Hopfenstopfer Dark Red Temptation

Das Bier im Glas
Das Bier im Glas
Das Label
Das Label

Dieses Mal gibt es das Bier, das mich ursprünglich zur letztes Mal erwähnten Bestellung verleitet hat. Aufmerksam geworden bin ich darauf durch einen Blog-Post bei ProBierchen.

Im Gegensatz zum recht lange gelagerten Bier im Originalpost habe ich hier ein recht frisches Exemplar, das quasi noch frisch aus der Bestellung getrunken wurde.
Äußerlich ist es recht schön: ein kupferfarbenes Bier, mit halbwegs stabilem Schaum.

Vom Geruch her kommt das Bier ziemlich hopfig und bitter rüber, was sich dann auch im Geschmack nieder schlägt. Für meinen Geschmack kommt der Alkohol zu stark durch, das Bier hat fast etwas von belgischem Starkbier.

Vielleicht habe ich hier ein Montagsbier erwischt, eventuell war es auch einfach nicht kalt genug, aber meins war das Bier jetzt nicht. Schade eigentlich. Die restlichen Biere vom Hopfenstopfer waren sehr gut.

„Hallo kleiner Mann“ – „Hallo kleine Prinzessin“ – Geschlechtsstereotype in der Jetztzeit

Die beiden Titel „kleiner Mann“ und „kleine Prinzessin“ führt  mein Minilama. Beherrscht es etwa die Superkraft der Geschlechtsumwandlung? Man könnte es fast meinen, wenn man den Reaktionen der Menschen auf das kleine süße Lama Glauben schenkt.

Aber einmal von Anfang an: Ich habe nicht gewusst, ob ich einen kleinen Mann oder eine kleine Prinzessin auf die Welt bringe, um jetzt mal bei den Klischees zu bleiben. Das kleine Lama hatte einfach keine Lust, sich begucken zu lassen. Wir haben es also erst erfahren, als das Vestecken nicht mehr möglich war. Ich habe aber nicht bis zu diesem Zeitpunkt gewartet, um dem Kleinen etwas zum Ankleiden zu besorgen, das ist ja klar. Und es gibt erstaunlich wenige unisex-Teile auch in den kleinen Größen. Zumal, wenn man die Sachen im 100 teile Paket ersteigert wie ich. Die Leute, die Minilamas Garderobe zusammengestellt haben, hatten ja selbst „kleine Männer“ oder „kleine Prinzessinnen“. Von daher lag eine wilde Mischung bereit in allen Farben, mit Traktoren, Bärchen, kleinen Giraffen, Glitzerkätzchen und was weiß ich sonst noch. Einiges musste allerdings direkt wieder aussortiert werden als es bei uns ankam, denn beispielsweise ein Glitzerkätzchen hat bei uns daheim leider kein Bleiberecht, da sind Alphalama und ich mehr als einig. Egal ob Junge oder Mädchen; glitzernde Kätzchen trägt niemand bei uns.

Unsere Sachen waren aufs Ganze gesehen unisex, nur die einzelnen Teile für sich gesehen eben nicht. Als sich Minilama dann zwangsweise geoutet hatte, musste es damit leben, auch eindeutig „andersgeschlechtliche“ Kleidung zu tragen. Es hat sich erwartungsgemäß nicht beschwert, denn ihm stehen blau und pink gleichermaßen gut.
Und irgendwie ist bei mir immernoch dieses Denken gebleiben, dass ich dem Kleinen das kaufe, was ich für praktisch und schön halte. Da kommen oft Töne wie orange, braun, grün und blau heraus, auch mal sandfarben. Passt zu allem, ist sehr spielplatztauglich (insbesondere unsere super Matschhose: eine second-hand Hirschlederhose. Die wird die gesamte Kita-Zeit durchstehen!) – aber verwirrt die Umwelt doch sehr: Was ist es denn nun, das Kleine? Prinzessin, kleiner Mann? Die Leute sind unsicher.

Rotes Shirt und Lederhose?
Pinke Hose und Krokodilshirt?
Pinguinshirt und beige Breitcordhose?

Die Frage ist also weiter spannend – zumindest für die Umwelt.
Witzig für mich: Ich trage überwiegend blaue Kleidung und werde nie für einen „ausgewachsenen Mann“ gehalten – leider hat mir aber auch noch niemand eine Prinzessinentiara angeboten.

Für mich ist diese ganze Geschlechterverwirrung kein wirkliches Problem. Mir ist die Praktikabilität der Kleidung wichtiger.
Aber – das werdet iht euch auch schon gedacht haben: Bei mir steht da mehr dahinter als nur die Farbfrage. Ich bin in einer Familie großgeworden, in der es eine eindeutige Sohnpräfenrenz gibt. Bis auf den heutigen Tag. Denn die Söhne tragen den Namen weiter und übernehmen der Betrieb. Manche machen der Familie besondere Ehre und werden sogar Pastor. Jetzt einmal sehr, sehr verkürzt. Der Stammhalter ist nach wie vor gewünscht und erhofft. Ich nenne das gerne „das letzte Aufbäumen des sterbenden Patriarchates“, denn in meiner Generation sind die Frauen in meiner Familie derart in der Überzahl, dass ein Aufholen durch die Männer nicht mehr möglich ist. Gelebt wird also praktisch eine Art Matriarchat; sehnsüchtig geschaut wird auf das Patriarchat.
Obwohl ich manchmal witzele, dass mit mir eine ganz neue Form des unterdrückenden (!) Matriarchates angebrochen sei, bin ich doch realiter der Meinung, dass das partnerschaftliche Miteinander der Geschlechter der Weg der Zukunft ist. Dieses Thema beschäftigt mich derart, dass es in meiner akademischen Betätigung seinen Widerhall findet. Denn es braucht auch gute Theorien für die gelebte Praxis, davon bin ich zutiefst überzeugt.

Als ich ein Kind war, waren mir bestimmte Betätigungsfelder mehr oder weniger verwehrt: Lego, Chemiekasten*, Werkbank*, Zelten – die typischen Jungensachen eben. Daher fällt es mir heute noch schwer, etwas mit dem Baufix – System* anzufangen – obwohl ich das witzigerweise zu Hause liegen hatte. Aber die Anleitung hat irgendwie gefehlt und mein erstes Auto habe ich am letzten Wochenende damit geschraubt. Dank der Unterstützung von Alphalama, der mir den Sinn der Würfel erläutert hat.

Prinzessin sein fand ich öde. Meine Puppen haben wenig Spielvarianten geboten; Füttern, Wickeln, Bäuerchen machen, schlafen, umziehen,  – die Straxbahn*, der Traum meiner Kindheit,  hingegen konnte man um den Weihnachtsbaum herumwickeln und einen Haufen Spaß damit haben – und immer wieder umbauen. Meine Staxbahn habe ich mit Mitte 20 in einem Second-Hand-Shop gekauft und damit bis heute einen Quantensprung mehr an Spaß gehabt als mit meiner Kita-Gruppe an Puppen. Und das obwohl das Ding aus Vollplastik ist…

Ich versuche mich an einer geschlechtsneutralen Erziehung, das ist eine echte Herausforderung. Männlein oder Prinzessin sind Zuschreibungen, die mir völlig gleich sind. Ich votiere für die Entfaltungsfreiheit in alle Richtungen. Also für Puppe und Werkbank, für Tiere und Chemiebaukasten und für die „guten alten“ Spielsachen für Kinder allen Alters und Geschlechts: Bauklötzchen*, Bücher, Sortierspiele*. Und vor allem dafür, den Kindern erstmal alles zuzutrauen. Warum soll ein kleiner Mann nicht mit Puppen knuddeln wollen und eine Prinzessin nicht den Sandkasten durchgraben? Soviel zu überkommenen Geschlechtssterotypen!

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Danke an Marlene für ihren inspirierenden Beitrag – aus einem eigentlich kurzen Kommentar auf ihren Post ist dann dieser Post bei den Drei Kleinen Lamas entstanden.

Was? Stoffwindeln? Sind Pampers denn nicht gut?

Das fragte mich eine Bekannte, deren Kinder mittlerweile schon ihr Abi in den Taschen haben. Sie war wirklich und ernsthaft verwirrt, dass ich den Segnungen der Pampers annehmen wollte. Der Markenname steht ja pars pro toto für alle Wegwerfwindeln, manchmal auch WWW genannt. Ich mag allerdings diese Abkürzungen wie „Tempi messen“, „Hebi“, „Herzeln“, „Hibblen“ und so weiter grundsätzlich nicht, mit denen man in der Schwangerschaft und auch vorher so konfrontiert ist, wenn man im Internet unterwegs ist. Immer öfters ja auch im allgemeinen Sprachgebrauch. Ich will nicht, dass mein kleines Lama „Wauwau“ sagt, wenn es „Hund“ meint – und auch nicht „Pipimann“ oder „Mumu“, um jetzt mal in die Vollen zu gehen. Die Dinge haben, das denke ich zumindest, klare Bezeichungen, die alle verstehen. Es braucht für werdende Mütter keinen Jargon und keine vereinfachende Pseudo-Fachsprache, die andere ausschließt. ich hab mich oft gefragt: „Muss ich als werdende Mutter jetzt auch noch eine neue Sprache lernen?“
Und für Kinder braucht es nicht dieses Süßliche, Babyhafte.  Im schlimmsten Fall nimmt ihnen das die Möglichkeit das zu beschreiben, was ihnen passiert ist. Wenn das Vokabular fehlt, wie soll dann etwas ins Wort gebracht werden? Daher auch das Wortbeispiel „aus den Vollen“. Das war jetzt außerhalb des eigentlichen Themas, ist mir aber ein wichtiger Gedanke geworden bei der Spracherziehung des Minilama.

Dass wir mit Stoff wickeln trete ich nicht unbedingt breit im Alltag. Also in dem Sinn, dass ich durch die Welt gehe und allen anderen Müttern auf dem Spielplatz, in der Krabbelgruppe, beim Babyschwimmen oder in der Arztpraxis von den Vorzügen dieser Art zu wickeln vorschwärme. Es gibt ja auch andere Themen. Obwohl ich schon ins Schwärmen kommen könnte. Dafür gibt es ja zum Glück die Drei Kleinen Lamas. Ich habe ja hier angekündigt, dass ich etwas ausführlicher über Stoffwindeln berichten werde, das möchte ich heute tun.
Wenn die Rede auf das Wickeln kommt, streue ich die Info durchaus mal ein. Interessanterweise ist mein Umfeld so gestrickt, dass meistens interessierte Nachfragen kommen. Oft haben die Leute selbst darüber nachgedacht, Stoff zu verwenden; es entweder nach kurzer Zeit entnervt aufgegeben oder die Idee wieder verworfen. Weil es unpraktisch erscheint und auch ein bisschen eklig. Die Kosten sind eigentlich fast nie das Gegenargument. Ich denke, das liegt daran, dass Menschen mit Kindern einfach größere Ausgaben gewohnt sind. Der kleine Mensch hat ja erstmal nichts und braucht viel. Stoffwindeln sind dem überwiegenden Teil meines Umfeldes ein Begriff und auch ein Thema, mit dem sie sich beschäftigt haben. Vielleicht spreche ich es auch unbewusst nur dort an, wo es Anknüpfungspunkte gibt.

Wir sind jedenfalls zufrieden mit dem Stoff. Bei uns kamen  zwei Faktoren zusammen: Meine Lust, Stoff auszuprobieren und die Tatsache, dass Alphalama bis heute mit Neurodermitis zu kämpfen hat. Und in seiner Familie auch der eine oder die andere. Meine Schwiegermutter hatte damit viel Arbeit, zumal sie durch Versuch und Irrtum herausfinden musste, dass es beispielsweise Schurwolle oder Kunstfaser sind, die das Alphalama zum Schreien bringen und die Ursache für seine puterrote Haut sind. Neurodermitis war zu unseren Kindertagen auch noch nicht so „bekannt“ wie heute, da mussten die Eltern noch viel selbst versuchen.
Wir konnten uns also schon im Vorfeld darauf einstellen, dass das kleine Lama ebenso empfindlich sein würde. Und da waren Stoffwindeln direkt nochmal im Gespräch, zumal sie Alphalama gut getan haben.
Wir haben zwei Systeme ausprobiert und benutzen beide noch immer:

Bindewindeln*, die ich allerdings wie gefaltete Windeln verwende (s.u.) und Höschenwindeln*. Beide Systeme benötigen eine Überhose. Die gibt es aus Kunststoff* und aus Schurwolle*. Ich habe mich für das erste Modell entschieden, da Minilama tatsächlich keine Schurwolle verträgt. Mit der Dichte bin ich super zufrieden. 4 Stunden hält die Hose dicht, vielleicht auch länger – aber 4 Stunden ist bisher die längste „Sitzung“ gewesen.

Überhose
Überhose

Bei der Auswahl waren mir drei Punkte wichtig:

  1. Die Windeln sollen von Anfang an bis zum Ende der Wickelzeit passen
  2. Sie sollen so wenig Kunstfasern wie möglich enthalten, idealerweise also 100 % Baumwolle oder Hanf o.ä. Daher sind die All in One Windeln* für mich schnell aus dem Rennen gewesen, obwohl mich am Anfang das zusätzliche Anlegen einer Überhose abgeschreckt hatte. Die Überhose ist eben ein Arbeitsschritt mehr.
  3. Die Windeln sollten einen Stückpreis von unter 15 Eur haben – da ich auch auf Masse gehen und nicht dauernd waschen wollte. Am Anfang dachte ich an 2 Mal in der Woche. Heute ist es effektiv nur noch 1 Mal. Und da sind dann auch noch meine Stoffbinden und Einlagen und Waschlappen, Wickelunterlagen usw. dabei.

Weniger interessiert hat mich das Design, der Druck und die Accessoires der Windeln. Für Babyunterbekleidung ist mir das egal, ob süße Äffchen drauf sind. Besonders egal, da ich Minilama nicht nur in der Windel rumturnen lasse.
Wir haben eine Ladung neu bestellt, das waren 20 Höschenwindeln mit Einlagen. Der Rest ist gebraucht; knapp 30 weitere Höschenwindeln und knapp 40 Bindewindeln. Und in jeder Größe 2 Überhosen, teils neu, teils günstig gebraucht.
Im Moment nutze ich die Höschenwindeln überwiegend für die Kita und die Bindewindeln daheim. Die brauchen weniger Platz in der Waschmaschine und machen einen schmaleren Po. Da muss man nämlich dran denken, wenn man Stoffwindeln benutzt, das Paket ist einfach dicker und normale Hosen spannen. Wir begegnen dem Problem ganz pragmatisch: Früher immer eine Nummer größer, heute selbstgenäht:

Drei Kleine Fridas
Drei Kleine Fridas

Der Schnitt kommt von hier. Das sind wahre Upcycling-Wunder: Alte Tischdecken und ein altes Halstuch.

Jetzt wird es praktisch:

Verbrauchsmaterial am Wickeltisch
Verbrauchsmaterial am Wickeltisch

Darüber habe ich hier schon mal berichtet

Der Wickeltisch
Der Wickeltisch

Unser Wickeltisch ist etwas unorthodox. Als Lamaeltern sind wir natürlich großgewachsen, vor allem Alphalama. Ein 90 cm hoher Standardwickeltisch kam daher nicht in Frage. Wir haben ohnehin kein Möbelhaus-Babyzimmer gewollt. Mein altes Babybett (schon 4 Generationen alt) existiert ja noch und einen kleinen Schrank habe ich noch aus Ausbildungstagen gehabt. (Nur am Rande, falls jemand sich wundert: Ich habe ein Studium gemacht und danach eine Fach-Ausbildung in dem Bereich.)
Was ihr hier seht ist ein echter Birken-Bartisch vom Möbelschweden und ein Wickelbrett, so ähnlich wie dieses hier*. Daneben ein Badezimmerregal und zwei Regale an der Wand mit Kleidern und Pflegesachen. Unsere Wickelauflage* ist eine von den „Sehr Guten“ bei Ökotest. Da gehen die Meinungen auseinander. Ich finde sie super und habe meistens noch eine Stoffunterlage drüber liegen, dann muss man sie nicht immer waschen, wenn mal was daneben geht.
Ganz wichtige Helferlein haben wir in der untersten Kiste. Da bin ich durch Zufall drauf gestoßen. Ich habe Porto sparen wollen bei einer Windelauktion und schon Trainerhosen* mitbestellen wollen. Und da gab es noch diese Stofffetzchen, Seide* stand dabei und dass diese Seide gut ist bei gereiztem Po. Für 2, 50 habe ich die 8 Läppchen mitbestellt und bin so zufrieden, wie lange nicht. Ich habe drei verschiedene Arten. Die Wirkung ist sehr gut.

Bouretteseide - eine Wohltat für den gereizten Po
Bouretteseide – eine Wohltat für den gereizten Po

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, ist im Moment der Windelnachschub auf dem Wickeltisch recht dünn. Das liegt daran, dass gestern Waschtag war:

Waschtag
Waschtag

Zum Abschluss noch eine kleine Anleitung, wie man die Bindewindeln benutzt – im Lamasus-Stil quasi . Das Kind müsst ihr euch dazudenken. Es kommt erst bei Schritt drei zum „Einsatz“.
Erstmal schneidet man die Bindebänder ab – ich mag das Gewusel in der Waschmaschine nicht so. Diese Bänder lassen sich gut verkaufen. Sieht dann so aus:

Bindewindel ohne Bindebänder
Bindewindel ohne Bindebänder

 

Dann in der Mitte falten
Dann in der Mitte falten

 

Dann eine Einlage der Wahl einlegen und umklappen
Dann eine Einlage der Wahl einlegen und umklappen

Verschlossen wird das Ganze mit einer Windelklammer*. Überhose nicht vergessen. Fertig.
Eine ganze Reihe an Pro- und Contraargumenten für die Stoffwindeln findet ihr hier. Daraus kann sich jeder selbst ableiten, ob für ihn Pampers gut oder nicht gut sind. Das ist eine ganz persönliche Entscheidung.
Wie wir unterwegs wickeln und welche Einlagen es so gibt, schreibe ich in einem Extra-Post, das wird sonst heute zu viel!

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Momente für mich – Die Welt im Makrofilter wahrnehmen

Heute bin ich wieder bei den Just for Me Moments dabei.
Letzte Woche hatte ich frei und wir haben uns schöne Tage gemacht, alte Freunde besucht, gegrillt, an einem schönen Wasserspielplatz rumgehangen, waren viel im Schwimmbad – das gute Wetter gefällt mir da besonders gut: Wenn die Temperaturen steigen sind die Freibäder übervoll.
Eigentlich mag ich Freibäder auch, aber bedingt durch meine Blässe, die ich auch gern aristokratisch nenne, bin ich eher vorsichtig bei der starken Sonneneinstrahlung. Zumal ich in diesem Sommer einmal aus dem Freibad nach hause kam und eine schlimme Migräneattacke hatte. So schlimm wie seit Ausbildungstagen nicht mehr. Das hat mir zu denken gegeben. Wie gesagt: Mein edles Raubritterblut und die entsprechende Hautstruktur (das ist jetzt keine Umschreibung, sondern eine genealogische Tatsache) machen die Sonnenstrahlen nicht mit. Und Minilama soll ja ohnehin nicht in die Sonne.
Mein Lieblingshallenbad, das an 360 Tagen im Jahr für mich seine Pforten öffnet, ist im Moment ziemlich leer. Dann kann ich meine Bahnen ziehen ohne auf andere achten zu müssen oder mich genötigt zu fühlen, ein Wettschwimmen mit jemandem zu machen. (Ja, das mache ich tatsächlich, ein bisschen Wettbewerb schadet ja nicht). Ich habe im Moment auch wieder mehr Lust ein bisschen im Wasser zu joggen.  Minilama kann die Piratenbucht erobern und sich schön nass machen. Wenn größere Kinder dabei sind ist es noch zurückhaltend, wenn weniger los ist, ist es der Chef im Laden.
Wir haben gestern mal gerechnet und kamen trotz Urlaub und Besuchen alter Freunde auf vier Schwimmbadbesuche von Sonntag bis Sonntag. So soll es sein. Wenn ich das durchhalten würde, könnte ich an meinen alten Highscore von 300 Besuchen im Jahr heranlangen.
Aber seit wir den Wohnturm haben, ist der Weg ins Schwimmbad etwas weiter – früher waren es nur 5 Minuten mit dem Zug und weitere 3 zu Fuß. Und da war Minilama auch noch im Bauch…
In der letzten Woche waren wir in der Wilhelma. Ich kann kaum aufhören, davon zu schwärmen, es war so schön. (Mehr Geschichten aus der Wilhema gibts hier und hier.)
Ich habe mir viel Zeit genommen, mit dem Makroobjektiv die kleinen schönen Dinge und kurze bezaubernde Momente einzufangen. Das Wetter war klasse und das Licht prima für Bilder. Die Quote war gut, mehr als die Hälfte der Bilder ist zu brauchen. Aus den gelungenen Tiernahaufnahmen beginne ich für das kleine Lama eine Bildkartei zum Beobachten und Tiernamen lernen. Ich warte grade auf die Fotobude. Wenn die Bilder da sind, gebe ich mich ans Basteln. Bilder und Beschreibung der Idee dahinter folgen.
Heute zeige ich euch was aus meinem Schatzkästchen, quasi als Ergebnis meiner „Für-Mich-Momente“.
Viel Freude dabei!

Quallen
Quallen im Aquarium

 

Esel
Glücklicher Esel

 

Seerose
Liebliche Seerose

 

Kamel
Zufriedenes Kamel

 

Seerosen
Riesiger Seerosenteich

 

Andere schöne Momente aus den letzten Wochen findet ihr hier und hier

Einfach nach Gebrauch wegwerfen – eine saubere und hygienische Angelegenheit

„Nimm doch noch Feuchttücher mit, die sind doch so praktisch.“ „Guck mal hier, diese tollen Einmal-Waschlappen.“
So könnte Gespräch zwischen zwei Mamas im Laden aussehen. Und hinterher haben sie Feuchttücher, Einmalwaschlappen, Hygienetücher, Aquawindeln und noch viel anderes Tolles* im Einkaufwagen. Sie zahlen eine relativ hohe Summe und wundern sich am Monatsende über die Leere in der Haushaltskasse und am Jahresende darüber, dass die Müllgebühren so hoch sind.
Ich habe mir vor der Schwangerschaft wenig Gedanken darüber gemacht, was man so alles braucht, um den kleinen Wonneproppen zu säubern und zu pflegen. Was mir aber klar war ist, dass ein Baby die Regelmäßigkeit der Drogeriemarktbesuche doch drastisch erhöht. Weil man eben viel braucht. Witzig eigentlich, wenn man bedenkt, wie klein so ein Baby ist.

Bei mir selbst war es so, dass ich zu Studienbeginn, wo das Geld mehr als knapp war – ich hatte knapp 300 Euro zur Verfügung und wirkliches Glück, dass die Kammer im Wohnheim nur 140 Euro gekostet hat – so gut wie nichts in Drogerieartikel investiert habe. Haarshampoo und Duschgel gab es schon, aber keine „Markenware“. Das Vorhandene wurde äußerst sparsam benutzt und hat auch gern mal ein Semester gehalten. Und Zahnpflegeprodukte gab es natürlich, da habe ich einen etwas größeren Bedarf, mengenmäßig, weil ich meine Zähne intensiv pflege. Zumal meine Eltern echt viel Geld investiert haben, um sie richten zu lassen.
Und sonst gab es eigentlich nichts; manchmal ein Probepäckchen, das meine Mutter irgendwo dazu bekommen hat und Sonnencreme für den Sommer, meist von daheim „geliehen“. So war das eben als Studentin in den ersten Semestern und so richtig gefehlt hat mir nichts.
Als dann ums Vordiplom herum die Hiwijobs eintrudelten (ja, ich habe mehrere gehabt und es war super!) war auch etwas mehr Geld da – und die Badezimmerausstattung wuchs ebenso wie der Inhalt des Kleiderschrankes. Auswahl hier und da. Einmal hieß es: „Sie riechen ja wie ein tropischer Cocktail.“ – Da habe ich es wohl übertrieben mit der Kokoskörpermilch …
Diese Phase war bald beendet und heute bin ich tatsächlich wieder bei meinem alten Duschgel „Markenlos“ angelangt, seifenfrei und mit 500 ml Inhalt. Ist auch toll für die Haare. Und Alphalama und Minilama nehmen es auch. Ich mache ja einiges selbst, wie ihr in der neuen Sidebar rechts nachlesen könnt. Aber die Duschgelrezepturen die ich versucht habe, haben mich bisher nicht überzeugt. Und Alphalama noch weniger. Auch an Haarseife oder Heilerde für die Haarpracht habe ich mich noch nicht herangewagt, hier ist auch Alphalamas Grenze, das würde er nicht mitmachen.
Maximale Plastikvermeidung und auch Vermeidung „doofer“ Inhaltsstoffe ist hier noch nicht geschafft, aber eine Einsparung an Plastikmüll schon: Ein Paket Duschgel für drei Leute finde ich gut und macht mich auch ein bisschen stolz auf uns. Da war der Kulturbeutel für Stuttgart auch so richtig schmal und leicht.

Noch bevor ich schwanger war mit Minilama war eines klar: Das Kind bekommt Stoffwindeln, am besten so naturbelassen wie möglich. Sind wir solche Ökos? Wenn ich ehrlich bin, irgendwie schon.
Ich selbst habe schon Jahre zuvor den Absprung von der Plastik-Monatshygiene gemacht. Ich habe es nicht mehr ertragen, dauernd diese künstlichen Dinger im Schritt zu haben; der Geruch hat mich angeekelt, die Müllberge haben mich genervt. Und dauernd musste ich in den Laden das Zeug nachkaufen und auch nach zehn Jahren regelmäßigem Bedarf war es mir immer noch unangenehm, die Sachen zu kaufen. Warum weiß ich auch nicht.
Ich habe dann recherchiert – und es war nicht leicht einen Anbieter zu finden. Ich habe es, entgegen meinem üblichen Unwillen Geld für Unbekanntes auszugeben, einfach ausprobiert. Seitdem liegt meine letzte Packung Plastik in der Schublade – vielleicht braucht man es ja nochmal. War aber seit drei Jahren nicht mehr der Fall.

Ich fühle mich so wohl damit und dieses Wohlgefühl wollte ich meinem Baby auch geben. Daher gab es auch Stoffwindeln fürs Minilama. Alphalama, der selbst als Baby Stoffwindeln getragen hat, hat mich von Anfang an dabei sehr unterstützt und mir geholfen, im Internet eine beachtliche Menge an Windeln zu bestellen. Gebraucht und neu, wild gemischt. Seit das kleine Lama auf der Welt ist hat es nur im Krankenhaus Plastikwindeln angehabt. Sonst nur unsere Stoffwindeln. Man muss sich etwas organisieren, wenn man unterwegs ist, aber es geht. Und ich denke, es schadet nicht, wenn man das Waschen mit der Waschmaschine und alles, was damit zusammenhängt, nicht als unmenschliche Belastung ansieht.

Ich werde mal einen extra Post zu unseren Stoffwindeln machen und meine Gründe näher erläutern, eine Bilanz versuchen usw. Heute nur so viel: Am liebsten verwende ich mittlerweile die einfachen, klassischen Bindewindeln*. Das hat mich selbst überrascht, weil ich die am Anfang als einziges Stoffwindelsystem ausgeschlossen hatte und eigentlich nach den AiOs* geschielt hatte.

Bei uns gibt es also keine Plastikwindeln und auch keine Feuchttücher, keine Einmalwaschlappen, keine kleinen Plastikbeutelchen, keine duftenden Schaumbäder oder Cremes mit Zeichentrickfiguren drauf. Ich denke jedoch, dass die Sauberkeit und Hygiene bei uns darunter nicht leidet.
Ich frage mich beim inflationären Gebrauch der Feuchttücher in meinem Umfeld hingegen manchmal, ob es wirklich gesund ist, den Kleinen damit regelmäßig auch das Mäulchen abzuwischen. Mir wird vom Geruch der Tüchlein schon anders und Alphalama hat fast den Raum verlassen müssen, als eine befreundete Mama sich bei uns mal selbst nach dem Kuchengenuss den Mund damit gesäubert hat.
Die Krankenschwestern in der Klinik haben mir schon empfohlen auf die feuchten Tücher zu verzichten und anstelle dessen Öl und ein Tuch zu nehmen. Und für gröbere Verschmutzungen einen feuchten Baumwollwaschlappen. Leider sei das aus hygienischen Gründen in der Klinik nicht erlaubt, meinten sie.

Dieser Tipp hat mir sehr gefallen. Auf meinem Wickeltisch steht daher auch nicht viel: Ein alter Seifenspender mit Rapsöl aus der örtlichen Rapsmühle, ein Tiegel selbstgemachte Ringelblumensalbe und Taschentücher aus dem (ganz plastikfreien) Pappspender. Daneben liegt ein nettes Häufchen Waschlappen. Wenn ich mir das Regal neben meinem Bistrotisch-Wickeltisch angucke, bin ich immer froh: Das Kinderhaben hat mich nicht zum Dauerbesucher im Drogeriemarkt gemacht und reißt auch keine immensen Löcher in meine Haushaltskasse.
Wir haben übrigens auch die kleinste Variante des Bio- und Restmülleimers (das ist bei uns eine gemeinsame Tonne) hinterm Wohnturm stehen. Es hat mich etwas Überzeugungsarbeit beim örtlichen Müllunternehmen gekostet, denn eigentlich gibt es ab der dritten Person automatisch die größere Tonne. Aber wozu hat man denn seinem Mund? Nach einer kurzen und eindrücklichen Schilderung meiner Haushaltsorganisation in Sachen Restmüll war alles geklärt und ich spare seither knapp 60 Euro an Müllgebühren im Jahr. Meist ist auch die kleine Tonne nur halb gefüllt.

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