Schönes Küchenleben

Der Advent schreitet voran.

Bei uns gibt es dieses Jahr einen selbstbestückten Adventskalender. Süßigkeiten oder Plastiknippes kamen nicht in Frage – daher musste ich mir etwas anderes einfallen lassen als die vorkonfektionierten Kalender.

Da man nie zuviele Bücher haben kann, habe ich einen Stapel gebrauchte Minibücher der letzten 30 Jahre preiswert erstanden und in meinen alten Befüllkalender gelegt.

Der schönste Buch darunter ist mit Abstand dieses, so schön friedlich.

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Bei uns wurden leckere Kekse gebacken: Haferflockenkekse und kleine Ausstecherle.

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Knäckebrot gab es auch, da der Ofen schon einmal warm war. Und Sauerteigbrot – das wird immer besser, je öfter man es übt.

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Adventszeit ist auch Nusszeit – Haselnüsse und Walnüsse, die im Herbst gesammelt wurden und leckere Erdnüsse. Die Schalen sammeln wir in einer separaten Schale, die kann meine Oma gut zum Feueranzünden verwenden – bei ihrem Holzherd.

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So kommt nichts unnötig in den Müll.

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1. Advent

Der trübe November neigt sich dem Ende zu und endlich beginnt der Advent. Wobei das „endlich“ ja auch ein Widerspruch in sich ist.
Advent ist ja nichts Fertiges, Festes, sondern der Beginn von etwas, eine Warteperiode auf Weihnachten.
Wir warten auf die Ankunft des Jesuskindes, ein in wahrsten Sinne des Wortes beschauliches Ereignis, ruhig und unspektakulär, aber von ganz großer Tiefe  – obgleich man in der Fußgängerzone schon einmal etwas anderes meinen könnte.
Mit dem ersten Advent kann man dann ganz offiziell auf etwas Kommendes warten und sich in Geduld üben.
Wie im Leben ja auch: Es ist nicht immer direkt alles perfekt und fertig, es braucht oft Wartezeiten und Geduld. Manchmal muss man selbst noch den Feinschliff geben, ein anderes Mal wartet man auf andere, die unterstützen und helfen müssen, damit etwas fertig und rund wird.
Warten  auf die Ankunft des Jesuskindes, eine schöne Beschäftigung. Wie schön, dass es den Advent gibt, denn es muss nicht immer alles schon da sein – die guten Dinge brauchen ihre Zeit.

Eigentlich dekoriere ich nicht gern, ich bin eher Puristin, was meinen Nahbereich angeht und mag funktionale Dinge aus Holz, Ton, Naturmaterialien, Porzellan und Edelstahl. Aber wenn es um den Advent geht, haben wir doch einige „schöne“ Traditionen für unser Zuhause:

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Adventskranz

Unsere Fensterbänke sind blumentopf- und dekofrei. Gardinen haben wir auch keine. Einfach weil es praktisch ist, schnell ans Fenster zu können, richtig was sehen zu können – und die schönen neuen Fenster genießen zu können. Äußere Ordnung soll aufs Innere zurückstrahlen.

Im Fenster hängt ein einiger schöner Ast, der immer je nach Anlass schön behängt wird – an Valentinstag mit einem Herzchen, an St. Martin hängt unsere Laterne hier, an Ostern kleine Holzeier.

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Wir haben unsere Lieblingsstücke aus Kindertagen aufgehängt, eine bunte Mischung. Hier einiges im Detail:

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Bischof Nikolaus von Myra

 

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Das Nussknackermännlein –

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Und der Stall wir schon eifrig bespielt

 

Wir  wünschen euch allen einen schönen ersten Advent. In den nächsten Wochen wird es hier allerlei Schönes zum Nachmachen geben, Ideen und Gedanken zum bevorstehenden Weihnachtsfest.
Schaut also gern öfters mal rein!

 

 

Herbstfreude

Im Moment gönne ich mir Momente, in denen ich in aller Ruhe meinen Gedanken nachhängen kann. Und wenn ich sie aufgeschrieben oder ausgesprochen habe, fällt mir immer wieder aufs Neue auf, dass die Ideen, die Beobachtungen, die Eindrücke und die Erlebnisse gar nicht so banal sind, wie sie mir oft im Kopf noch vorkommen.
Den Herbst nutze ich gerade ganz intensiv zum Gedanken ordnen. Zum Planen, was im Haus als Nächstes gemacht werden soll. Zum Einholen von Angeboten und zum Vergleichen. Zum Aufräumen (immer wieder gern und mit ganz viel Freude), Zum Abernten der letzten Tomaten und des Pfefferminzstrauchs, der seit dem letzten Kahlschnitt vor einigen Wochen wieder gewachsen ist wie Schaum. Zum Ausprobieren des neuen Dörrapparates – selbstgebaut von Alphalama. Zum Sonnentanken auf den Spielplätzen der Stadt und zum Absichern des Minilamas bei waghalsigen Kletterabenteuern. Zum Häkeln und Nähen. Zum Lesen und Pudding kochen.Und zum langsamen Abschließen eines 5 Jahre währenden Projektes. Und zum entspannten Planen der Weihnachtsgaben in 8 Wochen.
Viel zu tun, aber viele Momente, in denen ich ganz bei mir sein kann.
Weitere schöne Momente gibt es hier.

 

 

Das liebe Geld

Geld ist ja ein riesiges Thema in unserer Gesellschaft. Geld regiert sogesehen ja auch die Welt. Und man will auch gern zeigen, was man so hat. Wer hat, der kann oder so.
Gerade im Neubaugebiet steht der metallisch glänzende Familienwagen neben dem Büro-BMW vom Papa – im Hintergrund das riesige Anwesen mit dem professionell angelegten Garten. Und die Kinder tragen sogar im dicksten Matsch Markensachen.
Ich komme ja vom Bauernhof, da geht es irgendwie nicht so fancy zu. Auch ist es dort leider nicht immer so romantisch wie in den schönen Landlebenzeitschriften. Obwohl die mich auch immer anlachen im Buchladen , denn es sieht doch einfach alles so putzig und zuckerwattesüß aus – einfach traumhaft eben.
In meiner Herkunftsfamilie steht Beständigkeit vor  Wandel, immer schon. „Liebe geht, Hektar besteht“ heißt es auch heute noch manchmal im Scherz. Und das Wort „Liebe“ meint mehr als dieses brennende rauschhafte Gefühl im Bauch, das oft so schnell wieder vergeht, wie es gekommen ist, sondern die allzu große Euphorie in Bezug auf alles mögliche.
Einfachheit und Bedächtigkeit eben. Das passt nicht in jede Lebenslage, aber irgendwie komme ich immer wieder darauf zurück. Eine Grundhaltung. Und wenn es um die Familienplanung geht und das Planen eines Zuhauses für die, die man gern hat und für die man Verantwortung trägt, da stößt wohl jeder Mensch wieder an seine Wurzeln. Daher sind Alphalama und ich auch die Exoten im schicken und aufstrebenden Kleinstädtchen, in dem wir leben.
Bei uns steht kein Firmenwagen und auch kein geleaster Van vor der Tür, sondern die  Autos, die wir uns haben vom Ersparten leisten können. Die glänzen nicht so schön – macht aber nichts, denn sie stehen ohnehin nicht vor der Tür, sondern in der Garage ein paar Querstraßen weiter.
Wir haben kein riesiges Anwesen bauen lassen, sondern den Wohnturm gekauft, der sich zwischen zwei andere Häuser kuschelt und schon 50 Jahre auf dem Buckel hat. Dafür aber auch echtes Parkett, so richtig schön altes Eichenparkett. Und eine Geschichte. Unser gemeinsames Projekt. Dafür lasse ich auch gern mal einen Kurzurlaub aus und baue etwas um oder verschönere ein Zimmer.
Auch was den Kinderwagen, den Buggy, die Erstausstattung, die weiteren Kleidungsstücke für Minilama angeht haben wir  nicht die Sachen gekauft, die im Kinderladen angepriesen werden. Ehrlich gesagt auch, weil mich die Läden kirre gemacht haben. Irgendwie machen die es so kompliziert, Kinder zu bekommen. Man braucht so viel – und hat erst so wenig. Zu viel Stress für Lamasus, ganz im Ernst. Daher ist das Meiste, was wir für das kleine Lama hatten und auch haben aus zweiter Hand. Und da Ökotest den Kinderwägen durch die Bank weg – egal wie teuer oder billig – ein schlechtes Zeugnis ausgestellt hatte, habe ich auch keine Lust gehabt, so richtig viel Geld hinzulegen für einen hübsch aussehenden aber trotzdem irgendwie bedenklichen Kinderwagen. Von daher hat es der niedrigpreisige auch getan – und knapp ein Jahr lang mit durchschnittlicher Laufdauer vom 10 km am Tag tapfer durchgehalten. Ebenso der Buggy.
Und wenn ich lese, was so alles Giftiges und Bedenkliches in Kinderkleidung versteckt sein kann, bin ich dankbar darum, dass andere Menschen die Sachen schon 10 – 20 Mal in der Waschmaschine tanzen ließen und vieles von dem ausgeschwemmt haben, was nicht an die Haut vom Minilama soll.
Und dann bin ich dankbar, dass bei uns daheim kaum was weggeworfen wird – aus Überzeugung und seit Generationen: Unser Babybett lässt sich 5 Generationen zurückverfolgen, das alte Laufställchen ohne Boden mindestens ebenso lange. Der Lammfellfußsack, den wir letzten Winter dank der Fähigkeiten meiner Schwiegermutter auf den aktuellen Kinderwagen angepasst haben ist auch schon 35 Jahre alt und schon so oft gewaschen, dass ich mir keine Gedanken machen muss, wenn ich dies hier lese. Manche Latzhose und mancher gestrickte Strumpf wird hier von Mutter an Kind weitervererbt.
Richtig Geld in die Hand genommen haben wir allerdings bei den Kindersitzen und bei den Matratzen, den Kissen, den Federdecken und den Bezügen, oder der Wickelauflage  für das kleine Lama. Klug ausgeben ja, aber nicht am falschen Ende sparen – das versuchen wir. Oft gelingt es, manchmal leider nicht.
Ich bin richtig stolz auf uns, wie wir das Leben meistern. Und wie wir abwägen, was sein muss, aus Sicherheitsgründen oder warum auch immer und was Bonus ist, schönes Chichi, Dinge, die man hat, damit andere Menschen es sehen und sich etwas darüber denken sollen. „Für die Leute“ heißt das bei uns, wenn man Dinge tut, weil man möchte, dass Nachbarn und Bekannte denken, man wäre toll, reich, glücklich, erfolgreich – was auch immer. Und gerade diese hohlen Dinge will ich nicht mehr besitzen wollen! Weil sie bei mir nichts von dem mitbringen, was sie bei anderen gedanklich bewirken sollen. Ich fühle mich dann wie in einer Soap oder wie in einem Hochglanzmagazin und sehne mir das echte Leben herbei. Das, in dem man mit staubigen Haaren Tapetenablöser kaufen gehen muss, weil der Mist nicht von der unbehandelten Rigips-Wand will. Das, bei dem man erst in der Schule bemerkt, dass Farbflecken auf der  Jeans und Frischkäseflecken auf dem Hemd sind. Das, bei dem man mit seinem Kind in eben jener Aufmachung im Sand buddelt. Das, in dem man „nein“ sagen kann zu süßen Verlockungen im Supermarkt und herzhaften Take-Aways, weil man daheim selbst Teilchen und Pommes für einen Bruchteil dieser Summe und in deutlich besserer Qualität machen kann (und wird). Das, in dem man im Sommer  in der Umgebung kleine Ausflüge macht und Freunde besucht.
Das, in dem es mehr Sein als Schein gibt – auch wenn das bedeutet dass „die Leute“ daher scheinbar unweigerlich glauben, man habe nicht genug von dem Papier, das die Welt regiert.

Die Entdeckung des Tages: Pudding selbst machen

Ich habe es ja schon öfters berichtet: Ich bin ein Süßmäulchen und ich vermeide gern Plastikmüll. Das geht natürlich oft nicht zusammen: Schokoriegel, Müsliriegel, Kekse und Gebäck, Eis und Gummibärchen: Alles ist schön mit Plastik ummantelt.
Wir machen ja sehr viel selbst, kleine Bäckereien, Kuchen, Waffeln und auch Speiseeis und Frozen Yoghurt. Und ich nehme dann davon in der Brotdose mit auf die Arbeit, zum Sport, zum Spielplatz oder Ausflug. Das Einpacken von Selbstgemachten haben wir uns gut angewöhnt und der Lustkauf im Supermarkt oder am Kiosk ist auf ein Minimum eingeschränkt. Ganz lässt sich das leider nicht abstellen – manchmal „muss“ einfach das eine oder andere sein und ich gebe den Gelüsten manchmal nach. Es gibt auch einfach diese Tage, an denen ich viele Nerven gelassen habe und Lust auf einen nussigen Riegel habe. Und da sehe ich es auch nicht ein, mir das zu verwehren.
Zum Glück ist das ganz selten der Fall – ich habe auf der Arbeit einfach Glück und mit Minilama auch.
Das Verzichten auf diese Art Lebensmittel im Supermarkt macht sich am Ende des Monats echt im Haushaltsbuch bemerkbar. Eine Tüte Chips und ein paar Kekse und ein bisschen Schokolade  im Einkaufwagen kostet ja schnell 5  Euro – dafür kann ich einiges an Obst und Gemüse kaufen – zumal gerade, wo es überall so viel frische Auswahl gibt.
Aber ganz ohne die Zuckerdosis geht es hier nicht – nachmittags haben wir alle schon Lust auf etwas Süßes.

In der Schwangerschaft spätestens habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie viel Zucker eigentlich in meinen Bauch wandert. Und: Egal wie dünn und fit man ist – dem Schwangeschaftsdiabetes ist das herzlich egal.
Da gab es keine Milchschokolade mehr, und auch keine Chips. Ich war  aus Sorge sehr eisern. Und wenn der Hunger dann zu groß wurde, habe ich mir ein Stück hochprozentige Schokolade genommen und mir öfters mal einen Schokopudding oder ein Kakao-Nuss-Joghurt nachmittags gemacht.
Das habe ich beibehalten. Joghurt mit Nüssen und Pudding mache ich mir noch immer oft. Als Teil des süßen Repertoires sozusagen. Außerdem süße ich mit Rohrohrzucker und halbiere (wenigstens) die Menge im Rezept. Ich merke, dass man sich den Zucker auch abgewöhnen kann – wir dosieren immer weiter runter beim Backen und verlieren nicht den Geschmack daran.
Genervt hat mich immer das Puddingpulver-Kaufen. Da meine Großpackung * aus der Metro bald leer war und ich nicht mehr an Nachschub gekommen bin, musste dieses plastikverpackte Pulver ins Haus. Das ist zwar billig, aber eigentlich doch zu teuer. Außerdem war es immer aufgebraucht, wenn ich Pudding wollte.
Ich habe recherchiert und mich ein bisschen geschämt: Speisestärke ist das ganze Geheimnis.

Also: Pudding selbst machen und so plastikfrei wie möglich. So geht es:

500 ml Milch aufkochen

100 ml Milch und 2-3 Teelöffel Spesiestärke vermischen, glatt rühren

2 Löffel Zucker (gern auch Vanillezucker) und 2 Löffel Backkakao  in die Milch einrühren

Wenn die Milch kocht, das Speisestärke-Milch-Gemisch hinzugeben und kurz aufkochen lassen.

Ich fülle gern alles heiß in ein großes Glas, gebe gehackte Haselnüsse (und Sirup *) dazu und löffele das alles warm mit einem langen Löffel – als Puddingsuppe. Die gab es früher oft, wenn meine Mutter keine Zeit zum Kochen hatte, glaube ich. Ich habe sie mir jedenfalls mindestens ein Mal in der Wochen gewünscht. Für Alphalama, der Puddingsuppe nicht so liebt wie ich, lasse ich das Ganze in der Schale erkalten und fest werden. Minilama nimmt beides gern.

Speisestärke habe ich immer im Haus, zumal ich sie als Grundlage für mein Deo brauche. (Das Rezept folgt.) Puddingpulver wird es hier nicht mehr geben.
Für heute viel Freude mit dem selbst gemachten Pudding.
Ein leckeres Neujahrsrezept mit diesem tollen Pudding findet ihr hier.

Und noch eine Info am Rande: Wenn ihr in die rechte Leiste schaut, seht ihr unseren kleinen Flohmarkt. Wir verkaufen haufenweise Kindersachen, Haushaltsgegenstände, Bücher, Möbel, Stoffe, Spielsachen. Vieles in Bioqualität. Guckt ruhig mal rein. Wir machen gern Paketpreise.