisch. Einzige Sorgen: Die anderen könnten seinen selbst modellierten Pilz mitgenommen haben. Währenddessen haben die Zwillinge jeder 4 Mal Stuhlgang und Alphalama ist wirklich über Gebühr mit dem Thema beschäftigt. Er hat keine Lust mehr.

Minilama beschwert sich in der Kita, dass es nie Zeit für sich hat und ständig daheim helfen muss. Es will doch nur seine Ruhe und sich ausruhen. Und da kommt doch das Geschwisterchen und dann hat es schon wieder mehr Aufgaben. Die Erzieherinnen können ein Grinsen nicht verbergen. Ich nehme das Ganze ernst und hinterfrage mich.
Die Zwillinge lassen morgens beim Anziehen und mittags beim Abholen aus der Kita total die Bären tanzen. Sie laufen weg, sie ziehen sich Angezogenes wieder aus, helfen sich gegenseitig aus dem Buggy heraus. Alphalama bleibt morgens 10 Minuten länger daheim, um mir zu helfen, die Herde zu bändigen.

Ich gehe größere Umwege im nächtlichen Dorf, weil wir für die 20 Minuten weg nun 45 Minuten Zeit haben.

Abends wollen die Kinder teils nicht mit nach Hause kommen, wollen, dass die Oma kommt oder wollen noch spielen. Meist dekorieren sie während ich den einen anziehe, den Weihnachtsbaum ab oder flüchten vor mir in den Bewegungsraum oder das Bad (und stellen dort das Wasser an, um ihre Hände und Oberteile zu wässern). Einmal geht ein Wichelmännchen in der Kita zu Bruch, dem Kind scheint es egal zu sein. Ich merke gegen Weihnachten hin immer mehr, wie ich schon angespannt in Richtung Kita gehe. Auch Atemübungen oder so helfen mir nicht weiter. Ich bin richtig wütend, dass ich die Kinder nicht einfach auf den Arm nehmen kann und auch darüber, dass auch ein Transport im Buggy mit den Zwillingen so kompliziert ist. Das ständige Betteln und Rumreden macht mich mürbe. Gerade, wenn es mir so arg auf die Symphyse drückt und ich ständig auf Toilette muss, ist mir das Trara zu viel und ich muss mich maximal beherrschen, um ruhig zu bleiben. Außerdem regnet es total oft und Minilama und ich hassen Regen total. Der schlägt uns auf die Laune.

Sobald wir an der Garage angekommen sind wollen die Kinder zum Metzger oder zum Dönermann. Sie reißen sich von der Hand fast los, lassen sich auf den oft regennassen Boden fallen, pflücken die Beeren des wilden Weins unserer Nachbarn und versuchen sie zu essen usw.

Ausziehen und Hände waschen hat auch schon mal besser geklappt.

Meine Mutter kommt an einem Freitag und wir entscheiden, dass Minilama heute nicht in den Schwimmkurs muss (auf den es schon seit Wochen immer wieder mal keine Lust hat) und wir auch nicht mehr zum Baumschmücken im Nachbardorf dazugehen, da uns das arme Kind überreizt und gestresst vorkommt. Wir wollen ihm exklusive Mama-Oma-Zeit geben. Stattdessen holen wir es früher ab und backen nur mit ihm alleine eine große Menge Ausstechkekse. Minilama macht sehr lieb mit und verziert liebevoll die Kekse mit unsern vielfältigen Dekoren. Danach stickt Minilama zufrieden ein ganzes Stickbild aus.

Abends dürfen alle Kinder Windlichter ausprickeln, die wir auf die Fensterbank stellen. Besonders die Kleinen lieben die Lichter und stellen moegens immer die LED-Lichter an.

Minilama bricht in Tränen aus als wir die Geschwister aus der Kita holen. Grund: Der Baum steht schon und es war nicht dabei. Jetzt fällt ihm auf, dass man dort hätte hingehen können, vorher war das kein Thema gewesen. Plätzchen backen und Sticken ist doof, nur zum Baum hätte es gewollt. Und warum es heute nicht schwimmen durfte. Es liebt den Schwimmkurs doch so sehr. Durch das Weinen löst das Kind im Auto ein Geheul aus, wir erreichen die Garage mit drei völlig aufgelösten Kindern, die – oh Wunder – sofort Pommes vom Dönerladen haben wollen. Oder wenigstens was vom Metzger. (Beides gibt es allerdings nicht, auch giftige Beeren versagen ich Rabenmutter und die Rabenoma streng.)
An einem anderen Freitag passt die Oma auf die Zwillinge auf, damit Minilama und ich gegen 6 Uhr zum Lichterglanz ins Dorf gehen können. Alles ist schön geschmückt, Lichter leuchten, kerzen brennen. Es gibt Naschereien und warme Getränke. Wir schauen uns einen netten Tanz der Kindergruppe an, die Minilama so mag und singen fröhlich mit.
Minilamas bester Freund kommt zum Basteln und Punsch trinken vorbei. Der Tisch biegt sich vor Obstteller, Plätzchentellern und Naschereien. Auch Minilamas selbst gemachte Kekse werden liebevoll präsentiert.  Alphalama ist dabei und unterstützt das Bastelvorhaben tatkräftig (vor allem durch regelmäßiges Wickeln der Zwillinge, die wieder mal alles raus lassen). Die befreundete Mama hat noch Glitter und Dekortiere dabei, alle Kinder sind froh und haben richtig Freude am Basteln.
Wir dekorieren die Fenster im Wohnzimmer neu. Es sieht festlich aus.
Die Großen verschwinden direkt im Spielzimmer und lassen sich nicht durch die Info, dass der Kuchen auf dem Tisch steht und die Kleinen schon losnaschen, runterlocken. Als dann die Platte schon gut geputzt ist, kommen sie runter und brechen in Tränen aus. Minilama noch mehr, da der Freund auf seinem Platz sitzt und daher sein Glas genommen hat und außerdem irgendwas isst, das Minilama sich ausgeguckt hatte. Es verbietet unter Geschrei, dass wir die Kitakekse zusammen essen, die es gebacken hat. Ich nehme sie wieder vom Tisch.

Minilama besteht auf seinem Stuhl und meckert extrem herum als wir ihm erklären, dass es, da größer beim Basteln besser als der Freund auf einem normalen Stuhl sitzen könne.

Die Zwillinge hauen dem kleinen Freund ein Schleichtier auf den Kopf, verkippen jeder 2 Gläser Punsch – der den großen im Übrigen absolut nicht schmeckt, da sie keinen Orangensaft mehr mögen – seit heute.

Als es um die Glitzerverzierung geht, schreit Minilama nochmal auf und kippt ein halbes Röhrchen auf eine kleine Fläche, da die anderen nichts abbekommen sollen. Wir brauchen den Sauger. Und für Ausgegossenes den Putzlappen.

Außerdem trotzt das Kind herum, weil sein Gebasteltes nicht so schön ausgemalt ist wie das des Freunds und auch, weil es eine andere Schere haben will und zwar sofort. (Geht nur leider schlecht, weil Minilama seine eigene Linkshänderschere hat)

In der Kita ist in der Vorweihnachtswoche die Rede von Bindehautentzündung und Scharlach, auch Magendarm ist unterwegs. Ich bekomme etwas Panik.
Alphalama und die Kinder stellen nach einem schönen Morgen im Schwimmbad einträchtig unseren Weihnachtsbaum auf und verzieren ihn allerliebst. Dabei singe ich aus dem Off bekannte Weihnachtslieder und die Zwillinge antworten mit einem fröhlichen „Laterne, Laterne“. Es ist wunderbar. Die letzten Tage vor Heiligabend sind alle drei Kinder aufgekratzt. Die Zwillinge steigern sich auf ein nächtliches Rufen von bis zu 10 Mal. Alphalama ist völlig durch den Wind, die Kinder unausgeschlafen und übermüdet. Zwilling 2 schläft fast jede Nacht in unserem Bett – und wir wissen wieder einmal, warum wir keine Familienbettmenschen sind.
Am Morgen des Heiligabends darf Minilama im Schalfanzug bleiben. Die Zwillinge werden in festliche Sachen gehüllt.

Ich backe mit den Kleinen eine größere Ladung Plätzchen, da wir schon alles leergemampft haben und wir bereiten alles für das Abendessen vor. Alphalama liest Geschichten vor und spielt Lego mit den Kindern. Kerzen leuchten.

Minilama ist schon am späten Vormittag wieder fieberfrei.

Am Heiligmorgen weint Minilama in seinem Bett auf. Wir laufen schnell zu ihm. Das Kind ist warm und klagt über Gliederschmerzen. Das Thermometer schwankt zwischen 37,9 und 38,8. Minilama soll sich noch etwas im Bett ausruhen und vor allem die Geschwister nicht übermäßig ankuscheln. Gegen 7.30 brüllt Minilama den Papa schon zum 10. Mal nach oben, wegen Kassettenproblemen. Gegen 9.00 kommt das Kind ins Wohnzimmer, will nicht länger im Bett bleiben. Wir Eltern diskutieren, wie unsere Eltern die Verbreitung von Infektionskrankheiten im Haus verhindert haben und überlegen uns, warum wir früher im Bett geblieben sind, wenn es hieß „bleib im Bett, du bist krank.“

Minilama ist extrem nähebedürftig und schleckt die Geschwister regelrecht ab. Ich muss den Raum verlassen, ich bin maximal angespannt, besonders nachdem Minilama Durchfall bekommt. Meine arme Mama muss sich mein apokalyptisches Geseier anhören, dessen Refrain lautet „und schon wieder haben wir alle über die Feiertage Magendarm.“

 

Die Kinder spielen fröhlich und gemeinsam im Wohnzimmer, es läuft Musik und weihnachtliche Geschichten, wir Eltern holen Gesellschaftsspiele, Puzzles, Bastelarbeiten und Legosteine hervor. Auf den Mittagsschlaf verzichten wir klugerweise, weil wir intuitiv begreifen, dass die Kinder das gerade nicht wollen.

Wir entschieden uns, gemeinsam zum nahen Reiterhof zu spazieren und erlauben Minilama, das ja krank ist, sich ebenfalls in einem Buggy schieben zu lassen. Minilama bekommt außerdem als Vorgeschenk ein Oberteil mit seinen aktuellen Helden überreicht, welches es fröhlich überstreift und sich niedlich bedankt. Es tanzt durchs Zimmer und alle Kinder singen die Titelmelodie des Hörbuchs, das dahinter steckt. Wir entscheiden uns, den Tag nach dem Spaziergang mit der Bescherung ausklingen zu lassen und auf die Kirche zu verzichten (aus Gründen) und gönnen uns allen frische Luft bei hübschen Pferden und Ponies.

Minilama bricht in Tränen aus und verlangt, in die Kirche zu gehen. Ihm ist auch nicht mehr schlecht und es will, will, will in den Kindergottesdienst. Und zwar jetzt – 3 Stunden vor Beginn. Die Geschwister sind eher ambivalent unterwegs, Zwilling 1 hat keine Lust auf Pferde Zwilling 2 will nur zu den Pferden. Von Kirche kriegen sie nichts mit.

Das Kind ist fieberfrei und hat auch keine weiteren Anzeichen einer Erkrankung mehr gezeigt. Daher mit kompletter Ausrüstung nach draußen (Schüssel, Handschuhe, Tempos, Desinfektionsmittel usw. Ich bin ja gerüstet mittlerweile)

Zwilling 1 döst unterwegs ein und wir befürchten, dass das Kind später nicht mehr einschlafen will. Zwilling 2 will nicht mehr weg von den Pferden und Minilama steht mit den Schuhen mitten im Matsch und ist nicht davon zu überzeugen, die Schuhe nicht maximal vollzusauen.

Die gesamte Familie geht festlich gekleidet und St. Martinlieder schmetternd in die Kirche zum Kindergottesdienst. Alle tragen saubere jacken, Schuhe, Hosen und festliche Oberteile und sehen zufrieden und nach glänzenden Kinderaugen aus (das ist ja das Maß aller Dinge, wenn es um Kinderzufriedenheit geht). Die Kinder sind lebhaft interessiert am Gottesdienst, Minilama macht sogar alleine die Prozession mit und gibt später fröhlich das Weihnachtsopfer ab. Es winkt seinen Freunden und hält auch das eine oder andere Schwätzchen. Alle klatschen beim Singen mit und machen die Bewegungen der bekannten Lieder mit. Die religiöse Grunderziehung ist echt gelungen, die Kinder nehmen sogar Weihwasser und schlagen beim Segen ein Kreuzchen. Mein Theologinnenherz hüpft.

Die Zwillinge beginnen nach der Bescherung sofort, mit ihrer neuen Eisenbahn zu spielen und haben sichtlich Spaß beim Zusammensetzen. Erfolg auf der ganzen Linie.

Alphalama freut sich sehr über sein Geschenk und auch über sein Überraschungsgeschenk. Auch hier Erfolg auf der ganzen Linie.

Beim Abendbrot sitzen wir gemütlich im Licht des Adventskranzes zusammen und mümmeln unseren Gemüseteller in Eintracht. Später baut Alphalama mit Minilama zusammen sein Legoset auf und die Kinder gehen nach einer ausgiebigen Gutenachtgeschichte und Lieder-CDs ins Bett.

Alphalamas geschenk freut mich total, er hat in der Karte auch die richtigen Worte gefunden. Ich wage ein erstes Lächeln. Wir sehen uns die Weihnachtsfotos von Freunden unter dem Baum an und freuen uns ehrlich, wie schön die sind. Minilamas motziges Gesicht neben der xxl-Legokiste amüsiert uns erstmals.

Wenn ich nicht schwanger wäre, würden wir jetzt zusammen ein Glas Hochzeitswein trinken. Ich gönne Alphalama den Genuss von Herzen.

Wir stehen ganz hinten in der Kirche und ich habe die Schüssel immer in Reichweite meiner Hand. Ab der Hälfte rennen die Zwillinge nur noch herum und wagen sich auch ziemlich weit nach vorne. Als sie den Gebetbuchständer umherschieben und auch allgemein zu Fastnachtslaune auflaufen, setzen Alphalama und ich die meckernden Zwerge wieder in den Buggy, Alphalama denkt kurz drüber nach, mit ihnen rauszugehen.

Zuhause sind die Kinder auf die Beschwerung gespannt. Alphalama will schnell vorgehen, um den Baum anzumachen und mit dem Glöckchen zu klingeln. Vorbereitet ist schon alles.

Die Kinder (Minilama und Zwilling 1) ziehen sich schnell aus und sind vor Alphalama oben. Wie auch immer sie das geschafft haben. Alphalama bittet sie wieder aus dem Wohnzimmer heraus, die Kinder weigern sich. Wir versuchen noch einige Weihnachtslieder zu singen, aber die Kinder ziehen lange Gesichter.

Ich möchte mit einem Würfel auswürfeln, wer als erstes die Geschenke bekommt und bitte die Kinder, auf Couch und Stühlen Platz zu nehmen. Auch würde ich gern die Weihnachtsgeschichte vorlesen. Es geht aber nicht. Die Kinder wühlen in den Päckchen und streiten sich darum – obwohl keiner weiß, wem was ist. Das erste Papier ist schon runter bevor wir eingreifen können.Wir Eltern stehen wie doof daneben und reden uns den Mund fusselig, dass die Kinder bitte kurz Pause machen sollen.

Wir geben jedem ein Paket zum Auspacken, Minilama knatscht enttäuscht auf als es sein Lego und sein Buch ausgepackt hat und meint, es hätte zu wenig Geschenke bekommen. Ich versuche, das Kind zu animieren, sich die Sachen mal anzusehen und nicht direkt nach weiteren Päckchen zu verlangen. Minilama weint weiter und bedauert, dass es zu wenig bekommen habe und auch, dass die Geschwister mehr bekommen haben.

Wir versuchen zu erklären, dass jeder ein Buch/CD bekommen hat und eine größere Sache Lego oder Eisenbahn) und dass die übrigen Päckchen unterm Baum  die beiden Geschenke für den Papa und der Umschlag für die Mama ist und dass wir Eltern das gerne selbst auspacken wollen und vor allem, dass wir uns die Sachen auch nach dem Auspacken anschauen wollen, danke sagen usw.

Unsere Versuche ein schönes Foto unterm Baum zu schießen, scheitern, da Minilama ein Gesicht macht wie ein getretener Hund. Witzig, wie das mit der extrem großen Legoschachtel zusammengeht. Ich packe mein Geschenk nicht mehr aus, warte bis Alphalama und ich alleine sind. Mir ist echt zum Weinen zumute, auch Alphalama, der Weihnachtsfreund, ist etwas aus dem Konzept gebracht.

Am ersten Weihnachtstag bereiten wir noch den Nachtisch vor und fahren dann zu Alphalamas Eltern. Zuvor machen wir nette Bilder mit den fröhlichen und adrett gekleideten Kindern vor dem Baum. Die können wir an Omas und Paten weitergeben, die Kinder sehen total niedlich und fröhlich aus.

Heute hat Alphalamas Mama Geburtstag. Die Fahrt zu ihr ist unspektakulär, das Essen gut, die Kinder lieb. Es wird eifrig Lego zusammengesetzt und gespielt. Die Uroma liest Geschichten vor, die Zwillinge schlafen fast 2,5 Stunden entspannt nach dem Mittagessen. Minilama bekräftigt gegen Mittag, dass es nun zufrieden sei, da genug Geschenke angekommen seien.

Auch wir eltern sind froh, da es viele Bücher und für jedes Kind ein größeres Geschenk gegeben hat, das den Wünschen der Kinder vom Wunschzettel entspricht.

Die Kinder sind alle 3 während der 45 Minuten Autofahrt nach Hause wach und wir kommen gut gelaunt zuhause an. Ohne nur ein einziges lautes Wort gehen alle drei lieb zu Bett.

Am zweiten Weihnachtstag droht Minilama damit, sein neues Dinopuzzle, das meine Mama verschenkt hat, aus dem Fenster zu werfen. Es mag keine Dinos (mehr) und ein Puzzle hat es sich nicht gewünscht, sondern irgendwas anderes.

Außerdem will es das gesamte Küchenzubehör haben, dass die Oma ihm und den Zwillingen geschenkt hat. Alles ist nur für Minilama und wer was davon anfasst, wird richtig angezickt.

Am 28.12 machen alle drei Kinder Urlaub bei den Omas. Da Alphalama einen Arzttermin in meiner Heimat hat, fahren wir zu meiner Mutter, gehen während des Termins gemeinsam einen Kaffee trinken und was feines essen. Die Kinder spielen in der Spielecke. Später shoppen wir noch ein bisschen für die Kinder und lassen das fröhliche Minilama bei der Oma. Die Zwillinge bringen wir zur anderen Oma und kaufen für uns Große lecker ein für ein gemütliches spätes Mittagessen. Wir Eltern entspannen uns und genießen den Tag Ruhe. Außerdem machen wir in aller Ruhe auf allen 5 Etagen des Hauses klar Schiff.

Minilama hat es gut bei Oma gefallen, es ist total fröhlich heimgekommen. Und mag bald wieder zur Oma. Es geht zum Geburtstag des Freundes und kommt zufrieden wieder. Dort hat es sich wie immer vorbildlich benommen und total süß beim Aufbau des Legosets geholfen.

Auch die Zwillinge fanden es schön bei Oma. Wir essen noch gemeinsam, bringen mit vier Erwachsenen die Kinder ins Bett, sehr entspannend.

Bei der Fahrt in die Eifel ist extrem doofes Wetter. Ich fahre zum ersten Mal das neue Auto auf der Autobahn. Die Kinder wuseln sich aus den Gurten, Zwilling 1 tritt mir dauerhaft in den Rücken. Die Kinder lassen ständig ihre Mützen fallen und brüllen dann danach. Ich sehe die Hand vor Augen kaum, es schneit draußen. Alphalama kriegt die Kleinen nicht beruhigt. So fahren wir 65 Minuten bis zu meiner Mama.

Der Buggy bockt und wir befürchten, er ist kaputt gegangen. Die Kinder spielen eine Minute in der Spielecke des Cafés, kommen dann zu mir gerannt, sind laut und meckern vor Hunger. Meine Mama bestellt, bringt alles an den Tisch. Irgendwann laufen die Zwillinge auch bis an die Theke und zurück. Ich werde nervös, weil Alphalama mich auf die Notwendigkeit des Wickelns hingewiesen hat. Ich möchte nicht, dass die Kinder auslaufen, sie haben jedes 2 Sätze Wechselkeidung dabei, die soll die Oma nutzen können.

Ich wickele beide im Damen-WC im Stehen. Keine 10 Minuten später wickele ich  beide wieder. Zwilling 2 hatte so starken Stuhlgang, dass auch Hose, Body und Strumpfhose betroffen sind, ich habe die Wechselsachen im Auto. Das ist 500 Meter entfernt. Ich lasse das Kind ohne Strumpfhose in die Winterschuhe und gehe ans Auto, Parkuhr füttern, neue Kleidung holen. Wir brauchen neue Strumpfhosen, sonst wird das bei der Oma nichts. Feuchttücher habe ich auch fast alle aufgebraucht. Ich fluche. Warum musste das jetzt sein? Ich wünsche mir, die Kinder würden endlich aufs Klo gehen. Meine Mama findet mich unentspannt. Sie hat Recht.

Die Zwillinge weinen die gesamten 25 Minuten Autofahrt in die Eifel zu Oma 2. Sie sind untröstlich. Wenigstens schläft Zwilling 1 keine 500 Meter vor Omas Haus ein (Ironie off). Die Kinder wollen sich bei Oma nicht die Schuhe ausziehen, ich habe extreme Symphysenschmerzen. Die Oma kocht gerade was, Alphalama räumt Sitze um. Ich packe mir den widerspenstigeren, der setzt sich dabei doof auf eine Stufe, kommt schmerzhaft mit dem Hintern auf und weint laut los.

Die Oma kocht für uns mit. Wir lehnen ab, ich will nur weg. Akute Fluchttendenz.

Am nächsten Tag bringt die Oma Minilama wieder heim, damit es zu einer Geburtstagsparty kann. Das fröhliche Kind weint unerwartet los, weil es lieber bei der anderen Oma gewesen und nicht bei Oma und Uroma.

Die Omas wiederum sind fast im Schnee stecken geblieben und nur nicht umgekehrt, weil auf der andere Fahrbahn noch schlimmeres Schneetreiben war.

Einen Tag vor Silvester laden wir liebe Freunde ein und verbringen den Tag zusammen. Deren Mama geht es nicht gut, sie entspannt sich daheim. Ich koche lecker für alle und backe einen Streuselkuchen. Die Kinder spielen total lieb zusammen und wir Eltern sind froh. Wir ändern kurzfristig den Plan. In den Indoorspielplatz zu fahren, da die Zwillinge außer Rand und Band sind und wir es nicht verantworten können, mit ihnen dorthin zu fahren. Wir laden die Freunde zu uns ein, kaufen ein, um gemeinsam zu kochen und zu backen.

Die Zwillinge sind nach wie vor total unkontrollierbar, das wird auch nicht besser als Alphalama die neue Kinderküche, die wir bekommen, zusammenbaut.  Wir brechen es ab, um was zu essen. Minilama schmeckt es erst nicht, dann doch ein bisschen. Die Zwillinge essen wie immer alles gut und schlafen auch ausgiebig – trotz des Gebrülls, das die anderen drei Kinder veranstalten während ihrer Hetzjagd durchs Treppenhaus. Alphalama ringt um Fassung.

Der Große meines Bekannten bekommt bei uns Durchfall, kurz vorm Heimfahren erbricht die Kleine in unser Wohnzimmer. Wir Eltern setzen unsere Kinder in die Einliegerwohnung und desinfizieren – mittlerweile total routiniert – 2 komplette Etagen, nehmen alles Spielzeug außer Reichweite, das die Kinder benutzt haben, schaffen Kuscheltiere und Teppich außer Reichweite, nehmen die Felle aus den Betten und legen spezielle Saugeinlagen ein, waschen mehrere Maschinen Wäsche mit Hygienespüler und ich schelte mich extrem, warum ich unbedingt noch wen einladen musste.

Wir befürchten zwei Tage lang, dass wir auch den Infekt im Haus haben und ich denke daran, wie ich schwanger wegen Magendarm im Krankenhaus war oder wie Zwilling 2 wegen EHEC im April im Krankenhaus war. Und nein: ich bin nicht entspannt, absolut nicht. Ich habe echte Panik vor Magendarmerkrankungen. Und Ärzte sind ja auch eher schwer zu erreichen.
An Silvester essen wir lecker gemeinsam und verbringen einen netten Tag, auch Neujahr machen wir es uns schön, malen, basteln, gehen mit dem Lieblingshund raus und ich backe und koche feine gesunde Sachen für meine Lieben. Alphalama verbringt sehr viel Zeit mit den Kindern, die das sichtlich genießen, es wird viel geknuddelt.

Die Kinder schlafen fröhlich ein und fast durch und gekotzt hat bisher auch noch keiner. Prost Neujahr!

Wenn immer Minilama nicht Papas volle Aufmerksamkeit hat, dreht es durch, nimmt was in den Mund, brüllt herum, wirft einem ein Buch über, weil es jetzt vorgelesen haben will.

Ich habe regelrechte Panik, dass wir den Infekt noch kriegen und daher nicht wie geplant wie Kita wieder anfangen können und muss mich wirklich zusammenreißen, um nicht völlig losgelöst von den Fakten wirre und irre Befürchtungen zu hegen.

 

Weihnachtsbäckerei zum Mitnaschen

Minilama fragt schon seit Ende November, wann wir endlich Plätzchen backen. Die armen Kinder sind auch ohne Fernseher total weihnachtlich und adventlich aufgedreht und reden seit Wochen nur von Adventskalendern und Geschenken und sonstigem Krams. Da sind wir Eltern noch ganz woanders unterwegs, da kommt es aus dem Kindermund „Ich hab gar keinen Adventskalender, überhaupt keinen.“
Das haben wir Eltern natürlich einen Schreck gekriegt. Wir wussten, was es nicht geben soll: Sowas, so was oder so was – obwohl ich beim Kauf aller drei Kalender den meisten meiner Kinder eine große Freude gemacht hätte. Ich habe gelesen, dass ein deutsches Kind im Schnitt im Wert von 280 Euro vom Christkind beschenkt wird und bin total erschrocken. So viel ist es hier denke ich nicht (ich kenne ja nicht die Gaben der Schwieger-Großeltern), aber wenn es um Konsum geht, bin ich eher kritisch, und kaufe eher Sachen, die man auch echt brauchen kann, wiederverwerten kann, gut weitergeben kann, die pädagogischen Mehrwert haben und die einigermaßen nachhaltig sind.
Und nur Schokolade wollte ich auch  nicht, weil ich den Kindern nicht täglich Schoki geben will. Mit fertigem Süßkram bin ich geizig, eigenen Kuchen oder Schokopudding dürfen die Kindern so viel essen bis es leer ist, aber abgepackte Riegel und sowas gebe ich nur sehr spärlich aus, weil man da nicht weiß, was drin ist. Und Zähneputzen ist hier auch so ein Thema…
Aber was denn dann? Ende November, ganz kurz vor knapp hatte ich dann die zündende Inspiration beim Bummeln durch unseren Buchladen. Mit nach Hause kam ein schöner Magnetkalender und für abends ein Buch und eine CD mit 24 Geschichten. Die CD hören alle drei Kinder und die Geschichte gibt es als Einschlafgeschichte für Minilama.  Ich bin zufrieden, vor allem, da nicht Unmengen Müll und Plastikkrams im Haus herumfliegen, sondern wir auch was davon „haben“, also gemeinsame Zeit und gemütliches Zusammensitzen abends.
Bisher sind auch die Kinder begeistert.

 

 

Und die Kekse gibts natürlich auch.
Am liebsten backe ich mit den Kindern ohne Ei, einfach, damit kein rohes Ei im Mündchen landet.

Gern haben wir diese Puddigkekse

Man braucht

180 g Butter
70 g Puderzucker
180 g Dinkelmehl
2 Päckchen Vanille oder Schoko-Puddingpulver

Was man machen muss
Butter und Zucker schaumig rühren, nach und nach Mehl und Puddingpulver dazu mischen. Den Teig 1 Stunde in Folie gewickelt kühlen. Aus dem Teig kleine Kugeln formen, auf ein Blech setzen und mit einer Gabel flach drücken. Backen: 180 Grad, 12 Minuten.

 

Zum Verzieren eigenen sich die einfachen Ausstechkekse

Es ist ein basis Knetteig ohne Ei.

Man braucht
150 g Dinkelmehl
1 Msp. Weinsteinbackpulver
50 g Zucker
100 g weiche Margarine

Was man machen muss
Mehl und Backpulver mischen, übrige Zutaten hinzugeben, mit dem Knethaken zu einem Teig verarbeiten. Alles zu einer Kugel formen. Ausrollen, ausstechen und 12 Minuten bei 180 Grad backen.
Auskühlen lassen und verzieren.

Alltagsästhetik: Ein schöner Flur

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

Seit Neustem sieht es in unserem Flur so aus. Eine Wand ist weg und ein neues schönes Geländer ist da. Wunderbar. Und eines Tages weicht der Stein auch Buchenholztreppen. Das wird schön.