Jahresrückblick 2017

Ein gutes Jahr geht zuende. Ich wage einen Rückblick, inspiriert von den Fragen, die DailyPia stellt.

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Ich denke, eine solide 8. Viel Gutes ist passiert, viele Glücksmomente mit der Familie und eine heiß ersehnte Schwangerschaft zustande gekommen.

2. Zugenommen oder abgenommen?

In der ersten Jahreshälfte war meine Figur dank HIIT-Training so gut wie noch nie noch nie, ich habe mir Only Jeans in Weite 28 gekauft und auch getragen. Und die sind echt eng. Gewichtsmäßig pendelt es sich seit meiner Jugend bei 55 Kilo (Plus /Minus 2 Kilo) ein.

Schwangerschaftsbedingt habe ich in der zweiten Jahreshälfte zugenommen. Die Zunahme ist verblüffend ähnlich übrigens wie bei den vorherigen Schwangerschaften und grundsätzlich auch im Rahmen.

3. Haare länger oder kürzer?

Durch akuten Lausbefall in der Frühschwangerschaft deutlich kürzer als seit Langem. Ich glaube ums Abi herum waren die Haare schon mal so kurz wie im Sommer. Ich lasse wieder wachsen.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Genauso kurzsichtig wie in Schulzeiten.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Durch tarifbedingte Lohnerhöhungen etwas mehr als zuvor. Seit August (Kitagebühren fallen weg) deutlich mehr zur Verfügung – ist aber alles in den Wohnturm geflossen (und noch mehr).

6. Besseren Job oder schlechteren?

Besser, eindeutig besser seit dem Dienststellenwechsel. Ich muss nur noch über die Straße gehen und die neuen Aufgaben find ich gut.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

In Bezug aufs Haus ist das schwer zu sagen, da wir dauernd größere Renovierungen machen. In jedem Fall gab es im Keller neue Fenster, einen neuen Hausanstrich, etliche neue Abwasserrohre und neue Heizkörper. Sicher entfällt mir noch was.

Ein anderes Auto haben wir angeschafft und neue Betten für die Zwillinge. Und im Urlaub waren wir auch – tendenziell also etwas mehr.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Ja. Bei der Blogverlosung von Frau Frische Brise habe ich Ende des Jahres einen tollen Atlas gewonnen. Ich glaube, das war es in diesem Jahr.

9. Mehr bewegt oder weniger?

Gleich bleibend viel dank weitestgehend autofreiem Leben im Heimatort und abendlichen HIITs.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Ein paar kleinere Erkältungen, eine Magenschleimhautentzündung, die Magendarmgeschichte, die die Familie lahm gelegt hat und die ganzen Schwangerschaftswehwehchen, die man so hat.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

EHEC und Rota im Frühling. Mit Abstand. Seither bin ich ziemlich keimphobisch, wenn jemand Magenprobleme hat.

12. Der hirnrissigste Plan?

„Wir fahren ganz gemütlich ans Meer, machen dort entspannten Familienurlaub, schlafen aus und verbringen den frühen Abend am Strand und die Abende draußen auf der Terrasse.“

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Mit den Kindern auf einem Spielplatz unterwegs gewesen, wo die Rutsche sicher 4,5 Meter hoch war. Die Kinder so „Hui, das ist aber cool“. Mama so „Oh Gott.“
Zum Glück alles gut gegangen.

14. Die teuerste Anschaffung?

Das neue Auto.

15. Das leckerste Essen?

Chinanudeln mit Erdnusssoße und Tofuwürfeln.  – selbst gemacht.Und zum Nachtisch eine leckere Nussecke – vom Nachbarbäcker.

16. Das beeindruckendste Buch?

Ein Mann namens Ove

17. Der ergreifendste Film?

Alles, was wir geben mussten“ Der geht mir immer noch nach.

18. Die beste CD?

Ritter Rost: Jäger des verlorenen Geschirr
Das hab ich unterwegs oft mit den Kindern gehört und ja: das ist irre witzig.

19. Das schönste Konzert?

König Keks – zusammen mit Minilama im Pfarrheim genossen. War ehrlich wundervoll.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Den Kindern

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Den Kindern und Alphalama

22. Zum ersten Mal getan?

  • Eine Kinderkappensitzung besucht und total, total gut gefunden.
  • Einen Leihhund gefunden.
  • Nagelneue Schuhe für Minilama gekauft.
  • Einen Siebensitzer gekauft.
  • Auf die Frage „Warum sind Sie die Beste für die Stelle?“ nicht mit dem üblichen Blabla geantwortet, sondern deutlich gemacht, dass ich nicht länger bei dem Spiel „höher, besser, weiter“ mitmache.
  • Mir einen Muskelfaserriss zugezogen – nicht beim Sport, sondern peinlicherweise beim Hochgehen an eine Böschung.
  • Mutig für mich und meine Familie eingetreten und daher:
  • Schwanger die Stelle gewechselt.
  • Die Wand über zwei Etagen aufstemmen lassen.
  • Hühner genäht
  • Über Wochen Stuhlproben zum Kinderarzt getragen (hätte ich gern drauf verzichtet)
  • Im Urlaub einen Arzt besucht
  • Mich zum betrieblichen Ersthelfer ausbilden lassen
  • Nach dem Blutabnehmen einfach aufgestanden und weggegangen.
  • Mich ernsthaft mit der Frage auseinander gesetzt, welche Rolle „Leistung“ für mich spielt und warum
  • Krasse Fitnessmoves durchgezogen und den übelsten Sixpack meiner Karriere herangezüchtet. Fand ich super.
  • Beim Hautscreening ganz cool das Angebot einer ästhetischen Muttermalentfernung abgelehnt, weil ich mich so gut finde, wie ich bin. Sonst habe ich immer drüber nachgedacht, das Papillom entfernen zu lassen.
  • Minilama beim Turnen und in der Musikschule abgegeben und alleine dort gelassen
  • Minilama zu seinen ersten Kindergeburtstagen begleitet und auch selbst den ersten richtigen Kindergeburtstag ausgerichtet.

23. Nach langer Zeit wieder getan?

  • Regelmäßig das Freibad besucht
  • Walken gegangen
  • Einen Adventskranz gekauft
  • Fensterdeko gebastelt
  • Weihnachtskarten verschickt
  • Mit Alphalama essen gewesen
  • Zu meinem Geburtstag eingeladen und ein nettes Damenkränzchen gegeben
  • Alphalama ins Krankenhaus gebracht und da zurücklassen müssen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

EHEC und Rota und der Klinikbesuch deswegen mit meinem Jüngsten.
Häufige Phasen diffuser Schmerzen und Ängste in der ersten Jahreshälfte

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass ich heimatnah versetzt werden sollte. Hat auch geklappt.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Alphalamas Valentinsgeschenk hat ihm wohl nachhaltig Freude gemacht, wenn ich ihn da recht verstanden habe.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Baby Nummer 4

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich hab dich so lieb, Mami.“ – von allen drei Schätzen in diesem Jahr gehört.

29. Dein Wort des Jahres?

Papageizecke (Minilamas Kreation)

30. Dein Unwort des Jahres?

EHEC

31. Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?

gute Frage. Ich glaube, Blogs sterben ein bisschen aus. Bin mehr bei Instgram unterwegs, aber auch  nicht sehr aktiv.

32. Vorsätze fürs neue Jahr

 

 

Leben mit Zwillingen: Heute und vor 28 Monaten

Unsere Zwillinge sind seit 28 Monaten bei uns. Babylamas kann man die schon länger nicht mehr nennen. Als Minilama 28 Monate alt war, war es schon großes Geschwisterchen und hatte die Babylamas auf dem Schoß, trank ihnen die Milch weg und probierte ihre Sauger aus.
Zwillinge zu haben ist eine wunderbare Sache und ein großes Geschenk.  Ich habe mir schon immer Zwillinge gewünscht. Als der Wunsch dann wahr wurde, war ich mir nicht sicher, ob ich mir das gewünscht hatte, weil ich tief in mir geahnt habe, dass ich mal Zwillingsmama sein würde (also irgendwie vorhersehend) oder ob diese tiefe Wünschen auf irgendeine Weise die Wirklichkeit beeinflusst hatte.
In jedem Fall kam es mir unwirklich vor, dass aus meinen „wir bekommen sicher Zwillinge“ Witzen dann eines Tages Wirklichkeit wurde. Dieser Erstschock über den Kindersegen, den manche Eltern verspüren, habe ich einfach übersprungen und war erst total froh und später dann immer wieder ganz besorgt, ob mein Wunder auch in Erfüllung gehen würde.
Zwillingsmama zu sein ist vielfältig. Oft ist es  total witzig und amüsant,  da die Menschen oft auf so skurrile Weise auf Zwillinge reagieren. Manche Zwillingsmamas erwägen ja deshalb auch, einen Klingelbeutel an den Wagen zu machen, um für jeden dieser witzigen Sprüche auch gleich eine Spende einzusammeln. Je nachdem, was zuhause gerade los ist, ist es auch nervig, da man so sehr in die Öffentlichkeit gerät und viele Menschen sich einbilden, besser zu wissen, was die Kinder gerade brauchen und sich ungefragt einmischen oder – was mich auch sehr geärgert hat – meinen, man sei zu schwach und zu zerbrechlich und ungeeignet für das eigene Leben, dass man nun karitative Unterstützung benötigt. Eine andere Erscheinung davon ist es leider, dass man echt oft angeglotzt wird, wenn man entweder unterwegs ist oder sich gerade mit was Schwerem abmüht.
Meistens ist es super schön , so süße und tolle Kinder zu haben und beobachten zu dürfen, wie sie aufwachsen und ich würde nicht tauschen wollen. Oft denke ich mir, gerade aktuell in der Trotzphase, dass diese Trotzphase mal zwei schon eine Nummer für sich ist, von der ich gern ab und an mal eine Pause haben möchte und auch den Kindern gern für eine kurze Weile die ganze Wut über die eigenen Grenzen ersparen würde.
Das Leben mit unseren Zwillingen hat sich seit ihrer Geburt ziemlich verändert. Die Zwillinge, die kleinen autonomen Anarchiekinder, ja auch. Es lohnt sich also, mal genau zu schauen, wie die Basics, die Alltagsdinge sich so verändert und entwickelt haben. Alltag mal zwei – das heißt natürlich auch doppelt so viele Fläschchen, doppelt so viel Brei kochen, doppelt so viele Kleider besorgen und waschen, doppelt so viele Stoffwindeln waschen, doppelt so viel einpacken, wenn man mal raus will.
Aber wie hat sich unser Leben eigentlich verändert seit wir die Babies begrüßen durften?
Hier ein kurzer Überblick über alle Dinge, die einen täglich so betreffen:

 

Frisch geschlüpft und die erste Zeit zuhause Mit 28 Monaten
Ernährung Die Zwillinge sind Flaschenkinder. (Wer dazu mehr wissen mag, einfach im Archiv stöbern oder den Links folgen).

Es war einiges an Ausrüstung nötig, um die hungrigen Gesellen zufrieden zu machen. Die Kinder haben rasch im Schnitt 8 Fläschchen Pre-Milch am Tag getrunken. Mindestens 15 Glasfläschchen und passende Sauger, ein guter Vaporisator, ein Thermometer und Thermosflaschen, haben wir gehabt.
Täglich wurde mehrmals gespült und vaporisiert, alles neu vorbereitet, eingefüllt, Wasser gekocht usw. Wichtig ist es, ständig dran zu bleiben, damit nicht auf einmal keine sauberen Fläschchen mehr vorhanden sind, denn wenn die Kinder hungrig sind, ist der Vaporisator, egal wie toll er ist, immer zu langsam. Von wegen „Ruhen, wenn das Kind ruht“. Hier ist eher angesagt, sobald die Kinder ruhen, die Flaschen wieder einsatzbereit zu machen und neues Wasser abzukochen und auf 40 Grad abzukühlen.
Beschaffungsprobleme gibt es öfters mit dem Milchpulver, das kennen Mamas, die nicht stillen können. Hier herrscht zwischendurch regelrechter Mangel im Handel und man darf, wenn was da ist,  nur 3 Pakete pro Haushalt mitnehmen. Unser DM ist aber so kulant, dass wir pro Kind 3 Pakete kaufen dürfen und ich somit nicht ständig die Angst haben musste, dass wir morgen nichts zum Füttern haben.
Täglicher Verbrauch im Schnitt: 1 Paket Milchpulver.

Unterwegs ist natürlich entsprechend eine größere Logistik nötig, um die Kinder zu ernähren. (siehe „Unterwegs“)

Essen die Zwillingslamas alles, was auf den Tisch kommt. Auch in der Kita sind meine beiden die Topesser. Sie haben guten Appetit, honorieren die Kochkünste des Kochs, mögen nahezu alles gern. Sie essen gute Portionen und machen uns was das angeht keine Probleme. Unterwegs ist das natürlich genial.
Schlafen Die Zwillingslamas schlafen als Babies relativ gut. Sie sind in Wiegen in unserem Zimmer untergebracht, wo wir sie auch füttern. Meist hat einer eine gute Nacht, der andere eine eher schlechte Nacht. Gegenseitig wecken sie sich nie, auch tagsüber nicht. Das verwundert Außenstehende immer wieder.
Nach dem Fläschchen schlafen sie  immer schnell wieder ein. Wickeln mussten wir schon mit 6 Monaten nachts nicht mehr, auch weil Alphalama mit Beikoststart die nächtlichen Mahlzeiten konsequent ausschleicht.
Wir Eltern sind die meiste Zeit relativ ausgeschlafen.
Wann das Schlafen schwierig wurde kann ich nicht mehr sagen. Aber es ist ein schwieriges Thema. Wir waren lange so froh, dass die Babies besser schlafen als Schrei-Minilama  und über vieles hinweggesehen. Das hat allerdings mit 14 Monaten zuverlässig geschlafen.
Das tun die Zwillinge nicht mehr. Zwilling 1 schläft meistens gut, braucht 2-3-mal den Sauger nachts, wenn er ihn im Schlaf verliert. Zwilling 2 schläft ähnlich leicht wie Minilama, wacht oft weinend auf, steht dann auf, legt den Schlafsack ab, weckt auch seine Geschwister, kommt zu uns ins Zimmer gelaufen, schläft regelmäßig die zweite Nachthälfte bei uns im Bett.
In guten Nächten muss Alphalama 3-mal raus, in schlechten sind wir Eltern bis zu 10-mal auf den Beinen. Ab 5.00 Uhr ist eigentlich immer Schlafende und der Tag beginnt.
Wir Eltern sind regelmäßig in einem Zombimodus unterwegs, was dazu führt, dass unsere Geduld oft rasch aufgebraucht ist.
Gesundheit Bis auf  eine wiederkehrende chronisch-obstruktive Bronchitis mit Diagnose hyperreaktibles Bronchialsystem, besonders  im ersten Herbst und Winter bei Zwilling 1 alles ok. Zum Glück hatte der Kinderarzt in der Klinik nicht recht behalten als er meinte, dass wir uns noch Öfters (zumindest in dieser Sache) sehen werden.
Irgendwie ist es mir trotz aktivem Achten darauf nicht geglückt, dass der Hinterkopf von Zwilling 1 schön rund bleibt. Ich habe die beiden echt gewendet wie die Hähnchen und geschaut, dass keiner eine spezielle Seite beim Nebeneinanderliegen hat. Das ist so ein Zwillingsproblem. Ich hatte die Schwierigkeiten klar, dennoch hatte das Baby von Anfang an eine Lieblingsseite. Eine Mama aus dem Rückbildungskurs hatte dann ein Kissen in der Tragewanne ihres Wagens, die gab mir dann den Tipp, ein Lagerungskissen anzuschaffen. Wir haben dann beiden Kindern eins gegönnt und es hat sich gut ausgewachsen. 100 % weg ist es leider nicht, aber durch die Haarpracht wird es verdeckt. Da hatte ich lange dran zu knabbern, dass mir sowas „passiert“ ist, aber weder Kinderarzt, noch der Oberarzt in der Klinik noch ein spezieller Orthopäde, von ich das Kind dann hingeschleift habe, war sonderlich von meinen Horrorszenarien überzeugt.
Kitakrankheiten wie Bindehautentzündung, Mund-Hand-Fuß-Krankheit oder Magendarmerkrankungen. Und Fieber wegen dem Zahnen.
Im Grunde aber die normale Abhärtung, die jedes Kitakind durchmacht, leider mit einer Häufung von Magen-Darm-Infekten, die uns dieses Frühjahr einmal in die Klinik brachte und beim Gesundheitsamt meldepflichtig werden ließ. War aber im Rückblick alles halb so wild.
Pflegen und Wickeln Die Zwillinge sind sehr wenig gewaschen worden, um die empfindliche Haut nicht zu reizen. Geduftet haben sie trotzdem immer total toll.

Wickeln war eine wahre Wonne. Besonders nach dem ganzen Ärger mit Minilama, das monatelang das Wickeln sehr abgelehnt hat und viel getobt hat, war das Wickeln immobiler süßer Knöpfe eine echte Freude. Ich habe es sehr genossen, jedes Mal. Wir wickeln die ersten 2 Lebensjahre ausschließlich mit Stoff. (Für mich eine Herzensangelegenheit und eine Kompensation, dass ich den Kindern keine Muttermilch bieten konnte.)

Die Zwillinge werden einmal in der Woche im Hallenbad nach dem Schwimmspaß gewaschen. Machen wir auch mit Minilama so. Hat sich für uns bewährt, da wir Eltern wenig Ärger damit haben und die Kinder es gut finden.
Das Wickeln ist eher problematisch. Seit wir das Stoffwickeln in der Kita (auf Druck der Kita) aufgeben mussten, wollen die beiden auch zuhause die Prozedur mit den Höschen- oder gar Bindewindeln nicht mehr erdulden. Außerdem haben beide eine wirklich gesegnete Verdauung und trinken auch überdurchschnittlich viel. An guten Tagen macht jeder bis zu 5 Windeln mit was Größerem voll, und läuft auch noch 2-mal wegen Pipi aus. Auch mit den Wegwerfprodukten, auch mit Markenwindeln. Zwischendurch ging es mit dem Toilettengang mal recht vielversprechend los, das ist aktuell aber wieder zurückgegangen.
Das Windeln anlegen ist ein mühsames Geschäft, umso ärgerlicher ist es dann natürlich, wenn sie kaum 30 Minuten sauber und trocken halten.
Unterwegs sein Der Aktionsradius mit den Babylamas ist sehr klein. Im Grunde ist es unser Ort und das Nachbardorf, wo Minilamas Kita ist. Die Zeiten außer Haus sind so geplant, dass man nach dem Fläschchen rausgeht und zum nächsten Fläschchen wieder heimgeht. Ich bin kein Fan davon, den halben Hausstand mit zu nehmen und auch grundsätzlich der Meinung, dass zuhause und nicht unterwegs gegessen und getrunken wird., da wir ja alle nicht am Verhungern sind. (sehen die Kinder manchmal anders…)
Dennoch waren wir täglich mehrmals draußen, allein zum Kitagang zwei Mal  (knapp 7 Kilometer Weg). Das Auto habe ich alleine in den ersten 8 Monaten nie genutzt mit den Kindern, weil mir das Ganze mit den Sitzen und dem bewegen von zwei Nichtläufern ab Parkplatz zu anstrengend war. Dafür ist das Zwillingszeugs zu schwer, zu wuchtig, zu wenig wendig.
Das Anziehen und in den Kinderwagen bringen und später wieder hoch holen ist körperlich anstrengend und bedarf organisatorischer Fertigkeiten. Außerdem muss man extrem schnell sein, denn der Arbeitsablauf wird immer wieder durch wütendes oder ängstliches Weinen neu beschleunigt.
Die Zwillinge  zu bewegen ist ein organisatorischer Aufwand, den wir mehr als selten unternommen haben. Ab 10 Monaten ging es besser, auch weil die Gesundheit vom Baby 1 dann stabiler wurde, die Kinder auch irgendwo abgesetzt werden könnten und ziemlich durchgeimpft waren. ich  bin ungern mit ungeimpften Kindern unter vielen Leuten, da die zunehmende und meiner Ansicht nach auch asoziale Impfmüdigkeit mancher Menschen ja die Schwächsten am meisten schädigt.Eine Autoreise braucht sehr viel Vorplanung, da viele Dinge mitgenommen werden müssen, Medizin, Inhaliergerät, Wechselkeidung, Säuglingsnahrung usw. Daher lassen wir das meistens aus.

 

Auch heute ist der Radius eher klein, sicher auch, weil wir alles ja vor Ort bekommen können. Wir gehen bei gutem Wetter nach wie vor täglich zu Fuß zur Kita und wieder zurück.

Auch Dinge des täglichen Bedarfes und die Wege zu den Freizeitaktivitäten legen wir in der Regel zu Fuß zurück.
Die Zwillinge nehmen zunehmend aktiv an diesem Geschehen teil, will heißen, sie laufen selbst. Sie sind laufbegeistert und laufstark. Ich muss sie manchmal bremsen, wenn sie müde sind oder übermütig oder wenn es dunkel wird, da es dann zu gefährlich für die beiden Wusel wird.
Einmal in der Woche sind wir im Hallenbad, ansonsten im Ort. Auch die Hobbies finden vor Ort statt. Da haben wir bei der Haussuche schon drauf geachtet, denn ich will und werde kein Mamataxiunternehmen aufmachen.
Die Omas und Opas kommen uns tendenziell eher besuchen als wir sie, auch, weil die Kinder eher wild drauf sind und nicht jede Wohnungseinrichtung darauf abgestimmt ist.
Urlaube oder Kurzausflüge in die weitere Umgebung sind mit dem Auto und zunehmend auch ohne Doppelbuggy kein Problem mehr. Wir brauchen so gut wie keine spezielle Ausrüstung mehr, vielleicht Wechselkleidung und eine Ersatzwindel, aber sind ansonsten frei beweglich, besonders natürlich, wenn es draußen warm ist.

Kommunikation Die Zwillinge kommunizieren viel miteinander, auch nonverbal und suchen unsere Nähe, lachen, wenden sich uns zu, suchen von Anfang an viel Kontakt zu Minilama Die Zwillinge reden relativ viel, bei Weitem nicht auf Minilamaniveau zu der Zeit, aber sie verstehen und verständigen sich. Durch die Trotzphase ist es oft schwierig rauszufinden, was in dem kleinen Wutzwerg vorgeht und wie man das Leid lösen könnte, da das Sprechen dann zugunsten wüstem Geschrei aufgegeben wird. Aber wir Eltern lernen.
Beschäftigung/ spielen Die Babyzwillinge liegen viel auf ihrer Decke, entdecken Hände und Greiflinge, bleiben an einem Ort und sind dort zufrieden. Ich kann sie auch mal alleine lassen und die Etage wechseln, um eine Waschmaschine anzustellen. Ich bin sehr viel entspannter in der Babyzeit als mit Minilama, einfach, weil ich den Eindruck habe, ich weiß, was zu tun ist. Die Zwillinge sind extrem mobil, motorisch sehr ambitioniert, erklettern nahezu alles, probieren jeden Knopf und jede Schublade. Sie spielen viel mit Fahrzeugen, gucken Bücher, laufen Bällen hinterher, beobachten Tiere, balgen herum, und schneiden mit Vorliebe mit der Schere.
Man kann sie keinen Augenblick aus den Augen lassen.

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Frohe Weihnachten

Wir wünschen allen Bloglesern fröhliche Weihnachten und gesegnete Festtage.
Habt es so schön und gemütlich wie wir.

 


   

 

 

 Vier Kerzen im Advent

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinnmehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort.
„Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und es fing an zu weinen.

Doch da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Hab keine Angst, den ich heiße Hoffnung. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden!“

Voller Freude nahm das Kind von der Kerze „Hoffnung“ und zündete die anderen Kerzen wieder an.

Alltagsschnipsel

  • Endlich ist das größere Auto gekauft, das alte verkauft, der Papierkram und die Rennerei zum Anmelden erledigt. Jetzt lerne ich langsam damit zu fahren, ist schon eine Umstellung. Und ich merke, dass mir das oft zu viel ist – Alphalama hat sich um das Ummelden gekümmert, ich hab aber das Auto gesucht und gefunden, gehandelt, Versicherungskrams gemacht und muss eben jetzt neu fahren lernen. Ist mir alles grade so vor Weihnachten und im schwangeren Zustand zu viel. Ich bin aber was das Fahren angeht auch eine sehr schwerfällige Person.
  • Die Einliegerwohnung ist nach dem Rohrschaden wieder eingeräumt, umgeräumt und aufgeräumt. Ich habe noch einige Ideen, wie alles praktischer gestaltet werden kann im Eingangsbereich und bin daran tätig.
  • Die obere Küche ist wieder im Urzustand.
  • Ich hatte in den letzten beiden Monaten zwei Putzfrauen, beide angemeldet und direkt nach einer Sitzung wieder abgemeldet, weil sie aus Termin – und Gesundheitsgründen nicht mehr kommen konnten. ein bisschen viel doofer Zufall gerade. Und ich wäre so dankbar, wieder eine regelmäßige Hilfe zu haben.
  • Da mein altes Dumbphone keine SMS mehr verschicken kann und auch sonst unzuverlässig ist, muss ich auf ein anderes umsteigen. Alphalama hat mir bei der Anbietersuche geholfen und ich habe meine alte Prepaidkarte gekündigt, da eine neue SIM über 20 Euro gekostet hätte Da dachten wir, ach ja, dann wechseln wir doch einfach den Anbieter. Das war Mitte November. Seit 1.12 ist die ausgelaufen, nur leider ist die Portierung der Rufnummer insgesamt 3 mal gescheitert, ich habe mich bestimmt 8 mal online bei einem Identifikationsservice identifiziert und soll dann nun ab 19.12 wieder telefonieren können. Dieses Hin und Her, dass man mit großen Firmen hat mag ich nicht und es nervt mich schon immer. Dann klappt irgendwas nicht und man ist dauernd damit beschäftigt. Kann ich nicht abhaben.
  • Ich nutze das Handy allgemein total wenig, nur zum telefonieren, und zu sagen, dass ich irgendwo gut angekommen  bin oder was beim Arztbesuch herausgekommen ist. Als ich zum letzten Arztbesuch unterwegs war und den großen Zuckerbelastungstest hatte war der erste Tag ohne Handy. Das war schon schlimm für mich, nicht Bescheid geben zu können, dass alles ok ist. Auch die nette Angewohnheit wenn ich auf die Kinder warte und dann kurz zuhause anrufe, muss ich mir nun verkneifen. Und ich gebe zu, dass ich so ohne die Möglichkeit, den ADAC zu verständigen nicht mehr ins Schwimmbad gefahren bin. Ich muss schon gut an mir arbeiten, um damit gelassen umzugehen, dass ich so abgeschnitten bin im Notfall – wobei  das da ja auch Unsinn ist, denn Notrufe gehen ja immer.
  • Minilama war auf einem super Kindergeburtstag und hatte viel Spaß. Gemerkt habe ich es natürlich daran, dass es in Tränen ausbrach als ich es abgeholt habe. Die Zwillinge saßen währenddessen im Auto.
  • Minilamas Lieblingserzieherin ist in Ruhestand gegangen und hat einen netten Ausstand gegeben. Mir tut es für Minilama richtig leid, dass es schon zum zweiten Mal sagen muss “ Frau x kommt nie mehr.“ Parallel dazu herrscht grade Scherenverbot fürs Kind, weil es ein Unterhemd (noch getragen) zerschneiden wollte. Wobei: das stimmt gar nicht. Minilama wollte was ganz anderes machen bzw. hat nie versucht, das Unterhemd zu zerschneiden. Im Gegenteil: Minilama war total das Opfer eines anderen kindlichen Aggressors.
  • Zwilling 2 zahnt nochmal. Wir Eltern sind natürlich wieder total überrascht davon und dachten erst sei Scharlach, denn an die Zähne haben wir gar nicht gedacht. Das Kind ist seit einigen Wochen immer wieder mal extrem gebeutelt von den Schmerzen. Das zeigt sich auch im Verhalten. Mal haben wir den knuddeligsten kleinen Schatz hier, der nur auf den Arm will und nachts bei uns im Bett schlafen will, und dann ist wieder  ein kleiner Dickkopf im Haus. Mal darf nur Mama, mal nur Papa irgendwas machen,  mal wird ausdauernd nach der Oma geweint – die vor Tagen zu Besuch war und jetzt 100 km entfernt mit ihrem eigenen eben beschäftigt ist. Manchmal hilft telefonieren ein bisschen. Gestern saß das Kind 15 Minuten unten im Buggy und hat sich geweigert, sich von Mama umziehen zu lassen. Papa sollte das machen. Nur war der noch auf dem Heimweg von der Arbeit. Heim will das Kind auch nicht gehen, sondern noch auf die Oma warten.
  • Gestern dachte ich vor dem Buggyvorfall wirklich, ich muss das Kind in der Kita lassen. Nichts ging, gutes Zureden auch nicht und raustragen darf ich den Brocken ja auch nicht, zu schwer. Ich bin total geduldig und zugewandt geblieben, auch wenn ich das Verhalten nicht so ganz nachvollziehen konnte. Erfahrung mit kleinen Trotzkindern zahlt sich echt aus. Das Ganze schlaucht aber auch richtig, ein totaler Krafträuber dieser Trotz.
  • Minilamas heiß ersehntes Playdate ist diese Woche irgendwie ausgefallen, weil die Mama des Freundes das ganze verschwitzt hatte und nicht daheim war. Da hab ich das Kind mit ins Büro genommen und ihm Kekse gegeben und was zu malen. Ich habe mich total gestresst, um das Kind früher abzuholen und zu bringen usw. gebracht hat es ja spieltechnisch auch nichts. Dann ärgere ich mich doppelt. Zum Glück fand Minilama es bei mir im Büro ganz nett und hat nicht sehr viel geweint.  Nur dass Zwilling 2 dann nicht mit aus der Kita heim wollte, war eher doof. Auch, weil 16.57 Uhr war und die Erzieherinnen echt Feierabend verdient hatten.
  • Ich habe mich auf der Arbeit total über eines meiner liebsten Aufregerthemen aufgeregt. Die Kollegen konnten nicht verstehen, warum ich bei einer eigentlich marginalen Sache so intensiv reagiere. War auch von der Sache her nicht nachvollziehbar.

 

  • Heute als Alphalama dann vom Anmelden des neuen Autos heim kam und wir zusammen was gegessen hatten bevor er dann das neue Auto holen wollte und ich zu dem Kitaumtrunk fahren wollte fiel mir dann auf, dass ich das nicht mit meinem Auto machen kann – das sollte ja jetzt verkauft werden. Und ein funktionierendes Handy hab ich ja auch grade nicht. Und es regnete draußen und leider fehlt  mir die Kraft aktuell mehr als ein Mal in die Kita und zurück zu gehen am Tag (ich mache im Schnitt trotz allem noch 12.000 Schritte am Tag, Tendenz aber fallend, weil ich doch immer so starke Symphysenprobleme habe und keine Motivation zur Linderung dieser temporären Probleme einem Hokuspokus- „Arzt“/Hebamme/Wunderheiler  Geld zu geben. Das spar ich (mir) lieber – fürs Auto oder einen größeren Rohrschaden.) Und außerdem musste Minilama noch zur Musikschule später. Wie ich das machen sollte und noch die anderen abholen und noch was arbeiten wusste ich auf einmal nicht mehr so richtig- da hab ich einmal richtig doll geschimpft und getobt. Von wegen das muss mal alles raus. Und weder Auto noch Handy – das ging dann doch auf einmal zu weit. Obwohl ich es mit dem Handy schon gut aushalte seit Wochen. Direkt hab ich mir total Vorwürfe gemacht, dass ich mich so gehen lasse, schwanger wie ich bin. Das arme Kind. Und das arme Alphalama, das sich extra für mich freigenommen hatte, damit ich mit dem Passierschein A 38 nichts zu tun haben musste, den es bei der Zulassungsstelle braucht. Und dann blöke ich hier so hysterisch rum.
    Die Wellen schlagen echt über mir zusammen, obwohl so viele es so gut mit mir meinen. Ich bin ja auch schnell Land unter, allgemein schon. Fahren ist mir zu viel, Genöle stresst mich schnell, da mir zu viele Geräusche an die Nerven gehen, so ein Hin und Her mit Versicherungen und sonstigen Institutionen mag ich nicht, Unzuverlässigkeit macht mich verrückt, wenn es nicht sauber ist daheim, fühle ich mich nicht wohl und Gerenne ohne großen Sinn kann ich schlecht ertragen. Mal ganz abgesehen von großen Bauschäden und extremen Renovierungen, Handwerkersuche, Versicherungsplausch mal eben so. Das strengt mich echt an – s parallel zur vollen Stelle und den drei Vollzeitkindern Ich bin gern in meiner Komfortzone unterwegs. Aber die ist momentan weit weg für mich in einigen Bereichen. Oder mal ganz ressourcenorientiert: Neue Lernfelder tun sich auf.

     

Übungsphase

Aktuell übe ich mit den Zwillingen, wie man „selba“ im Dorf unterwegs sein kann. Die Kleinen sind in dieser „selba“ Phase und knatschen ordentlich los, wenn man vor lauter Geräuschkulisse und Seitengespräch überhört, dass das magische Wort gefallen ist. Ich liebe diese Autonomiephase sehr, denn unterstütze es, dass die Kinder so viel sie selbst können, auch selbst machen. Ich empfinde es als riesige Erleichterung, Kinder zu haben, die sich selbst die Jacke anziehen und ausziehe, die Loop und Mütze anziehen und die Interesse am Schuhe an- und ausziehen haben. Ich muss dazu sagen, dass meine Kinder dabei auch gleichermaßen ambitioniert wie begabt sind und mit minimalen Handgriffen der Unterstützung richtig gute Ergebnisse erzielen. Es macht auch Spaß, sie selbst machen zu lassen und ja, man spart richtig Zeit dabei, wenn das ständige Hinterherrennen und dompteurhafte Bändigen eines motzigen Kindes beim Ankleiden entfällt. Außerdem ziehen die beiden sich dann auch nicht mehr alles aus, was man ihnen zuvor angezogen hat.

Ich bin also voll dafür und finde es auch toll, dass man zunehmend mit ihnen reden kann. Wenn beide Eltern da sind, lassen wir ihnen oft die Wahl, wer die Windel wechseln soll oder wer die Zähnen nachputzt. Ja, sie putzen sich tatsächlich auch schon die Zähne selbst. Also spielen im Mund herum mit der Bürste. Aber sie lassen uns hinterher auch „nachputzen“, also sauber putzen ohne groß zu brüllen und spülen auch schön mit Wasser aus (ohne alles leer zu trinken). Wenn nur ein Elter da ist, ist wenn  Minilama Lust dazu hat, auch Minilamas Hilfe eine Auswahlmöglichkeit. Wir haben einen guten Zeitpuffer morgens und auch abends eingebaut, dann klappt dieses Vorgehen auch richtig gut. Und wir sind total konsequent, wenn Unsinn gemacht wird. Wer wegläuft und Unfug macht (in der Chaos-Einliegerwohnung aktuell ja auch gefährlich, weil vieles auf den umgekehrten Stühlen herumliegt. Wir arbeiten aber stetig dran.), wird in den Buggy gesetzt (also in den Buggy, den ich extra dafür gekauft habe. Das ist ein absolutes Billigding, nicht so recht straßentauglich, aber die Kinder kriegen den Verschluss am Sitz nicht auf, und zwar alle 3. Ein derart tolles Billigding gibt es echt selten.) und muss warten. In der Kita haben sie dafür Stühle und wohl etwas mehr Autorität, denn da stehen die Minis nicht mehr auf, wenn sie einmal drinnen sitzen. Mit uns wollen sie gern zanken und das geht leider nicht, wenn Gefahr im Verzug ist und/oder die Mama merkt, dass ihr gerade alles zu viel wir und sie geneigt ist, loszumeckern. Das soll ja nicht die letzten Momente vorm Kitatag bestimmen und daher helfen wir uns aktuell zur Not so aus. Parallel dazu äußern die beiden schon seit dem Sommer immer wieder den Wunsch, nicht im Buggy zu fahren, sondern selbst zu laufen. Auch hier rennen die Kinder offene Türen ein. ich merke, dass das Doppelbuggyschieben mich echt anstrengt, mit Baby. Außerdem sind unsere Kinder ja sehr  groß und entsprechend schwer. 14 Kilo wird jeder Zwilling sicher haben. Und obwohl wir einen guten Buggy haben und den auch neu gekauft haben. muss ich sagen: Das Ding ist echt am Ende. Ich würde das Modell trotzdem immer empfehlen, aber man muss einfach sehen, das wir im Schnitt 7 Kilometer am Tag mit dem Buggy fahren und das seit die Kinder 9 Monate alt sind (also seit sie sicher sitzen können), weil der Kinderwagen, den wir gebraucht vorher hatten, ein echtes Monster war und ich so froh war als ich das leichtere Modell nehmen konnte. Wir kaufen damit auch ein, also hängen kiloweise Einkäufe noch zusätzlich dran, Windeln und sonstiger Kitakram sowie Sportbeutel sowieso. Einige Male  war auch das Buggyboard mal angebracht und wenn es eng wird, mache ich auch die Hundeleine vom liebsten Leihhund am Griff fest. Der Buggy leistet Schwerstarbeit und auch die viel zu engen Straßen im Dorf belasten ihn zusätzlich. Wie heißen: Bekämen wir nochmal Zwillinge, wäre ein Neukauf über Kurz oder Lang angeraten. Das wir aber einen Einling erwarten, war ohnehin ein Anderskauf nötig, denn ihr könnt euch denken, wie Minilamas Kinderwagen ausgesehen hat als wir mit dem fertig waren. Da war ein Laufpensum noch höher, da das Kind nur im Wagen gut schlief und ich den Wagen nicht  in die Wohnung kriegen konnte. Den Wagen haben wir für 50 Euro als Zweitwagen verkauft und jetzt endlich mal was Solides angeschafft. Auch wieder gebraucht und auch wieder unter der Maßgabe weniger als 200 Euro. Mehr gebe ich nicht aus, bringt ja nichts. Ich bin mal gespannt, ob dieses Markenprodukt überzeugt. Einzelbuggies haben wir ja auch 2 Stück. Das Billigding und Minilamas Zweitwagen. Der erste Einzelbuggy verlor eines Tages nach zahllosen Kilometern ein Rad. Da haben wir umgehend einen Ersatzwagen gekauft, damals noch unter der Hinsicht, dass ein krankes Minilama oft so schwach war, das es dann gar nicht laufen konnte. Und zur Apotheke oder Kinderarzt oder einfach zum Lufttanken wollte ich unbedingt was Wendiges haben. Hat sich auch für einen kranken Zwilling schon bewährt und ich nutze den Wagen, der immer im Auto herumliegt aktuell gern zum Transport meines Einkaufs vom Parkplatz nach Hause (wir können ja schlecht am Haus halten und da wir eine Bank gegenüber haben, tun das Wildfremde gern und wir Anwohner haben dann das Nachsehen und müssen manchmal sogar warten und „bitte“ sagen, damit wir mit dem Kinderwagen ins Haus können/dürfen.) Am Anfang hatte ich immer den Doppelbuggy im Auto und habe die Kinder so in die Kita gebracht, wenn wir nicht ohnehin zu Fuß unterwegs waren. Bei Regen und Sturm habe ich erstmal den schweren Buggy aus dem Kofferraum geholt, aufgestellt und die Kinder reingehoben. Da war ich und auch der Buggy oft schon durchnässt bevor es richtig losging. Die Taschen konnten dann auch gut dran. Mit der Zeit habe ich mich – auch schwangerschaftsbedingt – dazu entschieden, es mit dem deutlich leichtern Einzelbuggy zu probieren. Der liegt im Auto, i ich fragt ab, wer heute will, dort rein, der andere läuft entweder an der Hand (ging oft super schlecht, auch weil der Wagen mit einer Hand so schlecht zu lenken war und ich keine Zeit hatte, Räder festzustellen) oder einer stieg hinten in den Korb (ist nicht erlaubt, da das Kind zu schwer ist, weiß ich, habe ich aber trotzdem gemacht und für die 100 Meter zur Kita ging es gut, da die Kinder so klug sind, sich aufs Metall unter dem Korb zu stellen.) Mittlerweile gehen wir eigentlich nur noch ohne den Buggy in die Kita, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind. Jedes Kind bekommt seinen Rucksack auf den Rücken, ich schnappe mir rechts und links einen Zwerg und wir überqueren die Straße. Die Kinder sind erstaunlich fit darin und laufen auch kaum noch weg. Hier sehe ich eine große Weiterentwicklung bei den Kleinen. Minilama kann das alles ja schon länger, Minilama fährt ja auch mit dem Rad oder Roller in die Kita ohne dass ich eine einzige Verkehrsinfo mehr geben muss. Wenn wir nur einen Einling als zweites Kind hätten, wäre ich sicher auch schon deutlich weiter. Aber auch die Herausforderung mit zwei Wuseln umzugehen während mehrere Baustellen vor, an und neben der Kita sind und ein echtes Verkehrschaos in der sonst ruhigen Nebenstraße herrscht, nehme ich an und spüre, wie ich täglich besser damit umgehen kann. Das ist ja im Grunde das Wesentliche: Die Kinder haben keine Probleme mit Situationen. Sie wollen die Welt entdecken. Das Problem sind die Eltern, die überfordert sind und selbst nicht wissen, was zu tun ist. Zumindest ist das bei uns so. Sobald ich akzeptiere, wie es ist und mir wirklich Gedanken mache, was die Kinder brauchen, was ihre Bedürfnisse sind und mich komplett darauf einstelle, wird es einfacher. Parallel dazu weiß ich und wissen die Kinder jederzeit, was geschieht, wenn sie die Grenzen übertreten. Denn da kann ich mit 3 Kindern und im Schwangeren Zustand keine Kompromisse machen. Wenn es gefährlich wird, müssen alle drei sofort auf mich hören, auch wenn ich nicht gleich eingreifen kann. Wer warum auch immer dazu gerade nicht in der Lage ist, verliert sein Laufprivileg.

Dieser Lernprozess läuft ungefähr seit Sommer, seit die Zwillinge zwei Jahre alt sind. Verstärkt ist meine Ambition, die Kinder hier vorrangig zu fördern dadurch, dass wir bald ein weiteres Familienmitglied haben, das definitiv im Einzelwagen gefahren werden wird und es auf dem Buggyboard maximal Platz für ein weiteres Kind gibt. Wenn möglich aber zumindest streckenweise für gar keines, denn der Weg zur Kita hat einige fiese Steigungen und meinem Beckenboden zuliebe wäre ich gern in der Lage, die Laufskills der Zwillinge genau dann abzufragen, wenn es Bergauf oder steiler begab geht. Zwilling 1 hat mehr Lust am Laufen und kann sich selbst aus dem Buggy lösen. Dieses Kind läuft also tendenziell öfters und ist deutlich weiter in der Verkehrssicherheit als Zwilling 2. Am Anfang haben beide alles angefasst, jede Hauswand befingert, jede Treppe in fremden Hauseingängen erklommen, jede erreichbare Klingel gedrückt jede erreichbare Hecke abgerupft, jeden Stock aufgelesen, auf alles damit geklopft, jeden Stein aufgesammelt, sind überall drauf geklettert. Das habe ich vielleicht 300 Meter ausgehalten bevor ich ein völliges nervliches Wrack war. Denn parallel dazu ist ja noch Verkehr auf der sehr engen Straßen und das nicht zu knapp un dich stelle mir andauernd die Frage, wie weit ich das Tun der Kinder laufen lassen kann ohne dass ihr Verhalten sozial unkonform wird. Unsere Kinderärztin hat uns mal so gesehen als sie mit dem Rad unterwegs war. Wir haben beim  nächsten Arztbesucht auch darüber gesprochen. Sie hat es von sich aus angesprochen, fand ich super. Sie hat mich bestärkt und in manchem auch entlastet, das fand ich sogar noch besser. Wenn man ständig die hysterische Irre  gibt, zumindest den Eindruck hat, dass man dauernd nur lautstark herummeckert und durch die Gegend blökt, tut es total gut, wenn man auch Bestärkung erfährt. (Letztens nannte mich eine andere Mutter sogar „gelassen“ angesichts all dessen, was um mich herum so los ist. Toll, aber leider unwahr.)

Diese Phase haben die Kinder (weitgehend) hinter sich gelassen und heben nur noch Kaugummis und Kippen auf, klettern an einigen erlaubten Stellen und springen nach wie vor mit Anlauf in jede Pfütze. Es bleibt also noch was zu tun.
Streckenmäßig sind beide top fit. Die 1,7 Kilometer sind konditionell kein Problem. Sie laufen die meiste Zeit, gehen ist nur zum kurzen Ausruhen vorm erneuten Laufen. Zwilling 1 geht deutlich besser am rechten Rand des Gehweges, Zwilling 2 kaspert für meine Begriffe allgemein noch zu viel, spielt Fangen, rennt zu nah  an die Straßenkante heran. Da fehlt es nicht nur an Übung, sondern auch an grundlegender Einsicht oder von mir aus auch an Gehorsam. Zwilling 2 geht daher nach wie vor meist nur den kürzeren Weg, kommt spätestens am Brunnen immer in den Buggy, weil er es irgendwie übertrieben hat, z.B. im trockenen Brunnen herumgematscht hat und Jacke, Hand und Gesicht völlig schwarz verdreckt sind – gern während ich Zwilling 1 die Windel wechsele, weil es einfach nötig ist grade.

Wir haben für alle Familienmitglieder gute Warnwesten angeschafft, damit wir auch im Halbdunkel gut gesehen werden und ich lasse die Zwillinge aktuell ungefähr auf halber Strecke aus dem Buggy raus, da ist ein relativ breiter Gehweg und die Kinder können den Rest des Wegs (bzw.-. eben bis zum Brunnen) schön bergab laufen. Zwilling 1 schafft regalmäßig die gesamte Reststrecke ohne mütterliches Meckern, muss nur am Weihnachtsbaum vom Schlagen gegen die Deko abgehalten werden und ist dann mit einer Klettermauer ablenkbar für weitere Schritte. Zwilling 2 braucht noch etwas mehr Beobachtung. Aber ich sehe gute Fortschritte und denke, die Kinder sind auf einem sehr guten Weg.

Heute war ein besonderer Morgen. An einer breiteren Straße hing Zwilling 1 schwer an meinem Buggy, Zwilling 2 lief vor und ich schaute mehr auf ihn als auf das Kind, das sicher und nah bei mir war. Plötzlich mitten auf der Straße Geruckel und Gebrüll von Zwilling 1. Da ich ungern mitten auf einer Straße stehenbleibe, sind wir erstmal an die Bushaltestelle gegangen, an die natürlich just in dem Moment ein Gelenkbus anfuhr. Und wie sich das gehört, mit ordentlich Geschwindigkeit und Kanten schneiden. Als ich die Kinder aus der Gefahrenzone bewegt hatte, wurde mir klar, dass Zwilling 1 seinen Schuh verloren hatte, mitten auf der Straße. Und ein Auto kam auf dieser Straße gefahren. Minilama befürchtete schon, dass es über den Schuh fährt. Ist zum Glück nicht passiert. Nass war die Strumpfhose natürlich trotzdem.
Später warf Zwilling 2 ein weihnachtliches Wichtelmännchen im Eingangsbereich der Kita vom Sockel, dessen Beinchen dann auf dem Boden zersprangen. Meine Bitte, das Männchen nicht anzurühren, hatte das Kind überhört. (Ich habe das natürlich in der Kita direkt gestanden, ist ja klar und drum gebeten, ein bisschen genauer die Handlungen dieses kleinen Wildlings zu beobachten. Dabei erfuhr ich noch die eine oder andere nette Überraschung in Bezug auf das, was meine Kinder gerade witzig finden.)
Zwilling 1 bekam dann noch eine frische Strumpfhose und Hose, Zwilling 2, wo ich doch schon dabei war, eine frische Windel (ich wollte nicht, dass er noch ewig drin rumsitzen muss, bis die Erzieherinnen ihre Wickelroutine gegen 8.30 Uhr beginnen) und beiden wurden noch sehr ausgiebig die Händchen gewaschen, die vom Fallen und Stolpern ganz dreckig waren. Am Waschbecken trafen wir dann noch eine andere Mama, die ihrem Kind beim Saubermachen half. Der Kleine war auf dem Weg vom Auto in die Kita in den Matsch gefallen…