Alltagsästhetik: Herzig

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

 

Während ich eine Email tippe, streifen meine Augen ein wenig umher. Multitasking. Und ich sehe plötzlich ein Herz im Kabelsalat.

Alltagsästhetik: Einhornliebe

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

Minilama wird bald 5. Und es wird ein schönes Fest geben. Mit Einhörnen natürlich. Die kann man sich bei der Party zähmen. Soweit meine Idee, um bei den Spielen ein bisschen Motivation und roten Faden zu geben. Letzte Woche haben wir die Einladungen vorbereitet. Die sehen genauso aus wie diese Einhornköpfe. Und da kamen wir drauf, dass man ja auch ein reales Einhorn braucht, das man dann gezähmt hat und nicht nur irgendwas Theoretisches. Und da Minilama bei mir aktuell die Stickfreude entzündet hat (wir sticken öfters mal Stickkarten zusammen oder machen Sticken ohne Nadel), hab ich mich dran gesetzt. Und auch  an die kleinen Geschwister der Gäste gedacht.

Alltagsästhetik: Seelenstreichler in schweren Zeiten

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.
Ich bin noch im Wochenbett. Bald ist die OP drei Wochen her. So schlecht wie aktuell ging es mir noch nie im Leben. Ich hatte auch noch nie eine OP und war immer auf den Beinen. Ich bewege mich gerne und viel und auch, wenn ich krank bin, bin ich eigentlich immer ein bisschen an der frischen Luft unterwegs gewesen.
Diese ungeplante BauchOP ist natürlich was ganz anderes als das bisher Dagewesene. Ich liege viel, habe Schmerzen, bin dünnhäutig und mir fehlt es so sehr, draußen zu sein. Ich bin außer maximal 10 Minuten am Tag durchgehend im Haus, durchgehend in einem Raum. Krank und schwach zu sein zu einer Zeit, wo die Familie einen besonders braucht, wo alle Hände nötig wären, wo Normalität so wichtig wäre, empfinde ich als sehr belastend. Ich fange jetzt gar nicht davon an, wie es ist, eine so große Narbe zu haben, die oberhalb des Schnitts auch noch geschwollen ist, sodass mir da vielleicht eine nette Fettschürze bleibt und das bei 55 Kilo bei 1,78 m. Wobei die 55 Kilo auch eher eine nette Anekdote sind, da ich noch immer bei 60 Kilo stehe und noch weniger zu essen, einfach nicht drin ist.
Auch sage ich nicht viel darüber, dass ich auch gern eine Hausgeburtsmama wäre, die das Kind schnell und verletzungsfrei gebiert und gleich erfolgreich anlegt. Und tags drauf einen netten Familienspaziergang machen kann. Oder über die Mamas, die wegen BEL heiße Tränen weinen und wo dann im Krankenhaus beim US alles ok ist und das Kind sich gedreht hat – von denen ich auch keine bin.
Bei mir nichts dergleichen. Immer starke Blutungen oder Verletzungen oder dieses Mal eben der unvermeidbare medizinisch notwendige KS. Nichts von leicht gebären, nichts von intuitivem Stillen. Anstatt dessen sekundärer Milcheinschuss ohne Milch und mehrmals Abstilltabletten und wochenlag literweise Salbeitee trinken.
Dann auch noch das ans Haus gefesselt sein, kein Auto fahren können, außer einer geliehenen lila Jazzpants keine Hose haben für 2 Wochen, eine Haushaltshilfe von der Kasse haben, was natürlich schön ist, aber man hat auch immer wen im Haus, was anstrengend ist, ständig um Hilfe bitten müssen, um die Kinder aus der Kita zu holen, Minilama 3 Tage krank mit Fieber, davon zwei zuhause, und das mit Säugling und Influenzafall in der Kita, anstelle am Familientisch auf der Couch sitzen müssen, weil die abholende Hilfe mit den Kindern am Tisch isst und wie selbstverständlich meinen Sitzplatz einnimmt. Andere haben ihre Hände in meiner Unterwäsche, in meinen Slipeinlagen, in meinem Wochenbettmüll, benutzen mein Handtuch, tragen meine Schuhe, müssen rasch was ins Bad bringen, wo ich aber grade auf Toilette bin. So viele kleine und größere Grenzüberschreitungen. Nach meinem Befinden wird nicht gefragt, aber mitgeteilt, dass mein Auto sich bei Schnee schlecht fährt oder dass die Zwillinge sich nicht benehmen können. Und aktuell gefühlt kein Ende in Sicht. Nächste Woche machen die Großen bei einem Lauf mit, ist ein Kleiderbasar – ich gehe aktuell nicht davon aus, dass ich dabei sein kann, obwohl alles im Ort ist. Andere sind auch nach dem KS deutlich aktiver, mir kommt es vor, dass nur ich so ausgebremst bin.
Ich tue mir leid, ich bin wütend, ich schäme mich wegen der Niederlage Kaiserschnitt. Immer wieder mal. Und ich will endlich meine Ruhe als Kernfamilie, will nicht eine öffentliche Familie sein, mit Hebammenbesuch abends nach 19.00 Uhr und aufgewühlten Kindern, die wie verlorene Seelen umhertoben. Ich weiß nicht, wie chronisch kranke Menschen das aushalten. Vielleicht sind die geduldiger, sicher haben sie empathischere Hilfen, ich hoffe es zumindest.
Und doch immer wieder Lichtblicke. Noch im Krankenhaus: Die Ärztin, die die Narbe genäht hat, kommt an einem Tag zur Visite und ist sichtlich begeistert von der Narbe (die bei BEL übrigens größer ist als bei Wunschkaiserschnitten) und bezeichnet die Narbe enthusiastisch als „gut gelungenes Artwork.“ So muss man es sehen und einfach höhere Slips und Bikinihosen kaufen gehen und sich im Schwimmbad einfach etwas rascher ins Handtuch wickeln. Wird schon. Ich merke es jeden Tag mehr, wie ich über die Narbe hinwegsehen kann, wie ich sie regelrecht vergesse. Damit habe ich nicht gerechnet. Sie ist aber auch wirklich schön für eine Narbe und schön tief gesetzt.

Als meine Brust endlich wieder auf das übliche AA zurückgeschrumpft war und die höllischen Druckschmerzen nachgelassen haben und ich wieder den SportBH abnehmen kann, sagt die Hebamme überzeugt: „Das ist eine wirklich schöne Brust.“ Stimmt. Gut, dass wieder alles normal ist.

Die Haushaltshilfe kommt am ersten Arbeitstag von Alphalama mit ihrer Chefin zum Kennenlernbesuch und um letzte Absprachen zu treffen. Die Sachbearbeiterin guckt sich um und sagt „Das ist aber ein gut geführter Haushalt.“ Auch das stimmt, wenngleich meine hausfraulichen Fähigkeiten aktuell wieder übel in Frage gestellt werden. Das sollte mir egaler sein als es ist. Alphalama und ich sind Teil der 1,6 % der Eltern, die beide Vollzeit arbeiten gehen. Und da gibt es keine „Hausfrau“.

Die Zwillinge haben es aktuell schwer. Mitten in der Trotzphase bräuchten sie stabile Bezugspersonen, klare Regeln, eine wirkliche Klarheit. Das geht im Moment nicht so, wie ich mir das wünschen würde, die Kinder drehen ziemlich auf und sind schwer zu bändigen. Ich habe auch den Eindruck, dass andere nicht so gut auf die Kinder eingehen können mit ihren Bedürfnissen, wie wir als Eltern es können. Gestern gab es ein feines Abendbrot mit Obst und Gemüse aus der Biokiste und Miniwürstchen. Die Aufteilung lief nicht so ideal und es gab ein wenig Wallung und Gemecker. Da steht Zwilling 1 auf (trotz Gemecker) und geht zu seinem Geschwister und gibt ein Stück Würstchen ab. Ganz selbstverständlich. Da wusste ich: Die Kinder kommen weiter, sie schaffen es, auch wenn sie aktuell nicht die Art von Zuwendung bekommen, die sie eigentlich verdienen und brauchen würden.

Alltagsästhetik: Geburtsgeschenke

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

 

 

Wenn bei uns ein Baby (oder zwei) geboren werden, bekommen die Großen ein besonderes Geschenk. Das ist etwas, das es normalerweise eher nicht geben würde und von dem wir annehmen, dass die Kinder es absolut genial finden werden. Minilama bekam vor 2,5 Jahren beispielsweise ein riesiges Plüschpferd , das nach wie vor täglich bespielt und  geherzt wird (es hat vorher bei einer anderen Familie gewohnt und erhält nun bei uns das Gnadenbrot, die Schutzgebühr für Finn Fohlen betrug 5 Euro). Auch dieses Mal habe ich voll ins Schwarze getroffen, selbst genähtes Einhorn und Parkgarage mit Sound, die andere Kinder aussortiert haben und für 10 Euro verkauft haben (wie gesagt, würde es normalerweise definitiv nicht geben) kommen mehr als gut an. Und erleichtern ein bisschen den Übergang ins neue Leben im veränderten Familiengefüge. Dazu gabs Pins  Shirts und je ein Buch alles über die Zeit des Klinikaufenthalts verteilt, damit der Abschied nicht so schlimm wird. Gerade Zwilling 2 hatte damit zu kämpfen und wollte, dass die Mama mit heim kommt, notfalls auch ohne Babylama. Zwilling 2 hat es ja auch am schwersten, ist nicht mehr das jüngste Kind.

 

Alltagsästhetik: Feine Backwaren

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

 

Das Auge isst mit, nicht wahr? Die Kinder waren außer sich und lecker waren die beiden auch noch.