Vereinbarkeit von Beruf und Familie – egalitär oder traditionell?

Ich denke, das Thema Vereinbarkeit kommt in jeder Familie mit Kindern früher oder später mal auf den Tisch. Gerade gestern habe ich bei Freunden dazu eine Geschichte gehört, die Alphalama und mich zum Nachdenken angeregt hat. Wir leben in einer Grenzregion und viele Arbeitnehmer wünschen sich natürlich die wirtschaftlichen Vorzüge unseres Nachbarlandes. Daher wird bei uns in vielen Fällen weit zu Arbeit gefahren, gerne mal mehr als 1 Stunde  pro Weg.  Die Verkehrssitaution  am Morgen bringt es mit sich, dass viele Pendler richtig früh aufbrechen, also kurz nach sechs Uhr, um auch noch im Hellen wieder nach Hause zu kommen. Wenn also ein Elternpaar pendelt, wird das schon herausfordernd und ist kaum mit den Hol- und Bringzeiten der Kitas vereinbar. Die Leute finden ihre Wege, das hört man im Gespräch immer; sei es Omas, Au-Pairs, versetztes Hinfahren, sodass einer bringt und der andere abholt, stundenweise Homeoffice oder Reduktionen im Stellenumfang.

Gestern hörten wir dann ein irres Beispiel: 2 Stunden fährt der Papa täglich hin und zwei zurück, wenn es gut läuft. In dem großen Konzern, der ihn beschäftigt, sind unbezahlte Überstunden  selbstverständlich; vor 21 Uhr ist der Mann nie daheim. Die Kinder sind noch richtig klein; die Mama kümmert sich alleine zuhause um alles, denn es gibt keine Hilfe aus der Familie oder ähnliches. Glücklich ist keiner der beiden. Klassische Rollenverteilung – ist irgendwie so gekommen, weil der Job des Mannes so schmackhaft und gut bezahlt ist. Die Mama kann unter den gegebenen Umständen den Wiedereinstieg in den Beruf, auch stundenweise, nicht leisten. Es würde sich ja auch finanziell kaum lohnen. Wenn man dann noch in einem Bundesland lebt, das Kindergartengebühren verlangt, kommt man ans Rechnen, ob sich der Wiedereinstieg unter den finanziellen und organisatorischen Bedingungen (ich sage nur „Schließtage“, und „Kinderkrankheiten“) überhaupt lohnt.
Das ist natürlich ein richtig extremes Beispiel; eins, dass mir noch richtig im Magen liegt. Es hat mich in einem bestärkt: Es scheint die Tendenz zu geben, mit der Familiengründung  egalitäre Beziehungsmodelle durch arbeitsteilige Modelle zu ersetzen – Tendenz mit zunehmender Kinderzahl stark steigend. Wenn man dieses Rollenmodell wünscht, gibt es also keine Probleme. Wenn man sich jedoch wünscht, dass auch mit Kindern das partnerschaftliche Miteinander in Bezug auf Geld-, Haushalts-, Kinderthemen weiterhin bestehen bleibt, muss man sich wirklich anstrengen und auch manchmal richtig gegen den Strom schwimmen.

Weitergehende Gedanken dazu habe ich hier zusammengetragen.

Küchengeflüster

An Fastnacht, wie es bei uns heißt, gibt es eigentlich oft Fettgebackenes, aber Minilama und ich sind keine Fans davon. Daher hat Alphalama seinen Berlinerhunger in der örtlichen Backstube gestillt und ich habe einen schönen Vormittag lang leckere Backwaren für uns und natürlich für die Kita gebacken.

Hefemuffins. Das war eher eine spontane Idee, aber die Muffins sind so klasse aufgegangen und haben eine derart hübsche Haube bekommen, dass es hier künftig öfters Hefeteig in Muffinformen geben wird – mit dicken Schokostückchen und einem flüssigen Schokokern und saftigen Kokosraspeln.

 

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Weil Haselnüsse im Moment ja Mangelware sind, sind die Preise ordentlich in die Höhe geschossen – und 3 Eur für 200 g konventionelle Haselnüsse sind mir einfach viel zu viel – zumal man für meine Nussecken mindestens 400 g braucht.
Daher gab feine Mandelecken – natürlich sind das keine richtigen Nussecken, da weiß ich – aber sie sind auch lecker. Für eine Ausnahme eine echte Alternative.

 

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Ein Tomaten-Oliven-Nuss-Brot kam auch noch aus dem Ofen gehüpft.

Leckere Fastnachtstage wünschen wir euch!

 

Müllvermeidung – Mehr als „nur“ Plastikmüll, Papiermüll, Restmüll einsparen

Dieses Blog dreht sich ja an vielen Stellen ums Selbermachen – einmal weil es Freude macht, die Dinge in der Umgebung selbst gestalten zu können, weil es zum anderen oft deutlich preiswerter ist als die Dinge fertig zu konsumieren, und auch weil selbstmachen meist eine enorme Einsparung von Müll mit sich bringt.
Wer einmal nachlesen will, was wir beispielsweise alles nicht mehr fertig kaufen, kann unter der Kategorie „Projekt Plastikfrei“ nachstöbern oder diese kleine Auswahl an meinen Lieblingsthemen durchforsten:

  • Waschmittel daheim rühren und nicht heimschleppen
  • Pflegecreme für viele Anlässe selbst zusammenrühren – am besten aus dem eigenen Gartenbeet
  • Lecker Backen – ein Leben ohne Bäckereibesuche – und Basteln mit „Müll“
  • Stoffwindeln und Babypflege – so preiswert, ökologisch und umweltfreundlich wie möglich

Ich habe noch einige andere Ideen, die ich euch gern vorstellen möchte, wie beispielsweise eine Abwandlung der Pflegecreme, die so weich ist, dass man sie auch als Körpercreme nutzen kann – aber da müsst ihr euch noch etwas gedulden. Und vielleicht öfters mal reingucken in Zukunft, die plane da eine Serie.
Heute möchte ich aus gegebenem Anlass eine andere Müllquelle als das Plastik ansprechen, den digitalen Müll.
In Studienzeiten habe ich mit großer Freude Newsletter zu meinen Studienthemen abonniert, Tageszeitungen, Feeds jeder Art. Weil ich mich interessiert habe und auch keine anderen Quellen der Information hatte. Tageszeitungen finde ich klasse, aber leisten konnte ich mir das nicht. Und täglich in der Unibib Zeitung lesen – na ja, mit Doppelstudium um 2 Nebenjobs war das auch kein gangbarer Weg.
Die meisten habe ich einfahc beibehalten – und das Emailpostfach schwoll an und an. Nach einem Wochenende unterwegs blieben von 35 Mails vielleicht noch 2 mit wichtigen Inhalten, der Rest wurde weggeklickt. 5 Minuten waren aber trotzdem dahingeschmolzen, mindestens.
In meiner darauf folgenden Ausbildung habe ich weniger Zeit in diese Informationen investiert, die Newsletter kamen trotzdem. Der Leidensdruck sie loszuwerden wuchs an, zumal manche mich mittlerweile nervten: Wie konntest du das mal gut finden, dachte ich öfters mal.
Einzelne Newsletter wurden dann abbestellt, die meisten auch mit einem Klick für immer. Leider waren manche ziemlich zäh – und tauchten Monate später plötzlich wieder auf. Also wieder abbestellt und so fort.
Am Schlimmsten sind die babybezogenen Newsletter – in der Schwangerschaft gern gesehen, mit zunehmender Wochenzahl immer häufiger weggeklickt, denn im Ernst: Wer soll das alles kaufen, was da angeboten wird? Neue Babydesignersachen kamen jede Woche und redundant wurden die meisten Tips auch. Der Nervfaktor überwog somit nach einigen Monaten den Nutzen und vieles wurde wieder abbestellt. Der Satz der klebrigen Newsletter ist hier leider deutlich höher – noch immer kämpfe ich mit manchen wie z.B mybaby. Die wechseln dauernd den Absender. Immer ein neuer Vorname @mybaby.de. Der Mailer kriegt es natürlich nicht hin, sowas zu blocken, also immer einzeln blocken.
Das Problem ist dazu: Um den Newsletter abzubestellen, muss ich mein Passwort eingeben. Nun ja, welches erfundene Wort wird das wohl sein, dass ich vor 3 Jahren da eingegeben habe? Wie soll ich das erinnern? Unmöglich. Also weiterhin Mailgenerve von mybaby.de – so alle 3 Monate – und ich habe gar kein Baby mehr daheim. Weder süße Strampler noch süße Rasseln brauche ich. Geschweige denn sonstige Babysachen von „namhaften Herstellern“, die bei Ökotest dann doch nur ihr wahres Gesicht offenbaren. Als beispiel sei mal diese liebe Giraffe genannt. Als ich schwanger war, wurde die angepriesen wie warme Semmeln. Was Ökotest dazu sagt, könnt ihr hier nachlesen.
Ihr versteht also, warum ich diesen Newsletter loswerden will.
Heute daher meine deutliche Mail an die Leute von mybaby – sehr gern zum Kopieren und weitergeben.

Bitte streichen Sie meine Adresse umgehend aus Ihrem Newsletterverzeichnis.
Ich habe schon unzählige tini@mybaby ähnliche Adressen blockiert, aber Sie schaffen es ja immer wieder neue zu generieren.
Der Newsletter nervt mich nur noch!
Es kann doch nicht sein, dass man aus Ihren Fängen nur rauskommt, wenn man sein Passwort eingibt, das ich leider nicht mehr kenne.
Eine letzte Mail gestatte ich: Die Bestätigung der Abmeldung.
Wenn sonst noch was kommt, geht die Sache direkt an die Verbraucherzentrale

Die Sätze sind sehr deutlich, das stimmt. Aber im Ernst: Das ist doch auch Müll, digitaler Müll. Er raubt mir die Zeit, ärgert mich und erreicht mich an einer ziemlich privaten Stelle: wenn ich in Ruhe daheim am Rechner sitze.
Ich will gar nicht davon anfangen, was mit dem Briefkasten vor der Haustür geschieht, wenn man Papier-Babykataloge bei Verbaudet, Baby Walz, Baby Butt, Hess Natur oder wie sie alle heißen, bestellt. Das habe ich leider in der ersten Schwangerschaft gemacht als ich täglich noch 2 Stunden Zug gefahren. Da wollte ich blättern und was in der Hand haben.
Ich wundere mich nur – soviel erwähne ich dazu dann doch – wie die Pampers Werbeabteilung an meine Adresse kommt. An MEINE – die von der Frau, die noch keine einzige Pampers im Haus hatte und die sich über diesen Artikel hier schon gar nicht mehr aufregen konnte.

Oder Hipp, Milupa und wie die wieder alle heißen – deren Pröbchen flattern hier auch fröhlich in den realen Briefkasten und landen direkt im Müll. Wem soll ich das guten Gewissens weitergeben?Zuckersäftchen, Zuckertee und Zuckerkeks, Straciatellabrei oder gesüßte Säfte gibt es hier nicht und wird es auch nie geben. Ebenso wenig wie Obstmus in Säftchenverpackung. Dann doch lieber mal einen Bissen  Schokonikolaus oder einen Weihnachtskeks naschen.
Leider kann man Infopost nicht abweisen. Normale Postsendungen kann man mit der Aufschrift „Annahme verweigert“ oder „Zurück an Absender“ aus dem Haus schaffen. In Kombination mit einer Mail an den entsprechenden Kundenservice und der Bitte, die eigene Adresse zu streichen, hilft das meistens.
Wenn man aber bei dem Anbieter online dann noch mal was bestellt (weil irgendwo her muss das Biozeug in meinem Haushalt ja kommen; in der Kleinstadt in der wir leben gibt es zwar schon eine gute Auswahl, aber einiges muss dann doch von extern beschafft werden…) geht die Katalogflut oft von Neuem los. Manchmal hilft ein Kommentar im Kommentarfeld der Bestellung – im Sinne: „ich bestelle online (!), ich will daher in Zukunft keinen Papierkatalog; Und: wenn ich was von euch brauche, bestelle ich es ohnehin wieder online.“ Manchmal hilft das leider nicht.
Eine Freundin ist manchmal dankbar um einen Katalog zum Stöbern, dann hat er ja noch einen Sinn gehabt, aber oft auch nicht. Und dann war das Ganze Ressourcenverschwendung vom Allerfeinsten.
Das ärgert mich – und ich höre nicht auf, mich dagegen zu wehren.

Denn: Nur weil ich mich einmal für etwas interessiert habe und ev. einen Newsletter oder einen Katalog angefordert habe, gehe ich keine Bindung auf Lebenszeit ein! Wir leben doch in der immer schneller werdenden Welt mit Menschen, die sich nicht binden wollen. In vielen Bereichen des Lebens ein Problem, hier aber ein Argument für das Bestellen und wieder Abbestellen so wie es mir gefällt. Diese Anfrage muss jederzeit ohne Angabe von Gründen kündbar sein. Eine einmalige Bestellung zieht nicht direkt die nächste nach sich (so konsumgeil sind wir dann doch nicht)- und daher ist zumindest bei den drei Lamas die direkte Katalogversendung nicht nötig. Diese Thesen trage ich vor mir und mache mit den verschiedenen Versendern unterschiedliche Erfahrungen.

Ein Festtag für die drei kleinen Lamas: Endlich o2 Telefonica frei!

Heute ist ein echter Festtag für uns: Nach viel bürokratischem Ärger sind nun alle Familienmitglieder endlich aus ihren Verträgen bei o2 heraus.
Als ich letztes Jahr versucht habe, meine fristgerechte Kündigung durchzusetzen, habe ich mich ein bisschen im Web umgesehen, ob ich die einzige bin, die Schwierigkeiten hat, Dem war nicht so. Auch bei Beschwerdeseiten wie dieser hier gibt es viele Klagen. Vor einigen Wochen wurde ich auch von einem Redakteur angeschrieben, der einen Beitrag über das Kündigungsgebahren von o2 erarbeitet hat und sich über meine Erfahrungen gefreut hätte. Leider sind meine Aufzeichnungen über die ganze Sache nicht so detailliert, wie sie für eine Fernsehreportage sein sollte, daher fiel das Ganze ins Wasser.
Angesichts der Kündigung meiner Mutter bei o2 kam mir der ganze Alptraum noch mal in den Sinn.
In aller Kürze stelle ich die Odyssee gern an dieser Stelle dar; vielleicht dient es als Entscheidungshilfe, sich diesen Ärger durch die Wahl eines seriösen Unternehmens zu sparen.
Ich war knapp zehn Jahre lang Kundin von o2; im Studium erschien mir das Angebot einer Homezone anstelle eines Telekom-Festnetzanschlusses mit den hohen Grundgebühren eine echte Alternative. Und meine alte Prepaid-Sim wurde mir einfach zu teuer,  wenn ich länger als ein paar Minuten sprechen wollte.
So zog bei mir mit dem ersten HiWi-Job ein o2 Vertrag mit ein. Durch das Einsenden meiner Immatrikulationsbescheinigung bekam ich noch ein paar Freiminuten und FreiSMS.
Einige Jahre später habe ich auf eine Deutschland-Flat umgestellt, da ich mehr unterwegs war. Die Studienbescheinigung ergab dann wieder einen Bonus: 100 FreiSMS.
Bei der nächsten Vertragsverlängerung war o2 leider nicht mehr gewillt mir den Studienbonus zu gewähren, obgleich ich die Bescheinigung wie zuvor eingesandt hatte. Auch mehrere Gespräche mit der o2 Servicehotline konnten keine Veränderung bringen. Zwei Jahre lang hatte ich dann einen überteuerten Vertrag, bei dem ich für jede SMS 19 cent bezahlt habe – da war Aldi prepaid schon bei 9 cent.
So bald als möglich habe ich dann gekündigt, mit Einschreiben und Rückschein. Außer diesem Rückschein habe ich nie etwas von o2 gehört, im Sinne einer Kündigungsbestätigung oder so. Aber davon ist das Web auch voll, scheint o2 Politik zu sein.
Durch den Wechsel zu einem neuen Prepaid (!)-Anbieter habe ich dann den Termin für die Kündigung erfahren, eine neue SIM-Karte bekommen und irgendwann wurde dann die alte SIM abgeschaltet.
Leider kamen trotz abgeschalteter SIM ständig neue Rechnungen von o2, immer kleine Beträge, 5 oder 10 Eur. Angeblich hatte ich Datenpakete angefordert oder irgendwohin angerufen. Unmöglich jedoch bei einem Dump-Phone und einem Funkloch im Wohnturm, zumal ich das Handy bewusst um den Abschaltungszeitraum der SIM herum großzügig ausgeschaltet hatte. Nach einigen Malen treuen Akzeptierens der Abbuchungen (vielleicht lässt es sich ja noch erklären, dachte ich mir. Wer weiß, vielleicht bist du an den Internet-Knopf gekommen, dachte ich) wurde es mir zu bunt – der Strom der Forderungen ließ einfach nicht nach und war irgendwann einfach nicht mehr erklärbar. 3 Monate nach dem Abschalten der SIM konnte ich einfach nicht mehr weitere Kosten produziert haben.
Ich habe daher meine Bank angewiesen die letzte Abbuchung wieder zurückzubuchen. In der Folge kam dann eine Mahnung von o2.
Zwischenzeitlich hatte meine Mutter den örtlichen o2 Shop aufgesucht und ihrem Unmut dort Luft gemacht. Die Mitarbeiterin musste sich selbst durch die lange Warteschlange quälen und konnte auch nichts erreichen. Sie gab uns Recht, dass die Forderungen unangemessen seien. o2 meinte jedoch, dass durch die Umstellung auf das SEPA-Mandat eine Löschung der Forderungen unmöglich machen würde – sie würden bereits Wochen vorher eingerichtet und die Mitarbeiter an der Warteschlange könnten leider hier nichts ausrichten. So weit, so frustrierend.
Wie wir das gelöst haben: Meine Mutter musste wieder ran – die mittlerweile genervte Dame im o2-Shop kannte dann ein Hintertürchen: Ich ließ die letzte Abbuchung zu und meine Mutter bekam 10 Eur Extraguthaben auf ihren o2 Account gebucht. Anders gings nicht. Die nächste Korrrespondenz von o2 war wieder eine Rechnung – allerdings war die Forderung dann 0,00.
Finalement!
Aber im Ernst: das ist doch ein tolles Geschäftsmodell: Immer wieder mal versuchen ohne erbrachte Leistung 5 Eur von den Leuten einzuziehen und es dann durch bizarre Abrechnungsausreden den Leuten erschweren, ihr Geld zurückzubekommen. So kann man auch Gewinn machen.
Aber mit mir nicht mehr! Jeder der es hören will, erfährt seither meine negative Meinung zu diesem Unternehmen!
Diese Woche kam dann auch der Rest der Familie aus dem Vertrag, es war ein Prepaid-Vertrag mit 30 Tagen Kündigungsfrist. Wieder Einschreiben, wieder Hilfe vom neuen Anbieter. Das ging ganz gut bisher, ich hoffe, es bleibt so.
Ein langer steiniger Weg, um zur fristgerechten Kündigung zu gelangen.
Kennt jemand von euch auch diese Servicewüstenerfahrungen?

Stern über Betlehem – oder: Weihnachten ohne Tradition

Weihnachten liegt fast hinter uns – wir sind ja noch in der Oktav, also im Zeitfenster der 8 Tage nach dem Fest. „Frohe Weihnachten“ kann man sich also noch guten Gewissens wünschen.
Das Familienfest wird von vielen Menschen mit Sorge erwartet – das ganze Jahr gelingt es oft ganz gut, die Verwandten nur zeitlich dosiert zu sehen und der Overkill an Weihnachten bringt daher in vielen Häusern die Luft zum Kochen.
Auch Menschen, die alleine leben spüren an den Feiertagen oft ganz besonders schmerzhaft, dass sie alleine sind. Im Jahresverlauf lässt sich das oft kompensieren, aber an Weihnachten wird dann die Familie hochgehalten und dann ist es schwierig einen Ort zu finden. Ein Bekannter von uns hatte Glück: Einige junge Männer aus dem Dort waren an Weihnachten allein – und haben sich zusammengetan, lecker gekocht und zusammen Sky geschaut bis in die Nacht – ein  gelungender Abend. Schade, dass das nicht immer gelingt.
Gerade frisch getrennte Menschen dürften die vergangenen Tage mit Angst erwartet haben und auf ein rasches Ende gehofft haben. Denn oft wie aus dem Nichts heraus ist an Weihnachten die Familie das Wichtigste und auch die Werbung kennt nur noch glückliche Familien.

Nicht falsch verstehen: Ich mag Familientreffen ganz gern, und Minilama ist ein Socialiser. Das ist also ok für mich. Aber ich sehe auch die schillernden Botschaften und die Tatsache, dass das Schwimmbad, das Sonnenstudio, der Fitnessclub und das Kino – also alles Rückzugsorte für Menschen, die nicht die Familie im Rücken haben – schließen und die Leute ortlos zurücklassen. Das sollte man im Blick behalten an Weihnachten – und warum nicht an einer Weihnachtskochaktion teilnehmen? Oder Freunde zu sich einladen?
Dieses Jahr ist mir beim Bloglesen – ich hab ja gerade etwas Zeit zum Stöbern – wieder aufgefallen, welch hohen Wert das Kind doch in den jungen Familien hat. Die Familie allgemein ist das höchste Gut, die Beziehung wird gefeiert, das Wir zelebriert. Und um die Liebe zu zeigen, die man für das kleine Mini-Ich empfindet ist nichts zu teuer. Manche Geschenkeparaden in den Blogs haben mir den Mund offenstehen lassen. Ich habe eine neue Dimension von Kinderliebe gesehen, sagen wir es mal so.
Für mich als Frau vom Fach ist dann immer verwirrend, wie wichtig Weihnachten als Fest der Geschenke und des gezeigten Wohlstandes und der zelebrierten (und so ausschließenden) Wir-Freude ist und wie wenig es um  Weihnachten als christliches Fest geht. Wenn jemand sagt, dass am 1. Weihnachtstag der Weihnachtsmann nach Hause kam, wird immer weniger irritiert reagiert, sondern vielmehr zugestimmt: „Der war auch bei uns“. Weihnachtsmann? Ich verstehe es nicht. Am 6. Dezember kommt der Nikolaus, der Bischof von Myra und an Weihnachten wird Jesus geboren. Zumindest ist das der Kern des Fests und der Grund dafür, dass wir frei haben.
Diese Umdeutung der Weihnachtszeit kann ich wirklich weder nachvollziehen noch „gut sein lassen“.
Zum einen, weil es, wenn es nur um Familienglück und Geschenke geht, ein ganz und gar garstiges und ausschließendes Fest wird, dass viele Menschen traurig und einsam zurücklässt und vielen Kindern schmerzlich bewusst macht, dass sie in einer unvollständigen Welt leben müssen, in der es noch nicht einmal einen angemessenen Anteil am Konsum für sie gibt –
und zum anderen, weil etwas ganz Friedliches, Existenzielles verloren geht, denn der Blick in die Welt zeigt mir auch, dass es zunehmend unklar ist, dass wir im Andvent auf seine Ankunft gewartet haben und uns an Weihnachten über das kleine Kind in der Krippe freuen – der contradictio in se, dem Retter der Welt im Stall.
Und wer das Tagesgeschehen verfolgt, dem wird eine gewisse Ironie nicht entgehen: Besorgte Wutbürger lassen sich von fragwürdigen Führungsgestalten zu Straßendemos mobilisieren und sind bereit, die Not unzähliger Flüchtlinge zugunsten eigener weltanschaulicher Verwirrungen kleinzureden, ja deren Not noch zu kriminalisieren und wollen in einem nachweislich ungläubig geprägten Umfeld das jüdisch-christliche Fundament schützen. Dass die Kernfigur dieser Religion selbst in der Fremde geboren wurde und bis zu seinem 12.Lebensjahr aus Angst vor Verfolgung im benachbarten Ausland  als politischer Flüchtling aufwuchs wird vornehm verschwiegen. Ironisch, oder?
Zum Glück sind wir nicht allein mit unserem Kopfschütteln: hier

Weihnachten bewegt in jedem Jahr die Gemüter, es liegt wohl in der Natur der Sache: Wie soll man denn nur begreifen, dass der Retter der Welt als unscheinbares und verwundbares Baby in einem unbedeutenden Flecken der Erde zur Welt kam?
Die drei kleinen Lamas haben in jedem Fall viel diskutiert, gut gegessen, viel gespielt und sparsam geschenkt. Und sich gegen die Abholzung einer schönen Tanne entschieden. Beim Adventskranzbinden zuhause fällt zum Glück immer genug ab für uns.
Einen guten Rutsch euch allen!

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