Unplugged

Alphalama und ich haben keinen Fernseher im Wohnzimmer. Wir haben einen in der Einliegerwohnung. Der Hintergrund ist es, im Partyraum mal ein Video zu schauen, wenn freunde da sind oder Guitar Hero zu spielen. Aber so wie wir aktuell den Raum nutzen (als Kinderwagenparkplatz, Garderobe, Wäschetrockenraum  und solche Dinge mehr, gibt es keine Couch, die auf diesen mittlerweile alten Fernseher ausgerichtet ist. Und ich glaube auch, so ohne Weiteres bekäme man da auch keinen Sender rein. Wir hatten zwar eine Schüssel am Haus (mitgekauft), aber ich glaube, Alphalama hat die mal abmontiert. Ich weiß es aber nicht so richtig.
Auf dem Speicher haben wir einen Beamer und eine Leinwand. Mittlerweile auch nicht mehr das Neueste vom Neuen. Alphalama spielt da schon mal ein Konsolenspiel, wir haben auch schon mal ein Video dort oben gesehen. Da gibt es auch zwei Erb-Couches. Unsere Großeltern haben die aussortiert und wir haben sie dort hochgebracht. Wir sitzen nur extrem, extrem wenig dort. Ändert sich vielleicht mal.
Der Lebensmittelpunkt im Wohnturm ist aktuell (da die Kinder noch recht wenig in ihren Zimmern alleine spielen und am liebsten etwas zusammen und mit uns Eltern machen), das Wohn-Esszimmer, das offen in die Küche übergeht. Diesen Raum haben wir schon unzählige Male umgestellt, die Möbel aus anderen Etagen hereingebracht, wieder ausgedünnt, verändert. Aktuell ist ein Regal mit Spielzeug für uns alle (vom Legostein bis hin zum Kochbuch oder dem Akku für einen Controller), ein Sideboard mit Spielsachen, die wir nicht täglich brauchen, ein kleines Highboard mit Geschirr und ein Kinderregal mit Bastelsachen hier vorhanden. Alles an einer Stirnwand. Dann der Esstisch, den mal auf 3,60 m erweitern kann und ein Sofa. Der Raum ist üppig bemessen, wir haben richtig Platz zwischen den Möbeln. Eine Wohnwand haben wir keine, also auch keinen Platz für einen Fernseher.
Alphalama und ich schauen abends auf dem Laptop, über Tag eigentlich nicht. Einen klassischen Fernseher kennen die Kinder nicht, wohl aber Alphalamas Gadgets. Aber im Grunde kommen sie über das Anschauen eines Katzenvideos oder das einmalige Anhören eines Kinderliedes auf Französisch, das im Kindergarten gesungen wurde und dass wir nun auch nachsingen wollen, nicht hinaus. So richtig in der Hand haben die drei noch kein Smartphone gehabt, um damit zu spielen oder zu schauen.
Als Minilama vor einigen Jahren regelmäßig für knapp 10 Minuten inhalieren musste, gab der Kinderarzt den Tipp das Kind mit dem Fernseher abzulenken, denn das Inhalieren war wichtig und geht natürlich besser, wenn das Kind ruhig atmet und nicht gegen das Mundstück ankämpft. Da kam die alte Biene Maja oder Heidi zum Einsatz. Doch relativ schnell forderte Minilama den Film gar nicht mehr ein, sondern wollte lieber ein Buch gucken. Heute macht es das Ganze selbstständig während ich z.B. den Tisch abräume. Ich glaube nicht, dass wir insgesamt 10 ganze Folgen angesehen haben. Die Zwillinge haben schon als Säuglinge mit dem Inhalieren beginnen müssen, sodass ihnen das (relative) Stillsitzen auch ohne Ablenkung von Anfang  an kaum Probleme macht. Sie merken auch rasch, wie gut ihnen das Inhalieren tut und bleiben daher auch von sich aus dabei.
Als Minilama letztes Weihnachten einen Magendarmvirus hatte, durfte es auf einem alten Tablet Pippi Langstrumpf gucken, um es vom Bauchweh abzulenken und auch davon abzuhalten ständig ins Wohnzimmer zu laufen und dort die Geschwister anzustecken (hat aber nichts geholfen, da Minilama kaum länger als 10 Minuten wirklich damit ablenkbar ist).
Letzten Sommer haben wir Eltern an einem verregneten Tag in der Ferienwohnung wirklich entkräftet das Fernsehen dort angeschaltet. Wir dachten, damit könnten wir die Kinder etwas ablenken. Bei Minilama hat das auch geklappt, denn es fand den Beitrag über einen Zoo interessant, allerdings wollten die Zwillinge gern die Tiere im TV streicheln und dann auch den Fernseher bewegen. Nun ja, daher haben wir auch rasch abgebrochen, da wir Angst hatten, dass die Zwerge den Fernseher umwerfen. Unsere Kinder können dieses apathische Sitzen vor der Glotze anscheinend nicht. Liegt vielleicht am mangelnden Training.
Wenn wir morgens zu Fuß in die Kita gehen, kommen wir an mehr als einem Haus vorbei, in dem vor 7 Uhr schon das Kinderprogramm flimmert. Eine bekannte Grundschullehrerin rät den Eltern immer explizit, die Kinder vor der Schule nicht fern schauen zu lassen. Warum? Weil es wohl nötig ist. Minilama hat schon mal Freunde besucht, die gemeckert haben, weil durch den Besuch das fernschauen unterbrochen wurde.
Ich selbst bin total fernsehaffin aufgewachsen, habe mehrmals am Tag geschaut, meist während meine Eltern was am Haus gemacht haben oder Essen vorbereitet haben. Fernsehen als Entspannung ist entsprechend auch ein Thema für mich. Fernsehen als Medium, das die Stille einer einsamen Wohnung durchbricht, ist mir im Studium näher gekommen.
Alphalama ist eher der bewusste Seher, ich habe über den Laptop oft beim Kochen oder aufräumen eine DVD im Hintergrund laufen.
Wenn die Kinder da sind, ist das allerdings ausgeschaltet. Ich finde es gut, wenn die Kinder Langeweile haben. Weil sie dann auf neue Ideen kommen. Gerade Minilama mit seinen vier Jahren macht ganz tolle kreative Dinge mit Papier, Stoff, Nadel und Faden, mit Lego oder stöbert auf der Couch in einem Buch oder einem Comic. Die Zwillinge haben ohnehin immer was zu tun, was zu erklettern, was zu bauen oder sonstwie aktiv zu sein. Fernschauen macht ihnen keinen Spaß, da es zu schnell ist, sie noch was dazu sagen wollen, was sie eben gesehen haben und das Neue sie noch nicht tangiert, das auf dem Bildschirm erscheint.
Was das Fernsehen angeht, leben die kleinen Lamas wirklich unplugged. Ich finde es auch richtig gut so, denn ich mag es viel lieber, wenn sie selbst aktiv werden. Es ist natürlich auch manchmal anstrengender, die Kinder bei Laune zu halten ohne den ultimativen Babysitter zu bemühen, aber es ist bei mir ähnlich wie mit den Stoffwindeln: Es ist mehr Arbeit, aber ich bin damit zufriedener als mit dem einfachen Weg. So aufs große Ganze gesehen finde ich diese technikarme Kindheit doch ganz erstrebenswert.

Advent und Weihnachten bei den fünf kleinen Lamas – in zwei Versionen

Weihnachten ist nicht ganz so meins, da habe ich ja schon einmal verraten. Daran ändert sich, glaube ich, auch grundsätzlich nichts mehr. Den Advent selbst mag ich total gerne. Seit ich Kinder habe lasse ich mich schon eher mitreißen mit deren Vorfreude und habe auch Spaß daran mit ihnen zu backen und zu basteln. Beides Dinge, die ich auch übers Jahr verteilt sehr gerne mit den Kindern tue und die für mich weniger zum Advent, sondern mehr zum Leben mit Kindern dazugehören. Wir haben einige Traditionen, wie Besuche bei den Paten und dann mit ihnen auf den örtlichen Weihnachtsmärkten, laden gerne befreundete Kinder zum gemütlichen Spielen und Basteln ein, kramen jedes Jahr aufs Neue einige Bücher, die wir im Advent gerne zusammen lesen, hervor und versuchen uns auch unter der Woche mehr Zeit als üblich zum gemeinsamen Lesen und Geschichten hören zu nehmen. Die Vereine der Kinder und der Kindergarten und die Pfarrgemeinde haben in dieser Zeit natürlich auch besondere Angebote für Kinder, bei denen ich besonders aufmerksam für etwas Gutes und Sinnstiftendes bin und die Kinder häufiger mal zu einem Nachmittag außer Haus verführe als im alltäglichen Alltag. Eingestimmt haben wir uns dieses Jahr wirklich sehr schön auf das Fest der Feste, anders kann man es nicht sagen. Es war ja auch unser zweites Weihnachtfest in 2017 und wir wussten ja schon wie man es macht. Und so kann ich unsere Advents- und Weihnachtstage hier vorstellen. Auf der linken Seite das Beschauliche und Schöne und auf der rechten Seite dann diese Einschübe, die das Leben erst real machen.

Nur zur Info: Ich beklage mich nicht und bin auch nicht überfordert mit den Kindern (und dann noch ein viertes wollen, unglaublich). Bei uns ist es wohl einfach anders als bei anderen Familien und wir lernen immer besser mit diesem Anderssein umzugehen.

Ende November

Ich beginne damit, mir schöne Bastelideen für den Advent auf Pinterest zusammenzusuchen und stelle das dafür benötigte Material zusammen. Alphalama und ich schauen in den Terminkalender und überlegen, wann wir wohin fahren wollen und wen wir einladen. Wir sprechen über Weihnachtskarten und Geschenke für Verwandte und Bekannte, beginnen mit den ersten Planungen.

Ich schaue nach einem schönen Türkranz und einem passenden Adventskranz. Alphalama guckt nach der Weihnachtskiste und wir bestücken die Kinderregale mit den entsprechenden Büchern. Dieses Jahr neu: Ein Adventskalenderbuch mit 24 Geschichten über Weihnachten aus aller Welt und eine Weihnachtsgeschichte mit 24 Kapiteln, um jeden Abend eine neue Geschichte miteinander zu hören.

Ich entdecke im Dorf einen schönen Magnetkalender mit 24 Magnetfiguren, die die Krippe jeden Tag mehr bevölkern und wir Eltern sind froh, dass wir eine gute Lösung für das Thema Adventskalender gefunden haben.

Minilama bekommt kurz vor dem 1. Dezember einen Rappel und beginnt noch in der Kita beim Abholen herzzerreißend zu weinen. Grund: Es hat keinen Adventskalender. Und alle anderen haben einen. Und zwar einen mit Einhörnern und Feuerwehrmann Sam Sammelfiguren und der ist total groß und toll und überhaupt.
In der ersten Dezemberwoche beginnen wir mit Ausmalbildern und singen Nikolauslieder. In der Kita kommt der Nikolaus und Minilama geht in die Kapelle zu einem schönen Gottesdienst. Für die Kleinen kommt der Nikolaus in die Gruppe und danach wird Selbstgebackenes genascht. Sonntags gehen wir alle zusammen in den Familiengottesdienst und jeder bekommt ein flauschiges Schäfchen mit nach Hause. Wir singen häufig zusammen Nikolauslieder und sprechen vom Uropa, der auch Nikolaus hieß.

Ich stelle einfache Rezepte zusammen und lade Freunde mit ihren Kindern zum gemeinsamen Plätzchenbacken und Kinderpunschtrinken nach Hause ein.

Minilamas Erzieherin spricht mich an. Minilama hat eine überbordende Phantasie aktuell. Es hat keinen Adventskalender bekommen bzw. es öffnet den Kalender immer heimlich, wenn die Mama schon schläft.

Ich kläre auf, die Erzieherin und ich sind amüsiert.

Auf dem Heimweg ist ein Wutzwerg mit unterwegs und brüllt und stampft. „Wir haben noch keine Plätzchen gebacken. Ich will Plätzchen backen. Wir backen ja nie Plätzchen.“

An einem schönen Sonntag sitzen 5 Kinder in unserem Wohnzimmer, mümmeln selbst gemachten Kuchen und stechen Kekse aus.

Die ausgekühlten Kekse verzieren wir mit vielfältigen Liebesperlen und bunten Streuseln. Am Ende machen die Kinder aus den Resten noch richtige Kunstwerke. 5 volle Dosen backen wir gemeinsam, alle gehen zufrieden nach Hause. Minilama nimmt stolz seine Kekse mit in die Kita und erzählt allen vom gemeinsamen Backen.

Die Zwillinge verteilen sehr viel Mehl überall, der Teig wird bröselig, weil die Kinder ihn mit den Händen warm gehalten haben, mir verbrennen fast die Kekse im Ofen, die Zwillinge wollen Teig naschen (leider den mit dem Ei), Alphalama verliert um ein Haar die Nerven, weil die Kinder alles anfassen und das schnell.

Die Zwillinge werden vom Plätzchenbacken ausgeschlossen, Alphalama und der befreundete Papa lenken sie mit mäßigem Erfolg mit Spielen am Boden ab. Ich pendele zwischen Ofen und Minilama und steche in der Küchje einige kekse aus, um die Teigmenge, die größer ist als die Kinder mit Spaß ausstechen können, ofenfertig zu machen. Minilama beginnt zu weinen. Es will sofort verzieren. Es verkippt dann eine ganze Rolle Liebesperlen auf einen Keks, weil es sich nicht helfen lassen will und außerdem auch nicht die Minismarties mit den anderen Kindern teilen mag. Die Kinder unserer Freunde nehmen einzelne Dekorteile und legen sie ruhig und liebevoll auf die Kekse. Ich bin ziemlich neidisch, ganz ehrlich.
Minilama sagt dem Besuch nicht mehr Tschüss, sondern sitzt total motzig am Tisch. Einzige Sorgen: Die anderen könnten seinen selbst modellierten Pilz mitgenommen haben. Währenddessen haben die Zwillinge jeder 4 Mal Stuhlgang und Alphalama ist wirklich über Gebühr mit dem Thema beschäftigt. Er hat keine Lust mehr.

Minilama beschwert sich in der Kita, dass es nie Zeit für sich hat und ständig daheim helfen muss. Es will doch nur seine Ruhe und sich ausruhen. Und da kommt doch das Geschwisterchen und dann hat es schon wieder mehr Aufgaben. Die Erzieherinnen können ein Grinsen nicht verbergen. Ich nehme das Ganze ernst und hinterfrage mich.
Die Zwillinge lassen morgens beim Anziehen und mittags beim Abholen aus der Kita total die Bären tanzen. Sie laufen weg, sie ziehen sich Angezogenes wieder aus, helfen sich gegenseitig aus dem Buggy heraus. Alphalama bleibt morgens 10 Minuten länger daheim, um mir zu helfen, die Herde zu bändigen.

Ich gehe größere Umwege im nächtlichen Dorf, weil wir für die 20 Minuten weg nun 45 Minuten Zeit haben.

Abends wollen die Kinder teils nicht mit nach Hause kommen, wollen, dass die Oma kommt oder wollen noch spielen. Meist dekorieren sie während ich den einen anziehe, den Weihnachtsbaum ab oder flüchten vor mir in den Bewegungsraum oder das Bad (und stellen dort das Wasser an, um ihre Hände und Oberteile zu wässern). Einmal geht ein Wichelmännchen in der Kita zu Bruch, dem Kind scheint es egal zu sein. Ich merke gegen Weihnachten hin immer mehr, wie ich schon angespannt in Richtung Kita gehe. Auch Atemübungen oder so helfen mir nicht weiter. Ich bin richtig wütend, dass ich die Kinder nicht einfach auf den Arm nehmen kann und auch darüber, dass auch ein Transport im Buggy mit den Zwillingen so kompliziert ist. Das ständige Betteln und Rumreden macht mich mürbe. Gerade, wenn es mir so arg auf die Symphyse drückt und ich ständig auf Toilette muss, ist mir das Trara zu viel und ich muss mich maximal beherrschen, um ruhig zu bleiben. Außerdem regnet es total oft und Minilama und ich hassen Regen total. Der schlägt uns auf die Laune.

Sobald wir an der Garage angekommen sind wollen die Kinder zum Metzger oder zum Dönermann. Sie reißen sich von der Hand fast los, lassen sich auf den oft regennassen Boden fallen, pflücken die Beeren des wilden Weins unserer Nachbarn und versuchen sie zu essen usw.

Ausziehen und Hände waschen hat auch schon mal besser geklappt.

Meine Mutter kommt an einem Freitag und wir entscheiden, dass Minilama heute nicht in den Schwimmkurs muss (auf den es schon seit Wochen immer wieder mal keine Lust hat) und wir auch nicht mehr zum Baumschmücken im Nachbardorf dazugehen, da uns das arme Kind überreizt und gestresst vorkommt. Wir wollen ihm exklusive Mama-Oma-Zeit geben. Stattdessen holen wir es früher ab und backen nur mit ihm alleine eine große Menge Ausstechkekse. Minilama macht sehr lieb mit und verziert liebevoll die Kekse mit unsern vielfältigen Dekoren. Danach stickt Minilama zufrieden ein ganzes Stickbild aus.

Abends dürfen alle Kinder Windlichter ausprickeln, die wir auf die Fensterbank stellen. Besonders die Kleinen lieben die Lichter und stellen moegens immer die LED-Lichter an.

Minilama bricht in Tränen aus als wir die Geschwister aus der Kita holen. Grund: Der Baum steht schon und es war nicht dabei. Jetzt fällt ihm auf, dass man dort hätte hingehen können, vorher war das kein Thema gewesen. Plätzchen backen und Sticken ist doof, nur zum Baum hätte es gewollt. Und warum es heute nicht schwimmen durfte. Es liebt den Schwimmkurs doch so sehr. Durch das Weinen löst das Kind im Auto ein Geheul aus, wir erreichen die Garage mit drei völlig aufgelösten Kindern, die – oh Wunder – sofort Pommes vom Dönerladen haben wollen. Oder wenigstens was vom Metzger. (Beides gibt es allerdings nicht, auch giftige Beeren versagen ich Rabenmutter und die Rabenoma streng.)
An einem anderen Freitag passt die Oma auf die Zwillinge auf, damit Minilama und ich gegen 6 Uhr zum Lichterglanz ins Dorf gehen können. Alles ist schön geschmückt, Lichter leuchten, kerzen brennen. Es gibt Naschereien und warme Getränke. Wir schauen uns einen netten Tanz der Kindergruppe an, die Minilama so mag und singen fröhlich mit.
Minilamas bester Freund kommt zum Basteln und Punsch trinken vorbei. Der Tisch biegt sich vor Obstteller, Plätzchentellern und Naschereien. Auch Minilamas selbst gemachte Kekse werden liebevoll präsentiert.  Alphalama ist dabei und unterstützt das Bastelvorhaben tatkräftig (vor allem durch regelmäßiges Wickeln der Zwillinge, die wieder mal alles raus lassen). Die befreundete Mama hat noch Glitter und Dekortiere dabei, alle Kinder sind froh und haben richtig Freude am Basteln.
Wir dekorieren die Fenster im Wohnzimmer neu. Es sieht festlich aus.
Die Großen verschwinden direkt im Spielzimmer und lassen sich nicht durch die Info, dass der Kuchen auf dem Tisch steht und die Kleinen schon losnaschen, runterlocken. Als dann die Platte schon gut geputzt ist, kommen sie runter und brechen in Tränen aus. Minilama noch mehr, da der Freund auf seinem Platz sitzt und daher sein Glas genommen hat und außerdem irgendwas isst, das Minilama sich ausgeguckt hatte. Es verbietet unter Geschrei, dass wir die Kitakekse zusammen essen, die es gebacken hat. Ich nehme sie wieder vom Tisch.

Minilama besteht auf seinem Stuhl und meckert extrem herum als wir ihm erklären, dass es, da größer beim Basteln besser als der Freund auf einem normalen Stuhl sitzen könne.

Die Zwillinge hauen dem kleinen Freund ein Schleichtier auf den Kopf, verkippen jeder 2 Gläser Punsch – der den großen im Übrigen absolut nicht schmeckt, da sie keinen Orangensaft mehr mögen – seit heute.

Als es um die Glitzerverzierung geht, schreit Minilama nochmal auf und kippt ein halbes Röhrchen auf eine kleine Fläche, da die anderen nichts abbekommen sollen. Wir brauchen den Sauger. Und für Ausgegossenes den Putzlappen.

Außerdem trotzt das Kind herum, weil sein Gebasteltes nicht so schön ausgemalt ist wie das des Freunds und auch, weil es eine andere Schere haben will und zwar sofort. (Geht nur leider schlecht, weil Minilama seine eigene Linkshänderschere hat)

In der Kita ist in der Vorweihnachtswoche die Rede von Bindehautentzündung und Scharlach, auch Magendarm ist unterwegs. Ich bekomme etwas Panik.
Alphalama und die Kinder stellen nach einem schönen Morgen im Schwimmbad einträchtig unseren Weihnachtsbaum auf und verzieren ihn allerliebst. Dabei singe ich aus dem Off bekannte Weihnachtslieder und die Zwillinge antworten mit einem fröhlichen „Laterne, Laterne“. Es ist wunderbar. Die letzten Tage vor Heiligabend sind alle drei Kinder aufgekratzt. Die Zwillinge steigern sich auf ein nächtliches Rufen von bis zu 10 Mal. Alphalama ist völlig durch den Wind, die Kinder unausgeschlafen und übermüdet. Zwilling 2 schläft fast jede Nacht in unserem Bett – und wir wissen wieder einmal, warum wir keine Familienbettmenschen sind.
Am Morgen des Heiligabends darf Minilama im Schalfanzug bleiben. Die Zwillinge werden in festliche Sachen gehüllt.

Ich backe mit den Kleinen eine größere Ladung Plätzchen, da wir schon alles leergemampft haben und wir bereiten alles für das Abendessen vor. Alphalama liest Geschichten vor und spielt Lego mit den Kindern. Kerzen leuchten.

Minilama ist schon am späten Vormittag wieder fieberfrei.

Am Heiligmorgen weint Minilama in seinem Bett auf. Wir laufen schnell zu ihm. Das Kind ist warm und klagt über Gliederschmerzen. Das Thermometer schwankt zwischen 37,9 und 38,8. Minilama soll sich noch etwas im Bett ausruhen und vor allem die Geschwister nicht übermäßig ankuscheln. Gegen 7.30 brüllt Minilama den Papa schon zum 10. Mal nach oben, wegen Kassettenproblemen. Gegen 9.00 kommt das Kind ins Wohnzimmer, will nicht länger im Bett bleiben. Wir Eltern diskutieren, wie unsere Eltern die Verbreitung von Infektionskrankheiten im Haus verhindert haben und überlegen uns, warum wir früher im Bett geblieben sind, wenn es hieß „bleib im Bett, du bist krank.“

Minilama ist extrem nähebedürftig und schleckt die Geschwister regelrecht ab. Ich muss den Raum verlassen, ich bin maximal angespannt, besonders nachdem Minilama Durchfall bekommt. Meine arme Mama muss sich mein apokalyptisches Geseier anhören, dessen Refrain lautet „und schon wieder haben wir alle über die Feiertage Magendarm.“

 

Die Kinder spielen fröhlich und gemeinsam im Wohnzimmer, es läuft Musik und weihnachtliche Geschichten, wir Eltern holen Gesellschaftsspiele, Puzzles, Bastelarbeiten und Legosteine hervor. Auf den Mittagsschlaf verzichten wir klugerweise, weil wir intuitiv begreifen, dass die Kinder das gerade nicht wollen.

Wir entschieden uns, gemeinsam zum nahen Reiterhof zu spazieren und erlauben Minilama, das ja krank ist, sich ebenfalls in einem Buggy schieben zu lassen. Minilama bekommt außerdem als Vorgeschenk ein Oberteil mit seinen aktuellen Helden überreicht, welches es fröhlich überstreift und sich niedlich bedankt. Es tanzt durchs Zimmer und alle Kinder singen die Titelmelodie des Hörbuchs, das dahinter steckt. Wir entscheiden uns, den Tag nach dem Spaziergang mit der Bescherung ausklingen zu lassen und auf die Kirche zu verzichten (aus Gründen) und gönnen uns allen frische Luft bei hübschen Pferden und Ponies.

Minilama bricht in Tränen aus und verlangt, in die Kirche zu gehen. Ihm ist auch nicht mehr schlecht und es will, will, will in den Kindergottesdienst. Und zwar jetzt – 3 Stunden vor Beginn. Die Geschwister sind eher ambivalent unterwegs, Zwilling 1 hat keine Lust auf Pferde Zwilling 2 will nur zu den Pferden. Von Kirche kriegen sie nichts mit.

Das Kind ist fieberfrei und hat auch keine weiteren Anzeichen einer Erkrankung mehr gezeigt. Daher mit kompletter Ausrüstung nach draußen (Schüssel, Handschuhe, Tempos, Desinfektionsmittel usw. Ich bin ja gerüstet mittlerweile)

Zwilling 1 döst unterwegs ein und wir befürchten, dass das Kind später nicht mehr einschlafen will. Zwilling 2 will nicht mehr weg von den Pferden und Minilama steht mit den Schuhen mitten im Matsch und ist nicht davon zu überzeugen, die Schuhe nicht maximal vollzusauen.

Die gesamte Familie geht festlich gekleidet und St. Martinlieder schmetternd in die Kirche zum Kindergottesdienst. Alle tragen saubere jacken, Schuhe, Hosen und festliche Oberteile und sehen zufrieden und nach glänzenden Kinderaugen aus (das ist ja das Maß aller Dinge, wenn es um Kinderzufriedenheit geht). Die Kinder sind lebhaft interessiert am Gottesdienst, Minilama macht sogar alleine die Prozession mit und gibt später fröhlich das Weihnachtsopfer ab. Es winkt seinen Freunden und hält auch das eine oder andere Schwätzchen. Alle klatschen beim Singen mit und machen die Bewegungen der bekannten Lieder mit. Die religiöse Grunderziehung ist echt gelungen, die Kinder nehmen sogar Weihwasser und schlagen beim Segen ein Kreuzchen. Mein Theologinnenherz hüpft.

Die Zwillinge beginnen nach der Bescherung sofort, mit ihrer neuen Eisenbahn zu spielen und haben sichtlich Spaß beim Zusammensetzen. Erfolg auf der ganzen Linie.

Alphalama freut sich sehr über sein Geschenk und auch über sein Überraschungsgeschenk. Auch hier Erfolg auf der ganzen Linie.

Beim Abendbrot sitzen wir gemütlich im Licht des Adventskranzes zusammen und mümmeln unseren Gemüseteller in Eintracht. Später baut Alphalama mit Minilama zusammen sein Legoset auf und die Kinder gehen nach einer ausgiebigen Gutenachtgeschichte und Lieder-CDs ins Bett.

Alphalamas geschenk freut mich total, er hat in der Karte auch die richtigen Worte gefunden. Ich wage ein erstes Lächeln. Wir sehen uns die Weihnachtsfotos von Freunden unter dem Baum an und freuen uns ehrlich, wie schön die sind. Minilamas motziges Gesicht neben der xxl-Legokiste amüsiert uns erstmals.

Wenn ich nicht schwanger wäre, würden wir jetzt zusammen ein Glas Hochzeitswein trinken. Ich gönne Alphalama den Genuss von Herzen.

Wir stehen ganz hinten in der Kirche und ich habe die Schüssel immer in Reichweite meiner Hand. Ab der Hälfte rennen die Zwillinge nur noch herum und wagen sich auch ziemlich weit nach vorne. Als sie den Gebetbuchständer umherschieben und auch allgemein zu Fastnachtslaune auflaufen, setzen Alphalama und ich die meckernden Zwerge wieder in den Buggy, Alphalama denkt kurz drüber nach, mit ihnen rauszugehen.

Zuhause sind die Kinder auf die Beschwerung gespannt. Alphalama will schnell vorgehen, um den Baum anzumachen und mit dem Glöckchen zu klingeln. Vorbereitet ist schon alles.

Die Kinder (Minilama und Zwilling 1) ziehen sich schnell aus und sind vor Alphalama oben. Wie auch immer sie das geschafft haben. Alphalama bittet sie wieder aus dem Wohnzimmer heraus, die Kinder weigern sich. Wir versuchen noch einige Weihnachtslieder zu singen, aber die Kinder ziehen lange Gesichter.

Ich möchte mit einem Würfel auswürfeln, wer als erstes die Geschenke bekommt und bitte die Kinder, auf Couch und Stühlen Platz zu nehmen. Auch würde ich gern die Weihnachtsgeschichte vorlesen. Es geht aber nicht. Die Kinder wühlen in den Päckchen und streiten sich darum – obwohl keiner weiß, wem was ist. Das erste Papier ist schon runter bevor wir eingreifen können.Wir Eltern stehen wie doof daneben und reden uns den Mund fusselig, dass die Kinder bitte kurz Pause machen sollen.

Wir geben jedem ein Paket zum Auspacken, Minilama knatscht enttäuscht auf als es sein Lego und sein Buch ausgepackt hat und meint, es hätte zu wenig Geschenke bekommen. Ich versuche, das Kind zu animieren, sich die Sachen mal anzusehen und nicht direkt nach weiteren Päckchen zu verlangen. Minilama weint weiter und bedauert, dass es zu wenig bekommen habe und auch, dass die Geschwister mehr bekommen haben.

Wir versuchen zu erklären, dass jeder ein Buch/CD bekommen hat und eine größere Sache Lego oder Eisenbahn) und dass die übrigen Päckchen unterm Baum  die beiden Geschenke für den Papa und der Umschlag für die Mama ist und dass wir Eltern das gerne selbst auspacken wollen und vor allem, dass wir uns die Sachen auch nach dem Auspacken anschauen wollen, danke sagen usw.

Unsere Versuche ein schönes Foto unterm Baum zu schießen, scheitern, da Minilama ein Gesicht macht wie ein getretener Hund. Witzig, wie das mit der extrem großen Legoschachtel zusammengeht. Ich packe mein Geschenk nicht mehr aus, warte bis Alphalama und ich alleine sind. Mir ist echt zum Weinen zumute, auch Alphalama, der Weihnachtsfreund, ist etwas aus dem Konzept gebracht.

Am ersten Weihnachtstag bereiten wir noch den Nachtisch vor und fahren dann zu Alphalamas Eltern. Zuvor machen wir nette Bilder mit den fröhlichen und adrett gekleideten Kindern vor dem Baum. Die können wir an Omas und Paten weitergeben, die Kinder sehen total niedlich und fröhlich aus.

Heute hat Alphalamas Mama Geburtstag. Die Fahrt zu ihr ist unspektakulär, das Essen gut, die Kinder lieb. Es wird eifrig Lego zusammengesetzt und gespielt. Die Uroma liest Geschichten vor, die Zwillinge schlafen fast 2,5 Stunden entspannt nach dem Mittagessen. Minilama bekräftigt gegen Mittag, dass es nun zufrieden sei, da genug Geschenke angekommen seien.

Auch wir eltern sind froh, da es viele Bücher und für jedes Kind ein größeres Geschenk gegeben hat, das den Wünschen der Kinder vom Wunschzettel entspricht.

Die Kinder sind alle 3 während der 45 Minuten Autofahrt nach Hause wach und wir kommen gut gelaunt zuhause an. Ohne nur ein einziges lautes Wort gehen alle drei lieb zu Bett.

Am zweiten Weihnachtstag droht Minilama damit, sein neues Dinopuzzle, das meine Mama verschenkt hat, aus dem Fenster zu werfen. Es mag keine Dinos (mehr) und ein Puzzle hat es sich nicht gewünscht, sondern irgendwas anderes.

Außerdem will es das gesamte Küchenzubehör haben, dass die Oma ihm und den Zwillingen geschenkt hat. Alles ist nur für Minilama und wer was davon anfasst, wird richtig angezickt.

Am 28.12 machen alle drei Kinder Urlaub bei den Omas. Da Alphalama einen Arzttermin in meiner Heimat hat, fahren wir zu meiner Mutter, gehen während des Termins gemeinsam einen Kaffee trinken und was feines essen. Die Kinder spielen in der Spielecke. Später shoppen wir noch ein bisschen für die Kinder und lassen das fröhliche Minilama bei der Oma. Die Zwillinge bringen wir zur anderen Oma und kaufen für uns Große lecker ein für ein gemütliches spätes Mittagessen. Wir Eltern entspannen uns und genießen den Tag Ruhe. Außerdem machen wir in aller Ruhe auf allen 5 Etagen des Hauses klar Schiff.

Minilama hat es gut bei Oma gefallen, es ist total fröhlich heimgekommen. Und mag bald wieder zur Oma. Es geht zum Geburtstag des Freundes und kommt zufrieden wieder. Dort hat es sich wie immer vorbildlich benommen und total süß beim Aufbau des Legosets geholfen.

Auch die Zwillinge fanden es schön bei Oma. Wir essen noch gemeinsam, bringen mit vier Erwachsenen die Kinder ins Bett, sehr entspannend.

Bei der Fahrt in die Eifel ist extrem doofes Wetter. Ich fahre zum ersten Mal das neue Auto auf der Autobahn. Die Kinder wuseln sich aus den Gurten, Zwilling 1 tritt mir dauerhaft in den Rücken. Die Kinder lassen ständig ihre Mützen fallen und brüllen dann danach. Ich sehe die Hand vor Augen kaum, es schneit draußen. Alphalama kriegt die Kleinen nicht beruhigt. So fahren wir 65 Minuten bis zu meiner Mama.

Der Buggy bockt und wir befürchten, er ist kaputt gegangen. Die Kinder spielen eine Minute in der Spielecke des Cafés, kommen dann zu mir gerannt, sind laut und meckern vor Hunger. Meine Mama bestellt, bringt alles an den Tisch. Irgendwann laufen die Zwillinge auch bis an die Theke und zurück. Ich werde nervös, weil Alphalama mich auf die Notwendigkeit des Wickelns hingewiesen hat. Ich möchte nicht, dass die Kinder auslaufen, sie haben jedes 2 Sätze Wechselkeidung dabei, die soll die Oma nutzen können.

Ich wickele beide im Damen-WC im Stehen. Keine 10 Minuten später wickele ich  beide wieder. Zwilling 2 hatte so starken Stuhlgang, dass auch Hose, Body und Strumpfhose betroffen sind, ich habe die Wechselsachen im Auto. Das ist 500 Meter entfernt. Ich lasse das Kind ohne Strumpfhose in die Winterschuhe und gehe ans Auto, Parkuhr füttern, neue Kleidung holen. Wir brauchen neue Strumpfhosen, sonst wird das bei der Oma nichts. Feuchttücher habe ich auch fast alle aufgebraucht. Ich fluche. Warum musste das jetzt sein? Ich wünsche mir, die Kinder würden endlich aufs Klo gehen. Meine Mama findet mich unentspannt. Sie hat Recht.

Die Zwillinge weinen die gesamten 25 Minuten Autofahrt in die Eifel zu Oma 2. Sie sind untröstlich. Wenigstens schläft Zwilling 1 keine 500 Meter vor Omas Haus ein (Ironie off). Die Kinder wollen sich bei Oma nicht die Schuhe ausziehen, ich habe extreme Symphysenschmerzen. Die Oma kocht gerade was, Alphalama räumt Sitze um. Ich packe mir den widerspenstigeren, der setzt sich dabei doof auf eine Stufe, kommt schmerzhaft mit dem Hintern auf und weint laut los.

Die Oma kocht für uns mit. Wir lehnen ab, ich will nur weg. Akute Fluchttendenz.

Am nächsten Tag bringt die Oma Minilama wieder heim, damit es zu einer Geburtstagsparty kann. Das fröhliche Kind weint unerwartet los, weil es lieber bei der anderen Oma gewesen und nicht bei Oma und Uroma.

Die Omas wiederum sind fast im Schnee stecken geblieben und nur nicht umgekehrt, weil auf der andere Fahrbahn noch schlimmeres Schneetreiben war.

Einen Tag vor Silvester laden wir liebe Freunde ein und verbringen den Tag zusammen. Deren Mama geht es nicht gut, sie entspannt sich daheim. Ich koche lecker für alle und backe einen Streuselkuchen. Die Kinder spielen total lieb zusammen und wir Eltern sind froh. Wir ändern kurzfristig den Plan. In den Indoorspielplatz zu fahren, da die Zwillinge außer Rand und Band sind und wir es nicht verantworten können, mit ihnen dorthin zu fahren. Wir laden die Freunde zu uns ein, kaufen ein, um gemeinsam zu kochen und zu backen.

Die Zwillinge sind nach wie vor total unkontrollierbar, das wird auch nicht besser als Alphalama die neue Kinderküche, die wir bekommen, zusammenbaut.  Wir brechen es ab, um was zu essen. Minilama schmeckt es erst nicht, dann doch ein bisschen. Die Zwillinge essen wie immer alles gut und schlafen auch ausgiebig – trotz des Gebrülls, das die anderen drei Kinder veranstalten während ihrer Hetzjagd durchs Treppenhaus. Alphalama ringt um Fassung.

Der Große meines Bekannten bekommt bei uns Durchfall, kurz vorm Heimfahren erbricht die Kleine in unser Wohnzimmer. Wir Eltern setzen unsere Kinder in die Einliegerwohnung und desinfizieren – mittlerweile total routiniert – 2 komplette Etagen, nehmen alles Spielzeug außer Reichweite, das die Kinder benutzt haben, schaffen Kuscheltiere und Teppich außer Reichweite, nehmen die Felle aus den Betten und legen spezielle Saugeinlagen ein, waschen mehrere Maschinen Wäsche mit Hygienespüler und ich schelte mich extrem, warum ich unbedingt noch wen einladen musste.

Wir befürchten zwei Tage lang, dass wir auch den Infekt im Haus haben und ich denke daran, wie ich schwanger wegen Magendarm im Krankenhaus war oder wie Zwilling 2 wegen EHEC im April im Krankenhaus war. Und nein: ich bin nicht entspannt, absolut nicht. Ich habe echte Panik vor Magendarmerkrankungen. Und Ärzte sind ja auch eher schwer zu erreichen.
An Silvester essen wir lecker gemeinsam und verbringen einen netten Tag, auch Neujahr machen wir es uns schön, malen, basteln, gehen mit dem Lieblingshund raus und ich backe und koche feine gesunde Sachen für meine Lieben. Alphalama verbringt sehr viel Zeit mit den Kindern, die das sichtlich genießen, es wird viel geknuddelt.

Die Kinder schlafen fröhlich ein und fast durch und gekotzt hat bisher auch noch keiner. Prost Neujahr!

Wenn immer Minilama nicht Papas volle Aufmerksamkeit hat, dreht es durch, nimmt was in den Mund, brüllt herum, wirft einem ein Buch über, weil es jetzt vorgelesen haben will.

Ich habe regelrechte Panik, dass wir den Infekt noch kriegen und daher nicht wie geplant wie Kita wieder anfangen können und muss mich wirklich zusammenreißen, um nicht völlig losgelöst von den Fakten wirre und irre Befürchtungen zu hegen.

 

Jahresrückblick 2017

Ein gutes Jahr geht zuende. Ich wage einen Rückblick, inspiriert von den Fragen, die DailyPia stellt.

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Ich denke, eine solide 8. Viel Gutes ist passiert, viele Glücksmomente mit der Familie und eine heiß ersehnte Schwangerschaft zustande gekommen.

2. Zugenommen oder abgenommen?

In der ersten Jahreshälfte war meine Figur dank HIIT-Training so gut wie noch nie noch nie, ich habe mir Only Jeans in Weite 28 gekauft und auch getragen. Und die sind echt eng. Gewichtsmäßig pendelt es sich seit meiner Jugend bei 55 Kilo (Plus /Minus 2 Kilo) ein.

Schwangerschaftsbedingt habe ich in der zweiten Jahreshälfte zugenommen. Die Zunahme ist verblüffend ähnlich übrigens wie bei den vorherigen Schwangerschaften und grundsätzlich auch im Rahmen.

3. Haare länger oder kürzer?

Durch akuten Lausbefall in der Frühschwangerschaft deutlich kürzer als seit Langem. Ich glaube ums Abi herum waren die Haare schon mal so kurz wie im Sommer. Ich lasse wieder wachsen.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Genauso kurzsichtig wie in Schulzeiten.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Durch tarifbedingte Lohnerhöhungen etwas mehr als zuvor. Seit August (Kitagebühren fallen weg) deutlich mehr zur Verfügung – ist aber alles in den Wohnturm geflossen (und noch mehr).

6. Besseren Job oder schlechteren?

Besser, eindeutig besser seit dem Dienststellenwechsel. Ich muss nur noch über die Straße gehen und die neuen Aufgaben find ich gut.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

In Bezug aufs Haus ist das schwer zu sagen, da wir dauernd größere Renovierungen machen. In jedem Fall gab es im Keller neue Fenster, einen neuen Hausanstrich, etliche neue Abwasserrohre und neue Heizkörper. Sicher entfällt mir noch was.

Ein anderes Auto haben wir angeschafft und neue Betten für die Zwillinge. Und im Urlaub waren wir auch – tendenziell also etwas mehr.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Ja. Bei der Blogverlosung von Frau Frische Brise habe ich Ende des Jahres einen tollen Atlas gewonnen. Ich glaube, das war es in diesem Jahr.

9. Mehr bewegt oder weniger?

Gleich bleibend viel dank weitestgehend autofreiem Leben im Heimatort und abendlichen HIITs.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Ein paar kleinere Erkältungen, eine Magenschleimhautentzündung, die Magendarmgeschichte, die die Familie lahm gelegt hat und die ganzen Schwangerschaftswehwehchen, die man so hat.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

EHEC und Rota im Frühling. Mit Abstand. Seither bin ich ziemlich keimphobisch, wenn jemand Magenprobleme hat.

12. Der hirnrissigste Plan?

„Wir fahren ganz gemütlich ans Meer, machen dort entspannten Familienurlaub, schlafen aus und verbringen den frühen Abend am Strand und die Abende draußen auf der Terrasse.“

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Mit den Kindern auf einem Spielplatz unterwegs gewesen, wo die Rutsche sicher 4,5 Meter hoch war. Die Kinder so „Hui, das ist aber cool“. Mama so „Oh Gott.“
Zum Glück alles gut gegangen.

14. Die teuerste Anschaffung?

Das neue Auto.

15. Das leckerste Essen?

Chinanudeln mit Erdnusssoße und Tofuwürfeln.  – selbst gemacht.Und zum Nachtisch eine leckere Nussecke – vom Nachbarbäcker.

16. Das beeindruckendste Buch?

Ein Mann namens Ove

17. Der ergreifendste Film?

Alles, was wir geben mussten“ Der geht mir immer noch nach.

18. Die beste CD?

Ritter Rost: Jäger des verlorenen Geschirr
Das hab ich unterwegs oft mit den Kindern gehört und ja: das ist irre witzig.

19. Das schönste Konzert?

König Keks – zusammen mit Minilama im Pfarrheim genossen. War ehrlich wundervoll.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Den Kindern

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Den Kindern und Alphalama

22. Zum ersten Mal getan?

  • Eine Kinderkappensitzung besucht und total, total gut gefunden.
  • Einen Leihhund gefunden.
  • Nagelneue Schuhe für Minilama gekauft.
  • Einen Siebensitzer gekauft.
  • Auf die Frage „Warum sind Sie die Beste für die Stelle?“ nicht mit dem üblichen Blabla geantwortet, sondern deutlich gemacht, dass ich nicht länger bei dem Spiel „höher, besser, weiter“ mitmache.
  • Mir einen Muskelfaserriss zugezogen – nicht beim Sport, sondern peinlicherweise beim Hochgehen an eine Böschung.
  • Mutig für mich und meine Familie eingetreten und daher:
  • Schwanger die Stelle gewechselt.
  • Die Wand über zwei Etagen aufstemmen lassen.
  • Hühner genäht
  • Über Wochen Stuhlproben zum Kinderarzt getragen (hätte ich gern drauf verzichtet)
  • Im Urlaub einen Arzt besucht
  • Mich zum betrieblichen Ersthelfer ausbilden lassen
  • Nach dem Blutabnehmen einfach aufgestanden und weggegangen.
  • Mich ernsthaft mit der Frage auseinander gesetzt, welche Rolle „Leistung“ für mich spielt und warum
  • Krasse Fitnessmoves durchgezogen und den übelsten Sixpack meiner Karriere herangezüchtet. Fand ich super.
  • Beim Hautscreening ganz cool das Angebot einer ästhetischen Muttermalentfernung abgelehnt, weil ich mich so gut finde, wie ich bin. Sonst habe ich immer drüber nachgedacht, das Papillom entfernen zu lassen.
  • Minilama beim Turnen und in der Musikschule abgegeben und alleine dort gelassen
  • Minilama zu seinen ersten Kindergeburtstagen begleitet und auch selbst den ersten richtigen Kindergeburtstag ausgerichtet.

23. Nach langer Zeit wieder getan?

  • Regelmäßig das Freibad besucht
  • Walken gegangen
  • Einen Adventskranz gekauft
  • Fensterdeko gebastelt
  • Weihnachtskarten verschickt
  • Mit Alphalama essen gewesen
  • Zu meinem Geburtstag eingeladen und ein nettes Damenkränzchen gegeben
  • Alphalama ins Krankenhaus gebracht und da zurücklassen müssen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

EHEC und Rota und der Klinikbesuch deswegen mit meinem Jüngsten.
Häufige Phasen diffuser Schmerzen und Ängste in der ersten Jahreshälfte

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass ich heimatnah versetzt werden sollte. Hat auch geklappt.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Alphalamas Valentinsgeschenk hat ihm wohl nachhaltig Freude gemacht, wenn ich ihn da recht verstanden habe.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Baby Nummer 4

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich hab dich so lieb, Mami.“ – von allen drei Schätzen in diesem Jahr gehört.

29. Dein Wort des Jahres?

Papageizecke (Minilamas Kreation)

30. Dein Unwort des Jahres?

EHEC

31. Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?

gute Frage. Ich glaube, Blogs sterben ein bisschen aus. Bin mehr bei Instgram unterwegs, aber auch  nicht sehr aktiv.

32. Vorsätze fürs neue Jahr

 

 

Leben mit Zwillingen: Heute und vor 28 Monaten

Unsere Zwillinge sind seit 28 Monaten bei uns. Babylamas kann man die schon länger nicht mehr nennen. Als Minilama 28 Monate alt war, war es schon großes Geschwisterchen und hatte die Babylamas auf dem Schoß, trank ihnen die Milch weg und probierte ihre Sauger aus.
Zwillinge zu haben ist eine wunderbare Sache und ein großes Geschenk.  Ich habe mir schon immer Zwillinge gewünscht. Als der Wunsch dann wahr wurde, war ich mir nicht sicher, ob ich mir das gewünscht hatte, weil ich tief in mir geahnt habe, dass ich mal Zwillingsmama sein würde (also irgendwie vorhersehend) oder ob diese tiefe Wünschen auf irgendeine Weise die Wirklichkeit beeinflusst hatte.
In jedem Fall kam es mir unwirklich vor, dass aus meinen „wir bekommen sicher Zwillinge“ Witzen dann eines Tages Wirklichkeit wurde. Dieser Erstschock über den Kindersegen, den manche Eltern verspüren, habe ich einfach übersprungen und war erst total froh und später dann immer wieder ganz besorgt, ob mein Wunder auch in Erfüllung gehen würde.
Zwillingsmama zu sein ist vielfältig. Oft ist es  total witzig und amüsant,  da die Menschen oft auf so skurrile Weise auf Zwillinge reagieren. Manche Zwillingsmamas erwägen ja deshalb auch, einen Klingelbeutel an den Wagen zu machen, um für jeden dieser witzigen Sprüche auch gleich eine Spende einzusammeln. Je nachdem, was zuhause gerade los ist, ist es auch nervig, da man so sehr in die Öffentlichkeit gerät und viele Menschen sich einbilden, besser zu wissen, was die Kinder gerade brauchen und sich ungefragt einmischen oder – was mich auch sehr geärgert hat – meinen, man sei zu schwach und zu zerbrechlich und ungeeignet für das eigene Leben, dass man nun karitative Unterstützung benötigt. Eine andere Erscheinung davon ist es leider, dass man echt oft angeglotzt wird, wenn man entweder unterwegs ist oder sich gerade mit was Schwerem abmüht.
Meistens ist es super schön , so süße und tolle Kinder zu haben und beobachten zu dürfen, wie sie aufwachsen und ich würde nicht tauschen wollen. Oft denke ich mir, gerade aktuell in der Trotzphase, dass diese Trotzphase mal zwei schon eine Nummer für sich ist, von der ich gern ab und an mal eine Pause haben möchte und auch den Kindern gern für eine kurze Weile die ganze Wut über die eigenen Grenzen ersparen würde.
Das Leben mit unseren Zwillingen hat sich seit ihrer Geburt ziemlich verändert. Die Zwillinge, die kleinen autonomen Anarchiekinder, ja auch. Es lohnt sich also, mal genau zu schauen, wie die Basics, die Alltagsdinge sich so verändert und entwickelt haben. Alltag mal zwei – das heißt natürlich auch doppelt so viele Fläschchen, doppelt so viel Brei kochen, doppelt so viele Kleider besorgen und waschen, doppelt so viele Stoffwindeln waschen, doppelt so viel einpacken, wenn man mal raus will.
Aber wie hat sich unser Leben eigentlich verändert seit wir die Babies begrüßen durften?
Hier ein kurzer Überblick über alle Dinge, die einen täglich so betreffen:

 

Frisch geschlüpft und die erste Zeit zuhause Mit 28 Monaten
Ernährung Die Zwillinge sind Flaschenkinder. (Wer dazu mehr wissen mag, einfach im Archiv stöbern oder den Links folgen).

Es war einiges an Ausrüstung nötig, um die hungrigen Gesellen zufrieden zu machen. Die Kinder haben rasch im Schnitt 8 Fläschchen Pre-Milch am Tag getrunken. Mindestens 15 Glasfläschchen und passende Sauger, ein guter Vaporisator, ein Thermometer und Thermosflaschen, haben wir gehabt.
Täglich wurde mehrmals gespült und vaporisiert, alles neu vorbereitet, eingefüllt, Wasser gekocht usw. Wichtig ist es, ständig dran zu bleiben, damit nicht auf einmal keine sauberen Fläschchen mehr vorhanden sind, denn wenn die Kinder hungrig sind, ist der Vaporisator, egal wie toll er ist, immer zu langsam. Von wegen „Ruhen, wenn das Kind ruht“. Hier ist eher angesagt, sobald die Kinder ruhen, die Flaschen wieder einsatzbereit zu machen und neues Wasser abzukochen und auf 40 Grad abzukühlen.
Beschaffungsprobleme gibt es öfters mit dem Milchpulver, das kennen Mamas, die nicht stillen können. Hier herrscht zwischendurch regelrechter Mangel im Handel und man darf, wenn was da ist,  nur 3 Pakete pro Haushalt mitnehmen. Unser DM ist aber so kulant, dass wir pro Kind 3 Pakete kaufen dürfen und ich somit nicht ständig die Angst haben musste, dass wir morgen nichts zum Füttern haben.
Täglicher Verbrauch im Schnitt: 1 Paket Milchpulver.

Unterwegs ist natürlich entsprechend eine größere Logistik nötig, um die Kinder zu ernähren. (siehe „Unterwegs“)

Essen die Zwillingslamas alles, was auf den Tisch kommt. Auch in der Kita sind meine beiden die Topesser. Sie haben guten Appetit, honorieren die Kochkünste des Kochs, mögen nahezu alles gern. Sie essen gute Portionen und machen uns was das angeht keine Probleme. Unterwegs ist das natürlich genial.
Schlafen Die Zwillingslamas schlafen als Babies relativ gut. Sie sind in Wiegen in unserem Zimmer untergebracht, wo wir sie auch füttern. Meist hat einer eine gute Nacht, der andere eine eher schlechte Nacht. Gegenseitig wecken sie sich nie, auch tagsüber nicht. Das verwundert Außenstehende immer wieder.
Nach dem Fläschchen schlafen sie  immer schnell wieder ein. Wickeln mussten wir schon mit 6 Monaten nachts nicht mehr, auch weil Alphalama mit Beikoststart die nächtlichen Mahlzeiten konsequent ausschleicht.
Wir Eltern sind die meiste Zeit relativ ausgeschlafen.
Wann das Schlafen schwierig wurde kann ich nicht mehr sagen. Aber es ist ein schwieriges Thema. Wir waren lange so froh, dass die Babies besser schlafen als Schrei-Minilama  und über vieles hinweggesehen. Das hat allerdings mit 14 Monaten zuverlässig geschlafen.
Das tun die Zwillinge nicht mehr. Zwilling 1 schläft meistens gut, braucht 2-3-mal den Sauger nachts, wenn er ihn im Schlaf verliert. Zwilling 2 schläft ähnlich leicht wie Minilama, wacht oft weinend auf, steht dann auf, legt den Schlafsack ab, weckt auch seine Geschwister, kommt zu uns ins Zimmer gelaufen, schläft regelmäßig die zweite Nachthälfte bei uns im Bett.
In guten Nächten muss Alphalama 3-mal raus, in schlechten sind wir Eltern bis zu 10-mal auf den Beinen. Ab 5.00 Uhr ist eigentlich immer Schlafende und der Tag beginnt.
Wir Eltern sind regelmäßig in einem Zombimodus unterwegs, was dazu führt, dass unsere Geduld oft rasch aufgebraucht ist.
Gesundheit Bis auf  eine wiederkehrende chronisch-obstruktive Bronchitis mit Diagnose hyperreaktibles Bronchialsystem, besonders  im ersten Herbst und Winter bei Zwilling 1 alles ok. Zum Glück hatte der Kinderarzt in der Klinik nicht recht behalten als er meinte, dass wir uns noch Öfters (zumindest in dieser Sache) sehen werden.
Irgendwie ist es mir trotz aktivem Achten darauf nicht geglückt, dass der Hinterkopf von Zwilling 1 schön rund bleibt. Ich habe die beiden echt gewendet wie die Hähnchen und geschaut, dass keiner eine spezielle Seite beim Nebeneinanderliegen hat. Das ist so ein Zwillingsproblem. Ich hatte die Schwierigkeiten klar, dennoch hatte das Baby von Anfang an eine Lieblingsseite. Eine Mama aus dem Rückbildungskurs hatte dann ein Kissen in der Tragewanne ihres Wagens, die gab mir dann den Tipp, ein Lagerungskissen anzuschaffen. Wir haben dann beiden Kindern eins gegönnt und es hat sich gut ausgewachsen. 100 % weg ist es leider nicht, aber durch die Haarpracht wird es verdeckt. Da hatte ich lange dran zu knabbern, dass mir sowas „passiert“ ist, aber weder Kinderarzt, noch der Oberarzt in der Klinik noch ein spezieller Orthopäde, von ich das Kind dann hingeschleift habe, war sonderlich von meinen Horrorszenarien überzeugt.
Kitakrankheiten wie Bindehautentzündung, Mund-Hand-Fuß-Krankheit oder Magendarmerkrankungen. Und Fieber wegen dem Zahnen.
Im Grunde aber die normale Abhärtung, die jedes Kitakind durchmacht, leider mit einer Häufung von Magen-Darm-Infekten, die uns dieses Frühjahr einmal in die Klinik brachte und beim Gesundheitsamt meldepflichtig werden ließ. War aber im Rückblick alles halb so wild.
Pflegen und Wickeln Die Zwillinge sind sehr wenig gewaschen worden, um die empfindliche Haut nicht zu reizen. Geduftet haben sie trotzdem immer total toll.

Wickeln war eine wahre Wonne. Besonders nach dem ganzen Ärger mit Minilama, das monatelang das Wickeln sehr abgelehnt hat und viel getobt hat, war das Wickeln immobiler süßer Knöpfe eine echte Freude. Ich habe es sehr genossen, jedes Mal. Wir wickeln die ersten 2 Lebensjahre ausschließlich mit Stoff. (Für mich eine Herzensangelegenheit und eine Kompensation, dass ich den Kindern keine Muttermilch bieten konnte.)

Die Zwillinge werden einmal in der Woche im Hallenbad nach dem Schwimmspaß gewaschen. Machen wir auch mit Minilama so. Hat sich für uns bewährt, da wir Eltern wenig Ärger damit haben und die Kinder es gut finden.
Das Wickeln ist eher problematisch. Seit wir das Stoffwickeln in der Kita (auf Druck der Kita) aufgeben mussten, wollen die beiden auch zuhause die Prozedur mit den Höschen- oder gar Bindewindeln nicht mehr erdulden. Außerdem haben beide eine wirklich gesegnete Verdauung und trinken auch überdurchschnittlich viel. An guten Tagen macht jeder bis zu 5 Windeln mit was Größerem voll, und läuft auch noch 2-mal wegen Pipi aus. Auch mit den Wegwerfprodukten, auch mit Markenwindeln. Zwischendurch ging es mit dem Toilettengang mal recht vielversprechend los, das ist aktuell aber wieder zurückgegangen.
Das Windeln anlegen ist ein mühsames Geschäft, umso ärgerlicher ist es dann natürlich, wenn sie kaum 30 Minuten sauber und trocken halten.
Unterwegs sein Der Aktionsradius mit den Babylamas ist sehr klein. Im Grunde ist es unser Ort und das Nachbardorf, wo Minilamas Kita ist. Die Zeiten außer Haus sind so geplant, dass man nach dem Fläschchen rausgeht und zum nächsten Fläschchen wieder heimgeht. Ich bin kein Fan davon, den halben Hausstand mit zu nehmen und auch grundsätzlich der Meinung, dass zuhause und nicht unterwegs gegessen und getrunken wird., da wir ja alle nicht am Verhungern sind. (sehen die Kinder manchmal anders…)
Dennoch waren wir täglich mehrmals draußen, allein zum Kitagang zwei Mal  (knapp 7 Kilometer Weg). Das Auto habe ich alleine in den ersten 8 Monaten nie genutzt mit den Kindern, weil mir das Ganze mit den Sitzen und dem bewegen von zwei Nichtläufern ab Parkplatz zu anstrengend war. Dafür ist das Zwillingszeugs zu schwer, zu wuchtig, zu wenig wendig.
Das Anziehen und in den Kinderwagen bringen und später wieder hoch holen ist körperlich anstrengend und bedarf organisatorischer Fertigkeiten. Außerdem muss man extrem schnell sein, denn der Arbeitsablauf wird immer wieder durch wütendes oder ängstliches Weinen neu beschleunigt.
Die Zwillinge  zu bewegen ist ein organisatorischer Aufwand, den wir mehr als selten unternommen haben. Ab 10 Monaten ging es besser, auch weil die Gesundheit vom Baby 1 dann stabiler wurde, die Kinder auch irgendwo abgesetzt werden könnten und ziemlich durchgeimpft waren. ich  bin ungern mit ungeimpften Kindern unter vielen Leuten, da die zunehmende und meiner Ansicht nach auch asoziale Impfmüdigkeit mancher Menschen ja die Schwächsten am meisten schädigt.Eine Autoreise braucht sehr viel Vorplanung, da viele Dinge mitgenommen werden müssen, Medizin, Inhaliergerät, Wechselkeidung, Säuglingsnahrung usw. Daher lassen wir das meistens aus.

 

Auch heute ist der Radius eher klein, sicher auch, weil wir alles ja vor Ort bekommen können. Wir gehen bei gutem Wetter nach wie vor täglich zu Fuß zur Kita und wieder zurück.

Auch Dinge des täglichen Bedarfes und die Wege zu den Freizeitaktivitäten legen wir in der Regel zu Fuß zurück.
Die Zwillinge nehmen zunehmend aktiv an diesem Geschehen teil, will heißen, sie laufen selbst. Sie sind laufbegeistert und laufstark. Ich muss sie manchmal bremsen, wenn sie müde sind oder übermütig oder wenn es dunkel wird, da es dann zu gefährlich für die beiden Wusel wird.
Einmal in der Woche sind wir im Hallenbad, ansonsten im Ort. Auch die Hobbies finden vor Ort statt. Da haben wir bei der Haussuche schon drauf geachtet, denn ich will und werde kein Mamataxiunternehmen aufmachen.
Die Omas und Opas kommen uns tendenziell eher besuchen als wir sie, auch, weil die Kinder eher wild drauf sind und nicht jede Wohnungseinrichtung darauf abgestimmt ist.
Urlaube oder Kurzausflüge in die weitere Umgebung sind mit dem Auto und zunehmend auch ohne Doppelbuggy kein Problem mehr. Wir brauchen so gut wie keine spezielle Ausrüstung mehr, vielleicht Wechselkleidung und eine Ersatzwindel, aber sind ansonsten frei beweglich, besonders natürlich, wenn es draußen warm ist.

Kommunikation Die Zwillinge kommunizieren viel miteinander, auch nonverbal und suchen unsere Nähe, lachen, wenden sich uns zu, suchen von Anfang an viel Kontakt zu Minilama Die Zwillinge reden relativ viel, bei Weitem nicht auf Minilamaniveau zu der Zeit, aber sie verstehen und verständigen sich. Durch die Trotzphase ist es oft schwierig rauszufinden, was in dem kleinen Wutzwerg vorgeht und wie man das Leid lösen könnte, da das Sprechen dann zugunsten wüstem Geschrei aufgegeben wird. Aber wir Eltern lernen.
Beschäftigung/ spielen Die Babyzwillinge liegen viel auf ihrer Decke, entdecken Hände und Greiflinge, bleiben an einem Ort und sind dort zufrieden. Ich kann sie auch mal alleine lassen und die Etage wechseln, um eine Waschmaschine anzustellen. Ich bin sehr viel entspannter in der Babyzeit als mit Minilama, einfach, weil ich den Eindruck habe, ich weiß, was zu tun ist. Die Zwillinge sind extrem mobil, motorisch sehr ambitioniert, erklettern nahezu alles, probieren jeden Knopf und jede Schublade. Sie spielen viel mit Fahrzeugen, gucken Bücher, laufen Bällen hinterher, beobachten Tiere, balgen herum, und schneiden mit Vorliebe mit der Schere.
Man kann sie keinen Augenblick aus den Augen lassen.

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Frohe Weihnachten

Wir wünschen allen Bloglesern fröhliche Weihnachten und gesegnete Festtage.
Habt es so schön und gemütlich wie wir.

 


   

 

 

 Vier Kerzen im Advent

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinnmehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort.
„Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und es fing an zu weinen.

Doch da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Hab keine Angst, den ich heiße Hoffnung. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden!“

Voller Freude nahm das Kind von der Kerze „Hoffnung“ und zündete die anderen Kerzen wieder an.