Tipps für ein entspanntes Wochenbett – Großfamilienedition –

Mit jedem Kind bin ich etwas schlauer geworden, was nötig ist für das neue Leben mit Kind. Besonders die erste Zeit nach der Entbindung ist eine emotional extrem aufwühlende und körperlich wie seelisch anstrengende Zeit für die Mütter und fordert den Neugeborenen eine große Anpassungsleistung ab. Auch wenn die Menschen in der Umgebung es gut meinen, reagieren junge Mütter oft gestresst und unausgeglichen.
Meine Erfahrung ist, dass man selbst einiges dafür tun kann, dass die erste Zeit nach der Geburt, in der man anfällig und instabil ist, gut vorübergeht. Ich spreche bewusst nicht davon, dass man eine magische Zeit in der Wochenbetthöhle voller inniger Liebe mit dem Partner und dem Baby erleben kann, wenn man alles nur richtig vorbereitet.

Meine Erfahrung ist eine andere. Ich habe meine Geburten nicht als Manifestation weiblicher Urkräfte erlebt, das Wochenbett nicht als magischen archaischen Moment. Bei einer Hausgeburt wäre ich gestorben, ohne die Hilfe von Ärzten wären meine vier Kinder und ich heute nicht gesund und fröhlich. So sehr ich die Hilfe meiner Hebammen geschätzt habe, weiß ich dennoch, dass ich an vielen Ecken und Enden die Medizin und den Fortschritt unserer Zeit gebraucht habe.

Dass ich so abgeklärt schreibe, ist der Erfahrung von drei Schwangerschaften, Entbindungen und Wochenbetten geschuldet und ein realistischer Blick auf die Wirklichkeit, die mich umgibt. Besonders als ich Minilama bekommen habe, hatte ich mit vielen Enttäuschungen zu kämpfen, die mich fast die Freude an meinem ersten Kind gekostet hätten. Ich habe beispielsweise geglaubt, dass jeder, der nur will, auch stillen kann. Dass ich es nicht konnte traf mich wie ein Donnerschlag. Dass ich absolut nichts für den Fall, dass ich nicht stillen kann, vorbereitet hatte, stürzte Alphalama und mich, beide entkräftet und übernächtigt, überfordert und geschockt über die Erlebnisse der Geburt in eine echte Krise. Natürlich ist das für Menschen außerhalb dieser Situation absolut lächerlich, aber wenn man in der Situation steckt, ist es grenzwertig.

Nach dieser Erfahrung beschloss ich, dass mir das nicht wieder geschehen würde. Ich mag es, mein Leben selbst zu gestalten, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Und dabei verlasse ich mich gern auf mich selbst. Und dann kann ich auch locker damit umgehen, wenn die Hebamme keine Zeit mehr hat, um mir beim Anlegen zu helfen (so passiert bei Minilama), lieber die Fäden einer Geburtsverletzung nicht einkürzen mag, obwohl sie 3 cm rausstehen (auch bei Minilama passiert. Danke an Alphalama, der mir da aus der Not geholfen hat) oder bei einem sekundären Milcheinschuss, den ich morgens bemerkte, erst abends vorbeikommen kann (so passiert bei den Zwillingslamas). Abhängig zu sein und selbst nichts machen zu können, ist ein Ärgernis, in das man sich nicht offenen Auges bringen sollte. Daher habe ich vor allen Entbindungen gewisse Vorbereitungen getroffen, um die erste Zeit, in der ich nicht voll einsatzfähig bin, gut zu überbrücken. Aus meinen Erfahrungen wie dem sekundären Milcheinschuss habe ich gelernt und mich dann entsprechend vorbereitet. Also für den Fall Salbeitee und Pfefferminztee sowie Salbeibonbons gekauft und auch mit in die Klinik genommen. Zur Anregung eines trägen Darms nach der Entbindung habe ich z.B. Milchzucker und die Reste vom hochdosierten Magnesium eingepackt.
Oder für den Fall, dass ich Geburtsverletzungen habe, schon mal zuhause Kamillentee und Müllbeutel bereitgelegt für ein Sitzbad . Oder schon vor der Entbindung eine kleine Kanne neben das WC gestellt, um das Urinieren zu erleichtern nach einer Verletzung. Diese kleinen Dinge hatte ich in den letzten Schwangerschaften entweder vermisst oder mit viel Aufwand und unzähligen Bitten an andere hergerichtet. Besser finde ich es allerdings, die Sachen schon vorab da zu haben. Es gibt nämlich so viel Neues, das bewältigt werden muss, dass man froh ist um alles, was da und gemacht ist.

Schon vor dem offiziellen Mutterschutz rate ich dazu, jeden Tag eine Sache für’s Baby zu erledigen. Nicht alles davon ist so schön wie shoppen und Kleidung falten. Aber auch das muss unbedingt gemacht werden. Besonders, wenn man schon Kinder hat. Da hat der Papa nämlich wenig bis keine Zeit für die Wöchnerin, da er mit dem großen Nachwuchs beschäftigt ist. Und auch weder Lust noch Kraft was zu trinken anzureichen oder eine Decke zu bringen oder das Kissen richtig zu legen. Die Wirklichkeit sieht leider genau so aus. Nichts mit Wochenbetthöhle und 6 Wochen verwöhnt werden. Zumindest nicht in der Art, dass man behandelt wird wie eine Prinzessin, eher in der Art, dass die anderen Kinder zufrieden und fröhlich, satt und sauber sind.
Hier gilt also: selbst ist die Frau, die sich gut vorbereitet haben sollte und außerdem sollte man den Besuch direkt einspannen à la „bitte bring mir eine Trinkflasche voll mit Salbeitee, gut durchgezogen an die Couch auf der ich vor Schmerzen zusammengerollt lagere.“
Das habe ich mit jeder Entbindung besser hinbekommen.

Was empfehle ich also?

Vor der Entbindung

Grundsätzlich: Jeden Tag eine Sache erledigen, die man auf einer Liste notiert hat – wenn das Baby also unerwartet früher kommt oder man liegen muss, kann man von dieser Liste die Aufgaben delegieren.

Beispiele sind :
Alles fürs Baby vorbereiten wie Windeln kaufen gehen, Babykleidung kaufen bzw. waschen, Kinderzimmer einrichten, Bettchen beziehen, Wickelplatz herrichten, Pre-Nahrung kaufen, Fläschchen spülen, Sauger kaufen

Alles für die Geburt und die Zeit in der Klinik vorbereiten: Kliniktasche packen, dicke Binden einkaufen, große Unterhosen rauslegen, Kleidung, die eine Nummer zu groß ist, rauslegen, Kleidung für den Fotographentermin rauslegen, fürs Baby und die Geschwister, (wenn man das machen will) Geschwistergeschenke kaufen und einpacken.

Alles für die Versorgung zuhause und den reibungslosen Ablauf des Alltags vorbereiten: Großeinkauf machen, eventuell vorkochen und die Kühltruhe erst ausräumen, säubern, neu und sortiert einräumen, befüllen. Das bietet sich besonders dann an, wenn man mit dem Essen eher speziell ist und die guten Kohlrouladen der Schwiegermutter zwar der Familie gern erwärmt, aber selbst nicht mag. Zettel schreiben, die erklären, was wo in die Schränke kommt, was wohin geräumt wird, wann gespült wurde. So kann auch jemand Externes mal eben die Spülmaschine ausräumen ohne für jedes Glas fragen zu kommen oder absolutes Chaos zu hinterlassen. Beim Einkaufen an Dinge wie Klopapier, Tempos, Spüli, Waschmittel, Zahnpasta, Spülmaschinentabs usw. denken. Dieser Mist geht einem nämlich gern aus, wenn man völlig anämisch nach der Geburt zuhause herumhängt und sich beispielsweise einfach nur die Zähne putzen mag oder den Geruch vom Fruchtwasser aus seiner Bettwäsche spülen will. Hier macht es Sinn, sich über Bringservices zu informieren. Viele Geschäfte versenden mittlerweile und ermöglichen damit auch das Weiterführen des Haushaltes, wenn man nicht mehr gut tragen kann.

Alles für die Aufrechterhaltung der finanziellen Unabhängigkeit vorbereiten, sprich Anträge ausfüllen fürs Kindergeld, das Elterngeld, den Krippenplatz usw. Man kann 95 Prozent davon schon vor der Geburt fertig machen und dann nach der Geburt Name, Geburtsort und Geburtsdatum eintragen. Auf Briefe an den Dienstgeber kann man aber auch schreiben „wie Sie der Geburtsurkunde entnehmen können“ und muss später gar nichts mehr von den unbekannten Daten eintragen. Dann legt man frankierte und adressierte Umschläge dazu, damit der Mann sobald er die Geburtsurkunden abgeholt hat, schon 2 Tage nach der Entbindung alles auf die Post bringen kann. Vorteil: früher Poststempel = frühe Bearbeitung und eventuell eine Anschlusszahlung nach dem Mutterschaftsgeld.

Alles für die medizinische Versorgung des Kindes vorbereiten: Bei der Krankenkasse anrufen und Anträge auf Familienversicherung stellen, auch hier, alles vorbereiten und vormerken lassen. Lieber öfter anrufen, bis man alles auch richtig verstanden hat mit Mutterschaftsgeld, Krankenkarte usw.

Allgemeine Ordnung wahren: Schön wäre es auch, bis zum Schluss eine einigermaßen ordentliche Wohnung zu haben, also regelmäßig Wäsche zu waschen, zu bügeln, zu wischen. Nach allen Entbindungen war mir Sauberkeit und Ordnung extrem wichtig und gerade bei Minilama hatte ich da viel zu wenig getan – musste also nach der Geburt in eine Wohnung zurückkehren, wo sich die Wäsche getürmt hat und die Klos nicht sauber genug für meine (neu entstandenen) Ansprüche waren. Ist mir danach nicht wieder passiert.

Allgemein: Wünsche kommunizieren, breit streuen. Also nicht nur dem Papa sagen, dass es einem wichtig ist, wenn täglich der Bindeneimer geleert wird, sondern auch ruhig der Mutter oder Schwiegermutter dieses Bedürfnis mitteilen. Steigert die Wahrscheinlichkeit, dass man es nicht selbst machen wird.

Nach der Entbindung (engeres Wochenbett in der Klinik)
Neben dem Ausruhen und dem Kennenlernen des Babies sollte man schon am ersten Tag den Papa das Baby anmelden schicken und in einem Aufwasch alle Anträge mit Geburtsurkunden und Vorname sowie Geburtsdatum versehen lassen und ab zur Post.

In der Klinik macht es nach den ersten Tagen Ruhe und Ausruhen Sinn online das zu bestellen, was noch fehlt (ob es Windeln, Sauger, Kleidung oder Babynahrung bzw. Cremes sind oder auch Kleidung, die man trotz Kaiserschnittnarbe anziehen kann. Das habe ich dieses Mal besonders intensiv machen müssen, da Babylama 2,5 Wochen vor dem Termin unerwartet zur Welt kam und es zudem noch extrem kalt war. Ich hatte weder Kleidung, die sich mit der Narbe vertrug noch Babykleidung für die starken Minusgrade. Als ich nach Hause kam nach 6 Tagen war das meiste schon per Post eingetrudelt.

Nach der Geburt sollte man besonders gesund und ausgewogen essen, auch weil der Darm ohnehin sehr träge ist. Das Klinikessen ist meistens absolut ungeeignet dafür, oft kriegt man Blähendes angeboten, was ja für das Stillen nicht optimal ist. Das ist eine doofe Konstellation, man muss versuchen das Beste draus zu machen. Ich habe zudem versucht, nicht zu viel Kalorienreiches zu mümmeln und die Damen von der Essensbestellung nach Obsttellern oder einem extra Salat und nach Körnerbrot gefragt.

In den Kliniken, in denen ich entbunden habe, kam immer 1 Tag nach der Geburt ein Physiotherapeut ans Bett, um erste Rückbildungsübungen zu zeigen. Die habe ich im engeren Wochenbett sehr regelmäßig wiederholt und auch bis zum Beginn des Kurses nach 8 Wochen immer wieder gemacht. Auf Organsenkungen und Inkontinenz habe ich nämlich keine Lust und die Übungen sind keine Hexerei.

Alles notieren, was daheim noch gerichtet werden muss für die Ankunft des Babies und dem Papa durchgeben. Dann kann er abends noch das eine oder andere vorbereiten oder bestellen und die Couch sieht schon so aus, wie man es sich vorstellt.

Mein heißer Tipp: Mindestens einen Tag länger in der Klinik bleiben als man Lust dazu hat. Daheim ist man noch lange genug und so viel Ruhe wie im Krankenhaus hat man nie wieder. Außerdem hat man dann eventuell zuhause weniger Ärger. Wäre ich beispielsweise sonntags heim gegangen, wären wir montags zur Bilirubinwertnachkontrolle wieder in der Klinik erwartet worden und ich hätte selbst wieder hin gemusst wegen des sekundären Milcheinschusses. Montags bei der Entlassung war dann das Gelbsuchtthema erledigt und ich hatte meine Abstillmedikamente in der Tasche. Außerderm waren die Großen in der Kita und ich konnte in Ruhe zuhause ankommen. Das fand ich auch super.

Erweitertes Wochenbett

Dem Vitaminhaushalt und den Eisenspeichern mit Ergänzungsmitteln auf die Sprünge helfen.

Sich Hilfe im Haushalt organisieren. (Putzfrau, Verwandte, bei medizinischen Notsituationen: Haushaltshilfe über die Krankenkasse)

Alles, was möglich ist, per Kurier nach Hause liefern lassen. (Amazon, DM, Bioabokiste, Mittagessen im Glas usw.). Vereinbaren, dass man, wenn möglich, nur die Tür aufdrückt und die Boten alles ablegen. Außerdem – wenn nicht schon geschehen – einen Vorrat anlegen an Dingen, die man immer braucht (Ob es Spüli, Shampoo oder Tempos sind)

Mehrmals täglich mit dem Kind an die frische Luft gehen, um wieder auf die Beine zu kommen. Ohne Verpflichtung dabei. Wenn man mag und ein Ziel braucht: einen Minieinkauf erledigen, aber wirklich mini. Mit der Zeit das Tempo und die Streckenlänge steigern.

Langsam wieder in den Alltag einsteigen, Stück für Stück wieder den Haushalt erledigen. Die Mär, dass die Mama schlafen soll, wenn das Kind schläft, ist natürlich Unsinn mit mehreren Kindern. Der Haushalt ist ja einfach da. Die Familiendinge auch. Die Waldtage und Kindergeburtstage finden statt, Geld für Puppentheater und Läufe will gezahlt werden, Sport- und Musikkurse laufen weiter. Die Kinder wollen morgens ein Brot mit in die Kita nehmen, brauchen Wechselkleidung und Windeln. Daher ist es schon gut, wenn man noch externe Hilfe hat (siehe oben) und auch, wenn man den Haushalt allgemein straff organisiert, Ordnung hält, sich selbst nicht zu viel Arbeit macht (Beispiel Socken bügeln). Extern heißt für mich, dass der Papa damit nicht belastet wird. Der hat mit Arbeiten gehen und Kinder abholen und zu den Freizeitsachen bringen schon genug zu tun.

Sonst noch auf der Agenda:

Gesund essen

Rückbildungsübungen regelmäßig machen

Die Taufe vorbereiten: (Taufeinladungen drucken lassen, Taufdeko überlegen, Taufanmeldung machen)

Danksagungen drucken lassen

Sich um einen Rückbildungskurs kümmern

Anmeldungen fürs Babyschwimmen, Pekip, die Krabbelgruppe machen.

Je nach Wohnort: Kitaanmeldung!!!

Wer noch Ergänzungen hat: gerne her damit

Attachment parenting: 5 kleine Lamas und das Familienbett

In meiner Internetblase ist überdurchschnittlich oft die Rede vom Familienbett, da es scheinbar ein unentbehrlicher Teil des Konzeptes attachment parenting ist, über das ich mich gern informiere.
Familienbett kann sein: eine Art Matratzenlager auf dem Boden, auf dem die gesamte Familie nächtigt, wobei den meisten Platz in der meisten Fällen der quer liegende und im Schlaf wild um sich tretende Nachwuchs einnimmt, der meistens zudem in der Mitte liegt. Das zu lesen finde ich immer witzig. Alle Kinder scheinen ein bisschen Riesenschlange und ein bisschen Krake im Blut zu haben.
Es kann aber auch eine Konstruktion aus 1, 40 m Elternbett mit Kinderbett sein, bei der das Kinderbettchen ans große Bett geschraubt wurde, sodass das Kind die Möglichkeit hat, jederzeit gefahrlos zu den Eltern zu krabbeln. Praktisch ist diese gerade beim nächtlichen Stillen, weil dann alle Beteiligten direkt nah beieinander liegen.
Aber auch über das Stillalter hinaus pflegen viele begeisterte Familien das Familienbett weiter, manche auch mit mehreren Kindern.

Und wir?
Für meine Neugeborenen habe ich Pendelwiege mit einer hochwertigen Matratze gekauft. Mittlerweile haben wir davon zwei, klar. Babybay kannte ich, das Konzept gefiel uns auch gut. Aber: Das Bett. das ich bei Bekannten gesehen hatte, ist echt teuer und sehr klein. Wir Eltern sind jedoch groß und erwartungsgemäß auch unsere Kinder. Das Bettchen hätte bei unseren drei Kindern kaum länger als drei Monate ausgereicht. Außerdem mag ich es nicht, wenn mein Bett am Rand so zugestellt ist. Wenn ich nachts aufstehen muss, macht mir eine Aufstehsperre am Bett nur Probleme, ein bisschen Panik im verschlafenen Zustand macht sie mir auch. Das kam also nicht infrage. Ein Stubenwagen auch nicht, weil das ganze Klimbim daran, also das Nestchen und der diese Gardine oben, das Kissen, die Decke usw.  ja gefährlich fürs Kind sein kann. Weniger ist ja mehr, wenn es ums Kinderbett geht.
Die Pendelwiege von Minilama haben wir damals auch als Tagesbettchen benutzt, weil wir in einer Wohnung ohne Treppen lebten.
Als Minilama nachts keine Milch mehr bekam (wir schlichen ab dem 8. Monat aus, da es zu dem Zeitpunkt drei Breimahlzeiten aß) wurde es Zeit, dass es in sein eigenes Zimmer umzog. Da es viel Ärger mit Zahnungproblemen hatte, bauten wir erst sein Jugendbett in unserem Zimmer auf, aber es mochte das nicht, Von jedem Drehen wurde es wach, es signalisierte deutlich, dass es Ruhe wollte. Seit es 10 Monate alt ist schläft es im eigenen Zimmer,
In unserem Bett war es als Baby immer für einzelne Schlafphasen (zwischen 2 Flaschen), wenn es keinen  Schlaf fand und känguruhen wollte. Dabei waren wir Eltern meist wach, legten es zurück ins Bettchen sobald es in der REM-Phase war.
Einige Wochen lang blieb das Jugendbett bei uns im Zimmer, dann bauten wir es wieder ab und stellten es ins Kinderzimmer. Seitdem schläft Minilama in seinem Zimmer. Wenn es nachts ruft, gehen wir hin oder es kommt zu uns. Wenn wir Eltern nachts wach sind, gehen wir rüber und gucken, dass alles ok ist. Als ich schwanger war z.B. war ich ja ohnehin viel wach, das ging also gut.
Minilama, das als Baby so schlecht geschlafen hatte, dass ich einmal deshalb beim Kinderarzt war, schläft seit sein Gebiss vollständig ist (haltet euch fest: das war mit 13 Monaten der Fall) sehr gut und tief.
Mit Minilama also kein Familienbett, da unser Kind es explizit nicht wünschte und auch wir gespürt haben, dass wir alle  von dieser nächtlichen Enge eher gestört sind  als beruhigt.
Mit den Minilamas läuft es ähnlich. Wir haben eine zweite Pendelwiege angeschafft. Jetzt hat jeder von uns jede Nacht ein  Baby bei sich. Bei Minilama haben wir immer die babyfreien (und damit weitgehend störungsfreien) Nächte genossen und Kraft getankt für die erneute Nachtwache. Das fällt mit Zwillingen leider aus, da ist man jede Nacht gefragt und das wenn man Pech hat, bis zu 12 Mal in der Zeit von 21 bis 4 Uhr.
Zu Beginn schliefen die Babies wie auch Minilama viel in diesen Wiegen. Nachts bekamen sie nach Bedarf ihre Fläschchen und wurden 2 mal gewickelt. Das erledigte immer einer pro Baby. Seit das erste Zähnchen durchgebrochen ist und seit die Kinder ihre drei Breie am Tag zu sich nehmen, haben wir stetig die nächtliche Trinkmenge reduziert. Das hat einen einfachen Grund: Die Kinder bekommen über Tag genug. Und ich habe keine Lust, nachts nach jedem Fläschchen die Zähne zu putzen. Und auf Nuckelkaries haben wir schon doppelt keine Lust. Daher trinken die beiden seit die 7,5 Monate alt sind nachts gar nichts mehr und werden auch weniger oft wach, da die nassen Windeln nicht mehr quälen.
Die Kinder sind mittlerweile so fix, dass sie sich am Bettchen hochziehen, sodass bald eine Änderung her muss. Die Wiegen sind nicht tief genug für diese Spielereien. Ich denke, sie ziehen in naher Zukunft dann auch in ihr Zimmer um. Eigentlich mag ich sie noch bei uns haben, damit man schnell reagieren kann, wenn sie wach werden, andererseits ist unser Zimmer für die zwei Kinderbettchen doch zu schmal, wenn man noch mal den Schrank öffnen will. Mal sehen wie es wird.
Das Etablieren des Familienbettes, also eines Matratzenlagers in unserem Fall, fällt auch hier wieder aus, wenngleich die Babylamas ganz gern bei uns nächtigen und auch relativ ruhig dabei schlafen. Warum? Minilama verlangt Gleichberechtigung und will dann zu Recht auch bei uns sein bzw. die Nacht durch spielen, Buch lesen und was erzählen.  Warum soll es alleine in seinem Zimmer sein müssen, wenn die Geschwister bei uns im Bett schmusen dürfen? Das kann ich ihm nicht einsehbar erklären.
Nach wie vor ist mein Erstgeborenes aber kein Familienbettmensch. Es braucht viel Ruhe und Platz zum Drehen.
Daher fange ich sowas nicht mit drei Kindern an. Alphalama muss arbeiten und ich demnächst ja auch wieder und obwohl wie so gut wie auf alles verzichten was uns Freude macht oder ein bisschen Luxus wäre im ersten Lebensjahr der Zwillinge – hier ist die Grenze: Ein paar Minuten Ruhe brauchen auch wir Supereltern, damit es dann spätestens um 5 Uhr wieder mit Programm und Essen, Zuneigung und Spiel weitergehen kann.
Und ich kann nach wie vor nicht entspannt schlafen, wenn die Zwerge bei mir liegen. Ich halte es ja für ein Gerücht, dass man sich im Schlaf nicht auf sein Kind rollt, so rein instinktiv, wie das manche Familienbettfreunde sagen.
Drei Kinder, alle unter drei schlafen bei uns alle drei in ihren Bettchen, wenn nicht grade Krankheit, Fieber, die bösen Zähne oder ein Alptraum den Schlaf nachhaltig stören und die Nähe der Eltern nötig machen.
Familienbett, Matratzenlager, xxl-Bett bei den fünf kleinen Lamas? Nach wie vor Fehlanzeige.

Seifenblasen selbst machen

Seifenblasen sind hier sehr beliebt und werden mit großer Freude gejagt und gepustet. Bisher hatte ich noch kein gutes Rezept gefunden, um die Flüssigkeit, selbst herzustellen – bisher. Diese Mischung ist richtig klasse dafür und überzeugt im Praxistest:

Seifenblasen selbst machen

  • Eine Flasche Spülmittel
  • 1 Bier
  • 4 Esslöffel Puderzucker, in  100 ml Wasser aufgelöst

Alles vermengen und los geht es.

Unserer Hände Arbeit

Die letzte Woche ging es ziemlich arbeitsam zu bei uns. Das lag zum einen natürlich an der großen Brauaktion letzten Samstag, bei der eine gute Weizen- und Bockbierausbeute erzielt wurde. Erstmals haben die Herren in der Einliegerwohnung gebraut, quasi als Testlauf , um zu schauen, ob der Raum sich grundsätzlich eignet.
Wir waren alle zufrieden – Minilama vor allem, weil es so während des Brauens im Sandkasten spielen oder mit dem Rädchen fahren konnte. Auch das Lüften und Wasserholen ging beides super – ich denke, daher, die Einliegerwohnung bekommt in naher Zukunft eine Brauküche.
Dieses Wochenende wurde abgefüllt und verkorkt, auch das war eine gelungene Aktion.
Beim nächsten Mal werden wir eine Fotodokumenation andenken, zumal das Zubehör mittlerweile immer professioneller wird und sich hoffentlich bald der Durchbruch zum reproduzierbaren Bier schaffen lässt.

Neben Sonnenschein, Schwimmbadruhe, Gartenpflege und Nähfreuden genießen wir am Sommer besonders, dass der Hefeteig so super aufgeht.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf den morgigen Post, bei dem ich etwas mehr über meine aktuellen Upcyclingprojekte schreibe. Außerdem habe ich noch das eine oder andere zum Thema Minimalismus vorbereitet.

DSC_0630

Nun aber zu den Backfreuden:
DSC_0634
DSC_0635

DSC_0636
Minilama hilft beim Kochen und Backen immer tatkräftig mit und genießt es aber auch, eine eigene Ecke zu haben, in der es selbstständig mit Teig arbeiten darf. Wir haben immer mit einem Learning Tower * geliebäugelt, aber es geht mittlerweile auch super mit einem Kinderstuhl.
Jetzt hoffen wir auf weitere schöne sommerliche Wochen hier in der Ferienregion.

Und ab damit zu Daily Pia.

Was kommt heute in die Brotdose? Bentobox, Frischkornmüsli und andere Überlegungen

Minilama ist schon seit einiger Zeit im Kindergarten, daher stellt sich mir fast jeden Tag aufs Neue die Frage, welche nahrhaften, leckeren, appetitlichen, gesunden und preiswerten Leckereien ich dieses Mal in die Brotdose füllen soll.
Außerdem ist es nicht ganz so einfach, abzuschätzen, wie viel ein Kleinkind, das den ganzen Tag ausgelassen spielt und tobt, braucht, um ausreichend gesättigt zu sein, denn zuhause führe ich ja kein Buch über die Snacks und Kleinigkeiten, die das kleine Lama neben den Hauptmahlzeiten zu sich nimmt.
Vor allem ist es herausfordernd, abzuschätzen, wie viel Hunger Minilama nach dem Mittagessen noch hat. Liebt es das Mittagessen? Mag es es? Lehnt es es komplett ab? Manchmal reicht dann ein Stück Apfel – und manchmal ist nach dem Schlafen ein riesiges Loch im kleinen Bäuchlein. Da die Reaktion auf das Mittagessen absolut  nicht vorhersehbar ist und ich meistens bei dem ganzen Trubel morgens vergesse, auf den Speiseplan zu schauen, stehe ich zuhause öfters als einmal vor einem Rätsel.
Zudem berichten die Erzieherinnen von einem löwenmäßig hungrigen Minilama, das sich gern die Leckereien der anderen anguckt und wenn keiner guckt, auch mal gern was Feines mopst.
Dazu muss ich noch erwähnen, dass unser Kindergarten die Tradition des bunten Obst- und Gemüsetellers hat: jeden Montag geben wir Eltern Obst oder Gemüse mit, das roh verzehrbar ist und die Erzieherinnen richten daraus zum Frühstück und in kleinerer Form nachmittags nach dem Schläfchen einen großen Teller, an dem sich alle bedienen können.
Das nimmt uns Eltern das Schnippeln und Zerkleinern von kleinen Obst- und Gemüsemengen morgens ab, wobei mancher Rest vom Frühstück, der abends braun und unansehnlich wäre, trotzdem mit in die Box wandert.
Heute möchte ich einige Ideen vorstellen, wie man die Brotdose(n) lecker und sättigend füllen kann, ohne eine extra Einkaufstour machen zu müssen oder eine halbe Stunde früher aufstehen zu müssen. Wir nehmen übrigens alle drei Brotdosen mit zur Arbeit/Kindergarten – und die Großen haben auch ihr Mittagessen in einer Dose dabei, welches dann mittags in der Büroküche erwärmt wird. Meistens ist das das Essen vom Vortrag – in entsprechender Menge zubereitet oder eine eingefrorene Leckerei von vorletzter Woche. Wir haben keine keine Möglichkeit an unseren Arbeitsstellen zeitnah an ordentliches und bezahlbares Essen heranzukommen, daher hat sich das schon seit mehreren Jahren eingestellt.
Zunächst braucht es dazu ausreichendes und passendes  Equipment  – früher hatten wir Plastikdosen und Hülle und Fülle. Die sind aber schon seit unserem Umzug in den Wohnturm nicht mehr Teil unseres Lebens. Natürlich haben wir sie nicht entsorgt, sondern verkauft und gespendet. Vielen macht das Plastik ja nichts aus.
Vom Erlös haben wir für jeden Pausengeschirr aus Edelstahl gekauft – und zwar: für jeden einen großen runden Behälter  einen kleinen runden* Behälter und für jeden eine Brotdose. Daneben gibt es noch eine extra große Brotdose *- für den Fall, dass Kuchen oder Pizza transportiert werden sollen. Die Brotdosen gibt es auch mit Unterteilungen*, je nachdem, was man braucht. Wir haben uns dagegen entschieden, weil wir meistens Brotscheiben transportieren, die einfach zu groß für eine der Kammern sind.

DSC_1404

DSC_1405

Außerdem sind bei uns viele Schraubgläser im Gebrauch – um Eingefrorenes zu transportieren oder auch um Kekse oder Joghurt mitzunehmen. Plastikbehälter brauchen wir tatsächlich keine mehr.

DSC_1406

Jetzt kommt natürlich die alles entscheidende Frage: Was kommt rein in die tollen Dosen, damit das Kind satt wird?
Die Grundzutaten bei Minilamas Kindergartenessen sind seit einigen Monaten konstant 2.5 Scheiben Brot, zwei davon mit Frischkäse und Käse belegt (wahlweise auch dünn mit Obstmus bestrichen) und die halbe wird mit Butter und Streichwurst bestrichen oder auch mit Käse belegt, je nachdem, was der Kühlschrank hergibt bzw., je nachdem, wer die Brote macht. (Da ich ja seit Minilamas Geburt kein Fleisch mehr esse, hantiere ich morgens auch nicht auf nüchternen Magen mit Streichwurst herum.) Alles zusammengeklappt und gut gestapelt ist die Brotdose schon halb voll. Dazu gibt es leckere Hefeteilchen. Ich schreibe das bewusst so allgemein, weil das eine super Vorratsidee ist.
Da wir unser Brot ja selbst machen, ist alle 2 Wochen der Ofen ohnehin an. Ich nutze diese Backtage, um noch eine Pizza dazu zu schieben (zum Mittagessen), um noch rasch Muffins, Kekse, Knäckebrot oder einen Hefezopf zu backen. Dank unserer neuen riesigen Gefriertruhe kann ich gut bevorraten.

DSC_1411

DSC_1412
Und aus dieser breiten Auswahl entnehme ich abends zwei Teile, die zu den Broten in die Dose kommen.
Im Moment sind das meistens kleine Rosinenschnecken aus Hefeteig. Die sind schnell geflochten und sehen auch nach dem Auftauen noch aus wie neu. Da ich ja selbst die Kontrolle über den Zuckerlöffel habe, sind sie auch eher neutral – wenn möglich soll es ja für das kleine Lama nicht allzu süß sein. Zumal es ja ein Mal in der Woche Eis zum Nachtisch in der Einrichtung gibt… Montags gibt es auch oft einen Rest vom Sonntagskuchen, Streusel oder Kirschkuchen.
Manchmal schneide ich noch ein halbes Wiener Würstchen dazu (ganz kleine Stücke, damit das kleine Lama sich nicht verschluckt, das passiert bei Würstchen ja mal gern) oder lege ein Stückchen Schokolade (in verschiedenster Form) dabei. Finde ich grundsätzlich doof, aber da ist der Druck der Gruppe in meinem Nacken. Da ich nicht will, dass Minilama noch mal ein Kind beißt, weil es dessen Schokobrötchen haben will, behelfe ich mir so weiter.
Minilama nimmt im Moment zusätzlich zwei kleine Edelstahldosen mit. In eine kommt im Moment Naturjoghurt mit 2 Löffeln Obstmus (da versuche ich Abwechslung rein zu bringen: Erdbeere, Himbeere, Brombeere, Johannnisbeere, Pflaume und Mirabelle – eben was der Garten letztes Jahr hergab), in die andere kommen verschiedene Sachen: wenn wir Pudding hatten, kommt der Rest dazu, manchmal eine halbe Banane, ein paar Haferflockenkekse (je nachdem, welcher Effekt bei der Verdauung erzielt werden soll), ein rasches Rosinen-Haferflocken-Kokos-Müsli mit Milch mische ich manchmal auch dazu, je nachdem, was das kleine Lama an Gelüsten äußert.
Aktuell haben wir einen Apfelüberfluss. Meine Eltern haben uns zu Weihnachten 50 Kilo Äpfel aus dem Schwarzwald geschenkt, die in ihrem und unserem Keller gelagert werden. Allerdings will unser Keller nicht ganz so mitspielen und viele sind schon schrumplig – also zwar noch lecker, aber nicht mehr ansehnlich genug, um herzhaft reinzubeißen.

DSC_1399

In den letzte Wochen gab es immer wieder mal selbstgekochtes Apfelmark (will heißen: Bioäpfel ohne Zusatzstoffe eingekocht). Aber die Menge ist derart groß, dass ich eine Großaktion starten muss. Meine Mutter hat schon 30 Kilo gekocht und eingefroren. Ich werde direkt in einem Schritt einkochen mithilfe des Einkochautomaten, denn Gläser sind genug da und die Truhe fasst diese Menge sicher nicht mehr. Daher ist auch für die Füllung der zweiten Dose im Moment eine gute Varianz gesichert und Minilama liebt Apfelmark.

DSC_1407

DSC_1408

DSC_1409

DSC_1410

4 Kilo Apfelmark fertig.