Drei Jahre Zwillingsmama Teil 1

Meine beiden Sandwichkinder, die Zwillingslamas werden bald schon drei Jahre alt und ich komme immer wieder ans Nachdenken, wie es so war mit den Zwillingen als Babies. Auch weil viele mich unterwegs ansprechen und nachfragen, ob die Kinder denn nicht viel Arbeit seien – und dann oft erstaunt sind, dass Minilama mit dem Rad noch dazugebraust kommt und eines der Zwillingslamas sich aus einem Versteck heraus wieder zur Gruppe gesellt. Vier Kinder  finde ich selbst ganz schön viel – wenn ich andere Familien sehe. Und ich will mir oft gar nicht vorstellen, wie wir so aussehen und uns anhören für Außenstehende.

Die Kinderwunschphase

Minilamas Geburt war für mich kein schönes Ereignis. Ich habe noch immer dran zu knabbern. Auch die Babyzeit mit Minilama war schwierig, da das Würmchen kaum schlief, unglücklich war, viel weinte, sich von mir kaum beruhigen ließ. Ich konnte mir nicht nur direkt nach der Geburt, sondern auch Monate später kein weiteres Kind vorstellen. Und dennoch machte ich mich parallel dazu innerlich stark, das Ganze ein weiteres Mal durchzustehen. Ich bin selbst Einzelkind geblieben. Die Gründe dafür sind logisch, aber ich habe dennoch als Kind und auch heute noch darunter gelitten, dass ich alleine bin. Eine große Familie wollte ich schon immer.
Der aktive Kinderwunsch kam mit Minilamas erstem Geburtstag. Um uns herum bekamen Paare weitere Kinder, oder ihr erstes und in der Rückschau fiel mir vieles Schöne auf, das auch mit Minilama gewesen war.
Auf die Babylamas haben wir sechs Monate warten müssen. Ein Witz für Paare, die wirklich lange warten müssen. Aber auch diese relativ kurze Zeit wurde mir zur Qual. Gleich im ersten Übungszyklus dachte ich, dass es geklappt hätte. Anstelle dessen erst einmal nichts, dann eine blutige Blasenentzündung, die mich richtig aus der Bahn warf, nach Abklingen der schmerzhaften Entzündung, erstaunlich stark auch psychisch mitnahm. Wir verschoben einen Urlaub. Ich ging von Arzt zu Arzt, alles Schlimme wurde glücklicherweise ausgeschlossen, Schmerzen blieben, bis heute.
Eine Bekannte, die im Endeffekt 22 Monate Zeitabstand zwischen ihren Kindern hatte verhielt sich mir gegenüber sehr taktlos als sie, die im ersten Übungszyklus erneut schwanger geworden war und für mein Empfinden überoffen mit allen Details war, kurz darauf nachfragte, ob sie unsere Pendelwiege kaufen könnte. So als ob wir die nicht mehr brauchen würden. Das hat mich unheimlich getroffen.
Ich hatte meine Dienststelle nach der Elternzeit gewechselt und was mit der neuen Stelle und der Promotion nebenher sehr beschäftigt. Im Winter merkte ich bewusst, wie sehr ich unter Strom stand. Nicht nur wegen des Kinderwunsches, auch allgemein. Familie, Haus, neue Stelle, die Promotionsrecherchen nebenher, regelmäßige Aufgaben im Haushalt, ein bisschen Sport – ich lief und lief und lief.
Im Advent nahm ich mir die Montage frei. Brachte Minilama in die Kita und entspannte mich zuhause. Machte nichts, wenig oder Liegengebliebenes. Bereitete uns einen schönen Advent mit Kinderpunsch und Keksen. Nutzte die Zeit für Vorbereitungen und war auch viel auf der Couch. Eigentlich wollten wir einen Monat Pause machen vom Kinderwunsch, der ja auch anstrengend ist.
Und am Ende des Jahres war der Teststreifen dann richtig krass positiv. Die Werte waren extrem hoch.

Schwangerschaft

Erst war nur die Rede von einem Baby, aber ich sah das zweite und fragte auch nach, ob es keine Zwillinge wären. Der Frauenarzt verneinte. Er sagte später, dass er den Frauen nicht direkt große Hoffnungen macht, nicht in der 5. SSW schon. In der 10. dann schon, denn beide Herzchen wummerten kräftig. Und ich war gar nicht so überrascht. Ich war auf eine unerklärliche Art bestätigt und glücklich. Für ein paar Sekunden. Dann hatte ich Angst, dass wir vielleicht doch nur ein Baby bekommen würden, weil noch was schief gehen würde.
Ich drückte den Gedanken so gut es ging zur Seite und wir kauften schon sehr früh einen gebrauchten Doppelkinderwagen als äußere Bestätigung dafür, dass wir auf das Wunder vertrauen wollen, das sich ankündigt.
Die Schwangerschaft war sehr anstrengend. Ich war schon in der 12. Woche mit einem Beschäftigungsverbot zu Hause. Erst etwas unwillig, aber ich sah ein, dass es nicht anders ging. Ich hatte fast immer starke Schmerzen, brauchte viel Ruhe.
Medizinisch war die Schwangerschaft unauffällig. Und dennoch war ich fast jede Woche beim Arzt. Mit Bus oder Bahn, da ich mir aufgrund der Schmerzen das Fahren nicht zutraute.
Minilama war in der Zeit öfters mal krank, die Fahrten zum Arzt waren eine Qual für mich. Als wir einmal in die Klinik musste wegen einer Augenentzündung mittwochs abends, verging ich auf der Rückbank fast vor Bauchschmerzen.
Als in der Kita ein Fall von Ringelröteln bekannt wurde, blieb Minilama 10 Tage zu Hause. Das war zu viel für mich. Im Anschluss daran bekam ich wegen Trichterbildung am Gebärmutterhals die Lungenreifespritze bei 31+5 und lag außer für den Toilettengang 7 Wochen lang zuhause auf der Couch. In dieser Zeit hatte ich schlimme Angstattacken und fürchtete eine Frühgeburt. Daher brauchte Alphalama seinen Urlaub schon vor der Entbindung nahezu auf.

Geburt

Der Geburtsbericht ist hier zu finden. Ich denke nach wie vor positiv an die Geburt zurück. Minilama war 28 Monate als die doppelte Entthronung passierte. Bis auf einige Bisse, viele angeleckte Fläschchen und Spielsachen (was mich wahnsinnig machte und noch macht) und einen Unfall, bei dem Zwilling 1 unter einer umgefallenen Kommode lag (was aber ein Unfall war und keine Absicht von Minilama), gab es keine Probleme mit der neuen Familienkonstellation.

 

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