Leben mit Zwillingen: Heute und vor 28 Monaten

Unsere Zwillinge sind seit 28 Monaten bei uns. Babylamas kann man die schon länger nicht mehr nennen. Als Minilama 28 Monate alt war, war es schon großes Geschwisterchen und hatte die Babylamas auf dem Schoß, trank ihnen die Milch weg und probierte ihre Sauger aus.
Zwillinge zu haben ist eine wunderbare Sache und ein großes Geschenk.  Ich habe mir schon immer Zwillinge gewünscht. Als der Wunsch dann wahr wurde, war ich mir nicht sicher, ob ich mir das gewünscht hatte, weil ich tief in mir geahnt habe, dass ich mal Zwillingsmama sein würde (also irgendwie vorhersehend) oder ob diese tiefe Wünschen auf irgendeine Weise die Wirklichkeit beeinflusst hatte.
In jedem Fall kam es mir unwirklich vor, dass aus meinen „wir bekommen sicher Zwillinge“ Witzen dann eines Tages Wirklichkeit wurde. Dieser Erstschock über den Kindersegen, den manche Eltern verspüren, habe ich einfach übersprungen und war erst total froh und später dann immer wieder ganz besorgt, ob mein Wunder auch in Erfüllung gehen würde.
Zwillingsmama zu sein ist vielfältig. Oft ist es  total witzig und amüsant,  da die Menschen oft auf so skurrile Weise auf Zwillinge reagieren. Manche Zwillingsmamas erwägen ja deshalb auch, einen Klingelbeutel an den Wagen zu machen, um für jeden dieser witzigen Sprüche auch gleich eine Spende einzusammeln. Je nachdem, was zuhause gerade los ist, ist es auch nervig, da man so sehr in die Öffentlichkeit gerät und viele Menschen sich einbilden, besser zu wissen, was die Kinder gerade brauchen und sich ungefragt einmischen oder – was mich auch sehr geärgert hat – meinen, man sei zu schwach und zu zerbrechlich und ungeeignet für das eigene Leben, dass man nun karitative Unterstützung benötigt. Eine andere Erscheinung davon ist es leider, dass man echt oft angeglotzt wird, wenn man entweder unterwegs ist oder sich gerade mit was Schwerem abmüht.
Meistens ist es super schön , so süße und tolle Kinder zu haben und beobachten zu dürfen, wie sie aufwachsen und ich würde nicht tauschen wollen. Oft denke ich mir, gerade aktuell in der Trotzphase, dass diese Trotzphase mal zwei schon eine Nummer für sich ist, von der ich gern ab und an mal eine Pause haben möchte und auch den Kindern gern für eine kurze Weile die ganze Wut über die eigenen Grenzen ersparen würde.
Das Leben mit unseren Zwillingen hat sich seit ihrer Geburt ziemlich verändert. Die Zwillinge, die kleinen autonomen Anarchiekinder, ja auch. Es lohnt sich also, mal genau zu schauen, wie die Basics, die Alltagsdinge sich so verändert und entwickelt haben. Alltag mal zwei – das heißt natürlich auch doppelt so viele Fläschchen, doppelt so viel Brei kochen, doppelt so viele Kleider besorgen und waschen, doppelt so viele Stoffwindeln waschen, doppelt so viel einpacken, wenn man mal raus will.
Aber wie hat sich unser Leben eigentlich verändert seit wir die Babies begrüßen durften?
Hier ein kurzer Überblick über alle Dinge, die einen täglich so betreffen:

 

Frisch geschlüpft und die erste Zeit zuhause Mit 28 Monaten
Ernährung Die Zwillinge sind Flaschenkinder. (Wer dazu mehr wissen mag, einfach im Archiv stöbern oder den Links folgen).

Es war einiges an Ausrüstung nötig, um die hungrigen Gesellen zufrieden zu machen. Die Kinder haben rasch im Schnitt 8 Fläschchen Pre-Milch am Tag getrunken. Mindestens 15 Glasfläschchen und passende Sauger, ein guter Vaporisator, ein Thermometer und Thermosflaschen, haben wir gehabt.
Täglich wurde mehrmals gespült und vaporisiert, alles neu vorbereitet, eingefüllt, Wasser gekocht usw. Wichtig ist es, ständig dran zu bleiben, damit nicht auf einmal keine sauberen Fläschchen mehr vorhanden sind, denn wenn die Kinder hungrig sind, ist der Vaporisator, egal wie toll er ist, immer zu langsam. Von wegen „Ruhen, wenn das Kind ruht“. Hier ist eher angesagt, sobald die Kinder ruhen, die Flaschen wieder einsatzbereit zu machen und neues Wasser abzukochen und auf 40 Grad abzukühlen.
Beschaffungsprobleme gibt es öfters mit dem Milchpulver, das kennen Mamas, die nicht stillen können. Hier herrscht zwischendurch regelrechter Mangel im Handel und man darf, wenn was da ist,  nur 3 Pakete pro Haushalt mitnehmen. Unser DM ist aber so kulant, dass wir pro Kind 3 Pakete kaufen dürfen und ich somit nicht ständig die Angst haben musste, dass wir morgen nichts zum Füttern haben.
Täglicher Verbrauch im Schnitt: 1 Paket Milchpulver.

Unterwegs ist natürlich entsprechend eine größere Logistik nötig, um die Kinder zu ernähren. (siehe „Unterwegs“)

Essen die Zwillingslamas alles, was auf den Tisch kommt. Auch in der Kita sind meine beiden die Topesser. Sie haben guten Appetit, honorieren die Kochkünste des Kochs, mögen nahezu alles gern. Sie essen gute Portionen und machen uns was das angeht keine Probleme. Unterwegs ist das natürlich genial.
Schlafen Die Zwillingslamas schlafen als Babies relativ gut. Sie sind in Wiegen in unserem Zimmer untergebracht, wo wir sie auch füttern. Meist hat einer eine gute Nacht, der andere eine eher schlechte Nacht. Gegenseitig wecken sie sich nie, auch tagsüber nicht. Das verwundert Außenstehende immer wieder.
Nach dem Fläschchen schlafen sie  immer schnell wieder ein. Wickeln mussten wir schon mit 6 Monaten nachts nicht mehr, auch weil Alphalama mit Beikoststart die nächtlichen Mahlzeiten konsequent ausschleicht.
Wir Eltern sind die meiste Zeit relativ ausgeschlafen.
Wann das Schlafen schwierig wurde kann ich nicht mehr sagen. Aber es ist ein schwieriges Thema. Wir waren lange so froh, dass die Babies besser schlafen als Schrei-Minilama  und über vieles hinweggesehen. Das hat allerdings mit 14 Monaten zuverlässig geschlafen.
Das tun die Zwillinge nicht mehr. Zwilling 1 schläft meistens gut, braucht 2-3-mal den Sauger nachts, wenn er ihn im Schlaf verliert. Zwilling 2 schläft ähnlich leicht wie Minilama, wacht oft weinend auf, steht dann auf, legt den Schlafsack ab, weckt auch seine Geschwister, kommt zu uns ins Zimmer gelaufen, schläft regelmäßig die zweite Nachthälfte bei uns im Bett.
In guten Nächten muss Alphalama 3-mal raus, in schlechten sind wir Eltern bis zu 10-mal auf den Beinen. Ab 5.00 Uhr ist eigentlich immer Schlafende und der Tag beginnt.
Wir Eltern sind regelmäßig in einem Zombimodus unterwegs, was dazu führt, dass unsere Geduld oft rasch aufgebraucht ist.
Gesundheit Bis auf  eine wiederkehrende chronisch-obstruktive Bronchitis mit Diagnose hyperreaktibles Bronchialsystem, besonders  im ersten Herbst und Winter bei Zwilling 1 alles ok. Zum Glück hatte der Kinderarzt in der Klinik nicht recht behalten als er meinte, dass wir uns noch Öfters (zumindest in dieser Sache) sehen werden.
Irgendwie ist es mir trotz aktivem Achten darauf nicht geglückt, dass der Hinterkopf von Zwilling 1 schön rund bleibt. Ich habe die beiden echt gewendet wie die Hähnchen und geschaut, dass keiner eine spezielle Seite beim Nebeneinanderliegen hat. Das ist so ein Zwillingsproblem. Ich hatte die Schwierigkeiten klar, dennoch hatte das Baby von Anfang an eine Lieblingsseite. Eine Mama aus dem Rückbildungskurs hatte dann ein Kissen in der Tragewanne ihres Wagens, die gab mir dann den Tipp, ein Lagerungskissen anzuschaffen. Wir haben dann beiden Kindern eins gegönnt und es hat sich gut ausgewachsen. 100 % weg ist es leider nicht, aber durch die Haarpracht wird es verdeckt. Da hatte ich lange dran zu knabbern, dass mir sowas „passiert“ ist, aber weder Kinderarzt, noch der Oberarzt in der Klinik noch ein spezieller Orthopäde, von ich das Kind dann hingeschleift habe, war sonderlich von meinen Horrorszenarien überzeugt.
Kitakrankheiten wie Bindehautentzündung, Mund-Hand-Fuß-Krankheit oder Magendarmerkrankungen. Und Fieber wegen dem Zahnen.
Im Grunde aber die normale Abhärtung, die jedes Kitakind durchmacht, leider mit einer Häufung von Magen-Darm-Infekten, die uns dieses Frühjahr einmal in die Klinik brachte und beim Gesundheitsamt meldepflichtig werden ließ. War aber im Rückblick alles halb so wild.
Pflegen und Wickeln Die Zwillinge sind sehr wenig gewaschen worden, um die empfindliche Haut nicht zu reizen. Geduftet haben sie trotzdem immer total toll.

Wickeln war eine wahre Wonne. Besonders nach dem ganzen Ärger mit Minilama, das monatelang das Wickeln sehr abgelehnt hat und viel getobt hat, war das Wickeln immobiler süßer Knöpfe eine echte Freude. Ich habe es sehr genossen, jedes Mal. Wir wickeln die ersten 2 Lebensjahre ausschließlich mit Stoff. (Für mich eine Herzensangelegenheit und eine Kompensation, dass ich den Kindern keine Muttermilch bieten konnte.)

Die Zwillinge werden einmal in der Woche im Hallenbad nach dem Schwimmspaß gewaschen. Machen wir auch mit Minilama so. Hat sich für uns bewährt, da wir Eltern wenig Ärger damit haben und die Kinder es gut finden.
Das Wickeln ist eher problematisch. Seit wir das Stoffwickeln in der Kita (auf Druck der Kita) aufgeben mussten, wollen die beiden auch zuhause die Prozedur mit den Höschen- oder gar Bindewindeln nicht mehr erdulden. Außerdem haben beide eine wirklich gesegnete Verdauung und trinken auch überdurchschnittlich viel. An guten Tagen macht jeder bis zu 5 Windeln mit was Größerem voll, und läuft auch noch 2-mal wegen Pipi aus. Auch mit den Wegwerfprodukten, auch mit Markenwindeln. Zwischendurch ging es mit dem Toilettengang mal recht vielversprechend los, das ist aktuell aber wieder zurückgegangen.
Das Windeln anlegen ist ein mühsames Geschäft, umso ärgerlicher ist es dann natürlich, wenn sie kaum 30 Minuten sauber und trocken halten.
Unterwegs sein Der Aktionsradius mit den Babylamas ist sehr klein. Im Grunde ist es unser Ort und das Nachbardorf, wo Minilamas Kita ist. Die Zeiten außer Haus sind so geplant, dass man nach dem Fläschchen rausgeht und zum nächsten Fläschchen wieder heimgeht. Ich bin kein Fan davon, den halben Hausstand mit zu nehmen und auch grundsätzlich der Meinung, dass zuhause und nicht unterwegs gegessen und getrunken wird., da wir ja alle nicht am Verhungern sind. (sehen die Kinder manchmal anders…)
Dennoch waren wir täglich mehrmals draußen, allein zum Kitagang zwei Mal  (knapp 7 Kilometer Weg). Das Auto habe ich alleine in den ersten 8 Monaten nie genutzt mit den Kindern, weil mir das Ganze mit den Sitzen und dem bewegen von zwei Nichtläufern ab Parkplatz zu anstrengend war. Dafür ist das Zwillingszeugs zu schwer, zu wuchtig, zu wenig wendig.
Das Anziehen und in den Kinderwagen bringen und später wieder hoch holen ist körperlich anstrengend und bedarf organisatorischer Fertigkeiten. Außerdem muss man extrem schnell sein, denn der Arbeitsablauf wird immer wieder durch wütendes oder ängstliches Weinen neu beschleunigt.
Die Zwillinge  zu bewegen ist ein organisatorischer Aufwand, den wir mehr als selten unternommen haben. Ab 10 Monaten ging es besser, auch weil die Gesundheit vom Baby 1 dann stabiler wurde, die Kinder auch irgendwo abgesetzt werden könnten und ziemlich durchgeimpft waren. ich  bin ungern mit ungeimpften Kindern unter vielen Leuten, da die zunehmende und meiner Ansicht nach auch asoziale Impfmüdigkeit mancher Menschen ja die Schwächsten am meisten schädigt.Eine Autoreise braucht sehr viel Vorplanung, da viele Dinge mitgenommen werden müssen, Medizin, Inhaliergerät, Wechselkeidung, Säuglingsnahrung usw. Daher lassen wir das meistens aus.

 

Auch heute ist der Radius eher klein, sicher auch, weil wir alles ja vor Ort bekommen können. Wir gehen bei gutem Wetter nach wie vor täglich zu Fuß zur Kita und wieder zurück.

Auch Dinge des täglichen Bedarfes und die Wege zu den Freizeitaktivitäten legen wir in der Regel zu Fuß zurück.
Die Zwillinge nehmen zunehmend aktiv an diesem Geschehen teil, will heißen, sie laufen selbst. Sie sind laufbegeistert und laufstark. Ich muss sie manchmal bremsen, wenn sie müde sind oder übermütig oder wenn es dunkel wird, da es dann zu gefährlich für die beiden Wusel wird.
Einmal in der Woche sind wir im Hallenbad, ansonsten im Ort. Auch die Hobbies finden vor Ort statt. Da haben wir bei der Haussuche schon drauf geachtet, denn ich will und werde kein Mamataxiunternehmen aufmachen.
Die Omas und Opas kommen uns tendenziell eher besuchen als wir sie, auch, weil die Kinder eher wild drauf sind und nicht jede Wohnungseinrichtung darauf abgestimmt ist.
Urlaube oder Kurzausflüge in die weitere Umgebung sind mit dem Auto und zunehmend auch ohne Doppelbuggy kein Problem mehr. Wir brauchen so gut wie keine spezielle Ausrüstung mehr, vielleicht Wechselkleidung und eine Ersatzwindel, aber sind ansonsten frei beweglich, besonders natürlich, wenn es draußen warm ist.

Kommunikation Die Zwillinge kommunizieren viel miteinander, auch nonverbal und suchen unsere Nähe, lachen, wenden sich uns zu, suchen von Anfang an viel Kontakt zu Minilama Die Zwillinge reden relativ viel, bei Weitem nicht auf Minilamaniveau zu der Zeit, aber sie verstehen und verständigen sich. Durch die Trotzphase ist es oft schwierig rauszufinden, was in dem kleinen Wutzwerg vorgeht und wie man das Leid lösen könnte, da das Sprechen dann zugunsten wüstem Geschrei aufgegeben wird. Aber wir Eltern lernen.
Beschäftigung/ spielen Die Babyzwillinge liegen viel auf ihrer Decke, entdecken Hände und Greiflinge, bleiben an einem Ort und sind dort zufrieden. Ich kann sie auch mal alleine lassen und die Etage wechseln, um eine Waschmaschine anzustellen. Ich bin sehr viel entspannter in der Babyzeit als mit Minilama, einfach, weil ich den Eindruck habe, ich weiß, was zu tun ist. Die Zwillinge sind extrem mobil, motorisch sehr ambitioniert, erklettern nahezu alles, probieren jeden Knopf und jede Schublade. Sie spielen viel mit Fahrzeugen, gucken Bücher, laufen Bällen hinterher, beobachten Tiere, balgen herum, und schneiden mit Vorliebe mit der Schere.
Man kann sie keinen Augenblick aus den Augen lassen.

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Alltagsschnipsel

  • Endlich ist das größere Auto gekauft, das alte verkauft, der Papierkram und die Rennerei zum Anmelden erledigt. Jetzt lerne ich langsam damit zu fahren, ist schon eine Umstellung. Und ich merke, dass mir das oft zu viel ist – Alphalama hat sich um das Ummelden gekümmert, ich hab aber das Auto gesucht und gefunden, gehandelt, Versicherungskrams gemacht und muss eben jetzt neu fahren lernen. Ist mir alles grade so vor Weihnachten und im schwangeren Zustand zu viel. Ich bin aber was das Fahren angeht auch eine sehr schwerfällige Person.
  • Die Einliegerwohnung ist nach dem Rohrschaden wieder eingeräumt, umgeräumt und aufgeräumt. Ich habe noch einige Ideen, wie alles praktischer gestaltet werden kann im Eingangsbereich und bin daran tätig.
  • Die obere Küche ist wieder im Urzustand.
  • Ich hatte in den letzten beiden Monaten zwei Putzfrauen, beide angemeldet und direkt nach einer Sitzung wieder abgemeldet, weil sie aus Termin – und Gesundheitsgründen nicht mehr kommen konnten. ein bisschen viel doofer Zufall gerade. Und ich wäre so dankbar, wieder eine regelmäßige Hilfe zu haben.
  • Da mein altes Dumbphone keine SMS mehr verschicken kann und auch sonst unzuverlässig ist, muss ich auf ein anderes umsteigen. Alphalama hat mir bei der Anbietersuche geholfen und ich habe meine alte Prepaidkarte gekündigt, da eine neue SIM über 20 Euro gekostet hätte Da dachten wir, ach ja, dann wechseln wir doch einfach den Anbieter. Das war Mitte November. Seit 1.12 ist die ausgelaufen, nur leider ist die Portierung der Rufnummer insgesamt 3 mal gescheitert, ich habe mich bestimmt 8 mal online bei einem Identifikationsservice identifiziert und soll dann nun ab 19.12 wieder telefonieren können. Dieses Hin und Her, dass man mit großen Firmen hat mag ich nicht und es nervt mich schon immer. Dann klappt irgendwas nicht und man ist dauernd damit beschäftigt. Kann ich nicht abhaben.
  • Ich nutze das Handy allgemein total wenig, nur zum telefonieren, und zu sagen, dass ich irgendwo gut angekommen  bin oder was beim Arztbesuch herausgekommen ist. Als ich zum letzten Arztbesuch unterwegs war und den großen Zuckerbelastungstest hatte war der erste Tag ohne Handy. Das war schon schlimm für mich, nicht Bescheid geben zu können, dass alles ok ist. Auch die nette Angewohnheit wenn ich auf die Kinder warte und dann kurz zuhause anrufe, muss ich mir nun verkneifen. Und ich gebe zu, dass ich so ohne die Möglichkeit, den ADAC zu verständigen nicht mehr ins Schwimmbad gefahren bin. Ich muss schon gut an mir arbeiten, um damit gelassen umzugehen, dass ich so abgeschnitten bin im Notfall – wobei  das da ja auch Unsinn ist, denn Notrufe gehen ja immer.
  • Minilama war auf einem super Kindergeburtstag und hatte viel Spaß. Gemerkt habe ich es natürlich daran, dass es in Tränen ausbrach als ich es abgeholt habe. Die Zwillinge saßen währenddessen im Auto.
  • Minilamas Lieblingserzieherin ist in Ruhestand gegangen und hat einen netten Ausstand gegeben. Mir tut es für Minilama richtig leid, dass es schon zum zweiten Mal sagen muss “ Frau x kommt nie mehr.“ Parallel dazu herrscht grade Scherenverbot fürs Kind, weil es ein Unterhemd (noch getragen) zerschneiden wollte. Wobei: das stimmt gar nicht. Minilama wollte was ganz anderes machen bzw. hat nie versucht, das Unterhemd zu zerschneiden. Im Gegenteil: Minilama war total das Opfer eines anderen kindlichen Aggressors.
  • Zwilling 2 zahnt nochmal. Wir Eltern sind natürlich wieder total überrascht davon und dachten erst sei Scharlach, denn an die Zähne haben wir gar nicht gedacht. Das Kind ist seit einigen Wochen immer wieder mal extrem gebeutelt von den Schmerzen. Das zeigt sich auch im Verhalten. Mal haben wir den knuddeligsten kleinen Schatz hier, der nur auf den Arm will und nachts bei uns im Bett schlafen will, und dann ist wieder  ein kleiner Dickkopf im Haus. Mal darf nur Mama, mal nur Papa irgendwas machen,  mal wird ausdauernd nach der Oma geweint – die vor Tagen zu Besuch war und jetzt 100 km entfernt mit ihrem eigenen eben beschäftigt ist. Manchmal hilft telefonieren ein bisschen. Gestern saß das Kind 15 Minuten unten im Buggy und hat sich geweigert, sich von Mama umziehen zu lassen. Papa sollte das machen. Nur war der noch auf dem Heimweg von der Arbeit. Heim will das Kind auch nicht gehen, sondern noch auf die Oma warten.
  • Gestern dachte ich vor dem Buggyvorfall wirklich, ich muss das Kind in der Kita lassen. Nichts ging, gutes Zureden auch nicht und raustragen darf ich den Brocken ja auch nicht, zu schwer. Ich bin total geduldig und zugewandt geblieben, auch wenn ich das Verhalten nicht so ganz nachvollziehen konnte. Erfahrung mit kleinen Trotzkindern zahlt sich echt aus. Das Ganze schlaucht aber auch richtig, ein totaler Krafträuber dieser Trotz.
  • Minilamas heiß ersehntes Playdate ist diese Woche irgendwie ausgefallen, weil die Mama des Freundes das ganze verschwitzt hatte und nicht daheim war. Da hab ich das Kind mit ins Büro genommen und ihm Kekse gegeben und was zu malen. Ich habe mich total gestresst, um das Kind früher abzuholen und zu bringen usw. gebracht hat es ja spieltechnisch auch nichts. Dann ärgere ich mich doppelt. Zum Glück fand Minilama es bei mir im Büro ganz nett und hat nicht sehr viel geweint.  Nur dass Zwilling 2 dann nicht mit aus der Kita heim wollte, war eher doof. Auch, weil 16.57 Uhr war und die Erzieherinnen echt Feierabend verdient hatten.
  • Ich habe mich auf der Arbeit total über eines meiner liebsten Aufregerthemen aufgeregt. Die Kollegen konnten nicht verstehen, warum ich bei einer eigentlich marginalen Sache so intensiv reagiere. War auch von der Sache her nicht nachvollziehbar.

 

  • Heute als Alphalama dann vom Anmelden des neuen Autos heim kam und wir zusammen was gegessen hatten bevor er dann das neue Auto holen wollte und ich zu dem Kitaumtrunk fahren wollte fiel mir dann auf, dass ich das nicht mit meinem Auto machen kann – das sollte ja jetzt verkauft werden. Und ein funktionierendes Handy hab ich ja auch grade nicht. Und es regnete draußen und leider fehlt  mir die Kraft aktuell mehr als ein Mal in die Kita und zurück zu gehen am Tag (ich mache im Schnitt trotz allem noch 12.000 Schritte am Tag, Tendenz aber fallend, weil ich doch immer so starke Symphysenprobleme habe und keine Motivation zur Linderung dieser temporären Probleme einem Hokuspokus- „Arzt“/Hebamme/Wunderheiler  Geld zu geben. Das spar ich (mir) lieber – fürs Auto oder einen größeren Rohrschaden.) Und außerdem musste Minilama noch zur Musikschule später. Wie ich das machen sollte und noch die anderen abholen und noch was arbeiten wusste ich auf einmal nicht mehr so richtig- da hab ich einmal richtig doll geschimpft und getobt. Von wegen das muss mal alles raus. Und weder Auto noch Handy – das ging dann doch auf einmal zu weit. Obwohl ich es mit dem Handy schon gut aushalte seit Wochen. Direkt hab ich mir total Vorwürfe gemacht, dass ich mich so gehen lasse, schwanger wie ich bin. Das arme Kind. Und das arme Alphalama, das sich extra für mich freigenommen hatte, damit ich mit dem Passierschein A 38 nichts zu tun haben musste, den es bei der Zulassungsstelle braucht. Und dann blöke ich hier so hysterisch rum.
    Die Wellen schlagen echt über mir zusammen, obwohl so viele es so gut mit mir meinen. Ich bin ja auch schnell Land unter, allgemein schon. Fahren ist mir zu viel, Genöle stresst mich schnell, da mir zu viele Geräusche an die Nerven gehen, so ein Hin und Her mit Versicherungen und sonstigen Institutionen mag ich nicht, Unzuverlässigkeit macht mich verrückt, wenn es nicht sauber ist daheim, fühle ich mich nicht wohl und Gerenne ohne großen Sinn kann ich schlecht ertragen. Mal ganz abgesehen von großen Bauschäden und extremen Renovierungen, Handwerkersuche, Versicherungsplausch mal eben so. Das strengt mich echt an – s parallel zur vollen Stelle und den drei Vollzeitkindern Ich bin gern in meiner Komfortzone unterwegs. Aber die ist momentan weit weg für mich in einigen Bereichen. Oder mal ganz ressourcenorientiert: Neue Lernfelder tun sich auf.