Großfamilie – ein paar Gedanken

Seit knapp 2 Monaten sind wir offiziell eine Großfamilie und zählen zu den knapp 2 Prozent Familien mit mehr als drei Kindern in Deutschland.
Ich finde es immer noch gewöhnungsbedürftig, zu sagen, dass ich vier Kinder habe. Die Antwort „drei“ hat sich schon richtig gesetzt gehabt.
Die Umstellung finde ich nicht so krass, wie man es sich vielleicht denken würde, wenn man ein Kind (also kein Kind) hat. Auch ist dieser Sprung vom zweiten zum dritten Kind bei uns ja nicht vorhanden gewesen. Wir waren 28 Monate lang überforderte Einkindeltern und waren dann direkt kinderreich. Da blieb keine Zeit mehr, sich seine eigene Überforderung klar zu machen oder herumzujammern. Mit Zwillingen erwartet irgendwie (fast) jeder, dass man total fertig, überfordert und am Ende ist. Und da ich nicht gern das tue, was von mir erwartet wird, war dem auch nicht so. Abgesehen davon bin ich glaube ich so der Typ Zwillingsmama – ich mache es mir nicht gerne einfach, das ist nicht so mein Stil. Wir haben uns direkt maximal auf die Rabauken gefreut und von Anfang an akzeptiert, dass es jetzt zwei auf einmal sind. Ich bereue nicht, dass das Zwillingsmamasein mir manches unmöglich gemacht hat und fühle mich auch nicht um irgendwas betrogen, wie eine Bekannte von mir mal sagte. Die Zwillinge sind zum Glück reif geboren und hatten gesundheitlich bisher eine weitgehend beschwerdefreie Kindheit. Das macht sicher auch einen Unterschied und erspart viel Leid und seelischen Stress. Hier ist zum Glück nur der alltägliche Wahnsinn mit den auf Radau gebürsteten 2,5 jährigen Zwillingen zu bewältigen. Die keine Angst kennen, überall rauf klettern, überall runter springen, die Beißen und Hauen als Kommunikationsform nutzen, für die ein „nein“ großen Aufforderungscharakter hat und die immer Stärke und Trost aus der Nähe des anderen ziehen können. Eben noch mit Steinen nach dem anderen geworfen und nun sitzen beide einträchtig Händchen haltend im Buggy. Und auch hier gilt wieder einmal: Mama wächst an ihren Aufgaben. Ich versuche mir anzugewöhnen nur noch bei Gefahr laut zu werden und ansonsten „laufen“ zu lassen. In die Pfütze springt Zwilling 1 so und so, ob mit meiner akustischen Untermalung oder ohne. Gummistiefel gibt es hier aber keine. Insofern muss das Kind dann die Konsequenzen tragen (oder die Ersatzschuhe, die ich extra aus diesem Grund angeschafft habe).
Mit der Entscheidung für ein weiteres Kind haben wir noch einmal „ja“ gesagt zu den ganzen Unsicherheiten und Gefahren einer Schwangerschaft, begeben uns in ein erhöhtes Armutsrisiko (es steigt signifikant ab dem vierten Kind, da die Ausgleichszahlungen ab jetzt nicht mehr die Kosten und die Verdienstausfälle kompensieren können. Viele bekannte Eltern können uns nicht verstehen, sind absolut fertig mit dem Kinderkriegen und überhaupt. Finden das Baby süß, keine Frage, aber wollen keines mehr selbst haben. Manche würden wohl noch eines nehmen, aber bekommen wollen sie keines mehr. Ging mir im Grunde ja ähnlich, aber ich habe mich durchgebissen. Und eine Erinnerung an die ganze Sache gleich mit bekommen.
Babyerfahren sind wir mittlerweile und haben auch schon vor Jahren auf eigene Bedürfnisse komplett verzichtet. Daher ist die Umstellung nur minimal, der Schock, den man beim ersten Kind erlebt, ist völlig ausgeblieben.
Was ist anders als Großfamilie? Zwilling 2 schläft nach wie vor saumäßig schlecht, weint, wandert nachts umher, döst ein bisschen bei uns, döst ein bisschen mit Mama bei sich im Bett. Das ist gleich geblieben. Das Baby ist nachts auch wach und trinkt, meckert, schläft dann wieder. Die Schlafprobleme fangen hier später an, so mit dem ersten Zähnchen.
Das Auto musste gewechselt werden. Und nach wie vor mag ich es ungern nutzen, weil es so unpraktisch ist, alle Kinder rein zu schnallen. Gerade für kurze Wege. Das Prozedere fand ich schon mit Minilama nervig und bin daher immer zu Fuß unterwegs gewesen. Mit den Zwillingslamas wars unpraktisch, weil ich nicht beide zusammen tragen konnte, wenn ich dann angekommen war. Und jetzt würde es schon gehen, geht auch bei Regen, mit dem Tragetuch, ist aber umständlich und man braucht immer noch was, wo man das Baby drauflegen kann, wenn man sich um die Zwillingslamas kümmert. So einfach auf den Kitaboden legen finde ich dann doch zu nachlässig. Und die Kinder mal machen lassen mit Baby auf dem Arm, ein romantisches Stilleben mit Säugling – das ist ein schlechter Witz. Hier müssen noch die Kinder davon überzeugt werden, mit heim zu kommen und wehren sich aktiv gegen das Anziehen, laufen weg, matschen mit Wasser, spielen noch rasch etwas, ziehen sich Angezogenes wieder aus usw. Ein Schauspiel für Alt und Jung. Ich schnalle mir dann immer das Baby auf den Bauch und die Softtragetasche vom Kinderwagen auf den Rücken.
Am besten geht es nach wie vor zu Fuß. Die Zwillinge müssen jetzt das Gehen lernen. Die Kondition ist kein Problem, aber das Hören, wenn Gefahr droht, ist ausbaufähig. Und auch das Nichtanfassen von allem, was da so rumliegt, ob Wurm, Kippe, Schnecke, Müll, Kot oder Erbrochenes. Und das nicht Klingeln bei allen Nachbarn, das Nichtklettern auf jede Mauer. Das Nichtwerfen von Steinen aus Vorgärten. Ich bin aber der Meinung, dass ihnen dieser Lernprozess zugemutet werden kann, dass fast dreijährige Kinder mit gesunden Beinen nicht dauerhaft gefahren werden brauchen. Und so braust morgens um 7 Minilama mit dem Roller oder Rad voran und läuft ein Zwilling hinterher während ich den anderen Zwilling und Babylama mit Zwillingswagen schiebe. Und wenn eine gefährliche Ecke kommt, muss der entsprechende Zwilling dann aufs Buggyboard. Ja, bei uns ist das Laufendürfen die Belohnung und das Board oder der Wagen kommt als Bestrafung rüber. Und mittags das Ganze umgekehrt. Es ist ein hartes Stück Arbeit, aber es wird sich auszahlen, da bin ich sicher. Ich sehe es ja bei Minilama. Wie viele Kinder in seinem Alter nur mit Auto oder Buggy bewegt werden und keine Strecke zu Fuß bewältigen können. Auf Dauer keine gute Lösung für mich. Die Antworten sind immer die gleichen „ja, das sind Zwillinge“ und „nein, es ist nicht so viel Arbeit wie ihr schockiertes Gesicht ausdrückt“ und oft auch „Ich habe noch Zwillinge, daher der große Kinderwagen. Ja, die sind grade im Kindergarten. Nein, das ist doch nicht schlimm, ich finde es schön, mit den Kindern. Das Baby ist total gut aufgenommen im Kreis der drei Geschwister. Drei, ja. Minilama fährt übrigens mit dem Roller, der ist in der Kita stehen geblieben. Ja, es sind vier insgesamt. Sieht man mir nicht an, ich weiß. (was das auch immer heißen mag, da ist viel Spielraum möglich) Diese ganzen Kinder, find ich super, es ist ein großer Segen.“

Advent und Weihnachten bei den fünf kleinen Lamas – in zwei Versionen

Weihnachten ist nicht ganz so meins, da habe ich ja schon einmal verraten. Daran ändert sich, glaube ich, auch grundsätzlich nichts mehr. Den Advent selbst mag ich total gerne. Seit ich Kinder habe lasse ich mich schon eher mitreißen mit deren Vorfreude und habe auch Spaß daran mit ihnen zu backen und zu basteln. Beides Dinge, die ich auch übers Jahr verteilt sehr gerne mit den Kindern tue und die für mich weniger zum Advent, sondern mehr zum Leben mit Kindern dazugehören. Wir haben einige Traditionen, wie Besuche bei den Paten und dann mit ihnen auf den örtlichen Weihnachtsmärkten, laden gerne befreundete Kinder zum gemütlichen Spielen und Basteln ein, kramen jedes Jahr aufs Neue einige Bücher, die wir im Advent gerne zusammen lesen, hervor und versuchen uns auch unter der Woche mehr Zeit als üblich zum gemeinsamen Lesen und Geschichten hören zu nehmen. Die Vereine der Kinder und der Kindergarten und die Pfarrgemeinde haben in dieser Zeit natürlich auch besondere Angebote für Kinder, bei denen ich besonders aufmerksam für etwas Gutes und Sinnstiftendes bin und die Kinder häufiger mal zu einem Nachmittag außer Haus verführe als im alltäglichen Alltag. Eingestimmt haben wir uns dieses Jahr wirklich sehr schön auf das Fest der Feste, anders kann man es nicht sagen. Es war ja auch unser zweites Weihnachtfest in 2017 und wir wussten ja schon wie man es macht. Und so kann ich unsere Advents- und Weihnachtstage hier vorstellen. Auf der linken Seite das Beschauliche und Schöne und auf der rechten Seite dann diese Einschübe, die das Leben erst real machen.

Nur zur Info: Ich beklage mich nicht und bin auch nicht überfordert mit den Kindern (und dann noch ein viertes wollen, unglaublich). Bei uns ist es wohl einfach anders als bei anderen Familien und wir lernen immer besser mit diesem Anderssein umzugehen.

Ende November

Ich beginne damit, mir schöne Bastelideen für den Advent auf Pinterest zusammenzusuchen und stelle das dafür benötigte Material zusammen. Alphalama und ich schauen in den Terminkalender und überlegen, wann wir wohin fahren wollen und wen wir einladen. Wir sprechen über Weihnachtskarten und Geschenke für Verwandte und Bekannte, beginnen mit den ersten Planungen.

Ich schaue nach einem schönen Türkranz und einem passenden Adventskranz. Alphalama guckt nach der Weihnachtskiste und wir bestücken die Kinderregale mit den entsprechenden Büchern. Dieses Jahr neu: Ein Adventskalenderbuch mit 24 Geschichten über Weihnachten aus aller Welt und eine Weihnachtsgeschichte mit 24 Kapiteln, um jeden Abend eine neue Geschichte miteinander zu hören.

Ich entdecke im Dorf einen schönen Magnetkalender mit 24 Magnetfiguren, die die Krippe jeden Tag mehr bevölkern und wir Eltern sind froh, dass wir eine gute Lösung für das Thema Adventskalender gefunden haben.

Minilama bekommt kurz vor dem 1. Dezember einen Rappel und beginnt noch in der Kita beim Abholen herzzerreißend zu weinen. Grund: Es hat keinen Adventskalender. Und alle anderen haben einen. Und zwar einen mit Einhörnern und Feuerwehrmann Sam Sammelfiguren und der ist total groß und toll und überhaupt.
In der ersten Dezemberwoche beginnen wir mit Ausmalbildern und singen Nikolauslieder. In der Kita kommt der Nikolaus und Minilama geht in die Kapelle zu einem schönen Gottesdienst. Für die Kleinen kommt der Nikolaus in die Gruppe und danach wird Selbstgebackenes genascht. Sonntags gehen wir alle zusammen in den Familiengottesdienst und jeder bekommt ein flauschiges Schäfchen mit nach Hause. Wir singen häufig zusammen Nikolauslieder und sprechen vom Uropa, der auch Nikolaus hieß.

Ich stelle einfache Rezepte zusammen und lade Freunde mit ihren Kindern zum gemeinsamen Plätzchenbacken und Kinderpunschtrinken nach Hause ein.

Minilamas Erzieherin spricht mich an. Minilama hat eine überbordende Phantasie aktuell. Es hat keinen Adventskalender bekommen bzw. es öffnet den Kalender immer heimlich, wenn die Mama schon schläft.

Ich kläre auf, die Erzieherin und ich sind amüsiert.

Auf dem Heimweg ist ein Wutzwerg mit unterwegs und brüllt und stampft. „Wir haben noch keine Plätzchen gebacken. Ich will Plätzchen backen. Wir backen ja nie Plätzchen.“

An einem schönen Sonntag sitzen 5 Kinder in unserem Wohnzimmer, mümmeln selbst gemachten Kuchen und stechen Kekse aus.

Die ausgekühlten Kekse verzieren wir mit vielfältigen Liebesperlen und bunten Streuseln. Am Ende machen die Kinder aus den Resten noch richtige Kunstwerke. 5 volle Dosen backen wir gemeinsam, alle gehen zufrieden nach Hause. Minilama nimmt stolz seine Kekse mit in die Kita und erzählt allen vom gemeinsamen Backen.

Die Zwillinge verteilen sehr viel Mehl überall, der Teig wird bröselig, weil die Kinder ihn mit den Händen warm gehalten haben, mir verbrennen fast die Kekse im Ofen, die Zwillinge wollen Teig naschen (leider den mit dem Ei), Alphalama verliert um ein Haar die Nerven, weil die Kinder alles anfassen und das schnell.

Die Zwillinge werden vom Plätzchenbacken ausgeschlossen, Alphalama und der befreundete Papa lenken sie mit mäßigem Erfolg mit Spielen am Boden ab. Ich pendele zwischen Ofen und Minilama und steche in der Küchje einige kekse aus, um die Teigmenge, die größer ist als die Kinder mit Spaß ausstechen können, ofenfertig zu machen. Minilama beginnt zu weinen. Es will sofort verzieren. Es verkippt dann eine ganze Rolle Liebesperlen auf einen Keks, weil es sich nicht helfen lassen will und außerdem auch nicht die Minismarties mit den anderen Kindern teilen mag. Die Kinder unserer Freunde nehmen einzelne Dekorteile und legen sie ruhig und liebevoll auf die Kekse. Ich bin ziemlich neidisch, ganz ehrlich.
Minilama sagt dem Besuch nicht mehr Tschüss, sondern sitzt total motzig am Tisch. Einzige Sorgen: Die anderen könnten seinen selbst modellierten Pilz mitgenommen haben. Währenddessen haben die Zwillinge jeder 4 Mal Stuhlgang und Alphalama ist wirklich über Gebühr mit dem Thema beschäftigt. Er hat keine Lust mehr.

Minilama beschwert sich in der Kita, dass es nie Zeit für sich hat und ständig daheim helfen muss. Es will doch nur seine Ruhe und sich ausruhen. Und da kommt doch das Geschwisterchen und dann hat es schon wieder mehr Aufgaben. Die Erzieherinnen können ein Grinsen nicht verbergen. Ich nehme das Ganze ernst und hinterfrage mich.
Die Zwillinge lassen morgens beim Anziehen und mittags beim Abholen aus der Kita total die Bären tanzen. Sie laufen weg, sie ziehen sich Angezogenes wieder aus, helfen sich gegenseitig aus dem Buggy heraus. Alphalama bleibt morgens 10 Minuten länger daheim, um mir zu helfen, die Herde zu bändigen.

Ich gehe größere Umwege im nächtlichen Dorf, weil wir für die 20 Minuten weg nun 45 Minuten Zeit haben.

Abends wollen die Kinder teils nicht mit nach Hause kommen, wollen, dass die Oma kommt oder wollen noch spielen. Meist dekorieren sie während ich den einen anziehe, den Weihnachtsbaum ab oder flüchten vor mir in den Bewegungsraum oder das Bad (und stellen dort das Wasser an, um ihre Hände und Oberteile zu wässern). Einmal geht ein Wichelmännchen in der Kita zu Bruch, dem Kind scheint es egal zu sein. Ich merke gegen Weihnachten hin immer mehr, wie ich schon angespannt in Richtung Kita gehe. Auch Atemübungen oder so helfen mir nicht weiter. Ich bin richtig wütend, dass ich die Kinder nicht einfach auf den Arm nehmen kann und auch darüber, dass auch ein Transport im Buggy mit den Zwillingen so kompliziert ist. Das ständige Betteln und Rumreden macht mich mürbe. Gerade, wenn es mir so arg auf die Symphyse drückt und ich ständig auf Toilette muss, ist mir das Trara zu viel und ich muss mich maximal beherrschen, um ruhig zu bleiben. Außerdem regnet es total oft und Minilama und ich hassen Regen total. Der schlägt uns auf die Laune.

Sobald wir an der Garage angekommen sind wollen die Kinder zum Metzger oder zum Dönermann. Sie reißen sich von der Hand fast los, lassen sich auf den oft regennassen Boden fallen, pflücken die Beeren des wilden Weins unserer Nachbarn und versuchen sie zu essen usw.

Ausziehen und Hände waschen hat auch schon mal besser geklappt.

Meine Mutter kommt an einem Freitag und wir entscheiden, dass Minilama heute nicht in den Schwimmkurs muss (auf den es schon seit Wochen immer wieder mal keine Lust hat) und wir auch nicht mehr zum Baumschmücken im Nachbardorf dazugehen, da uns das arme Kind überreizt und gestresst vorkommt. Wir wollen ihm exklusive Mama-Oma-Zeit geben. Stattdessen holen wir es früher ab und backen nur mit ihm alleine eine große Menge Ausstechkekse. Minilama macht sehr lieb mit und verziert liebevoll die Kekse mit unsern vielfältigen Dekoren. Danach stickt Minilama zufrieden ein ganzes Stickbild aus.

Abends dürfen alle Kinder Windlichter ausprickeln, die wir auf die Fensterbank stellen. Besonders die Kleinen lieben die Lichter und stellen moegens immer die LED-Lichter an.

Minilama bricht in Tränen aus als wir die Geschwister aus der Kita holen. Grund: Der Baum steht schon und es war nicht dabei. Jetzt fällt ihm auf, dass man dort hätte hingehen können, vorher war das kein Thema gewesen. Plätzchen backen und Sticken ist doof, nur zum Baum hätte es gewollt. Und warum es heute nicht schwimmen durfte. Es liebt den Schwimmkurs doch so sehr. Durch das Weinen löst das Kind im Auto ein Geheul aus, wir erreichen die Garage mit drei völlig aufgelösten Kindern, die – oh Wunder – sofort Pommes vom Dönerladen haben wollen. Oder wenigstens was vom Metzger. (Beides gibt es allerdings nicht, auch giftige Beeren versagen ich Rabenmutter und die Rabenoma streng.)
An einem anderen Freitag passt die Oma auf die Zwillinge auf, damit Minilama und ich gegen 6 Uhr zum Lichterglanz ins Dorf gehen können. Alles ist schön geschmückt, Lichter leuchten, kerzen brennen. Es gibt Naschereien und warme Getränke. Wir schauen uns einen netten Tanz der Kindergruppe an, die Minilama so mag und singen fröhlich mit.
Minilamas bester Freund kommt zum Basteln und Punsch trinken vorbei. Der Tisch biegt sich vor Obstteller, Plätzchentellern und Naschereien. Auch Minilamas selbst gemachte Kekse werden liebevoll präsentiert.  Alphalama ist dabei und unterstützt das Bastelvorhaben tatkräftig (vor allem durch regelmäßiges Wickeln der Zwillinge, die wieder mal alles raus lassen). Die befreundete Mama hat noch Glitter und Dekortiere dabei, alle Kinder sind froh und haben richtig Freude am Basteln.
Wir dekorieren die Fenster im Wohnzimmer neu. Es sieht festlich aus.
Die Großen verschwinden direkt im Spielzimmer und lassen sich nicht durch die Info, dass der Kuchen auf dem Tisch steht und die Kleinen schon losnaschen, runterlocken. Als dann die Platte schon gut geputzt ist, kommen sie runter und brechen in Tränen aus. Minilama noch mehr, da der Freund auf seinem Platz sitzt und daher sein Glas genommen hat und außerdem irgendwas isst, das Minilama sich ausgeguckt hatte. Es verbietet unter Geschrei, dass wir die Kitakekse zusammen essen, die es gebacken hat. Ich nehme sie wieder vom Tisch.

Minilama besteht auf seinem Stuhl und meckert extrem herum als wir ihm erklären, dass es, da größer beim Basteln besser als der Freund auf einem normalen Stuhl sitzen könne.

Die Zwillinge hauen dem kleinen Freund ein Schleichtier auf den Kopf, verkippen jeder 2 Gläser Punsch – der den großen im Übrigen absolut nicht schmeckt, da sie keinen Orangensaft mehr mögen – seit heute.

Als es um die Glitzerverzierung geht, schreit Minilama nochmal auf und kippt ein halbes Röhrchen auf eine kleine Fläche, da die anderen nichts abbekommen sollen. Wir brauchen den Sauger. Und für Ausgegossenes den Putzlappen.

Außerdem trotzt das Kind herum, weil sein Gebasteltes nicht so schön ausgemalt ist wie das des Freunds und auch, weil es eine andere Schere haben will und zwar sofort. (Geht nur leider schlecht, weil Minilama seine eigene Linkshänderschere hat)

In der Kita ist in der Vorweihnachtswoche die Rede von Bindehautentzündung und Scharlach, auch Magendarm ist unterwegs. Ich bekomme etwas Panik.
Alphalama und die Kinder stellen nach einem schönen Morgen im Schwimmbad einträchtig unseren Weihnachtsbaum auf und verzieren ihn allerliebst. Dabei singe ich aus dem Off bekannte Weihnachtslieder und die Zwillinge antworten mit einem fröhlichen „Laterne, Laterne“. Es ist wunderbar. Die letzten Tage vor Heiligabend sind alle drei Kinder aufgekratzt. Die Zwillinge steigern sich auf ein nächtliches Rufen von bis zu 10 Mal. Alphalama ist völlig durch den Wind, die Kinder unausgeschlafen und übermüdet. Zwilling 2 schläft fast jede Nacht in unserem Bett – und wir wissen wieder einmal, warum wir keine Familienbettmenschen sind.
Am Morgen des Heiligabends darf Minilama im Schalfanzug bleiben. Die Zwillinge werden in festliche Sachen gehüllt.

Ich backe mit den Kleinen eine größere Ladung Plätzchen, da wir schon alles leergemampft haben und wir bereiten alles für das Abendessen vor. Alphalama liest Geschichten vor und spielt Lego mit den Kindern. Kerzen leuchten.

Minilama ist schon am späten Vormittag wieder fieberfrei.

Am Heiligmorgen weint Minilama in seinem Bett auf. Wir laufen schnell zu ihm. Das Kind ist warm und klagt über Gliederschmerzen. Das Thermometer schwankt zwischen 37,9 und 38,8. Minilama soll sich noch etwas im Bett ausruhen und vor allem die Geschwister nicht übermäßig ankuscheln. Gegen 7.30 brüllt Minilama den Papa schon zum 10. Mal nach oben, wegen Kassettenproblemen. Gegen 9.00 kommt das Kind ins Wohnzimmer, will nicht länger im Bett bleiben. Wir Eltern diskutieren, wie unsere Eltern die Verbreitung von Infektionskrankheiten im Haus verhindert haben und überlegen uns, warum wir früher im Bett geblieben sind, wenn es hieß „bleib im Bett, du bist krank.“

Minilama ist extrem nähebedürftig und schleckt die Geschwister regelrecht ab. Ich muss den Raum verlassen, ich bin maximal angespannt, besonders nachdem Minilama Durchfall bekommt. Meine arme Mama muss sich mein apokalyptisches Geseier anhören, dessen Refrain lautet „und schon wieder haben wir alle über die Feiertage Magendarm.“

 

Die Kinder spielen fröhlich und gemeinsam im Wohnzimmer, es läuft Musik und weihnachtliche Geschichten, wir Eltern holen Gesellschaftsspiele, Puzzles, Bastelarbeiten und Legosteine hervor. Auf den Mittagsschlaf verzichten wir klugerweise, weil wir intuitiv begreifen, dass die Kinder das gerade nicht wollen.

Wir entschieden uns, gemeinsam zum nahen Reiterhof zu spazieren und erlauben Minilama, das ja krank ist, sich ebenfalls in einem Buggy schieben zu lassen. Minilama bekommt außerdem als Vorgeschenk ein Oberteil mit seinen aktuellen Helden überreicht, welches es fröhlich überstreift und sich niedlich bedankt. Es tanzt durchs Zimmer und alle Kinder singen die Titelmelodie des Hörbuchs, das dahinter steckt. Wir entscheiden uns, den Tag nach dem Spaziergang mit der Bescherung ausklingen zu lassen und auf die Kirche zu verzichten (aus Gründen) und gönnen uns allen frische Luft bei hübschen Pferden und Ponies.

Minilama bricht in Tränen aus und verlangt, in die Kirche zu gehen. Ihm ist auch nicht mehr schlecht und es will, will, will in den Kindergottesdienst. Und zwar jetzt – 3 Stunden vor Beginn. Die Geschwister sind eher ambivalent unterwegs, Zwilling 1 hat keine Lust auf Pferde Zwilling 2 will nur zu den Pferden. Von Kirche kriegen sie nichts mit.

Das Kind ist fieberfrei und hat auch keine weiteren Anzeichen einer Erkrankung mehr gezeigt. Daher mit kompletter Ausrüstung nach draußen (Schüssel, Handschuhe, Tempos, Desinfektionsmittel usw. Ich bin ja gerüstet mittlerweile)

Zwilling 1 döst unterwegs ein und wir befürchten, dass das Kind später nicht mehr einschlafen will. Zwilling 2 will nicht mehr weg von den Pferden und Minilama steht mit den Schuhen mitten im Matsch und ist nicht davon zu überzeugen, die Schuhe nicht maximal vollzusauen.

Die gesamte Familie geht festlich gekleidet und St. Martinlieder schmetternd in die Kirche zum Kindergottesdienst. Alle tragen saubere jacken, Schuhe, Hosen und festliche Oberteile und sehen zufrieden und nach glänzenden Kinderaugen aus (das ist ja das Maß aller Dinge, wenn es um Kinderzufriedenheit geht). Die Kinder sind lebhaft interessiert am Gottesdienst, Minilama macht sogar alleine die Prozession mit und gibt später fröhlich das Weihnachtsopfer ab. Es winkt seinen Freunden und hält auch das eine oder andere Schwätzchen. Alle klatschen beim Singen mit und machen die Bewegungen der bekannten Lieder mit. Die religiöse Grunderziehung ist echt gelungen, die Kinder nehmen sogar Weihwasser und schlagen beim Segen ein Kreuzchen. Mein Theologinnenherz hüpft.

Die Zwillinge beginnen nach der Bescherung sofort, mit ihrer neuen Eisenbahn zu spielen und haben sichtlich Spaß beim Zusammensetzen. Erfolg auf der ganzen Linie.

Alphalama freut sich sehr über sein Geschenk und auch über sein Überraschungsgeschenk. Auch hier Erfolg auf der ganzen Linie.

Beim Abendbrot sitzen wir gemütlich im Licht des Adventskranzes zusammen und mümmeln unseren Gemüseteller in Eintracht. Später baut Alphalama mit Minilama zusammen sein Legoset auf und die Kinder gehen nach einer ausgiebigen Gutenachtgeschichte und Lieder-CDs ins Bett.

Alphalamas geschenk freut mich total, er hat in der Karte auch die richtigen Worte gefunden. Ich wage ein erstes Lächeln. Wir sehen uns die Weihnachtsfotos von Freunden unter dem Baum an und freuen uns ehrlich, wie schön die sind. Minilamas motziges Gesicht neben der xxl-Legokiste amüsiert uns erstmals.

Wenn ich nicht schwanger wäre, würden wir jetzt zusammen ein Glas Hochzeitswein trinken. Ich gönne Alphalama den Genuss von Herzen.

Wir stehen ganz hinten in der Kirche und ich habe die Schüssel immer in Reichweite meiner Hand. Ab der Hälfte rennen die Zwillinge nur noch herum und wagen sich auch ziemlich weit nach vorne. Als sie den Gebetbuchständer umherschieben und auch allgemein zu Fastnachtslaune auflaufen, setzen Alphalama und ich die meckernden Zwerge wieder in den Buggy, Alphalama denkt kurz drüber nach, mit ihnen rauszugehen.

Zuhause sind die Kinder auf die Beschwerung gespannt. Alphalama will schnell vorgehen, um den Baum anzumachen und mit dem Glöckchen zu klingeln. Vorbereitet ist schon alles.

Die Kinder (Minilama und Zwilling 1) ziehen sich schnell aus und sind vor Alphalama oben. Wie auch immer sie das geschafft haben. Alphalama bittet sie wieder aus dem Wohnzimmer heraus, die Kinder weigern sich. Wir versuchen noch einige Weihnachtslieder zu singen, aber die Kinder ziehen lange Gesichter.

Ich möchte mit einem Würfel auswürfeln, wer als erstes die Geschenke bekommt und bitte die Kinder, auf Couch und Stühlen Platz zu nehmen. Auch würde ich gern die Weihnachtsgeschichte vorlesen. Es geht aber nicht. Die Kinder wühlen in den Päckchen und streiten sich darum – obwohl keiner weiß, wem was ist. Das erste Papier ist schon runter bevor wir eingreifen können.Wir Eltern stehen wie doof daneben und reden uns den Mund fusselig, dass die Kinder bitte kurz Pause machen sollen.

Wir geben jedem ein Paket zum Auspacken, Minilama knatscht enttäuscht auf als es sein Lego und sein Buch ausgepackt hat und meint, es hätte zu wenig Geschenke bekommen. Ich versuche, das Kind zu animieren, sich die Sachen mal anzusehen und nicht direkt nach weiteren Päckchen zu verlangen. Minilama weint weiter und bedauert, dass es zu wenig bekommen habe und auch, dass die Geschwister mehr bekommen haben.

Wir versuchen zu erklären, dass jeder ein Buch/CD bekommen hat und eine größere Sache Lego oder Eisenbahn) und dass die übrigen Päckchen unterm Baum  die beiden Geschenke für den Papa und der Umschlag für die Mama ist und dass wir Eltern das gerne selbst auspacken wollen und vor allem, dass wir uns die Sachen auch nach dem Auspacken anschauen wollen, danke sagen usw.

Unsere Versuche ein schönes Foto unterm Baum zu schießen, scheitern, da Minilama ein Gesicht macht wie ein getretener Hund. Witzig, wie das mit der extrem großen Legoschachtel zusammengeht. Ich packe mein Geschenk nicht mehr aus, warte bis Alphalama und ich alleine sind. Mir ist echt zum Weinen zumute, auch Alphalama, der Weihnachtsfreund, ist etwas aus dem Konzept gebracht.

Am ersten Weihnachtstag bereiten wir noch den Nachtisch vor und fahren dann zu Alphalamas Eltern. Zuvor machen wir nette Bilder mit den fröhlichen und adrett gekleideten Kindern vor dem Baum. Die können wir an Omas und Paten weitergeben, die Kinder sehen total niedlich und fröhlich aus.

Heute hat Alphalamas Mama Geburtstag. Die Fahrt zu ihr ist unspektakulär, das Essen gut, die Kinder lieb. Es wird eifrig Lego zusammengesetzt und gespielt. Die Uroma liest Geschichten vor, die Zwillinge schlafen fast 2,5 Stunden entspannt nach dem Mittagessen. Minilama bekräftigt gegen Mittag, dass es nun zufrieden sei, da genug Geschenke angekommen seien.

Auch wir eltern sind froh, da es viele Bücher und für jedes Kind ein größeres Geschenk gegeben hat, das den Wünschen der Kinder vom Wunschzettel entspricht.

Die Kinder sind alle 3 während der 45 Minuten Autofahrt nach Hause wach und wir kommen gut gelaunt zuhause an. Ohne nur ein einziges lautes Wort gehen alle drei lieb zu Bett.

Am zweiten Weihnachtstag droht Minilama damit, sein neues Dinopuzzle, das meine Mama verschenkt hat, aus dem Fenster zu werfen. Es mag keine Dinos (mehr) und ein Puzzle hat es sich nicht gewünscht, sondern irgendwas anderes.

Außerdem will es das gesamte Küchenzubehör haben, dass die Oma ihm und den Zwillingen geschenkt hat. Alles ist nur für Minilama und wer was davon anfasst, wird richtig angezickt.

Am 28.12 machen alle drei Kinder Urlaub bei den Omas. Da Alphalama einen Arzttermin in meiner Heimat hat, fahren wir zu meiner Mutter, gehen während des Termins gemeinsam einen Kaffee trinken und was feines essen. Die Kinder spielen in der Spielecke. Später shoppen wir noch ein bisschen für die Kinder und lassen das fröhliche Minilama bei der Oma. Die Zwillinge bringen wir zur anderen Oma und kaufen für uns Große lecker ein für ein gemütliches spätes Mittagessen. Wir Eltern entspannen uns und genießen den Tag Ruhe. Außerdem machen wir in aller Ruhe auf allen 5 Etagen des Hauses klar Schiff.

Minilama hat es gut bei Oma gefallen, es ist total fröhlich heimgekommen. Und mag bald wieder zur Oma. Es geht zum Geburtstag des Freundes und kommt zufrieden wieder. Dort hat es sich wie immer vorbildlich benommen und total süß beim Aufbau des Legosets geholfen.

Auch die Zwillinge fanden es schön bei Oma. Wir essen noch gemeinsam, bringen mit vier Erwachsenen die Kinder ins Bett, sehr entspannend.

Bei der Fahrt in die Eifel ist extrem doofes Wetter. Ich fahre zum ersten Mal das neue Auto auf der Autobahn. Die Kinder wuseln sich aus den Gurten, Zwilling 1 tritt mir dauerhaft in den Rücken. Die Kinder lassen ständig ihre Mützen fallen und brüllen dann danach. Ich sehe die Hand vor Augen kaum, es schneit draußen. Alphalama kriegt die Kleinen nicht beruhigt. So fahren wir 65 Minuten bis zu meiner Mama.

Der Buggy bockt und wir befürchten, er ist kaputt gegangen. Die Kinder spielen eine Minute in der Spielecke des Cafés, kommen dann zu mir gerannt, sind laut und meckern vor Hunger. Meine Mama bestellt, bringt alles an den Tisch. Irgendwann laufen die Zwillinge auch bis an die Theke und zurück. Ich werde nervös, weil Alphalama mich auf die Notwendigkeit des Wickelns hingewiesen hat. Ich möchte nicht, dass die Kinder auslaufen, sie haben jedes 2 Sätze Wechselkeidung dabei, die soll die Oma nutzen können.

Ich wickele beide im Damen-WC im Stehen. Keine 10 Minuten später wickele ich  beide wieder. Zwilling 2 hatte so starken Stuhlgang, dass auch Hose, Body und Strumpfhose betroffen sind, ich habe die Wechselsachen im Auto. Das ist 500 Meter entfernt. Ich lasse das Kind ohne Strumpfhose in die Winterschuhe und gehe ans Auto, Parkuhr füttern, neue Kleidung holen. Wir brauchen neue Strumpfhosen, sonst wird das bei der Oma nichts. Feuchttücher habe ich auch fast alle aufgebraucht. Ich fluche. Warum musste das jetzt sein? Ich wünsche mir, die Kinder würden endlich aufs Klo gehen. Meine Mama findet mich unentspannt. Sie hat Recht.

Die Zwillinge weinen die gesamten 25 Minuten Autofahrt in die Eifel zu Oma 2. Sie sind untröstlich. Wenigstens schläft Zwilling 1 keine 500 Meter vor Omas Haus ein (Ironie off). Die Kinder wollen sich bei Oma nicht die Schuhe ausziehen, ich habe extreme Symphysenschmerzen. Die Oma kocht gerade was, Alphalama räumt Sitze um. Ich packe mir den widerspenstigeren, der setzt sich dabei doof auf eine Stufe, kommt schmerzhaft mit dem Hintern auf und weint laut los.

Die Oma kocht für uns mit. Wir lehnen ab, ich will nur weg. Akute Fluchttendenz.

Am nächsten Tag bringt die Oma Minilama wieder heim, damit es zu einer Geburtstagsparty kann. Das fröhliche Kind weint unerwartet los, weil es lieber bei der anderen Oma gewesen und nicht bei Oma und Uroma.

Die Omas wiederum sind fast im Schnee stecken geblieben und nur nicht umgekehrt, weil auf der andere Fahrbahn noch schlimmeres Schneetreiben war.

Einen Tag vor Silvester laden wir liebe Freunde ein und verbringen den Tag zusammen. Deren Mama geht es nicht gut, sie entspannt sich daheim. Ich koche lecker für alle und backe einen Streuselkuchen. Die Kinder spielen total lieb zusammen und wir Eltern sind froh. Wir ändern kurzfristig den Plan. In den Indoorspielplatz zu fahren, da die Zwillinge außer Rand und Band sind und wir es nicht verantworten können, mit ihnen dorthin zu fahren. Wir laden die Freunde zu uns ein, kaufen ein, um gemeinsam zu kochen und zu backen.

Die Zwillinge sind nach wie vor total unkontrollierbar, das wird auch nicht besser als Alphalama die neue Kinderküche, die wir bekommen, zusammenbaut.  Wir brechen es ab, um was zu essen. Minilama schmeckt es erst nicht, dann doch ein bisschen. Die Zwillinge essen wie immer alles gut und schlafen auch ausgiebig – trotz des Gebrülls, das die anderen drei Kinder veranstalten während ihrer Hetzjagd durchs Treppenhaus. Alphalama ringt um Fassung.

Der Große meines Bekannten bekommt bei uns Durchfall, kurz vorm Heimfahren erbricht die Kleine in unser Wohnzimmer. Wir Eltern setzen unsere Kinder in die Einliegerwohnung und desinfizieren – mittlerweile total routiniert – 2 komplette Etagen, nehmen alles Spielzeug außer Reichweite, das die Kinder benutzt haben, schaffen Kuscheltiere und Teppich außer Reichweite, nehmen die Felle aus den Betten und legen spezielle Saugeinlagen ein, waschen mehrere Maschinen Wäsche mit Hygienespüler und ich schelte mich extrem, warum ich unbedingt noch wen einladen musste.

Wir befürchten zwei Tage lang, dass wir auch den Infekt im Haus haben und ich denke daran, wie ich schwanger wegen Magendarm im Krankenhaus war oder wie Zwilling 2 wegen EHEC im April im Krankenhaus war. Und nein: ich bin nicht entspannt, absolut nicht. Ich habe echte Panik vor Magendarmerkrankungen. Und Ärzte sind ja auch eher schwer zu erreichen.
An Silvester essen wir lecker gemeinsam und verbringen einen netten Tag, auch Neujahr machen wir es uns schön, malen, basteln, gehen mit dem Lieblingshund raus und ich backe und koche feine gesunde Sachen für meine Lieben. Alphalama verbringt sehr viel Zeit mit den Kindern, die das sichtlich genießen, es wird viel geknuddelt.

Die Kinder schlafen fröhlich ein und fast durch und gekotzt hat bisher auch noch keiner. Prost Neujahr!

Wenn immer Minilama nicht Papas volle Aufmerksamkeit hat, dreht es durch, nimmt was in den Mund, brüllt herum, wirft einem ein Buch über, weil es jetzt vorgelesen haben will.

Ich habe regelrechte Panik, dass wir den Infekt noch kriegen und daher nicht wie geplant wie Kita wieder anfangen können und muss mich wirklich zusammenreißen, um nicht völlig losgelöst von den Fakten wirre und irre Befürchtungen zu hegen.

 

Leben mit Zwillingen: Heute und vor 28 Monaten

Unsere Zwillinge sind seit 28 Monaten bei uns. Babylamas kann man die schon länger nicht mehr nennen. Als Minilama 28 Monate alt war, war es schon großes Geschwisterchen und hatte die Babylamas auf dem Schoß, trank ihnen die Milch weg und probierte ihre Sauger aus.
Zwillinge zu haben ist eine wunderbare Sache und ein großes Geschenk.  Ich habe mir schon immer Zwillinge gewünscht. Als der Wunsch dann wahr wurde, war ich mir nicht sicher, ob ich mir das gewünscht hatte, weil ich tief in mir geahnt habe, dass ich mal Zwillingsmama sein würde (also irgendwie vorhersehend) oder ob diese tiefe Wünschen auf irgendeine Weise die Wirklichkeit beeinflusst hatte.
In jedem Fall kam es mir unwirklich vor, dass aus meinen „wir bekommen sicher Zwillinge“ Witzen dann eines Tages Wirklichkeit wurde. Dieser Erstschock über den Kindersegen, den manche Eltern verspüren, habe ich einfach übersprungen und war erst total froh und später dann immer wieder ganz besorgt, ob mein Wunder auch in Erfüllung gehen würde.
Zwillingsmama zu sein ist vielfältig. Oft ist es  total witzig und amüsant,  da die Menschen oft auf so skurrile Weise auf Zwillinge reagieren. Manche Zwillingsmamas erwägen ja deshalb auch, einen Klingelbeutel an den Wagen zu machen, um für jeden dieser witzigen Sprüche auch gleich eine Spende einzusammeln. Je nachdem, was zuhause gerade los ist, ist es auch nervig, da man so sehr in die Öffentlichkeit gerät und viele Menschen sich einbilden, besser zu wissen, was die Kinder gerade brauchen und sich ungefragt einmischen oder – was mich auch sehr geärgert hat – meinen, man sei zu schwach und zu zerbrechlich und ungeeignet für das eigene Leben, dass man nun karitative Unterstützung benötigt. Eine andere Erscheinung davon ist es leider, dass man echt oft angeglotzt wird, wenn man entweder unterwegs ist oder sich gerade mit was Schwerem abmüht.
Meistens ist es super schön , so süße und tolle Kinder zu haben und beobachten zu dürfen, wie sie aufwachsen und ich würde nicht tauschen wollen. Oft denke ich mir, gerade aktuell in der Trotzphase, dass diese Trotzphase mal zwei schon eine Nummer für sich ist, von der ich gern ab und an mal eine Pause haben möchte und auch den Kindern gern für eine kurze Weile die ganze Wut über die eigenen Grenzen ersparen würde.
Das Leben mit unseren Zwillingen hat sich seit ihrer Geburt ziemlich verändert. Die Zwillinge, die kleinen autonomen Anarchiekinder, ja auch. Es lohnt sich also, mal genau zu schauen, wie die Basics, die Alltagsdinge sich so verändert und entwickelt haben. Alltag mal zwei – das heißt natürlich auch doppelt so viele Fläschchen, doppelt so viel Brei kochen, doppelt so viele Kleider besorgen und waschen, doppelt so viele Stoffwindeln waschen, doppelt so viel einpacken, wenn man mal raus will.
Aber wie hat sich unser Leben eigentlich verändert seit wir die Babies begrüßen durften?
Hier ein kurzer Überblick über alle Dinge, die einen täglich so betreffen:

 

Frisch geschlüpft und die erste Zeit zuhause Mit 28 Monaten
Ernährung Die Zwillinge sind Flaschenkinder. (Wer dazu mehr wissen mag, einfach im Archiv stöbern oder den Links folgen).

Es war einiges an Ausrüstung nötig, um die hungrigen Gesellen zufrieden zu machen. Die Kinder haben rasch im Schnitt 8 Fläschchen Pre-Milch am Tag getrunken. Mindestens 15 Glasfläschchen und passende Sauger, ein guter Vaporisator, ein Thermometer und Thermosflaschen, haben wir gehabt.
Täglich wurde mehrmals gespült und vaporisiert, alles neu vorbereitet, eingefüllt, Wasser gekocht usw. Wichtig ist es, ständig dran zu bleiben, damit nicht auf einmal keine sauberen Fläschchen mehr vorhanden sind, denn wenn die Kinder hungrig sind, ist der Vaporisator, egal wie toll er ist, immer zu langsam. Von wegen „Ruhen, wenn das Kind ruht“. Hier ist eher angesagt, sobald die Kinder ruhen, die Flaschen wieder einsatzbereit zu machen und neues Wasser abzukochen und auf 40 Grad abzukühlen.
Beschaffungsprobleme gibt es öfters mit dem Milchpulver, das kennen Mamas, die nicht stillen können. Hier herrscht zwischendurch regelrechter Mangel im Handel und man darf, wenn was da ist,  nur 3 Pakete pro Haushalt mitnehmen. Unser DM ist aber so kulant, dass wir pro Kind 3 Pakete kaufen dürfen und ich somit nicht ständig die Angst haben musste, dass wir morgen nichts zum Füttern haben.
Täglicher Verbrauch im Schnitt: 1 Paket Milchpulver.

Unterwegs ist natürlich entsprechend eine größere Logistik nötig, um die Kinder zu ernähren. (siehe „Unterwegs“)

Essen die Zwillingslamas alles, was auf den Tisch kommt. Auch in der Kita sind meine beiden die Topesser. Sie haben guten Appetit, honorieren die Kochkünste des Kochs, mögen nahezu alles gern. Sie essen gute Portionen und machen uns was das angeht keine Probleme. Unterwegs ist das natürlich genial.
Schlafen Die Zwillingslamas schlafen als Babies relativ gut. Sie sind in Wiegen in unserem Zimmer untergebracht, wo wir sie auch füttern. Meist hat einer eine gute Nacht, der andere eine eher schlechte Nacht. Gegenseitig wecken sie sich nie, auch tagsüber nicht. Das verwundert Außenstehende immer wieder.
Nach dem Fläschchen schlafen sie  immer schnell wieder ein. Wickeln mussten wir schon mit 6 Monaten nachts nicht mehr, auch weil Alphalama mit Beikoststart die nächtlichen Mahlzeiten konsequent ausschleicht.
Wir Eltern sind die meiste Zeit relativ ausgeschlafen.
Wann das Schlafen schwierig wurde kann ich nicht mehr sagen. Aber es ist ein schwieriges Thema. Wir waren lange so froh, dass die Babies besser schlafen als Schrei-Minilama  und über vieles hinweggesehen. Das hat allerdings mit 14 Monaten zuverlässig geschlafen.
Das tun die Zwillinge nicht mehr. Zwilling 1 schläft meistens gut, braucht 2-3-mal den Sauger nachts, wenn er ihn im Schlaf verliert. Zwilling 2 schläft ähnlich leicht wie Minilama, wacht oft weinend auf, steht dann auf, legt den Schlafsack ab, weckt auch seine Geschwister, kommt zu uns ins Zimmer gelaufen, schläft regelmäßig die zweite Nachthälfte bei uns im Bett.
In guten Nächten muss Alphalama 3-mal raus, in schlechten sind wir Eltern bis zu 10-mal auf den Beinen. Ab 5.00 Uhr ist eigentlich immer Schlafende und der Tag beginnt.
Wir Eltern sind regelmäßig in einem Zombimodus unterwegs, was dazu führt, dass unsere Geduld oft rasch aufgebraucht ist.
Gesundheit Bis auf  eine wiederkehrende chronisch-obstruktive Bronchitis mit Diagnose hyperreaktibles Bronchialsystem, besonders  im ersten Herbst und Winter bei Zwilling 1 alles ok. Zum Glück hatte der Kinderarzt in der Klinik nicht recht behalten als er meinte, dass wir uns noch Öfters (zumindest in dieser Sache) sehen werden.
Irgendwie ist es mir trotz aktivem Achten darauf nicht geglückt, dass der Hinterkopf von Zwilling 1 schön rund bleibt. Ich habe die beiden echt gewendet wie die Hähnchen und geschaut, dass keiner eine spezielle Seite beim Nebeneinanderliegen hat. Das ist so ein Zwillingsproblem. Ich hatte die Schwierigkeiten klar, dennoch hatte das Baby von Anfang an eine Lieblingsseite. Eine Mama aus dem Rückbildungskurs hatte dann ein Kissen in der Tragewanne ihres Wagens, die gab mir dann den Tipp, ein Lagerungskissen anzuschaffen. Wir haben dann beiden Kindern eins gegönnt und es hat sich gut ausgewachsen. 100 % weg ist es leider nicht, aber durch die Haarpracht wird es verdeckt. Da hatte ich lange dran zu knabbern, dass mir sowas „passiert“ ist, aber weder Kinderarzt, noch der Oberarzt in der Klinik noch ein spezieller Orthopäde, von ich das Kind dann hingeschleift habe, war sonderlich von meinen Horrorszenarien überzeugt.
Kitakrankheiten wie Bindehautentzündung, Mund-Hand-Fuß-Krankheit oder Magendarmerkrankungen. Und Fieber wegen dem Zahnen.
Im Grunde aber die normale Abhärtung, die jedes Kitakind durchmacht, leider mit einer Häufung von Magen-Darm-Infekten, die uns dieses Frühjahr einmal in die Klinik brachte und beim Gesundheitsamt meldepflichtig werden ließ. War aber im Rückblick alles halb so wild.
Pflegen und Wickeln Die Zwillinge sind sehr wenig gewaschen worden, um die empfindliche Haut nicht zu reizen. Geduftet haben sie trotzdem immer total toll.

Wickeln war eine wahre Wonne. Besonders nach dem ganzen Ärger mit Minilama, das monatelang das Wickeln sehr abgelehnt hat und viel getobt hat, war das Wickeln immobiler süßer Knöpfe eine echte Freude. Ich habe es sehr genossen, jedes Mal. Wir wickeln die ersten 2 Lebensjahre ausschließlich mit Stoff. (Für mich eine Herzensangelegenheit und eine Kompensation, dass ich den Kindern keine Muttermilch bieten konnte.)

Die Zwillinge werden einmal in der Woche im Hallenbad nach dem Schwimmspaß gewaschen. Machen wir auch mit Minilama so. Hat sich für uns bewährt, da wir Eltern wenig Ärger damit haben und die Kinder es gut finden.
Das Wickeln ist eher problematisch. Seit wir das Stoffwickeln in der Kita (auf Druck der Kita) aufgeben mussten, wollen die beiden auch zuhause die Prozedur mit den Höschen- oder gar Bindewindeln nicht mehr erdulden. Außerdem haben beide eine wirklich gesegnete Verdauung und trinken auch überdurchschnittlich viel. An guten Tagen macht jeder bis zu 5 Windeln mit was Größerem voll, und läuft auch noch 2-mal wegen Pipi aus. Auch mit den Wegwerfprodukten, auch mit Markenwindeln. Zwischendurch ging es mit dem Toilettengang mal recht vielversprechend los, das ist aktuell aber wieder zurückgegangen.
Das Windeln anlegen ist ein mühsames Geschäft, umso ärgerlicher ist es dann natürlich, wenn sie kaum 30 Minuten sauber und trocken halten.
Unterwegs sein Der Aktionsradius mit den Babylamas ist sehr klein. Im Grunde ist es unser Ort und das Nachbardorf, wo Minilamas Kita ist. Die Zeiten außer Haus sind so geplant, dass man nach dem Fläschchen rausgeht und zum nächsten Fläschchen wieder heimgeht. Ich bin kein Fan davon, den halben Hausstand mit zu nehmen und auch grundsätzlich der Meinung, dass zuhause und nicht unterwegs gegessen und getrunken wird., da wir ja alle nicht am Verhungern sind. (sehen die Kinder manchmal anders…)
Dennoch waren wir täglich mehrmals draußen, allein zum Kitagang zwei Mal  (knapp 7 Kilometer Weg). Das Auto habe ich alleine in den ersten 8 Monaten nie genutzt mit den Kindern, weil mir das Ganze mit den Sitzen und dem bewegen von zwei Nichtläufern ab Parkplatz zu anstrengend war. Dafür ist das Zwillingszeugs zu schwer, zu wuchtig, zu wenig wendig.
Das Anziehen und in den Kinderwagen bringen und später wieder hoch holen ist körperlich anstrengend und bedarf organisatorischer Fertigkeiten. Außerdem muss man extrem schnell sein, denn der Arbeitsablauf wird immer wieder durch wütendes oder ängstliches Weinen neu beschleunigt.
Die Zwillinge  zu bewegen ist ein organisatorischer Aufwand, den wir mehr als selten unternommen haben. Ab 10 Monaten ging es besser, auch weil die Gesundheit vom Baby 1 dann stabiler wurde, die Kinder auch irgendwo abgesetzt werden könnten und ziemlich durchgeimpft waren. ich  bin ungern mit ungeimpften Kindern unter vielen Leuten, da die zunehmende und meiner Ansicht nach auch asoziale Impfmüdigkeit mancher Menschen ja die Schwächsten am meisten schädigt.Eine Autoreise braucht sehr viel Vorplanung, da viele Dinge mitgenommen werden müssen, Medizin, Inhaliergerät, Wechselkeidung, Säuglingsnahrung usw. Daher lassen wir das meistens aus.

 

Auch heute ist der Radius eher klein, sicher auch, weil wir alles ja vor Ort bekommen können. Wir gehen bei gutem Wetter nach wie vor täglich zu Fuß zur Kita und wieder zurück.

Auch Dinge des täglichen Bedarfes und die Wege zu den Freizeitaktivitäten legen wir in der Regel zu Fuß zurück.
Die Zwillinge nehmen zunehmend aktiv an diesem Geschehen teil, will heißen, sie laufen selbst. Sie sind laufbegeistert und laufstark. Ich muss sie manchmal bremsen, wenn sie müde sind oder übermütig oder wenn es dunkel wird, da es dann zu gefährlich für die beiden Wusel wird.
Einmal in der Woche sind wir im Hallenbad, ansonsten im Ort. Auch die Hobbies finden vor Ort statt. Da haben wir bei der Haussuche schon drauf geachtet, denn ich will und werde kein Mamataxiunternehmen aufmachen.
Die Omas und Opas kommen uns tendenziell eher besuchen als wir sie, auch, weil die Kinder eher wild drauf sind und nicht jede Wohnungseinrichtung darauf abgestimmt ist.
Urlaube oder Kurzausflüge in die weitere Umgebung sind mit dem Auto und zunehmend auch ohne Doppelbuggy kein Problem mehr. Wir brauchen so gut wie keine spezielle Ausrüstung mehr, vielleicht Wechselkleidung und eine Ersatzwindel, aber sind ansonsten frei beweglich, besonders natürlich, wenn es draußen warm ist.

Kommunikation Die Zwillinge kommunizieren viel miteinander, auch nonverbal und suchen unsere Nähe, lachen, wenden sich uns zu, suchen von Anfang an viel Kontakt zu Minilama Die Zwillinge reden relativ viel, bei Weitem nicht auf Minilamaniveau zu der Zeit, aber sie verstehen und verständigen sich. Durch die Trotzphase ist es oft schwierig rauszufinden, was in dem kleinen Wutzwerg vorgeht und wie man das Leid lösen könnte, da das Sprechen dann zugunsten wüstem Geschrei aufgegeben wird. Aber wir Eltern lernen.
Beschäftigung/ spielen Die Babyzwillinge liegen viel auf ihrer Decke, entdecken Hände und Greiflinge, bleiben an einem Ort und sind dort zufrieden. Ich kann sie auch mal alleine lassen und die Etage wechseln, um eine Waschmaschine anzustellen. Ich bin sehr viel entspannter in der Babyzeit als mit Minilama, einfach, weil ich den Eindruck habe, ich weiß, was zu tun ist. Die Zwillinge sind extrem mobil, motorisch sehr ambitioniert, erklettern nahezu alles, probieren jeden Knopf und jede Schublade. Sie spielen viel mit Fahrzeugen, gucken Bücher, laufen Bällen hinterher, beobachten Tiere, balgen herum, und schneiden mit Vorliebe mit der Schere.
Man kann sie keinen Augenblick aus den Augen lassen.

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Dankbar

Manchmal vergisst man im Alltag ja das Wesentliche. Einfach weil es viel von allem zu tun ist. Aber vor ein paar Tagen war wieder einer dieser aufrüttelnden Momente, die mir noch einmal aufs Neue kla gemacht haben, wie dankbar ich eigentlich sein muss für all das Glück, das mir unverdient in den Schoß gefallen in.
Schon als ich mit meinen Zwillingen schwanger war, las ich von einer anderen Mutter, die in der 23. SSW eines ihrer Drillinge verlor und knapp 2 Wochen später die anderen beiden zur Welt brachte. Absolute Minibabies, die dann außerhalb des Bauchs zu stattlichen kleinen Kerlen herangewachsen waren. Deren ET war ungefähr da, wo unserer war. Geboren sind die Kinder aber Monate früher. Ich habe in der letzten Schwangerschaft wegen Zervixverkürzung und vorzeitiger Wehen ab 31+5 sieben Wochen gelegen und trotz starker Schmerzen und großer Angst um meine Kinder dann eine letztlich komplikationslose Schwangerschaft und eine Geburt zum errechneten Termin erleben dürfen. Meine Zwillinge sind weder Frühchen noch sind sie in irgendeiner Weise im Nachteil dadurch, dass sie sich den Bauch ihrer Mama teilen mussten. Von der Größe, Gewicht und geistigem Entwicklungsstand sind sie mindestens auf dem Stand gleichaltriger Kinder. Und dazu haben sie dann noch den Vorteil, dass sie zu Zweit sind, immer jemanden haben, der alles mit ihnen teilt, der zur Not andere Kinder in die Schranken weist/ beißt, haben immer jemanden zum Reden, wenn Schlafenszeit ist und jemanden zum Schmusen, wenn man sich einsam fühlt. Ich habe es ja schon öfters geschrieben: Die beiden sind oft grob zueinander, aber mindestens genauso oft auf ganz unscheinbare Art innig und liebevoll verbunden, dass man sich fast wie ein Eindringling vorkommt, wenn man diese Verbundenheit erspähen kann. Wenn einer dem anderen seinen Schnuller gibt, um ihn zu trösten zum Beispiel oder den anderen in den Arm nimmt, bin ich fast zu gerührt, um überhaupt noch was zu sagen oder zu tun. Da schleiche ich auf Zehenspitzen weg.

Letzte Woche als ich abends surfte, kam ich zum Kanal einer schwangeren mono-di Zwillingsmama. Ich las ein wenig und schaute ein bisschen bis ich an den Punkt kam, an dem sie einen ihrer Zwillingsjungen in der 24 SSW wegen FFTS verlor. Zwillingswagen aber schon gekauft und auch sonst komplett ausgestattet und total froh, dass sie bald Zwillinge hat. Ich war wie vom Donner gerührt. Und wütend auf die Ärzte und überhaupt. Obwohl ich ja im Grunde nichts weiß. Nur, dass die arme Mama etwas so Schreckliches erleben muss, das ich es keinem Menschen wünsche.

In meinem Büro hängt ein Spruch (und das, obwohl ich eine sehr nüchterne Person bin und dekomäßig sehr sparsam). Der heißt: „Twins. Two little blessings sent from above. Twice the smiles, twice the love“
Das sehe ich mir immer beim Telefonieren oder Nachdenken an. Und das „mother of twins Prayer“ hängt auch da. Das lese ich auch mehrmals täglich und muss oft schmunzeln über die Wallung, die bei uns herrscht.
Oft denke ich, die Wellen schlagen über mir zusammen. Weil zwei so viel mehr Unsinn machen als nur eins. Weil es auch oft so gefährlich ist, was die Kinder aushecken. Weil es oft so dicht ist hier, dass man kaum die 3 Minuten zum Zähneputzen hat und auf dem Klo schon richtig gestresst ist, weil man Angst hat, jetzt klettert wieder einer das Regal hoch oder schnappt sich wie auch immer was Gefährliches oder fällt mit dem Hinterkopf gegen die Fensterbank oder oder oder. Weil so ein übles Chaos herrscht und vier kleine Hände Schränke und Regale so dermaßen fix leeren, dass es mir die Tränen in die Augen treibt, weil sie meine Zahnbürste klauen und ankauen, weil sie ihr Spielzeug demolieren, weil sie Minilama büschelweise Haare ausreißen, sich bis aufs Blut beißen und im vollen Windelmülleimer herumspielen. Weil sie Licht an-Licht aus spielen bis das Kabel verschmort oder am Klodeckel herumspielen bis er lose ist und auch noch das Rohr tropft. Weil sie nicht an der Hand gehen wollen und auch nicht im Buggy sitzen bleiben. Weil sie Reißverschlüsse auch wieder aufkriegen und dann auf einmal Jacke, Mütze, Tuch und Schuhe wieder ausgezogen haben und man eben nicht jetzt raus gehen kann, sondern wieder von vorne anfangen muss und noch eine volle Windel zusätzlich wechseln muss.
Und dann will ich oft nur noch weinen, weil alles so viel ist und weil ich mich alleine fühle und so kraftlos bin. Zwei Hände und dieses ganze Chaos. Besonders jetzt, wo die Küchen abgebaut sind und wir keine Garderobe mehr haben, sondern nur noch Unordnung und Herumliegendes ist oft die grenze dessen erreicht, von dem ich meine aushalten zu können.
Und das liegt nicht an meiner Schwäche oder daran, dass ich überfordert bin. Das liegt daran, dass es eben zwei Kinder sind. Und dass sie gleich alt sind. Und dass sie schlau und findig sind und klug und überaus interessiert an ihrer Welt. Da lasse ich mir auch von überengagierten Einlingsmamas keinen Knopf an die Backe nähen.
Ich bin zunehmend davon überzeugt, dass Zwillinge zu haben definitiv nicht was für alle Frauen ist. Viele sagen das ja auch deutlich. Dass sie keine zwei auf einmal wollen, dass sie regelrecht froh waren als beim kommenden Ultraschall nur noch ein Kind da war. Oder dass sie sich betrogen fühlen um die vielen Sachen, die man mit einem Einling tun kann, aber eben nicht mit zwei im gleichen Alter. Oder dass ihnen Schwangere leid tun, die auch Zwillinge kriegen. Dass es ihnen zu teuer wäre und dass sie beim Hausbau so nicht geplant haben. Hier gibt es sehr viele Mehrlinge, ich kenne wirklich viele Familien mit Zwillingen und alles das habe ich schon im direkten Gespräch gehört.
Ich bewerte das gar nicht. Gefühle kann man nicht beurteilen.
Aber für meinen Teil weiß ich eins: Seit dem Tag, den dem ich die zwei bubbernden Herzchen auf dem Ultraschall gesehen habe, ist für mich ein Lebenstraum wahr geworden. Ich kann mir kaum was Schöneres vorstellen, als diese Kinder beim Großwerden zu beobachten und zu begleiten. Minilama, meinem ersten und damit mir am innigsten verbundenen Kind, hätte nichts Besseres widerfahren können als diese Geschwister zu bekommen (und umgekehrt). Diese beiden Süßen-Verrückten haben uns wirklich noch gefehlt zum Glücklichsein.
Und ich erlebe es an mir an jedem Tag aufs Neue: Man wächst an seinen Aufgaben. Dieses Bewusstsein ist in mir seit ich weiß, dass wir Zwillinge erwarten. Ich habe keine Sekunde gezweifelt, dass ich das hinbekomme und dass ich es gut hinbekomme – und das obwohl ich so oft stark an mir zweifele und hart mit mir ins Gericht gehe. Was das angeht, bin ich mindestens  genauso überzeugt von mir wie ich es damals war als ich mich für meine Ausbildung beworben habe.
Auch wenn ich mir wünsche, besser, schneller zu lernen, klüger mit den Umständen umgehen zu können, rationaler auf Widerstände zu reagieren, irgendwie näher an der Person zu sein, die ich mir als erwachsenes Ich  vorgestellt habe, bin ich schon so unglaublich weit gekommen in meiner Erziehungsbegleitung.
Ja, ich bin sehr oft stolz auf mich, wie ich mit meinen Kindern umgehe, was ich ihnen ermögliche, welche Entwicklungschancen ich ihnen biete und das alles trotz der Tatsache, dass es drei Kinder unter fünf Jahren sind, dass ich vollzeit arbeite und auch wieder schwanger bin und dass das Haus nicht die ideale Komfortzone bietet. Meine Kinder sind so selbstständig und autonom, so wendig und lebensklug, kennen ihre Bedürfnisse so genau und kommen in ihrem Alltag weitgehend ohne meine direkte Übermamaeinmischung weiter, dass ich oft staunend daneben stehe, wie klasse sie doch sind. Ich bin dankbar  für dieses Geschenk und wachse täglich ein Stückchen mit ihnen. Was Besseres hätte mir nie im Leben passieren können.

Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass

Im Sommer denke ich oft, dass das heiße Wetter uns allen aufs Gemüt schlägt. Dann fahren alle total risikoreich, sind schnell gereizt, alle wollen nur noch weg. Woanders hin als da, wo sie gerade sind. Also ins Freibad zum Beispiel. Alles ist zu eng, zu dick, zu wärmend. Hitze macht uns wirr im Kopf. Chemische Reaktionen laufen ja bei höherer Temperatur auch schneller ab, erinnere ich aus grauer Chemievorzeit.
Im Sommer sind meine drei Schätze grundsätzlich gut drauf, aber das heimgehen zu Fuß an der gleißenden Straße ist oft eine Qual für uns alle. Und ich wäge ab, Ob ich das Auto für die 2 Kilometer nehmen soll, besonders, wenn es den ganzen Tag in der Hitze stand und ich die Klimaanlage gar nicht hoch genug einstellen könnte, ums kühl zu haben. Einmal, da waren die Zwillinge noch kein Jahr als, habe ich die armen Würmchen mitten in der Stadt bis auf die Bodies ausgezogen. Ich hatte sie einfach zu warm eingepackt und sie weinten nur noch. Ich ging den Restweg rückwärts, damit die Sonne die beiden nicht direkt in die Äuglein scheint. (Das riesige Zwillingsschiff hatte keine schwenkbare Schiebestange) Minilama und ich tranken bestimmt 1,5 Liter auf der Strecke. Daheim gabs erstmal ein Fußbad, warmen Minztee (besser als Eiskaltes) für uns alle. Was Ähnliches erlebe ich immer wieder, wenn es regnet. Bei mir und auch bei den anderen Mamas.
Jetzt im Herbst regnet es bei uns meistens nachts und am frühen Morgen. Ich bin schon ein paar Mal wieder umgekehrt, um doch das Auto für den Kitaweg zu nehmen. Nicht, dass wir aus Zucker wären, aber strammes Nieseln durchnässt komplett, wenn man 20 Minuten unterwegs ist. Und die Babylamas sind schon in dem Alter angekommen, wo ein Plastikregencover arg stört und ein bisschen Angst macht. Die beiden stecken immer ihre Köpfe raus. Auch das Verdeck mögen sie gar nicht. Wenn ich es mal bei Kälte über die klappen will, um den Wind etwas abzufedern, meckern sie. Sie mögen es nicht. Und wenn sie dann mit dem Regencover spielen, sind sie bei Nieselregen so richtig nass. Bei Minilama war es genau das gleiche. So unter einer Plastikhaut zu sitzen, ist aber auch eher unangenehm, ich kann es total verstehen. Minilama hat ab einem gewissen Alter selbst einen Schirm über sich gehalten. Aber mit zweien klappt das nicht so richtig. Eigentlich bräuchte mal da zwei Schirme, aber das verleitet zum ausgelassenen Spiel (also wieder Nässe) oder es tropft zwischen den Schirmen durch auf die Kinder.
Alles nicht so ideal. Außerdem regnet es ja auch immer schräg und ein Schirm hält nicht gut was ab. Regenkleidung haben wir keine, also diese Plastikhosen – auch weil ich bisher selbst noch nie Regekleidung hatte, in denen ich nicht mehr geschwitzt habe als sonst war. Mal abgesehen von der Ökosache und den Giftstoffen.
Wenn es regnet gebe ich zu, steigt mein Puls. Dann müssen wir erstmal runter ans Auto, dann alle 3 im Regen ins Auto schaffen, selbst nass werden. Da fängt es schon an. Ich bin ja total gern im Wasser, wenn es uns Schwimmen geht, aber im kalten nassgeregnet zu werden, macht mich total mürrisch.
Und dann habe ich ja zumindest 2 Kinder, die sich am liebsten in der Pfütze suhlen würden (die Kleinen) und einen Pechvogel, der irgendwie immer öfter an Regentagen in die Pfütze tritt oder fällt. Im Grunde wäre das doch kein Problem, aber ich werde nahezu verrückt beim Gedanken, dass die Kinder nass in der Kita ankommen könnten. Alles Wegatmen und Entspannungsversuche gelingen nicht. Ärgerlich eigentlich.
Aber wenn ich das in den Griff bekommen wollte bräuchte ich einen kompletten Ersatzsatz Kleidung für 3. Habe ich für die Kleinen in der Kita, das geht also. (An Minilamas Sachen kommt man vor 8 nicht dran, weil da noch abgesperrt ist) Ausnahme sind Schuhe und Winterjacken. Natürlich haben wir von allem mehr als genug, aber irgendwie dann doch nicht. Dann ist mal was ihn der Wäsche oder wie aktuell: alles ist durch den Rohrschaden in einem chaotischen Partyraum verteilt.
Ich denke mir manchmal, ich sollte noch mehr Ersatzzeugs und Notfallequipment haben. Das würde mich doch entspannen. Aber auch total belasten, dass weiß ich auch. Wo sollte denn das alles hintun und wie oft würde ich es realistisch brauchen? Also wie oft sind die Kinderschuhe wirklich in der Kita morgens so nass, dass ich andere brauche? Oder die Winterjacke so durchnässt, dass ich sie wieder mit heim nehmen muss? Aber wenn es dann so schüttet und die Baustellenwege vor der Kita mit Aquaplaning und Schlamm verschmutzt sind, dann wird mir anders. Ob ich alle 3 hintereinander von der Straße an die Kita bringen soll denke ich mir dann. Aber die Aufsichtspflicht lässt mich das dann sein lassen. Und einfach das Nasssein ignorieren und abgeben, geht auch nach hinten los. Unsere Erzieherinnen können nämlich total gut Dinge sein lassen. Sie wickeln frühestens um 8.10, wenn alle in den Gruppen sind z.B. oder wechseln wenn überhaupt erst dann die Kleidung. Es ist ja auch viel los in der Gemeinschaftseinrichtung. Und die „Dreistigkeit“ zu sagen: Guten Morgen, da sind wir. Mein Kind hat die Hose voll, bitte wickeln.“ „Oder mein Kind ist nass, bitte umziehen. Tschüss bis um 5.“ Hab ich einfach nicht. Ob das ein Makel ist, weiß ich nicht. Zumindest kann ich nicht guten Gewissens gehen, wenn einer nass ist und ich das genau weiß. Ich wäre ja auch gerne trocken – und zwar jetzt und nicht in 40 Minuten -, egal wie sehr ich nicht gehört habe als es hieß, ich soll kein Pfützenbad nehmen. Das war ja eben und jetzt ist alles nass und kalt.
Und so habe ich heute allen dreien ihre Rucksäcke gegeben und mir selbst die Windel-Wechselwäschetasche umgeschlungen. Und Minilama und ich haben je 1 Zwilling an der Hand über die Baustellenstraße zur anderen Baustellenstraße geführt (wird grade viel gebaut an der Kita). Da gingen die Schleusen so richtig auf von oben. Zwilling 1 wollte balancieren. Nur leider war der an Minilamas Hand und ein kleines Kind beim Balancieren absichern kann Minilama, so toll es auch ist, natürlich nur dann, wenn es nichts abzusichern gibt. Aber da es rutschig und dunkel war und außerdem coole Baumaschinen unterwegs waren, ist Zwilling 1 nicht gerade gegangen und entsprechend in die Pfütze neben dem Mäuerchen geplumpst. Keine Verletzungen zum Glück, aber nass war er natürlich schon. Wie sehr war nicht zu erkennen. Dann habe ich Minilama aus der Pflicht entlassen, zumal wir ja die Straße schon überquert hatten und ich gut alle beide nehmen könnte. Das arme Kind war schon deprimiert, dass der Balancierversuch so ins Wasser gefallen war. Beim Übergeben ist Zwilling 1 dann irgendwie auf die Knie gefallen/gerutscht. Das ging zu schnell, ums genau zu erklären. Eine Mischung aus Unwillen und Nichtgutsehen in der Dunkelheit um 7.30 wird es gewesen sein. Just in dem Moment höre ich eine andere Mama die Straße wecken, da ihr Kind (Minilamas Kumpel) nicht willens zu sein scheint, vom Auto den Weg in die Kita zügig zu nehmen. Und da Unstimmigkeiten gern mal der genaueren Überlegung bedürfen, erwägt das Kind, sich auf die Straße zu setzen. Ich betone: Um uns herum Baustellenverkehr und mittlerweile richtiger Regen. Die arme Mama hat gut gemeckert und gebrüllt. Ob das angemessen war, kann ich nicht sagen. Ist ja nur ein Kind. Aber ich war mit Minilama auch überforderter als mit allen dreien jetzt. Von daher, man weiß es nicht. Das Doofe an der Sache: Freezing bei Minilama. Beobachten geht am besten ohne Bewegung. Stop and stare – eine Haltung, die auch ich als Kind gern eingenommen habe, manchmal auch noch heute, wenn ich alleine unterwegs bin. Nur leider hat es doll geregnet und der Wind pustete uns die Kapuzen von den Köpfen. Also auch von meiner Seite eine deutliche Verhaltensanweisung ans Kind. Und ich dachte direkt, hoffentlich ist das Kind jetzt nicht irritiert und tritt in eine Pfütze – auch sowas, das ich gern mache. Verwundert aufschrecken aus der Bewegungslosigkeit, einen Schritt tun und mitten in einer Pfütze stehen. Aber Minilama ist ja zum Glück sehr fix und kennt sich aus. Das Pfützentreten blieb heute komplett aus. Die Zwillinge haben auch keine Lust mehr gehabt in der nassen Kälte rumzustehen und fanden wohl auch keine ansprechende Pfütze zum rein hopsen. Außerdem bündelte das andere Mama-Schauspiel das Interesse dermaßen gut, das ich meine kleine Herde bis auf die eine Ausnahme trocken ins Gebäude bekam.
Was das Ausziehen in der Kita selbst angeht, bin ich mittlerweile verwöhnt. Minilama macht alles komplett alleine, hilft den Erzieherinnen auch noch beim Tisch decken und allem, was sonst anfällt, bringt mir die Warnweste (ich sage ja: Baustellen ohne Ende an der Kita, wir tragen jetzt alle Warnwesten für die 150 Meter) und wenn nötig auch die Handschuhe an den Wagen und läuft fröhlich in die Auffanggruppe.
Zwilling 2 zieht sich meist schneller aus, und ist direkt hinter Minilama in der Gruppe. Mittlerweile setzen die Kleinen sich auf die Bank im Flur und fangen mit den Mützen an, sodass ich die Rucksäcke und den anderen Kram (und das ist immer einiges) in die Gruppe bringen kann. Echt klasse.
Ich verstaue dann immer die ganzen Sachen einigermaßen ordentlich. Und da Zwilling 1 nicht so nass war wie befürchtet, aber auch nicht trocken genug, entschieden wir uns im Dialog für eine andere Hose. Dieses im Dialog sein klappt auch immer öfter mit den Zwillingen. Die Kinder lassen sich öfters auch auf Deals wie „erst putzt du deine Zähne, dann ich“ oder „Soll ich deine Schläppchen anziehen oder willst du, dass eine Erzieherin hilft?“ ein – und das Abgeben endet nicht mehr so oft in einem bockenden trotzigen Kind, das tretend der Erzieherin übergeben werden muss.
Trotzphase 0: Mama 1. Tolle Tage sind das. (Die anderen blende ich mal galant aus).
Morgen bitte keinen Regen, ok? Dann können wir relaxed zu Fuß gehen, müssen keine 25 Minuten vor der Kita warten (waren ja so fertig, dass wir hätten gemütlich zu Fuß gehen können und angezogene Kinder entkleidet man nicht nochmal, um später los zu gehen), nicht noch am Auto rum werkeln müssen und alles mit Bedacht in die Kita bringen können.
Und morgen gibt es dann fürs arme Minilama auch die neuen Schläppchen. Die alten sind zu klein, übergangsweise gab es heute Rutschsocken. Aber morgen dann die neuen, schönen in 31/32. Pololos fallen ja auch klein aus oder so.