Geburtsbericht – sekundärer Kaiserschnitt nach Blasensprung bei BEL wegen Gefahr eines Handvorfalls – sehr gut begleitet

Babylama ist etwas über eine Woche alt und wir sind schon ein paar Tage daheim. Ich lese gern andere Geburtsberichte und fand auch das Schreiben der Berichte meiner drei anderen Kinder sehr heilsam (klick, klick). Und dieses Mal gibt es auch wieder was zu erzählen. Jede Geburt ist anders. Klingt so abgedroschen, habe ich auch erst etwas belächelt, aber wer meine Erfahrungen durchliest, wird den Satz bestätigt sehen.
Unser Babylama lag seit Dezember in Beckenendlage (BEL). Je öfter das Kind so lag, desto mehr sprach der Frauenarzt davon, dass eine persistierende BEL vorliegt und dass ich die indische Brücke machen sollte, moxen und mit einem Glöckchen den rechten Weg zeigen. Ich habe das alles auch brav gemacht, war beim Moxen und der Akupunktur und auch einige Male zur Absprache im Geburtskrankenhaus meines Vertrauens. Ich konnte mich nicht damit abfinden, dass ein primärer Kaiserschnitt gemacht werden sollte. Und je öfter ich mit Ärzten und Hebammen sprach, desto deutlicher wurde, dass ich das auch nicht musste. Das Baby erfüllte die Voraussetzung einer vollständigen BEL und ich als Mehrfachgebärende bin durchaus in der Lage ein Kind auch mit dem Po als erstes zu entbinden. Der Oberarzt machte mir, ähnlich wie vor 2,5 Jahren bei den Zwillingen, Mut, auch einer eher unüblichen Geburtslage mit Mut zu begegnen. Und er versicherte mir, dass er und sein Team die Sache gut im Blick halten würden. Vor 2 Wochen, in der 36 SSW vereinbarten wir daher einen weiteren Termin in der 38. SSW, um gemeinsam eine Einleitung zu planen und einen spontanen Geburtsversuch. Ich habe mich wochenlang mit der Geburt aus BEL beschäftigt und immer mehr das Selbstbewusstsein bekommen, dass ich das schaffen kann, will und auch werde. Wenn von Seiten des Babies alles ok ist. Eine Gefahr für den kleinen Wurm wollte ich nicht riskieren, nur damit ich vor mir und anderen sagen kann, dass ich eine spontane Geburt hatte.Auch wenn ich das natürlich sehr gerne wollte. Nach der ganzen Arbeit, die Minilama und die Zwillingslamas geleistet hatten, war ich im Grunde von nichts anderem als einer spontanen Geburt ausgegangen und die Klinik hatte sich schon um Blutkonserven für mich bemüht, für den Fall, dass nach der Geburt der Plazenta wieder eine atone Nachblutung und ein Zervixriss auf mich zukämen. Der Eisenwert war wirklich top und dem Versuch stand nichts im Wege.
Ich habe mich in dieser Schwangerschaft auch erstmals ernsthaft mit dem Thema Kaiserschnitt auseinandergesetzt und auch bei der Anästhesieaufklärung zum ersten Mal richtig zugehört und Fragen gestellt.
Bei 36+5 war beim Frauenarzt alles völlig unauffällig, keine Wehen, dem Kind ging es gut. So starteten wir in die närrische Woche, die besonders Minilama total klasse findet. Ich hatte Unterstützung durch meine Mutter (beim Kinderkarneval) und Alphalama (die kompletten Fastnachtstage). Der Bauch war immer schön weich, ich habe mich viel hingelegt und hatte zum ersten Mal seit Wochen keine Angst davor, dass es jeden Moment losgehen könnte. Die Tasche stand gepackt an der Tür, der Kindersitz  stand ebenfalls bereit. Ich ging davon aus, an Aschermittwoch mit meiner Mutter zusammen erneut in die Klinik zu fahren und für 38+0, also den darauf folgenden Montag, einen Termin zur Einleitung zu bekommen. Entsprechend habe ich mich auch mehr bewegt als die Wochen zuvor. Anders als bei meinen anderen Schwangerschaften war in der 37. SSW der Muttermund noch komplett verschlossen und auch keine Wehen zu sehen. Ich hoffte, dass die Bewegung ein bisschen Aktion bringen würde und ich vielleicht schon mit einigen Zentimetern geleisteter Arbeit im Krankenhaus ankommen könnte. Am Rosenmontag machten wir mit den Kindern einen kleinen Spaziergang durch den Schnee und genossen den örtlichen Umzug. Nach einiger Zeit hatte ich kalte Füße und ging heim, um mich auf der Couch auszuruhen. Der Abend verlief total harmonisch, wir aßen zufrieden zusammen Abendbrot und die Kinder gingen fröhlich schlafen. Alphalama und ich verbrachten den Abend gemütlich auf der Couch und ich begann mit dem Film Kammerflimmern. Der gefällt mir richtig gut und ich sah 35 Minuten bis ich wegnickte. Als wir gegen 10 Uhr ins Bett umziehen wollten, spürte ich einen verdächtigen Schwall in der Unterhose. Es war aber nicht viel und ich versuchte mich zu beruhigen. Was mir allerdings gar nicht gelang und so stand ich mit Schüttelfrost im Wohnzimmer herum. Da aber nichts nachlief und auch kein Blut zu sehen war, entschied ich mich für Fehlalarm und legte mich schlafen. Das klingt jetzt natürlich einfacher und cooler als es war. Als gegen 1 Uhr das jüngere Zwillingslama nach uns rief, entschied ich mich für einen Gang auf die Toilette, um nachzusehen, was denn nun ist. Das Ergebnis war diesmal eindeutig. Die Vorlage war völlig durchnässt und ich rief nach Alphalama. Dieses Mal bekam er eine leichte Panik, ich war zum Glück gefasst. Wir vereinbarten, uns im Wohnzimmer zu treffen. Ich griff meine Kleidung, legte mich im Wohnzimmer auf die Couch und rief im Kreißsaal an. Da wir dort schon bekannt sind und auch schon mehrmals in dieser Schwangerschaft vor Ort gewesen waren, war das Gespräch sehr schnell auf der Ebene „ach ja, Frau x, alles klar. Blasensprung. Dann kommen Sie bitte direkt und liegend, das ist mir bei der BEL lieber.“ Ich zog unterdessen liegend meine Sachen an und rief den Krankenwagen. Doof war, dass Rosenmontag Nacht war, sagte auch die Frau an der Leitstelle. Der örtliche RTW war aktuell im Einsatz, es würde etwas dauern. Ich versicherte, dass das ok sei, da nicht groß Fruchtwasser nachgelaufen war, da es klar war und kein Blut dabei war. Alphalama rief seine Eltern an und klingelte sie aus dem Bett. Sie machten sich umgehend auf den Weg, um Alphalama daheim abzulösen, damit er dann nachkommen konnte. Die Kinder kriegten von der Wallung zum Glück gar nichts mit. Kaum 5 Minuten nach dem Anruf beim Notruf klingelte es unten. Ich ging zügig die Treppen runter, zog sitzend im Eiltempo Schuhe und Mantel an und bat darum, dass meine Kliniktasche mit eingeladen wird. Die Sanitäter waren zuvor zu einem Notfall gerufen worden, der dann doch keinen Transport in die Klinik nötig machte und da die Rosenmontagsfeierlichkeiten in unserer Straße stattfinden (ein Hoch auf dieses zentral gelegene Haus), waren sie danach in 20 Sekunden bei uns gewesen. Witzig fand ich den Sani, der fragte: “ Sind Sie sicher, dass es ein Blasensprung ist?“ Nun ja, sicher ist man ohne Teststreifen nie… Mir wurde etwas warm, denn ich bekam Angst, dass ich den Einsatz bezahlen müsste, wenn es Fehlalarm wäre.
Ich wurde binnen 10 Minuten in mein Wunschkrankenhaus gebracht. Ich war zum Glück so bei mir, dass ich einigermaßen verständlich erklären konnte, dass nicht das nächst gelegene Klinikum (wo Minilama auf die Weg geprügelt wurde) auf mich wartet, sondern das Perinatalzentrum Level 1, 5 Kilometer weiter stadteinwärts und dass das bei mir wegen der Vorbefunde x und y auch nötig sei (und natürlich  meiner psychischen Konstitution deutlich einträglicher, was ich aber verschwieg). Ich wurde dann liegend in den Kreißsaal gebracht, auch weil es praktischer war als mich nochmal loszuschnallen und witzigerweise dort direkt von meiner Nachsorgehebamme begrüßt. Ein schöner Zufall. Sie regelte alles mit den Sanis und ihre Kollegin machte den Test (es war Fruchtwasser, ich war erleichtert, dass ich keine 800 Euro zahlen musste und beunruhigt, weil ich bei Minilama den Blasensprung sehr unangenehm und auch richtig eklig fand. Mit Ekelgefühlen gebiert sich nur leider schlecht.) und legte mich ans CTG. Bei der Untersuchung meinte sie, ein kleines Teil (Hand oder Fuß) zu spüren, war sich aber nicht sicher.  Ich machte mir keine weiteren Gedanken darüber, zumal bei der letzten Untersuchung die BEL vollständig und die Beine oben waren. (An die Hand habe ich wirklich nicht gedacht). Ansonsten fand sie den Befund noch sehr unreif. Keine Wehen auf dem CTG, der innere Muttermund war ein kleines bisschen offen, mehr nicht. Gleiches Bild wie beim Frauenarzt wenige Tage zuvor. Ich bekam ein bisschen Angst, dass die Geburt dadurch ziemlich lange dauern würde. Man sagt ja 1 Stunde – 1 Zentimeter. Und ich war ja schon 3 Stunden mit dem Blasensprung unterwegs (sei 22 Uhr). Die Hebamme erläuterte mir das Vorgehen beim Blasensprung. Also, dass regelmäßig Blut entnommen würde, um zu sehen, dass sich keine Infektion ausbreitet und dass ich um 10 Uhr morgens dann eine Antibiose bekommen würde. Und auch, dass manche Frauen wochenlang mit einem Blasenriß im Krankenhaus sind. Ich war also wirklich beruhigt. Nach der Panikattacke um 22 Uhr hatte ich wieder zu einer gewissen Ruhe gefunden. Das fand ich auch wichtig und arbeitete ständig an mir – für die Geburt wollte ich ja meine Kräfte aufsparen und nicht fürs Ausrasten über „ungelegte Eier.“  Der Kreißsaal war leer, ich fand die Atmosphäre wie immer angenehm und telefonierte kurz mit meiner Mutter. Alphalama hielt mich auf dem Laufenden, was die Entwicklungen daheim anging. Ich döste ein bisschen am CTG. Keine Wehen, aktives zufriedenes Baby.
Die Gynäkologin untersuchte mich danach wirklich aufmerksam per Ultraschall und bestätigte, dass die Füße oben seien, die Versorgung beim Baby gut und dass alles gut aussehe. Sie erlaubte mir, mich zu bewegen wie ich will und versicherte mir, dass auch, wenn die Geburt nun sehr schnell anstehen würde, Ärzte im Haus seien, die eine Geburt aus BEL begleiten. Das war auch eine Frage gewesen vorher: Wenn ich ungeplant vorbeikomme, so der Oberarzt, kann es sein, dass der verantwortliche Arzt diese Geburt nicht riskieren will. Aber es war alles gut. Nach dem Setzen der Braunüle und der Blutentnahme war Alphalama schon angekommen und wir gingen aufs Zimmer. Die Hebamme empfahl das Ausruhen, was ich auch sinnvoll fand. Es gab kein Einzelzimmer, ich kam in ein Doppelzimmer. Das war im Nachhinein aber richtig gut und ich bin froh drum. Ich hatte am Ende noch 1,5 Tage alleine in dem Zimmer und außerdem war die Bettnachbarin sehr nett und hatte freundlichen Besuch. Sonst hätte ich mich dieses Mal vielleicht alleine gefühlt im Zimmer. Und dass ich nicht den Einzelzimmerzuschlag zahlen muss, freut mich aktuell natürlich auch sehr. Das Geld kann ich nun sparen.
Nach dem Frühstück sollten wir wieder in den Kreißsaal kommen. Ich war nervös und wollte eigentlich gar nichts essen, sondern nur runter. Das wunderte mich schon, denn bei Minilama bestand ich vehement auf mein Frühstück – und ich hatte auf dem Zimmer ganz starke Eröffnungswehen. Dieses Mal war da mit viel guten Willen immer wieder mal ein leichtes Ziehen. Ich stellte mich also auf einen langen Tag ein. Minilamas Blase war um 0.00 geplatzt und es war um 10.10 geboren (wobei das auch hätte schneller gehen sollen und können) – diese Geschwindigkeit schminkte ich mir schon mal ab. Und der Stress wegen des Blasensprungs war schon deutlich in meinem Nacken. Ich hatte Angst vor einer Infektion. Und außerdem war der Blutdruck 130: 91 und ich machte mir Sorgen wegen einer Gestose. Die Zeit vor dem Gang in den Kreißsaal war definitiv von Angst und leichter Panik geprägt. Unten im Kreißsaal waren sie verwundert, dass ich schon so früh da war. Ich hatte ein ungutes Gefühl und wollte dort unter Aufsicht sein, das sagte ich der Hebamme auch ganz deutlich.
Ich kam ans CTG, das wieder unauffällig und wehenlos war. Ich wurde etwas angespannt, langer Tag und so. Dann untersuchte die Hebamme und wurde ruhig. Sie meinte, die Hand getastet zu haben. Der motivierte Oberarzt, der mit der Untersuchung rausfinden wollte, ob Gel, Tropf oder Tabletten zur Einleitung besser geeignet wären, spürte ebenfalls deutlich die Hand. Sie lag unter / vor dem Po des Winzlings. Er war sichtlich enttäuscht, ich glaube, er wollte den Assistenzärzten (die auch später im OP und so um die Geburt herum reichlich anwesend waren) gern eine Geburt aus BEL zeigen und aus erster Hand vermitteln, wie das für die Geburtshelfer abläuft. Das hat er auch später als er auf Station kam, um zu schauen, wie es mir geht, auch noch mal gesagt. „Endlich mal jemand, die sich traut, aus BEL zu entbinden und dann sowas.“
Er zeigte mir dennoch noch zwei Optionen auf. Ich könnte probieren, wie sich alles unter Wehen entwickelt, vielleicht könnte man die Hand dann zurückschieben oder wir könnten direkt einen sekundären Kaiserschnitt ansetzen. Ich hatte also eine Wahl, das finde ich nach wie vor total gut. Die Entscheidung stand aber schon vorher fest: Kein Risiko fürs Kind. Ich wollte unter keinen Umständen eine Plexusparese riskieren und auch nicht Gefahr laufen, dass das Kind steckenblieb und dass ich schwere Geburtsverletzungen davontrage. Bei BEL ist wohl ein Dammschnitt häufiger nötig, den er Oberarzt „Entlastungsschnitt“ nannte. Und ja, ich gebe zu, dass ich vor Dammverletzungen eine extreme Angst habe, gerade, weil ich weiß, wie die eigentlich kleinere Verletzungen bei Minilama mich körperlich und psychisch belastet haben und dazu geführt haben (unter anderen), dass ich mit dem Baby nur sehr wenig Kontakt hatte, was ich aus heutiger Sicht extrem bedauere.
Ich entschied mich also vermeintlich tapfer für die sichere Variante und bekam nochmals eine genauere Aufklärung. Unterdessen rief Alphalama meine Mama an, damit sie sich umgehend auf den Weg macht. Das war vorher abgesprochen. Bei einer OP wollte ich, dass sie in den Stunden danach nach mir sieht, nach den Infusionen schaut, Schwestern ruft, mir Feedback darüber gibt, ob alles ok ist usw. Der Termin wurde ständig verschoben. Innerhalb von 5 Minuten wurde aus „früher Nachmittag“ dann „um die Mittagsstunde“ und „jetzt“. Ich fand das super, denn ich wollte keinen Leerlauf mehr haben. Die Ärzte wollten keine Infektion riskieren und meine arme Mama kam daheim bei einer Anfahrt von knapp 1 Stunde (und noch Berufsverkehr) und der Tatsache, dass sie noch gar nicht auf die Reise gerichtet war, sondern vielmehr unterwegs zur Arbeit, etwas ins Schleudern. Es war aber alles kein Problem, da sie im Endeffekt 5 Minuten vor mir im Kreißsaal ankam und so gar keine Wartezeit hatte und alles perfekt gepasst hatte.
Die OP Vorbereitung war sehr wertschätzend, die Hebamme aus dem Kreißsaal erklärte mir alles in Ruhe, die Narkoseärztin war sehr zugewandt und machte sich sichtlich Mühe, eine gute Einstichstelle trotz meiner Skoliose zu finden, auch die Ärztinnen waren nett und taten alles, um mich zu beruhigen und mir das Gefühl zu geben, dass alles völlig normal läuft und gut werden wird. Ich ließ mich ganz bewusst darauf ein, entspannte mich so gut es ging, atmete in den Bauch, um den Kreislauf nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Alles in allem wirklich kein Grund für ein negatives Zurückdenken an die Situation.
Die Narkose war nicht angenehm, aber auch nicht unaushaltbar schmerzhaft und wirkte rasend schnell. Der Po war nahezu sofort eingeschlafen und die Füße kribbelten auch rasch. Dann ging es auch Schlag auf Schlag. Ich fragte nach Alphalama, der just in den Moment auch schon erschien, der Sichtschutz stand, ich wurde einjodiert, der Oberarzt kam, Daten wurden abgeglichen usw. Dann vergingen keine 3 Minuten und Babylama schrie kräftig. Sofort wurde im Wundbereich abgesaugt und das gurgelnde Geräusch machte mir Angst. Als das Baby gesund auf der Welt war, bekam ich mehr oder weniger umgehend große Angst um mich. Das kenne ich auch von den anderen Geburten. So abwegig ist es auch nicht, so zu fühlen, denn bisher habe ich immer stark geblutet. Auch beim Kaiserschnitt hat es mehr geblutet als üblicherweise, sagte der Oberarzt später. Dadurch, dass mein Kopf etwas weiter unten lag als der Rest, wurde es mir kreislaufmäßig schlecht. Ich sprach das sofort an und die Narkoseärztin reichte mir eine Sauerstoffmaske , die sie schon vorsorglich ausgepackt hatte. Die Sättigung stieg direkt an, die Ärztin erklärte mir ganz detailliert, wie sich die Werte entwickelten bzw., dass alles super aussehe und fragte auch nach, ob ich wieder gerader liegen dürfte. Währenddessen konnte ich das Baby die ganze Zeit angucken, denn die Hebamme zeigte mir es erst kurz, ging dann zu den Kinderärzten für die U1, die unauffällig war, wischte Babylama etwas sauber und blieb dann bis fast zum Ende des Nähens mit dem Kleinen an meinem Kopfende. Ich bestaunte das Kind und versuchte, mich zu beruhigen bzw. abzulenken von der OP Situation. Ich finde, es gelang mir auch ganz gut, denn ich hatte danach keine Absacker mehr. Kurz bevor die Narbe fertig vernäht war, verabschiedeten Alphalama, die Hebamme und Babylama sich und gingen zum Kreißsaal. Das war für mich völlig in Ordnung, ich denke auch, weil ich mir das vorher immer wieder klar gemacht habe, dass Babies nicht im Aufwachraum sein können,  und ich wurde in den Aufwachraum gebracht. Sofort nach der OP hatte ich extreme Druckschmerzen im Bauchbereich, an Narbe und Rippen (kein Wunder, denn Babylama musste per Kristellergriff beim Runterrutschen unterstützt werden, was mir eine sehr schmerzhafte Rippenprellung einbrachte) und ließ sich allgemein auch eher schlecht entwickeln aus dem Bauch. Noch im OP meinte der Oberarzt zu mir, dass der Versuch einer natürlichen Geburt eher unschön geendet wäre. Da ich über Schmerzen klagte, bekam ich im Aufwachraum (oder vielleicht schon in der OP Schleuse) noch einige zusätzliche Infusionen, die auch rasch wirkten. Ich erhaschte einen Blick auf meine Beine als sie umgelagert wurden und fand es total absurd, zu sehen, wie jemand sie zum Umlagern bewegt und dabei gleichzeitig absolut nichts davon zu spüren. Ich fand, sie sahen auch irgendwie gelblich und gar nicht rosig aus. Ich wurde mit einem warmen Handtuch zugedeckt, dann kam die Klinikdecke. Es war richtig angenehm. Die Pfleger schauten gut nach mir, unterhielten sich ein bisschen mit mir und prüften regelmäßig, wie weit die Narkose absank. Ich ruhte mich ganz bewusst aus und nahm mir auch innerlich die Zeit, die der Körper brauchte. Ich weiß, dass viele Mütter regelrecht drängeln, weil sie zum Baby wollen, aber ich hatte mir vorgenommen, einen Schritt nach dem anderen zu tun, damit ich nicht hinterher wieder einen zurück tun muss. Ich versuchte immer wieder, die Füße zu bewegen, es ging aber nicht, es dauerte bis fast 17 Uhr bis ich die Knöchel nach außen und innen drehen konnte.
Nach knapp einer Stunde waren die ersten Schmerzmittel durchgelaufen und durch neue ersetzt, ich war bis unter den Bauchnabel wieder unbetäubt und wurde abgeholt. Im Kreißsaal warteten schon Alphalama, Babylama und meine Mutter auf mich. Ich bekam das Kleine direkt und verbrachte noch eine längere Zeit im Kreißsaal bevor es dann ins Zimmer ging. Die Beine  spürte ich gegen abend wieder, der Katheter wurde dann gezogen und ich konnte zum ersten Mal aufstehen und zur Toilette gehen. Ich hatte natürlich Schmerzen, war aber kreislaufmäßig stabil und konnte ohne weitere Hilfe meine Blase entleeren. Babylama blieb die ganze Zeit, die ich in der Klinik war, bei mir im Zimmer, die Schwestern kamen und brachten mir das Fläschchen. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, aber ich glaube, dass ich in der ersten Nacht nicht selbst gewickelt habe. Alphalama machte das abends kurz vorm Heimfahren und morgens dann nach dem Ankommen. Die übrigen drei kleinen Lamas waren an Veilchendienstag bei den Großeltern (da die Kita, wie immer, wenn wir wirklich mal Bedarf haben, geschlossen war und wurden an Aschermittwoch direkt in die Kita gebracht. Abends holte Alphalama sie dann dort ab und brachte sie wenn ich nicht die Tage absolut durcheinanderwerfe, mittwochs abends auch kurz mit in die Klinik, um das neue Geschwisterchen zu bestaunen. Ein liebevolles, wenn auch etwas wildes erstes Begegnen.
Das ist mein Geburtsbericht. Ich blieb auf eigenen Wunsch sechs Tage in der Klinik, eine sehr gute, kluge und weise Entscheidung, zumal ab Abend vor der Entlassung wieder ein sekundärer Milcheinschuss (oder besser gesagt eben kein Milcheinschuss, sondern nur eine extreme Schwellung) auf mich wartete und ich auf diese Weise umgehend Hilfe hatte. Ja, Mehrgebärende genießen den Klinikaufenthalt und das Betüttelt werden wirklich in vollen Zügen, das merke ich mit jeder Geburt ein bisschen mehr.
Zum Wochenbett schreibe ich vielleicht die Tage noch was.

 

Babylamahöhle bei 37+5 2 Stunden vor der Geburt, maximale Ausdehnung. Ausgangsgewicht plus 12 Kilo (witzigerweise wie auch bei den anderen beiden Schwangerschaften)

 

Babylama daheim, 9 Tage nach der Geburt
Babylamahöhle 9 Tage nach der Entbindung, Ausgangsgewicht plus 5 Kilo, Tendenz fallend

 

Jahresrückblick 2017

Ein gutes Jahr geht zuende. Ich wage einen Rückblick, inspiriert von den Fragen, die DailyPia stellt.

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Ich denke, eine solide 8. Viel Gutes ist passiert, viele Glücksmomente mit der Familie und eine heiß ersehnte Schwangerschaft zustande gekommen.

2. Zugenommen oder abgenommen?

In der ersten Jahreshälfte war meine Figur dank HIIT-Training so gut wie noch nie noch nie, ich habe mir Only Jeans in Weite 28 gekauft und auch getragen. Und die sind echt eng. Gewichtsmäßig pendelt es sich seit meiner Jugend bei 55 Kilo (Plus /Minus 2 Kilo) ein.

Schwangerschaftsbedingt habe ich in der zweiten Jahreshälfte zugenommen. Die Zunahme ist verblüffend ähnlich übrigens wie bei den vorherigen Schwangerschaften und grundsätzlich auch im Rahmen.

3. Haare länger oder kürzer?

Durch akuten Lausbefall in der Frühschwangerschaft deutlich kürzer als seit Langem. Ich glaube ums Abi herum waren die Haare schon mal so kurz wie im Sommer. Ich lasse wieder wachsen.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Genauso kurzsichtig wie in Schulzeiten.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Durch tarifbedingte Lohnerhöhungen etwas mehr als zuvor. Seit August (Kitagebühren fallen weg) deutlich mehr zur Verfügung – ist aber alles in den Wohnturm geflossen (und noch mehr).

6. Besseren Job oder schlechteren?

Besser, eindeutig besser seit dem Dienststellenwechsel. Ich muss nur noch über die Straße gehen und die neuen Aufgaben find ich gut.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

In Bezug aufs Haus ist das schwer zu sagen, da wir dauernd größere Renovierungen machen. In jedem Fall gab es im Keller neue Fenster, einen neuen Hausanstrich, etliche neue Abwasserrohre und neue Heizkörper. Sicher entfällt mir noch was.

Ein anderes Auto haben wir angeschafft und neue Betten für die Zwillinge. Und im Urlaub waren wir auch – tendenziell also etwas mehr.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Ja. Bei der Blogverlosung von Frau Frische Brise habe ich Ende des Jahres einen tollen Atlas gewonnen. Ich glaube, das war es in diesem Jahr.

9. Mehr bewegt oder weniger?

Gleich bleibend viel dank weitestgehend autofreiem Leben im Heimatort und abendlichen HIITs.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Ein paar kleinere Erkältungen, eine Magenschleimhautentzündung, die Magendarmgeschichte, die die Familie lahm gelegt hat und die ganzen Schwangerschaftswehwehchen, die man so hat.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

EHEC und Rota im Frühling. Mit Abstand. Seither bin ich ziemlich keimphobisch, wenn jemand Magenprobleme hat.

12. Der hirnrissigste Plan?

„Wir fahren ganz gemütlich ans Meer, machen dort entspannten Familienurlaub, schlafen aus und verbringen den frühen Abend am Strand und die Abende draußen auf der Terrasse.“

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Mit den Kindern auf einem Spielplatz unterwegs gewesen, wo die Rutsche sicher 4,5 Meter hoch war. Die Kinder so „Hui, das ist aber cool“. Mama so „Oh Gott.“
Zum Glück alles gut gegangen.

14. Die teuerste Anschaffung?

Das neue Auto.

15. Das leckerste Essen?

Chinanudeln mit Erdnusssoße und Tofuwürfeln.  – selbst gemacht.Und zum Nachtisch eine leckere Nussecke – vom Nachbarbäcker.

16. Das beeindruckendste Buch?

Ein Mann namens Ove

17. Der ergreifendste Film?

Alles, was wir geben mussten“ Der geht mir immer noch nach.

18. Die beste CD?

Ritter Rost: Jäger des verlorenen Geschirr
Das hab ich unterwegs oft mit den Kindern gehört und ja: das ist irre witzig.

19. Das schönste Konzert?

König Keks – zusammen mit Minilama im Pfarrheim genossen. War ehrlich wundervoll.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Den Kindern

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Den Kindern und Alphalama

22. Zum ersten Mal getan?

  • Eine Kinderkappensitzung besucht und total, total gut gefunden.
  • Einen Leihhund gefunden.
  • Nagelneue Schuhe für Minilama gekauft.
  • Einen Siebensitzer gekauft.
  • Auf die Frage „Warum sind Sie die Beste für die Stelle?“ nicht mit dem üblichen Blabla geantwortet, sondern deutlich gemacht, dass ich nicht länger bei dem Spiel „höher, besser, weiter“ mitmache.
  • Mir einen Muskelfaserriss zugezogen – nicht beim Sport, sondern peinlicherweise beim Hochgehen an eine Böschung.
  • Mutig für mich und meine Familie eingetreten und daher:
  • Schwanger die Stelle gewechselt.
  • Die Wand über zwei Etagen aufstemmen lassen.
  • Hühner genäht
  • Über Wochen Stuhlproben zum Kinderarzt getragen (hätte ich gern drauf verzichtet)
  • Im Urlaub einen Arzt besucht
  • Mich zum betrieblichen Ersthelfer ausbilden lassen
  • Nach dem Blutabnehmen einfach aufgestanden und weggegangen.
  • Mich ernsthaft mit der Frage auseinander gesetzt, welche Rolle „Leistung“ für mich spielt und warum
  • Krasse Fitnessmoves durchgezogen und den übelsten Sixpack meiner Karriere herangezüchtet. Fand ich super.
  • Beim Hautscreening ganz cool das Angebot einer ästhetischen Muttermalentfernung abgelehnt, weil ich mich so gut finde, wie ich bin. Sonst habe ich immer drüber nachgedacht, das Papillom entfernen zu lassen.
  • Minilama beim Turnen und in der Musikschule abgegeben und alleine dort gelassen
  • Minilama zu seinen ersten Kindergeburtstagen begleitet und auch selbst den ersten richtigen Kindergeburtstag ausgerichtet.

23. Nach langer Zeit wieder getan?

  • Regelmäßig das Freibad besucht
  • Walken gegangen
  • Einen Adventskranz gekauft
  • Fensterdeko gebastelt
  • Weihnachtskarten verschickt
  • Mit Alphalama essen gewesen
  • Zu meinem Geburtstag eingeladen und ein nettes Damenkränzchen gegeben
  • Alphalama ins Krankenhaus gebracht und da zurücklassen müssen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

EHEC und Rota und der Klinikbesuch deswegen mit meinem Jüngsten.
Häufige Phasen diffuser Schmerzen und Ängste in der ersten Jahreshälfte

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass ich heimatnah versetzt werden sollte. Hat auch geklappt.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Alphalamas Valentinsgeschenk hat ihm wohl nachhaltig Freude gemacht, wenn ich ihn da recht verstanden habe.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Baby Nummer 4

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich hab dich so lieb, Mami.“ – von allen drei Schätzen in diesem Jahr gehört.

29. Dein Wort des Jahres?

Papageizecke (Minilamas Kreation)

30. Dein Unwort des Jahres?

EHEC

31. Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?

gute Frage. Ich glaube, Blogs sterben ein bisschen aus. Bin mehr bei Instgram unterwegs, aber auch  nicht sehr aktiv.

32. Vorsätze fürs neue Jahr

 

 

Leben mit Zwillingen: Heute und vor 28 Monaten

Unsere Zwillinge sind seit 28 Monaten bei uns. Babylamas kann man die schon länger nicht mehr nennen. Als Minilama 28 Monate alt war, war es schon großes Geschwisterchen und hatte die Babylamas auf dem Schoß, trank ihnen die Milch weg und probierte ihre Sauger aus.
Zwillinge zu haben ist eine wunderbare Sache und ein großes Geschenk.  Ich habe mir schon immer Zwillinge gewünscht. Als der Wunsch dann wahr wurde, war ich mir nicht sicher, ob ich mir das gewünscht hatte, weil ich tief in mir geahnt habe, dass ich mal Zwillingsmama sein würde (also irgendwie vorhersehend) oder ob diese tiefe Wünschen auf irgendeine Weise die Wirklichkeit beeinflusst hatte.
In jedem Fall kam es mir unwirklich vor, dass aus meinen „wir bekommen sicher Zwillinge“ Witzen dann eines Tages Wirklichkeit wurde. Dieser Erstschock über den Kindersegen, den manche Eltern verspüren, habe ich einfach übersprungen und war erst total froh und später dann immer wieder ganz besorgt, ob mein Wunder auch in Erfüllung gehen würde.
Zwillingsmama zu sein ist vielfältig. Oft ist es  total witzig und amüsant,  da die Menschen oft auf so skurrile Weise auf Zwillinge reagieren. Manche Zwillingsmamas erwägen ja deshalb auch, einen Klingelbeutel an den Wagen zu machen, um für jeden dieser witzigen Sprüche auch gleich eine Spende einzusammeln. Je nachdem, was zuhause gerade los ist, ist es auch nervig, da man so sehr in die Öffentlichkeit gerät und viele Menschen sich einbilden, besser zu wissen, was die Kinder gerade brauchen und sich ungefragt einmischen oder – was mich auch sehr geärgert hat – meinen, man sei zu schwach und zu zerbrechlich und ungeeignet für das eigene Leben, dass man nun karitative Unterstützung benötigt. Eine andere Erscheinung davon ist es leider, dass man echt oft angeglotzt wird, wenn man entweder unterwegs ist oder sich gerade mit was Schwerem abmüht.
Meistens ist es super schön , so süße und tolle Kinder zu haben und beobachten zu dürfen, wie sie aufwachsen und ich würde nicht tauschen wollen. Oft denke ich mir, gerade aktuell in der Trotzphase, dass diese Trotzphase mal zwei schon eine Nummer für sich ist, von der ich gern ab und an mal eine Pause haben möchte und auch den Kindern gern für eine kurze Weile die ganze Wut über die eigenen Grenzen ersparen würde.
Das Leben mit unseren Zwillingen hat sich seit ihrer Geburt ziemlich verändert. Die Zwillinge, die kleinen autonomen Anarchiekinder, ja auch. Es lohnt sich also, mal genau zu schauen, wie die Basics, die Alltagsdinge sich so verändert und entwickelt haben. Alltag mal zwei – das heißt natürlich auch doppelt so viele Fläschchen, doppelt so viel Brei kochen, doppelt so viele Kleider besorgen und waschen, doppelt so viele Stoffwindeln waschen, doppelt so viel einpacken, wenn man mal raus will.
Aber wie hat sich unser Leben eigentlich verändert seit wir die Babies begrüßen durften?
Hier ein kurzer Überblick über alle Dinge, die einen täglich so betreffen:

 

Frisch geschlüpft und die erste Zeit zuhause Mit 28 Monaten
Ernährung Die Zwillinge sind Flaschenkinder. (Wer dazu mehr wissen mag, einfach im Archiv stöbern oder den Links folgen).

Es war einiges an Ausrüstung nötig, um die hungrigen Gesellen zufrieden zu machen. Die Kinder haben rasch im Schnitt 8 Fläschchen Pre-Milch am Tag getrunken. Mindestens 15 Glasfläschchen und passende Sauger, ein guter Vaporisator, ein Thermometer und Thermosflaschen, haben wir gehabt.
Täglich wurde mehrmals gespült und vaporisiert, alles neu vorbereitet, eingefüllt, Wasser gekocht usw. Wichtig ist es, ständig dran zu bleiben, damit nicht auf einmal keine sauberen Fläschchen mehr vorhanden sind, denn wenn die Kinder hungrig sind, ist der Vaporisator, egal wie toll er ist, immer zu langsam. Von wegen „Ruhen, wenn das Kind ruht“. Hier ist eher angesagt, sobald die Kinder ruhen, die Flaschen wieder einsatzbereit zu machen und neues Wasser abzukochen und auf 40 Grad abzukühlen.
Beschaffungsprobleme gibt es öfters mit dem Milchpulver, das kennen Mamas, die nicht stillen können. Hier herrscht zwischendurch regelrechter Mangel im Handel und man darf, wenn was da ist,  nur 3 Pakete pro Haushalt mitnehmen. Unser DM ist aber so kulant, dass wir pro Kind 3 Pakete kaufen dürfen und ich somit nicht ständig die Angst haben musste, dass wir morgen nichts zum Füttern haben.
Täglicher Verbrauch im Schnitt: 1 Paket Milchpulver.

Unterwegs ist natürlich entsprechend eine größere Logistik nötig, um die Kinder zu ernähren. (siehe „Unterwegs“)

Essen die Zwillingslamas alles, was auf den Tisch kommt. Auch in der Kita sind meine beiden die Topesser. Sie haben guten Appetit, honorieren die Kochkünste des Kochs, mögen nahezu alles gern. Sie essen gute Portionen und machen uns was das angeht keine Probleme. Unterwegs ist das natürlich genial.
Schlafen Die Zwillingslamas schlafen als Babies relativ gut. Sie sind in Wiegen in unserem Zimmer untergebracht, wo wir sie auch füttern. Meist hat einer eine gute Nacht, der andere eine eher schlechte Nacht. Gegenseitig wecken sie sich nie, auch tagsüber nicht. Das verwundert Außenstehende immer wieder.
Nach dem Fläschchen schlafen sie  immer schnell wieder ein. Wickeln mussten wir schon mit 6 Monaten nachts nicht mehr, auch weil Alphalama mit Beikoststart die nächtlichen Mahlzeiten konsequent ausschleicht.
Wir Eltern sind die meiste Zeit relativ ausgeschlafen.
Wann das Schlafen schwierig wurde kann ich nicht mehr sagen. Aber es ist ein schwieriges Thema. Wir waren lange so froh, dass die Babies besser schlafen als Schrei-Minilama  und über vieles hinweggesehen. Das hat allerdings mit 14 Monaten zuverlässig geschlafen.
Das tun die Zwillinge nicht mehr. Zwilling 1 schläft meistens gut, braucht 2-3-mal den Sauger nachts, wenn er ihn im Schlaf verliert. Zwilling 2 schläft ähnlich leicht wie Minilama, wacht oft weinend auf, steht dann auf, legt den Schlafsack ab, weckt auch seine Geschwister, kommt zu uns ins Zimmer gelaufen, schläft regelmäßig die zweite Nachthälfte bei uns im Bett.
In guten Nächten muss Alphalama 3-mal raus, in schlechten sind wir Eltern bis zu 10-mal auf den Beinen. Ab 5.00 Uhr ist eigentlich immer Schlafende und der Tag beginnt.
Wir Eltern sind regelmäßig in einem Zombimodus unterwegs, was dazu führt, dass unsere Geduld oft rasch aufgebraucht ist.
Gesundheit Bis auf  eine wiederkehrende chronisch-obstruktive Bronchitis mit Diagnose hyperreaktibles Bronchialsystem, besonders  im ersten Herbst und Winter bei Zwilling 1 alles ok. Zum Glück hatte der Kinderarzt in der Klinik nicht recht behalten als er meinte, dass wir uns noch Öfters (zumindest in dieser Sache) sehen werden.
Irgendwie ist es mir trotz aktivem Achten darauf nicht geglückt, dass der Hinterkopf von Zwilling 1 schön rund bleibt. Ich habe die beiden echt gewendet wie die Hähnchen und geschaut, dass keiner eine spezielle Seite beim Nebeneinanderliegen hat. Das ist so ein Zwillingsproblem. Ich hatte die Schwierigkeiten klar, dennoch hatte das Baby von Anfang an eine Lieblingsseite. Eine Mama aus dem Rückbildungskurs hatte dann ein Kissen in der Tragewanne ihres Wagens, die gab mir dann den Tipp, ein Lagerungskissen anzuschaffen. Wir haben dann beiden Kindern eins gegönnt und es hat sich gut ausgewachsen. 100 % weg ist es leider nicht, aber durch die Haarpracht wird es verdeckt. Da hatte ich lange dran zu knabbern, dass mir sowas „passiert“ ist, aber weder Kinderarzt, noch der Oberarzt in der Klinik noch ein spezieller Orthopäde, von ich das Kind dann hingeschleift habe, war sonderlich von meinen Horrorszenarien überzeugt.
Kitakrankheiten wie Bindehautentzündung, Mund-Hand-Fuß-Krankheit oder Magendarmerkrankungen. Und Fieber wegen dem Zahnen.
Im Grunde aber die normale Abhärtung, die jedes Kitakind durchmacht, leider mit einer Häufung von Magen-Darm-Infekten, die uns dieses Frühjahr einmal in die Klinik brachte und beim Gesundheitsamt meldepflichtig werden ließ. War aber im Rückblick alles halb so wild.
Pflegen und Wickeln Die Zwillinge sind sehr wenig gewaschen worden, um die empfindliche Haut nicht zu reizen. Geduftet haben sie trotzdem immer total toll.

Wickeln war eine wahre Wonne. Besonders nach dem ganzen Ärger mit Minilama, das monatelang das Wickeln sehr abgelehnt hat und viel getobt hat, war das Wickeln immobiler süßer Knöpfe eine echte Freude. Ich habe es sehr genossen, jedes Mal. Wir wickeln die ersten 2 Lebensjahre ausschließlich mit Stoff. (Für mich eine Herzensangelegenheit und eine Kompensation, dass ich den Kindern keine Muttermilch bieten konnte.)

Die Zwillinge werden einmal in der Woche im Hallenbad nach dem Schwimmspaß gewaschen. Machen wir auch mit Minilama so. Hat sich für uns bewährt, da wir Eltern wenig Ärger damit haben und die Kinder es gut finden.
Das Wickeln ist eher problematisch. Seit wir das Stoffwickeln in der Kita (auf Druck der Kita) aufgeben mussten, wollen die beiden auch zuhause die Prozedur mit den Höschen- oder gar Bindewindeln nicht mehr erdulden. Außerdem haben beide eine wirklich gesegnete Verdauung und trinken auch überdurchschnittlich viel. An guten Tagen macht jeder bis zu 5 Windeln mit was Größerem voll, und läuft auch noch 2-mal wegen Pipi aus. Auch mit den Wegwerfprodukten, auch mit Markenwindeln. Zwischendurch ging es mit dem Toilettengang mal recht vielversprechend los, das ist aktuell aber wieder zurückgegangen.
Das Windeln anlegen ist ein mühsames Geschäft, umso ärgerlicher ist es dann natürlich, wenn sie kaum 30 Minuten sauber und trocken halten.
Unterwegs sein Der Aktionsradius mit den Babylamas ist sehr klein. Im Grunde ist es unser Ort und das Nachbardorf, wo Minilamas Kita ist. Die Zeiten außer Haus sind so geplant, dass man nach dem Fläschchen rausgeht und zum nächsten Fläschchen wieder heimgeht. Ich bin kein Fan davon, den halben Hausstand mit zu nehmen und auch grundsätzlich der Meinung, dass zuhause und nicht unterwegs gegessen und getrunken wird., da wir ja alle nicht am Verhungern sind. (sehen die Kinder manchmal anders…)
Dennoch waren wir täglich mehrmals draußen, allein zum Kitagang zwei Mal  (knapp 7 Kilometer Weg). Das Auto habe ich alleine in den ersten 8 Monaten nie genutzt mit den Kindern, weil mir das Ganze mit den Sitzen und dem bewegen von zwei Nichtläufern ab Parkplatz zu anstrengend war. Dafür ist das Zwillingszeugs zu schwer, zu wuchtig, zu wenig wendig.
Das Anziehen und in den Kinderwagen bringen und später wieder hoch holen ist körperlich anstrengend und bedarf organisatorischer Fertigkeiten. Außerdem muss man extrem schnell sein, denn der Arbeitsablauf wird immer wieder durch wütendes oder ängstliches Weinen neu beschleunigt.
Die Zwillinge  zu bewegen ist ein organisatorischer Aufwand, den wir mehr als selten unternommen haben. Ab 10 Monaten ging es besser, auch weil die Gesundheit vom Baby 1 dann stabiler wurde, die Kinder auch irgendwo abgesetzt werden könnten und ziemlich durchgeimpft waren. ich  bin ungern mit ungeimpften Kindern unter vielen Leuten, da die zunehmende und meiner Ansicht nach auch asoziale Impfmüdigkeit mancher Menschen ja die Schwächsten am meisten schädigt.Eine Autoreise braucht sehr viel Vorplanung, da viele Dinge mitgenommen werden müssen, Medizin, Inhaliergerät, Wechselkeidung, Säuglingsnahrung usw. Daher lassen wir das meistens aus.

 

Auch heute ist der Radius eher klein, sicher auch, weil wir alles ja vor Ort bekommen können. Wir gehen bei gutem Wetter nach wie vor täglich zu Fuß zur Kita und wieder zurück.

Auch Dinge des täglichen Bedarfes und die Wege zu den Freizeitaktivitäten legen wir in der Regel zu Fuß zurück.
Die Zwillinge nehmen zunehmend aktiv an diesem Geschehen teil, will heißen, sie laufen selbst. Sie sind laufbegeistert und laufstark. Ich muss sie manchmal bremsen, wenn sie müde sind oder übermütig oder wenn es dunkel wird, da es dann zu gefährlich für die beiden Wusel wird.
Einmal in der Woche sind wir im Hallenbad, ansonsten im Ort. Auch die Hobbies finden vor Ort statt. Da haben wir bei der Haussuche schon drauf geachtet, denn ich will und werde kein Mamataxiunternehmen aufmachen.
Die Omas und Opas kommen uns tendenziell eher besuchen als wir sie, auch, weil die Kinder eher wild drauf sind und nicht jede Wohnungseinrichtung darauf abgestimmt ist.
Urlaube oder Kurzausflüge in die weitere Umgebung sind mit dem Auto und zunehmend auch ohne Doppelbuggy kein Problem mehr. Wir brauchen so gut wie keine spezielle Ausrüstung mehr, vielleicht Wechselkleidung und eine Ersatzwindel, aber sind ansonsten frei beweglich, besonders natürlich, wenn es draußen warm ist.

Kommunikation Die Zwillinge kommunizieren viel miteinander, auch nonverbal und suchen unsere Nähe, lachen, wenden sich uns zu, suchen von Anfang an viel Kontakt zu Minilama Die Zwillinge reden relativ viel, bei Weitem nicht auf Minilamaniveau zu der Zeit, aber sie verstehen und verständigen sich. Durch die Trotzphase ist es oft schwierig rauszufinden, was in dem kleinen Wutzwerg vorgeht und wie man das Leid lösen könnte, da das Sprechen dann zugunsten wüstem Geschrei aufgegeben wird. Aber wir Eltern lernen.
Beschäftigung/ spielen Die Babyzwillinge liegen viel auf ihrer Decke, entdecken Hände und Greiflinge, bleiben an einem Ort und sind dort zufrieden. Ich kann sie auch mal alleine lassen und die Etage wechseln, um eine Waschmaschine anzustellen. Ich bin sehr viel entspannter in der Babyzeit als mit Minilama, einfach, weil ich den Eindruck habe, ich weiß, was zu tun ist. Die Zwillinge sind extrem mobil, motorisch sehr ambitioniert, erklettern nahezu alles, probieren jeden Knopf und jede Schublade. Sie spielen viel mit Fahrzeugen, gucken Bücher, laufen Bällen hinterher, beobachten Tiere, balgen herum, und schneiden mit Vorliebe mit der Schere.
Man kann sie keinen Augenblick aus den Augen lassen.

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Frohe Weihnachten

Wir wünschen allen Bloglesern fröhliche Weihnachten und gesegnete Festtage.
Habt es so schön und gemütlich wie wir.

 


   

 

 

 Vier Kerzen im Advent

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinnmehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort.
„Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und es fing an zu weinen.

Doch da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Hab keine Angst, den ich heiße Hoffnung. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden!“

Voller Freude nahm das Kind von der Kerze „Hoffnung“ und zündete die anderen Kerzen wieder an.

Übungsphase

Aktuell übe ich mit den Zwillingen, wie man „selba“ im Dorf unterwegs sein kann. Die Kleinen sind in dieser „selba“ Phase und knatschen ordentlich los, wenn man vor lauter Geräuschkulisse und Seitengespräch überhört, dass das magische Wort gefallen ist. Ich liebe diese Autonomiephase sehr, denn unterstütze es, dass die Kinder so viel sie selbst können, auch selbst machen. Ich empfinde es als riesige Erleichterung, Kinder zu haben, die sich selbst die Jacke anziehen und ausziehe, die Loop und Mütze anziehen und die Interesse am Schuhe an- und ausziehen haben. Ich muss dazu sagen, dass meine Kinder dabei auch gleichermaßen ambitioniert wie begabt sind und mit minimalen Handgriffen der Unterstützung richtig gute Ergebnisse erzielen. Es macht auch Spaß, sie selbst machen zu lassen und ja, man spart richtig Zeit dabei, wenn das ständige Hinterherrennen und dompteurhafte Bändigen eines motzigen Kindes beim Ankleiden entfällt. Außerdem ziehen die beiden sich dann auch nicht mehr alles aus, was man ihnen zuvor angezogen hat.

Ich bin also voll dafür und finde es auch toll, dass man zunehmend mit ihnen reden kann. Wenn beide Eltern da sind, lassen wir ihnen oft die Wahl, wer die Windel wechseln soll oder wer die Zähnen nachputzt. Ja, sie putzen sich tatsächlich auch schon die Zähne selbst. Also spielen im Mund herum mit der Bürste. Aber sie lassen uns hinterher auch „nachputzen“, also sauber putzen ohne groß zu brüllen und spülen auch schön mit Wasser aus (ohne alles leer zu trinken). Wenn nur ein Elter da ist, ist wenn  Minilama Lust dazu hat, auch Minilamas Hilfe eine Auswahlmöglichkeit. Wir haben einen guten Zeitpuffer morgens und auch abends eingebaut, dann klappt dieses Vorgehen auch richtig gut. Und wir sind total konsequent, wenn Unsinn gemacht wird. Wer wegläuft und Unfug macht (in der Chaos-Einliegerwohnung aktuell ja auch gefährlich, weil vieles auf den umgekehrten Stühlen herumliegt. Wir arbeiten aber stetig dran.), wird in den Buggy gesetzt (also in den Buggy, den ich extra dafür gekauft habe. Das ist ein absolutes Billigding, nicht so recht straßentauglich, aber die Kinder kriegen den Verschluss am Sitz nicht auf, und zwar alle 3. Ein derart tolles Billigding gibt es echt selten.) und muss warten. In der Kita haben sie dafür Stühle und wohl etwas mehr Autorität, denn da stehen die Minis nicht mehr auf, wenn sie einmal drinnen sitzen. Mit uns wollen sie gern zanken und das geht leider nicht, wenn Gefahr im Verzug ist und/oder die Mama merkt, dass ihr gerade alles zu viel wir und sie geneigt ist, loszumeckern. Das soll ja nicht die letzten Momente vorm Kitatag bestimmen und daher helfen wir uns aktuell zur Not so aus. Parallel dazu äußern die beiden schon seit dem Sommer immer wieder den Wunsch, nicht im Buggy zu fahren, sondern selbst zu laufen. Auch hier rennen die Kinder offene Türen ein. ich merke, dass das Doppelbuggyschieben mich echt anstrengt, mit Baby. Außerdem sind unsere Kinder ja sehr  groß und entsprechend schwer. 14 Kilo wird jeder Zwilling sicher haben. Und obwohl wir einen guten Buggy haben und den auch neu gekauft haben. muss ich sagen: Das Ding ist echt am Ende. Ich würde das Modell trotzdem immer empfehlen, aber man muss einfach sehen, das wir im Schnitt 7 Kilometer am Tag mit dem Buggy fahren und das seit die Kinder 9 Monate alt sind (also seit sie sicher sitzen können), weil der Kinderwagen, den wir gebraucht vorher hatten, ein echtes Monster war und ich so froh war als ich das leichtere Modell nehmen konnte. Wir kaufen damit auch ein, also hängen kiloweise Einkäufe noch zusätzlich dran, Windeln und sonstiger Kitakram sowie Sportbeutel sowieso. Einige Male  war auch das Buggyboard mal angebracht und wenn es eng wird, mache ich auch die Hundeleine vom liebsten Leihhund am Griff fest. Der Buggy leistet Schwerstarbeit und auch die viel zu engen Straßen im Dorf belasten ihn zusätzlich. Wie heißen: Bekämen wir nochmal Zwillinge, wäre ein Neukauf über Kurz oder Lang angeraten. Das wir aber einen Einling erwarten, war ohnehin ein Anderskauf nötig, denn ihr könnt euch denken, wie Minilamas Kinderwagen ausgesehen hat als wir mit dem fertig waren. Da war ein Laufpensum noch höher, da das Kind nur im Wagen gut schlief und ich den Wagen nicht  in die Wohnung kriegen konnte. Den Wagen haben wir für 50 Euro als Zweitwagen verkauft und jetzt endlich mal was Solides angeschafft. Auch wieder gebraucht und auch wieder unter der Maßgabe weniger als 200 Euro. Mehr gebe ich nicht aus, bringt ja nichts. Ich bin mal gespannt, ob dieses Markenprodukt überzeugt. Einzelbuggies haben wir ja auch 2 Stück. Das Billigding und Minilamas Zweitwagen. Der erste Einzelbuggy verlor eines Tages nach zahllosen Kilometern ein Rad. Da haben wir umgehend einen Ersatzwagen gekauft, damals noch unter der Hinsicht, dass ein krankes Minilama oft so schwach war, das es dann gar nicht laufen konnte. Und zur Apotheke oder Kinderarzt oder einfach zum Lufttanken wollte ich unbedingt was Wendiges haben. Hat sich auch für einen kranken Zwilling schon bewährt und ich nutze den Wagen, der immer im Auto herumliegt aktuell gern zum Transport meines Einkaufs vom Parkplatz nach Hause (wir können ja schlecht am Haus halten und da wir eine Bank gegenüber haben, tun das Wildfremde gern und wir Anwohner haben dann das Nachsehen und müssen manchmal sogar warten und „bitte“ sagen, damit wir mit dem Kinderwagen ins Haus können/dürfen.) Am Anfang hatte ich immer den Doppelbuggy im Auto und habe die Kinder so in die Kita gebracht, wenn wir nicht ohnehin zu Fuß unterwegs waren. Bei Regen und Sturm habe ich erstmal den schweren Buggy aus dem Kofferraum geholt, aufgestellt und die Kinder reingehoben. Da war ich und auch der Buggy oft schon durchnässt bevor es richtig losging. Die Taschen konnten dann auch gut dran. Mit der Zeit habe ich mich – auch schwangerschaftsbedingt – dazu entschieden, es mit dem deutlich leichtern Einzelbuggy zu probieren. Der liegt im Auto, i ich fragt ab, wer heute will, dort rein, der andere läuft entweder an der Hand (ging oft super schlecht, auch weil der Wagen mit einer Hand so schlecht zu lenken war und ich keine Zeit hatte, Räder festzustellen) oder einer stieg hinten in den Korb (ist nicht erlaubt, da das Kind zu schwer ist, weiß ich, habe ich aber trotzdem gemacht und für die 100 Meter zur Kita ging es gut, da die Kinder so klug sind, sich aufs Metall unter dem Korb zu stellen.) Mittlerweile gehen wir eigentlich nur noch ohne den Buggy in die Kita, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind. Jedes Kind bekommt seinen Rucksack auf den Rücken, ich schnappe mir rechts und links einen Zwerg und wir überqueren die Straße. Die Kinder sind erstaunlich fit darin und laufen auch kaum noch weg. Hier sehe ich eine große Weiterentwicklung bei den Kleinen. Minilama kann das alles ja schon länger, Minilama fährt ja auch mit dem Rad oder Roller in die Kita ohne dass ich eine einzige Verkehrsinfo mehr geben muss. Wenn wir nur einen Einling als zweites Kind hätten, wäre ich sicher auch schon deutlich weiter. Aber auch die Herausforderung mit zwei Wuseln umzugehen während mehrere Baustellen vor, an und neben der Kita sind und ein echtes Verkehrschaos in der sonst ruhigen Nebenstraße herrscht, nehme ich an und spüre, wie ich täglich besser damit umgehen kann. Das ist ja im Grunde das Wesentliche: Die Kinder haben keine Probleme mit Situationen. Sie wollen die Welt entdecken. Das Problem sind die Eltern, die überfordert sind und selbst nicht wissen, was zu tun ist. Zumindest ist das bei uns so. Sobald ich akzeptiere, wie es ist und mir wirklich Gedanken mache, was die Kinder brauchen, was ihre Bedürfnisse sind und mich komplett darauf einstelle, wird es einfacher. Parallel dazu weiß ich und wissen die Kinder jederzeit, was geschieht, wenn sie die Grenzen übertreten. Denn da kann ich mit 3 Kindern und im Schwangeren Zustand keine Kompromisse machen. Wenn es gefährlich wird, müssen alle drei sofort auf mich hören, auch wenn ich nicht gleich eingreifen kann. Wer warum auch immer dazu gerade nicht in der Lage ist, verliert sein Laufprivileg.

Dieser Lernprozess läuft ungefähr seit Sommer, seit die Zwillinge zwei Jahre alt sind. Verstärkt ist meine Ambition, die Kinder hier vorrangig zu fördern dadurch, dass wir bald ein weiteres Familienmitglied haben, das definitiv im Einzelwagen gefahren werden wird und es auf dem Buggyboard maximal Platz für ein weiteres Kind gibt. Wenn möglich aber zumindest streckenweise für gar keines, denn der Weg zur Kita hat einige fiese Steigungen und meinem Beckenboden zuliebe wäre ich gern in der Lage, die Laufskills der Zwillinge genau dann abzufragen, wenn es Bergauf oder steiler begab geht. Zwilling 1 hat mehr Lust am Laufen und kann sich selbst aus dem Buggy lösen. Dieses Kind läuft also tendenziell öfters und ist deutlich weiter in der Verkehrssicherheit als Zwilling 2. Am Anfang haben beide alles angefasst, jede Hauswand befingert, jede Treppe in fremden Hauseingängen erklommen, jede erreichbare Klingel gedrückt jede erreichbare Hecke abgerupft, jeden Stock aufgelesen, auf alles damit geklopft, jeden Stein aufgesammelt, sind überall drauf geklettert. Das habe ich vielleicht 300 Meter ausgehalten bevor ich ein völliges nervliches Wrack war. Denn parallel dazu ist ja noch Verkehr auf der sehr engen Straßen und das nicht zu knapp un dich stelle mir andauernd die Frage, wie weit ich das Tun der Kinder laufen lassen kann ohne dass ihr Verhalten sozial unkonform wird. Unsere Kinderärztin hat uns mal so gesehen als sie mit dem Rad unterwegs war. Wir haben beim  nächsten Arztbesucht auch darüber gesprochen. Sie hat es von sich aus angesprochen, fand ich super. Sie hat mich bestärkt und in manchem auch entlastet, das fand ich sogar noch besser. Wenn man ständig die hysterische Irre  gibt, zumindest den Eindruck hat, dass man dauernd nur lautstark herummeckert und durch die Gegend blökt, tut es total gut, wenn man auch Bestärkung erfährt. (Letztens nannte mich eine andere Mutter sogar „gelassen“ angesichts all dessen, was um mich herum so los ist. Toll, aber leider unwahr.)

Diese Phase haben die Kinder (weitgehend) hinter sich gelassen und heben nur noch Kaugummis und Kippen auf, klettern an einigen erlaubten Stellen und springen nach wie vor mit Anlauf in jede Pfütze. Es bleibt also noch was zu tun.
Streckenmäßig sind beide top fit. Die 1,7 Kilometer sind konditionell kein Problem. Sie laufen die meiste Zeit, gehen ist nur zum kurzen Ausruhen vorm erneuten Laufen. Zwilling 1 geht deutlich besser am rechten Rand des Gehweges, Zwilling 2 kaspert für meine Begriffe allgemein noch zu viel, spielt Fangen, rennt zu nah  an die Straßenkante heran. Da fehlt es nicht nur an Übung, sondern auch an grundlegender Einsicht oder von mir aus auch an Gehorsam. Zwilling 2 geht daher nach wie vor meist nur den kürzeren Weg, kommt spätestens am Brunnen immer in den Buggy, weil er es irgendwie übertrieben hat, z.B. im trockenen Brunnen herumgematscht hat und Jacke, Hand und Gesicht völlig schwarz verdreckt sind – gern während ich Zwilling 1 die Windel wechsele, weil es einfach nötig ist grade.

Wir haben für alle Familienmitglieder gute Warnwesten angeschafft, damit wir auch im Halbdunkel gut gesehen werden und ich lasse die Zwillinge aktuell ungefähr auf halber Strecke aus dem Buggy raus, da ist ein relativ breiter Gehweg und die Kinder können den Rest des Wegs (bzw.-. eben bis zum Brunnen) schön bergab laufen. Zwilling 1 schafft regalmäßig die gesamte Reststrecke ohne mütterliches Meckern, muss nur am Weihnachtsbaum vom Schlagen gegen die Deko abgehalten werden und ist dann mit einer Klettermauer ablenkbar für weitere Schritte. Zwilling 2 braucht noch etwas mehr Beobachtung. Aber ich sehe gute Fortschritte und denke, die Kinder sind auf einem sehr guten Weg.

Heute war ein besonderer Morgen. An einer breiteren Straße hing Zwilling 1 schwer an meinem Buggy, Zwilling 2 lief vor und ich schaute mehr auf ihn als auf das Kind, das sicher und nah bei mir war. Plötzlich mitten auf der Straße Geruckel und Gebrüll von Zwilling 1. Da ich ungern mitten auf einer Straße stehenbleibe, sind wir erstmal an die Bushaltestelle gegangen, an die natürlich just in dem Moment ein Gelenkbus anfuhr. Und wie sich das gehört, mit ordentlich Geschwindigkeit und Kanten schneiden. Als ich die Kinder aus der Gefahrenzone bewegt hatte, wurde mir klar, dass Zwilling 1 seinen Schuh verloren hatte, mitten auf der Straße. Und ein Auto kam auf dieser Straße gefahren. Minilama befürchtete schon, dass es über den Schuh fährt. Ist zum Glück nicht passiert. Nass war die Strumpfhose natürlich trotzdem.
Später warf Zwilling 2 ein weihnachtliches Wichtelmännchen im Eingangsbereich der Kita vom Sockel, dessen Beinchen dann auf dem Boden zersprangen. Meine Bitte, das Männchen nicht anzurühren, hatte das Kind überhört. (Ich habe das natürlich in der Kita direkt gestanden, ist ja klar und drum gebeten, ein bisschen genauer die Handlungen dieses kleinen Wildlings zu beobachten. Dabei erfuhr ich noch die eine oder andere nette Überraschung in Bezug auf das, was meine Kinder gerade witzig finden.)
Zwilling 1 bekam dann noch eine frische Strumpfhose und Hose, Zwilling 2, wo ich doch schon dabei war, eine frische Windel (ich wollte nicht, dass er noch ewig drin rumsitzen muss, bis die Erzieherinnen ihre Wickelroutine gegen 8.30 Uhr beginnen) und beiden wurden noch sehr ausgiebig die Händchen gewaschen, die vom Fallen und Stolpern ganz dreckig waren. Am Waschbecken trafen wir dann noch eine andere Mama, die ihrem Kind beim Saubermachen half. Der Kleine war auf dem Weg vom Auto in die Kita in den Matsch gefallen…