5 Tage, 4 Arztbesuche

Letzte Woche hatte es in sich. Wir waren mehr als überdurchschnittlich oft bei Ärzten. Dabei hatten die Kinder nichts Ernstes von uns, glücklicherweise. Nun gut, wir sind ja 5 Personen, da wird man ja durchaus 5 mal in der Woche zum Arzt gehen können. Allerdings war es natürlich nicht so gemütlich, wie man sich das denken könnte. Bzw. je nach Konstellation wird es unangenehm. Arztbesuch mit Minilama alleine ist absolut unproblematisch. Beim Kinderarzt gibt es massenweise Zeitschriften für Kinder. Geolino oder Mickey Mouse. Da interessiert mein Kind sehr. Tablet oder sonstige Spielereien, die etliche Eltern zum Ruhigstellen ihrer Kinder benutzen brauche ich nicht. Käme ich aber auch nicht auf die Idee.
Sobald die Babylamas dabei sind, wird der Spaß anstrengend. Wenn man nur einen Zwilling dabei hat, also quasi als Einlingsmama verkleidet ist, ist auch alles locker lässig. Wobei die Kleinen anstrengender sind als Minilama. Minilama hat immer gern Bücher geguckt und dabei auf dem Schoß gesessen. Oder Plakate angeschaut und mit mir darüber gesprochen, was zu sehen ist. Die Babies sind Entdecker. Lieben die Fensterbretter, die Heizung, die Stühle, den Wickeltisch, Arztbedarf aller Art, Desinfektionsspender. Da hat man nicht Hände genug. Mein alter Grundsatz, dass so wenig wie möglich im Wartezimmer berührt wird, um ANsteckung mit neuen Keimen zu vermeiden ist der resignierten Einsicht gewichen, dass in der Kita ja auch viele Erreger umherflirren.
Man muss eher Acht geben, dass niemand alte Ohrenguckaufsätze aus dem Zu-Spülen-Behälter kaut, den PC ausschaltet, mit dem Reflexhammer Hammerwurf spielt oder gebrauchte Windeln inspiziert. Wie das nur passieren kann? So eine schreckliche Mutter?? Jo, mit einem Kind passiert das auch tatsächlich nicht. Da bin ich auch die top Mama. Aber wenn man ein Kind davor bewahrt, von der Liege (auf die es eben kunstvoll geklettert ist) zu stürzen, passiert eben eben, dass ein anderes Kind unbeobachtet Unsinn machen kann.
Arztbesuch mit allen dreien ist entsprechend abzuwenden, aber das ist nicht immer drin. Wir haben eben keine Oma, die „mal eben“ die anderen nimmt. Und wenn die Kita die Kinder nicht mehr will (weil zu krank) oder wenn die Kita geschlossen hat, muss man eben in Vollbesetzung auflaufen.
Aber nun zu unserer Woche:
Am frühen Montag morgen klagte Minilama über Ohrenschmerzen. Alphalama nahm es daher vorsorglich mit zum Termin beim facharzt, den er mit den Babylamas hatte. Um zu vermeiden, dass das Kind in der Kita weint und der Papa eben nicht kommen kann.
Nachmittags ging er dann mit allen drei Kindern zum Kinderarzt um die Ecke. Dabei schalteten die Babylamas den PC der Arztes aus, warfen um ein Haar die Babywaage zu Boden, spielten mit dem Reflexhammer und sonstigem Arztbedarf.
Dienstags wurde Minilama wurde aus der Kita abgeholt, weil es ihm wieder schlechter ging.
Am Mittwoch waren alle in der Kita, Baby 1 musste allerdings abgeholt werden, weil Verdacht auf Bindehautentzündung bestand. Da der Arzt schon geschlossen hatte, ging ich am Donnerstag mit Baby 1 dorthin. Da es nur eine Tränenkanalentzündung war, durfte Baby 1 am Freitag wieder in die Kita. Allerdings hatte es nicht die passende Salbe bekommen und das Auge tränte schlimmer als zuvor. Das war doof, normalerweise bekommen wir das (eine uns mehr als bekannte Begleiterscheinung bei Erkältung) mit Salbe innerhalb einiger Stunden in den Griff. Ansteckend ist es auch nicht, bzw. nicht mehr als Schnupfen allgemein und den haben die Kinder ja aus der Kita. Daher bekam ich Baby 1 wieder mit nach hause als ich Minilama abholte. Minilama? Ja: Minilama hatte den ganzen Morgen nur gemeckert und bei den Erzieherinnen auf dem Schoß gesessen. Als es mich sah, blühte es auf, lachte, lief umher und wollte mit dem Roller (mit dem es auch gekommen war) nach Hause fahren. Ein bisschen plagt mich immer das gewissen, wenn ich nach wenigen Stunden Kita wieder ein krankes Kind abholen muss, weil ich den Zustand falsch eingeschätzt habe. Aber Minilama war mehrere Tage völlig schmerzfrei gewesen, hatte nie Fieber gehabt und war im Gesamten total zufrieden gewesen. Den Einlingsbuggy, den ich in Erwartung eines sehr kranken und schwachen Kindes eingepackt hatte, nutze ich dann für Baby 1. Das war auch die Ausrede nicht gleich alle mitzunehmen, was die Erzieherinnen auch vorschlugen. Aber ohne richtigen Untersatz geht das ja nicht (auch wenn es realiter nur bis zum Auto war).
Um halb 12 waren wir beim Kinderarzt, wurden nochmal bis 12 heimgeschickt, warteten bis 1.15 und waren um 1.30 aus der Praxis raus. Rabenmana, die ich oft bin, hin oder her: Aber auch ein scheinbar spontan gesundetes Kind mit/ ohne Ohrenweh bringe ich zum Arzt, auch wenn ich es unnötig finde und mich ärgere. Wenn Minilama gesagt hätte, dass es heim will, hätte ich es geholt. Kein Problem. Aber simulieren mag ich nicht, besonders, wenn die Effekte daraus mir so viel Kraft abverlangen – für nichts.
Zwischendrinnen war ich beim Warten kurz davor weinend auf der Liege im Inhalationszimmer zusammenzubrechen, weil ich völlig über meine Kräfte gegangen war. Baby 1 weinte ständig, wollte nur die Einrichtung zerlegen, biss und schlug mich auf dem Arm. Ein herbeigebrachtes Puzzle warf es mit lautem Knall auf den Boden. Weglaufen und alles anfassen, das war die Devise. Minilama stieg darauf ein, und rannte auf Socken durch die Praxis. Und ich,  konnte einfach nicht mehr. Zu viel von allem, zu laut, zu viel Chaos, zu viel Stress, zu viel Genervtsein.
Baby 1 bekam dann eine andere Salbe verschrieben, Minilama hatte sich spontan selbst geheilt und daher so der Arzt lächelnd (obgleich er keine Mittagspause hatte, auch wegen unserem Besuch) wäre alles soweit ok. Minilama begann dann schlimm zu weinen als es verstand, dass obgleich es gesund war, der Schwimmkurs heute ausfallen würde – Baby 1 war ja daheim. Und mit Geschwistern kann man nicht in den Kurs gehen, weil die Mütter mit ins Wasser kommen. Warten würde Baby 1 nicht im Buggy am Rand des Wassers, mit rein nehmen kann man es natürlich auch nicht. 1: 1 Betreuung in dieser Kurs.  Und das, weil ich in der Kita war, das hatten die Erzieherinnen auch gesagt. Extra angerufen hätten sie nicht dafür. Baby 1 war ja nicht ansteckend.
So endete die Woche voller Arztbesuche. Parallel dazu erwachten die Babylamas im Schnitt 5 mal pro Nacht, weinten dabei im Schnitt 25 Minuten. Eine echte Grenzerfahrung, diese Woche.

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