Alltag in der Großfamilie – Freitagsedition

Irgendwann gegen 2 Uhr nachts werde ich wach. Babylama hat Durst. ich stehe auf und mache das Fläschchen zurecht. Alphalama ist auch wach. Er übernimmt die Fütterung, ich lüfte nochmal durch, damit Babylama frische Luft bekommt und gehe kurz aufs Örtchen.

Gegen drei höre ich im Halbschlaf kleine schnelle Schritte. Zwilling 2 kommt zu uns gekrabbelt. Ich mummele ihn ein meine Decke ein, wir dösen ein.

Gegen vier hat Babylama wieder Hunger, ich füttere im Halbschlaf.

Um kurz vor 6 werde ich von Alphalamas Aufstehgeräuschen wach. Er hat verschlafen und damit wir alle. Zwilling 2 wälzt sich fröhlich in unserem Bett. Wir tragen die gebrauchten Fläschchen, das Lagerungskissen und unsere Kleidung für den Tag eine Etage tiefer. Alphalama weckt die verbliebenen zwei Kinder und legt Babylama in sein Zimmer. Es döst noch ein bisschen. Alphalama beginnt Zwilling 2 anzuziehen. Ich dusche rasch, mit schlechtem Gewissen, weil wir so spät dran sind. Aber da wir einen Kinderarzttermin haben, kann das Waschen nicht ausfallen. Zwilling 1 will sich lieber vom Papa anziehen lassen, Minilama zieht sich zügig an. Ich gehe schon runter, um Fläschchen zu spülen, Wasser zu kochen und das Frühstück zu machen. Zwischendurch hole ich Zwilling 2 oben ab, die anderen trudeln nach und nach ein, essen und trinken. Babylama mag nichts trinken, wird aber gewickelt und tagfrisch angezogen. Ich bereite die Tasche  für den Kinderarzt vor, putze mir und einigen Kindern die Zähne und helfe beim Anziehen. 2 Kinder brauchen Warnwesten. Die Zwillinge brauchen neue Windeln. Um 7 Uhr klingelt die Abiturientin, die mir manchmal beim Gang in die Kita hilft. Zwilling 1 darf morgens laufen. Außer ein, zwei Ermahnungen (keine Steine werfen, nicht in den Brunnen greifen) klappt alles reibungslos. Minilama stellt den Roller ab, gibt mir Helm und Warnweste und zieht sich die Jacke in der Kita aus. Zwilling 1 wird ausgezogen/zieht sich aus und läuft fröhlich in die Gruppe zu Minilama. Ich packe Wechselkleidung in die Schubladen, lege die neue Windelpackung an ihren Platz, erkläre den Erzieherinnen kurz den Tagesablauf.

Zwilling 2 und Babylama nehmen wir wieder mit zurück. Zwilling 2 hilft beim kurzen morgendlichen Aufräumen und beim Vorbereiten der Fläschchen für den Kinderarzt. Wir gehen um 8.25 Uhr in die Praxis. Nach 65 Minuten Wartezeit, die wir meist lesend (Zwilling 2 und ich) und essend und meckernd (Babylama und ich) verbracht haben und gegen Ende mit ein paar Ermahnungen (nicht auf die Liege spucken, nicht zu der stillenden Mama im Nebenzimmer laufen, nicht mit dem Ball gegen die Schränke werfen), finden die Untersuchungen statt. Vorher ist mir leider ein bisschen Wasser aus der Thermoskanne ausgelaufen. Der Loop ist nass, ein paar Babysachen fallen uns auf den Boden. ich trinke aus der Thermoskanne einen Schluck und nehme noch was aus dem Hahn. Zwilling 2 lässt sich tapferst Blut entnehmen, Babylama hat gegen Ende keine Lust mehr. Die Ärztin fragt „haben Sie noch eine Flasche dabei?“. Ich verneine und schäme mich ein bisschen, dass ich das Restwasser genommen habe.
Zuhause gegen 10.20 bekommt Babylama eine frische Windel und Zwilling 2 darf die hart erarbeiteten Gummibärchen essen und was trinken. Ich bringe die nassen Sachen und die Sachen, die in der Praxis auf den Boden gefallen sind (und noch das Spucktuch und zahllose andere Sachen) in die Wäsche, rufe in der Kita an und sage, dass wir gegen 11 Uhr da sein werden. Die Gruppe will spazieren gehen, die Erzieherin sagt in der Nachbargruppe Bescheid. Zwilling 2 will gehen und will kein Buggyboard. Wir gehen also mit dem Einlingswagen zu Fuß in die Kita. Zwilling 2 Meist an der Hand, es klappt gut. die 10.000 Schritte Marke fällt.

Zwilling 2 bleibt fast problemlos bei der Erzieherin der Nachbargruppe, die hoch interessiert am Kinderpflaster ist. Noch in der Kita beginnt Babylama zu weinen. Ich füttere die aufgelöste Vitamin D Tablette, die ich eingepackt hatte. Es reicht nicht, ich trage das Baby knapp die halbe Strecke auf dem Arm, den Berg hoch schiebe ich. Babylama döst ein, wir gehen schnell zur Post. Ich habe Schuhe verkauft, die auf den Weg gebracht werden müssen und soll eine Warensendung mit Oberteilen für die Zwillinge abholen. Das Stehen gefällt Babylama nicht, es weint wieder auf. Die beiden anderen Kunden lassen mich vor, ich sage „dich nehme ich öfters mit“ und wetze mit dem Kleinsten nach Hause.
Dort gibt es eine frische Windel und ich mache schnell ein Fläschchen. Parallel dazu trinke ich einen schnellen Schluck aus der Teekanne. Als das Fläschchen geleert ist, klingelt es. Meine Mama und meine Oma kommen. Wir laden einige Leckereien aus und machen uns Pizza. Es gibt auch noch Kartoffelsuppe. Wir bügeln, nähen ein Loch zu, trösten das Baby, verpacken noch Minilamas Geburtstagsgeschenk und die Geschwistergeschenke und plaudern.

Gegen halb 2 breche ich auf und hole Minilama mit dem Auto ab. Ich warte, bis es das Schiff fertig gefaltet hat, an dem es gerade werkelt. Wir fahren noch kurz Ersatzbürsten für seine Zahnbürste kaufen, die ich wochenlang nicht gefunden habe, Minilama aber auf den ersten Blick erspäht. Die Disneywerbung, die auf den Bürstchen abgebildet ist, spricht eben Kinder mehr an als mich Es gibt auch noch ein paar Kekse, da die Notfallkekse letzte Woche in Luxemburg geleert wurden. Wir warten noch kurz auf dem Parkplatz vor der Schule, in der der Schwimmkurs stattfindet, machen uns dann gemütlich fertig und schwimmen eine 3/4 Stunde. Ich bin nach fast 10 Wochen endlich wieder im Wasser. Minilama packt das Seepferchen locker und ich habe ein bisschen Pipi in den Augen als es da so ohne jede Angst einfach ins Wasser springt. Wir sind schon länger dabei, es war ein hartes Stück Arbeit. Den Kurs machen wir aber trotzdem bis zum Schluss weiter, daher gibt es auch heute keine Urkunde.
Nach dem Duschen und Fönen und Anziehen treffen wir vor der Schule meine Mama, meine Oma und Babylama. Sie gehen mit Minilama noch eine Karte kaufen und bummeln ein wenig. Ich fahre das Auto an die Garage und bringe die Schwimmtasche heim. Als alles aufgehängt ist, nehme ich mir den Einlingsbuggy und gehe die Zwillinge abholen. 15.000 Schritte. Zwilling 1 winkt mir mit einem Schuh zu, die Kinder sind draußen und sandig-fröhlich. Die Erzieherin kann nur Gutes berichten. Zwilling 1 krabbelt lieb in den Buggy, Zwilling 2 kommt auf mein Rufen auch wieder zurück. Wir sammeln die Rucksäcke ein und kontrollieren, ob die Sonnenhüte da sind. Einer fehlt. Die beiden wollen ihre Loops anziehen und dann gehen wir gemütlich nach Hause.
Zwilling 2 wünscht sich Donuts. Meine Mama hilft beim Ankommen und Händewaschen, die Zwillinge bekommen was zu essen und zu trinken, ich mache den Donutteig, räume die Rucksäcke aus und bereite das Abendessen vor. Die Kinder sind außer sich wegen der coolen Geschenke, meine Oma ist außer sich, weil eines der geschenkten Pferde wiehert und läuft. Dieses riesen Paket für 20 Euro hält Überraschungen für Groß und Klein bereit. Alphalama kommt heim, die Kinder freuen sich. Wir räumen den Tisch ab und decken ihn ein. Es gibt Donuts und Omas Pudding, Suppe, Rohkost, überbackene Brote und Fleischwurst. Die Kinder essen zufrieden, Minilama wird gegen halb 7 müde und geht schon vor zum Umziehen. Wir räumen den Tisch ab, die Spülmaschine ist voll. Die Zwillinge werden bettfertig gemacht. Alle bekommen eine Gute-Nacht-Geschichte. Alphalama macht noch was auf dem Speicher. Ich packe die Schwimmtasche und mache ein paar wichtige Schreibtischdinge, unterbrochen von Mama-Rufen. Alphalama sitzt mit Babylama bei den Zwillingslamas und begleitet sie beim Einschlafen. Gegen 8 geht unter nicht klar herleitbaren Umständen eine Glaskugel zu Bruch, alle sind wieder hellwach. Wir saugen Scherben auf, schauen nach, dass niemand Schnittverletzungen hat, trösten Minilama. 10 Minuten später wechsele ich die CD bei Minilama, gegen halb 9 kommt Alphalama runter mit dem weinenden Babylama. Ich beende diesen Artikel, um ein paar Rückbildungsübungen zu machen und parallel eine Folge The Goldbergs zu schauen. Ich mag die Sendung. 20.000 Schritte.

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