Erziehungsziel erreicht

Gestern war ich in Minilamas Kita zum Entwicklungsgespräch eingeladen. In unserer Kita gibt es die gute Tradition, dass die Entwicklungespräche um den Geburtstag herum angesetzt sind und die Erzieherinnen uns Eltern auch drauf ansprechen, ob wir eines haben wollen. In diesem Jahr war mir das durch die ganze Krankheits- und Krankenhauswelle wirklich durchgegangen, zum Glück lag ein Zettel im Rucksack mit der Frage, ob ich Interesse habe und wann es mir passt.
Minilama ist schon seit 3 Jahren in der Kita und fühlt sich dort sehr zu Hause. Den Übergang von der Nestgruppe in die Regelgruppe hat es mit etwas weniger als 3,5 Jahren ohne ein einziges Problem bewältigt. Weil es an der Zeit war, weil die Freunde auch wechselten, weil es in der großen Gruppe tolle Dinge gibt, auf die es in der kleinen Gruppe eben wegen der Kleinen verzichten musste. Minilama ging mit viel Neugierde und Offenheit in die neue Gruppe. Dieses Verhalten kannte ich von mir selbst als Kindergartenkind gar nicht. Umso glücklicher war ich, sehen zu können, wie Minilama lässig und so liebevoll begleitet den neuen Weg einschlug. Da ich regelmäßig im Austausch mit den Erzieherinnen bin, weiß ich grundsätzlich gut Bescheid darüber, wie Minilama sich in der Kita gibt, wie sein Sozialverhalten und sein Umgang mit den anderen ist, freue mich darüber, wie toll es sich an kreativen Angeboten beteiligt und haben einen Überblick, was so abläuft. Das ist umso wichtiger, da Minilama wenig aus der Kita erzählt und wenn was kommt, altersgerecht darüber fabuliert und phantastische Geschichten und Flugreisen oder wilden Prügeleien zum besten gibt, die nur einen sehr, sehr kleinen Kern dessen enthalten, was sich realiter abgespielt hat. Ich finde es schön, wie phantasievoll unser Kind erzählen kann und höre auch gern zu, denn die Plots sind oft richtig humorvoll und pfiffig – aber manchmal mag ich dann doch wissen, was es damit auf sich hat.
Ich mache gute Erfahrungen damit regelmäßig mal in der Kita anzurufen und kurz nachzuhören, wie sich Minilama so macht. Das kann ich zwischen Tür und Angel eigentlich nicht tun, da Minilama dann riesen Ohren macht und auch gern mitredet. Und da Minilama mittlerweile sprachlich auf dem Niveau eines Grundschulkindes ist und entsprechend auch komplexere Zusammenhänge versteht (und sogar sein Verhalten entsprechend des Gehörten gestaltet), haben die Erzieherinnen und ich (schon vor längerer Zeit) entschieden, dass wir seine Entwicklung eben am Telefon kurz absprechen, wenn nötig. Ich finde es auch gut, dass Minilama sich in der Kita frei und selbstständig fühlen kann und gar nicht unbedingt weiß, welches Sicherungsnetz wir ihm im Hintergrund ausspannen.
Anfang des Jahres war eine dichte Phase, in der ich eng im Kontakt mit der Kita stand, gerade läuft es wieder sehr rund für und mit Minilama.
Da bin ich froh, dass die Erzieherinnen sehr kompetent und engagiert bei der Sache sind und die Kinder gut beobachten und mir klare Rückmeldungen geben.
Gestern war das Entwicklungsgespräch und ich habe mir erst die Einschätzungen der Erzieherinnen angehört, danach erst sind wir in den Austausch gegangen. Und was ich gehört habe, hat mir mehr als gefallen: Unser Erziehungsziel haben Alphalama und ich vollends erreicht. Minilama ist ein aufgewecktes, fröhliches, sozial kompetentes, unabhängiges, ausdauerndes, Gerechtigkeit liebendes, Gott suchendes und autonomes Kind, das seine Grenzen kennt und in keiner dem Alter entsprechenden motorischen Tätigkeit seinen Altersgenossen hinterherhinkt. Kognitiv und sprachlich ist es sehr weit vorne, was die Frustrationstoleranz angeht, tut sich in letzter Zeit massiv was und das Autonomiestreben und der Wunsch, selbst etwas auszuprobieren und zu lernen, sich selbst Wissen anzueignen werden immer deutlicher zu spüren.
Da bin ich als Mama sehr stolz auf mein Kind. Und als es dann den ganzen Heimweg (1,7 Kilometer) ohne eine einzige verkehrstechnische Ansage auf dem Roller nach Hause gefahren ist und im Anschluss daran fröhlich ins „große Turnen“ lief, wusste ich noch mal, warum ich es mir eben nicht leicht mache mit dem Kind.

 

 

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