Ach, Kita – ich mag dich, ich schätze deine Arbeit, aber manchmal nervst du mich auch

Meine drei Kinder sind alle Kindergartenkinder. Minilama feiert in einigen Wochen seinen vierten Geburtstag und einige Tage später seinen 3. Jahrestag im Kindergarten. Wir lassen uns den Spaß im ersten Jahr einiges kosten. In Rheinland-Pfalz, wo wir leben, ist der Kindergarten kostenfrei, aber die Krippe kostet was für alle Kinder unter 2 Jahren. Minilama war damals 12 Monate lang  gebührenpflichtig, die Zwillinge sind es nur 10 Monate, weil wir noch zwei Monate auf den Platz warten mussten. In der Zwischenzeit sind die gebühren höher als noch zu Minilamas Zeiten, aber zum Glück muss man bei Zwillingen nicht den doppelten Betrag bezahlen, sondern ein Kind zu 100 % und das andere zu 50-60 %. So ganz genau weiß ich es nicht, da immer ein Betrag aus der Liste festgesetzt wird und man daher nie genau 50 % zahlt. Ist im Endeffekt auch egal. Zum Glück sind es nicht 200 %.
Die Krippe muss man sich bei uns im Landkreis  leisten können. Und alle sind froh, wenn die Kinder 2 werden und diese Belastung wegfällt. Allerdings bekommt man ab 2 Jahren kaum noch einen Platz in den chronisch überfüllten Einrichtugen, und auf einen Ganztagesplatz braucht man auch nicht mehr zu hoffen. Die Teilzeitplätze sind zeitlich für Familien ohne Omas ein Witz: 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. Das Problem ist die Mittagspause. Wer wie ich 35 Minuten Anreise zur Arbeit hat (und ich habe einen eher kurzen Weg, wenn ich die anderen Eltern ansehe), kann das nicht machen. Wer ein Krippenkind hatte, verliert bei der Geburt eines geschwisterchens auch automatisch nicht das Anrecht auf den vollen Platz. Sonst streicht die Kita für die Elternzeit den vollen Platz auf einen halben zusammen, kann aber keinen erneuten vollen für den Dienstbeginn der Mamas garantieren. Da gibt es gerne Überbrückungsphasen von mehreren Monaten. Ein Alptraum für mich. Andere Mamas sehen das locker, ich leider nicht. Denn ich muss befürchten, dass Stellenteile meiner vollen Stelle offen ausgeschrieben werden und ich dann bei erneutem Aufstockungswunsch jene Stellenanteile an einer anderen Dienststelle wahrnehmen muss, wenn ich überhaupt was in erreichbarer Entfernung finde. Und das ist dann fahrtechnisch der Horror, organisatorisch mit kleinen Kindern nicht machbar.
Ich habe mir dementsprechend lange Sorgen drum gemacht, dass wir den ganzen Platz verlieren, aber jetzt nicht mehr so richtig. Wenn wir mal ein viertes Kind bekommen, dann mache ich mir sicher wieder Sorgen. Ich bin aber was das angeht, absolut bereit zu kämpfen und würde mir den Platz im Ernstfall auch einklagen. Was das angeht, bin ich, anders als sonst im Alltag, absolut nicht mehr sanftmütig und gestehe anderen alles zu.
Denn: ich brauche die Kita. Ich brauche sie dringend. Sie ist für mich eine unerlässliche Kinderbetreuerin. Wenn ich mich nicht um die Kinder kümmere oder Alphalama, dann haben wir ad hoc niemanden, der das übernimmt. Ich will keinen Babysitter, vertraue auch im Moment meine beiden Kletterwusel ungern jemand Fremden an, weil sie sehr fordernd sind. Unsere Eltern leben nicht vor Ort und sind noch voll berufstätig. Wenn wir uns verabreden, ist Entlastung möglich, aber auch nur punktuell, nur einige Stunden am Tag. Und oft ist es für uns Eltern mit viel Aufwand verbunden. Sachen packen, längere Fahrten, überdrehte Kinder zurückbekommen. So richtig entlastend ist das nicht, ich sage es ja nicht gerne. Die Paraderfahrung dazu hatten wir als Minilama einige Wochen alt war udn wir Eltern zusammen essen gehen wollten. Abends. Die Babysitter kamen und machten alles ganz wunderbar. Ich habe noch Videos , die zeigen, wie toll sie mit Minilama spielten. Irgendwann fingen Minilamas Schreistunden an und eine gewisse Überfoirderung machte sich breit, weil Minilama sich nicht ablenken ließ. Als wir heimkamen war Minilama grade schluchzend eingeschlafen und schluchzte noch immer. Als die Babysitter geschätzt gerade auf die Autobahn auffuhren und wir Eltern die Zähne geputzt hatten, erwachte Minilama laut brüllend und war noch weitere 2,5 Stunden laut weinend wach. Ich hingegen war völlig gerädert von der Anstregnung eines normalen Abends, den ich schon gar nicht mehr kannte. Leider keine Entlastung. Daher machen wir heute die wenige Paarzeit, die wir haben, am hellen Tag, das klappt deutluch besser. Keiner soll schlafen, ich werde nicht so müde.
Wenn unsere Kinder zuhause sind, müssen wir uns zu 100 % um sie kümmern. Minilama ist da etwas ausgenommen, da es zunehmend längere Phasen hat, in denen es für sich malt, Lego spielt, puzzelt, Bücher guckt oder frei spielt und dann wirklich nur seine Ruhe will – und zwischendurch ein Glas Tee.
Meistens muss ich Minilama aber dann in einen anderen Raum setzen. Dooferweise bleibt seit die Küche auf ist nur das Gästebad/Wickelzimmer/Vorratskammer übrig. Wenigstens ist es ja schön warm. Aber so richtig gemütlich ist der geflieste und manchmal aromatisch riechende Raum nicht. So richtig hygienisch finde ich es auch nicht. Aber wenn Minilama im Wohnzimmer oder der Küche spielt. wird es massiv von den Geschwistern belagert. Die ihm Stifte klauen, Lego essen, Stifte auf den Boden pfeffern, so dass sie abbrechen oder Stifte essen, Puzzleteile essen, alles vom Tisch abdecken und vieles Destruktives mehr. Das tut mir sehr leid für Minilama, denn es kann sich kaum mal in Ruhe hinsetzen, sondern muss sich ständig verteidigen. Dass es dabei oft schlägt und brüllt wundert mich ehrlich gesagt nicht. Daher die Alternative mit dem Bad. Der Flur war auch schon im Gespräch, aber der ist im Moment viel zu kühl. Wir denken grade einen zusätzlichen Heizkörper an, aber das wird noch etwas dauern. Das Kinderzimmer ist eine Etage höher und die Entfernung ist Minilama noch zu groß. Es mag zwischendurch zur Herde kommen, mal kurz was mit mir absprechen. Finde ich völlig verständlich. Ich mag es auch nicht (so) weit weg haben, weil ich ja auch helfen und fördern will. Im ersten Lebensjahr der Zwillingen habe ich Minilama oft bis halb 4 Uhr in der Kita gelassen – in Absprache mit den Erzieherinnen. Dort konnte es in Ruhe spielen, gerade im Sommer ausdauernd draußen sein ohne ständig auf die Geschwister Rücksicht nehmen zu müssen.
Zurück zu den Babylamas. Es sind zwei Kinder. Und das darf man nicht unter den Tisch kehren. Es sind zwei. Und sie sind in der Entdeckerphase. Sie machen Quatsch. Sie klettern auf die Couch, sie klettern auf den Tisch, sie schieben den Stuhl ans Regal oder das Sideboard, um Sachen aus den oberen Fächern zu holen (Minilamas Spielzeug, meine Kochbücher, die ich wenn ich ehrlich bin, da wegholen muss, wie alles, was je dort an Elternsachen oder Deko war. Das Wohnzimmer ist ein riesiger Laufstall). Sie schalten den Herd ein, den Backofen, sie setzen sich ins Backblechfach, sie öffnen die Schutzhalterungen, die wir genau um eben Genanntes zu verhindern angebacht haben, sie verändern die Einstellungen der Mikrowelle, wenn sie läuft. Sie wollen Essen oder Geschirr von der Arbeitsplatte reißen, sie wollen aus allen Tassen trinken, die herumstehen und verkippen dabei gern mal was. Das ist ja soweit normal. Wobei die Intensität und Geschwindigkeit, mit der jedes einzelne Kind vorgeht, schon seines Gleichen sucht. Ich kenne auch Kinder, die gar nichts ausräumen, Haushalte mit Kindenr, in denen Bücher und CDs in offenen Regalen herumstehen, sogar Tischdeko mit Glasnuggets. ich bin ohnehin sehr sparsam mit dem Dekorieren gewesen, aber im Moment haben wir im Wohnbereich nichts, absolut nichts. Keine Pflanze, keinerlei Deko. Ist zu gefährlich. Wenn ich z.B. kurz auf der Toilette bin oder ein Kind wickele, das andere im Wohnzimmer lasse, dann darf da nichts Gefährliches sein. Mit Minilama, also einem Kind, war das einfacher. Da habe ich gesagt „komm grad mit, ich muss kurz ins Bad“, Minilama kam mit oder wir haben uns von Küche zu Bad unterhalten. Bis aber die beiden Zwillinge mit mir unterwegs sind, ist alles zu spät oder ich verliere zwischendurch den Gesprächskontakt zu einem Kind, das dann Unsinn macht. Sicher kriegen das andere Zwillingsmamas besser hin mit dem entspannten Toilettengang oder dem Heraufholen von gefrorenem Brot zum Abendessen. Es hängt auch viel von den Räumlichkeiten ab, die man zur Verfügung hat. Und eben vom Wesen der Kinder. Minilama hat schon mit 11 Monaten auf einer Matratze gesessen und Bücher angeschaut. Die Babylamas klettern gern irgendwo drauf. Das ist schon ein unterschiedliches Sicherheitsrisiko vorhanden. An guten Tagen bereite ich daher den Nach-der-Kita-Snack (meine Kinder kommen immer völlig ausgehungert aus der Kita, wo es laut Minilamas Aussage nie was zu essen gibt und auch die Brotdosen, die ich mitgebe, immer leer sind, ich mir morgens allerdings die Lippen lecke ob des leckeren Speiseplans und der tollen Obst- und Gemüseplatten, die die Kinderpflegerinnen immer anrichten), die Abendmilchbecher und die Rohkostplatte und die Sandwiches schon vor der Abholung der hungrigen Meute zuhause vor. Und stelle auch schon eine Maschine Wäsche an. An sehr guten Tagen ist Alphalama zuhause und regelt all das in Ruhe. An schlechten Tagen fahre ich von einem Termin direkt in die Kita, bin noch schön angezogen und hole die Kinder ab. Das Buggytheater stelle ich nur am Rande vor. Doppelbuggy fährt den ganzen tag im Auto mit, an der Kita wird er rausgewuchtet, aufgebaut (eher aufgezwungen), dann kommen die Zwillinge rein, die Windeln, Rucksäcke, nassen Sachen, Kunstwerke usw. hänge ich kunstvoll dran, dann gehen wir vier ans Auto, alle und alles werden reingesetzt/ reingelegt (Nissan Micra, betone ich), dann gehts an die Garage, dann alles wieder raus und 250 meter Heimweg. Das Auto ist einfach unsinnig für den Hol- und Bringdienst. Zu Fuß ist das zudem deutlich rückenschonender, da ich den 15 Kilo Wagen nicht so oft heben muss, die Kinder nur 1 Mal reinsetzen muss. Aber das Hingehen braucht auch seine Zeit, das geht nicht an jedem Tag. Ich habe schon auf halber Strecke geparkt, habe schon das Auto über Nacht an der Kita stehen lassen, damit wir mit dem Roller (den ich vorher reingepackt hatte) heim fahren konnten. Mein erklärtes Ziel ist ja, so viel frische Luft wie möglich für die drei zu kriegen. An 3 von 5 Tagen in der Woche klappt das ja auch. ich muss im Moment noch mehr dahinter sien als sonst, weil die Kita das Rausgehen im Moment nahezu eingestellt hat. Die Babylamas sind mit Rutschsocken in der Kita unterwegs (weil sie in ihren Pololos so schlecht laufen können…) und bisher kam noch nicht einmal der Wunsch nach richtigen Schuhen. Das sagt ja genug. Und Minilama entscheidet sich mittags fürs Vorlesen anstelle fürs Rausgehen.
Die Kita entlastet Alphalama und mich sehr gut. Wir können Geld verdienen, um unser Haus zu bezahlen und den Kindern später etwas mitgeben zu können. Und wir sammeln Kraft (durch die Ruhe am Arbeitsplatz, die auch in Hochzeiten beträchtlich größer ist als zuhause), um die Zwillinge nachts liebevoll betreuen zu können, wenn sie mehrere Stunden am Stück untröstlich weinen. Das Thema Schlafschwierigkeiten hat uns im Moment an mindestens 5 Nächten der Woche wieder voll im Griff.
Ich bin wirklich dankbar, dass ich die Kita habe, dass ich wieder arbeiten darf (ja, darf), dass die Kinder ihre Freunde täglich sehen, dass sie Gemeinschaft kennenlernen.
Minilamas Gruppe finde ich bombig, da geht es meinem Kind echt gut. Die Erzieherinnen haben es auch gut im Blick, geben mir Rückmeldungen , wenn ich unsicher bin. Minilama ist ein sehr willensstarkes Kind, das ich nahezu ausschließlich an mir misst, an mir seine Grenzen austestet. Und ich bin ein sehr konsequenter Mensch und gehe ungern hinter Erreichtes zurück, sodass Dinge wie sich selbst Jacke, Mütze, Schal und Schuhe an- und ausziehen ein Problem darstellen. Ich bin der Meinung, dass das Kind die Fähigkeit dazu besitzt, sie in der Kita auch umsetzt und das keine Veranlassung besteht, dass ich als Mutter hier eingreife (außer wenn der Reißverschluss verklemmt ist oder so). Minilama sieht das anders. Und da prallen dann zwei aufeinander. Es ist schwierig, weil ich oft unzufrieden aus der Situation herausgehe. Gut klappt es, wenn ich meine Bedürfnisse und die der Zwillinge völlig ignoriere und mich völlig auf Minilama einstelle. Dann habe ich ein glückliches Kind. Das tue ich oft aus sozialer Konformität, weil ich kein Gebrüll provozieren will vor anderen (oft interessiert zusehenden) Müttern. Aber eigentlich bin ich der Meinung: das Kind kann das, das Kind soll das auch machen. Autonomiegewinn und so. Da helfen die Gespräche mit den Erzieherinnen oft gut weiter. Minilama hat sprechen, zählen, aus der Tasse trinken, mit Besteck essen uvm. in der Kita angenommen. Von mir lernt es ja aus Prinzip erstmal nichts, macht dicht, die Angebote der Kita hat es aber gern angenommen. Dafür bin ich der Einrichtung zutiefst dankbar.
Am Anfang gab es einige Phasen der Annäherung, in denen ich öfters etwas genervt war.
Und genau in dieser Phase stecke ich mit den Babylamas aktuell. Und das nervt und ich glaube, es nervt mich mehr als damals mit Minilama. Den ständigen Personalwechsel ignoriere ich mittlerweile schon. Und auch, dass im Spätdienst (4 bis 5) nicht mehr gewickelt wird und man dann gern ein nasses Kind durch die Kälte schiebt.
Mich nerven andere Sachen: Die Tatsache, dass die Erzieherinnen erst zugesagt haben, dass das mit den Stoffwindeln ok ist (ohne dieses ok wären meine Kinder nicht in die Kita gegangen), dass das Attest vom Arzt völlig ausreicht, sie dann beim Abschlussgespräch für die Eingewöhnung mit 2 Erzieherinnen plus Leitung da saßen (üblich ist 1 Erzieherin und 1 Elternteil) und uns sagen wollten, wie viel Arbeit die Stoffwindeln sind und das das Gesundheitsamt auch schon nachgefragt hätte. Wenn das dann von der Erzieherin kommt, die nach wie vor die Zwillinge schlecht auseinanderhalten kann und außerdem meines Wissens nach so gut wie nie wickelt, das Entwicklungsgespräch einer Kollegin, die erst einige Wochen dabei ist,  überlässt, ärgert mich das schon. Ich war drauf und dran, die Kinder aus der Kita zu nehmen, also innerlich. Äußerlich habe ich konsequent argumentiert, ein anderes deutlicheres (weil mehr gesundheitliche Details der Kinder drauf standen) Arztattest eingeholt und gebe mehr Überhosen, mehr Wechselsachen, mehr von allem, das hilft, die Windel trocken zu halten, mit
Dann kommt hinzu, dass in der Gruppe sogeshen alle Kinder bis 3 Jahre aus Trinklernbehältern trinken und von Plastiktellern essen. Weil sie ja alle alles runterwerfen und umkippen. In Minilamas Gruppe gab es keine Fläschchen, sondern direkt das Glas (aus Glas) und den Teller (aus Porzellan). Ich musste erstmal recherchieren, was man denn kauft nach der Nuckelflasche. In Minilamas Gruppe gab es einen Schluck zu trinken und dann auch Nachfrage noch einen. Aber nie volle Becher. Trinken gerne, nuckeln nein. Weil gerade meine Kindern super gern dauernuckeln und Baby 2 schon den Ansatz eines offenen Gebisses zeigt, muss der Erwachsene hier einen Riegel vorschieben.
Die Erzieherinnen verstehen mein Argument nicht und verwehren sich dagegen, den Kindern das Trinken vorzuenthalten. Was ich ja auch nicht will. Aber man muss nicht täglich 5 Becher voll trinken als 1,5 jähriges Kind. Das ist meine tiefste Überzeugung und wenn das zu Verhindern bedeutet, den Kindern Trinken vorzuenthalten, dann ja: Ich will dann genau das. Die Kita-Umsetzung davon, die Kinder nicht dursten zu lassen: Ständig nachfüllen bis zu Rand. Meine Kinder spielen trinkend am Boden, habe ich mehrmals schon gesehen. Und lassen unkontrolliert reinlaufen. Ich kann es nicht anders sagen, denn: Die Windeln der Babylamas kann man im wahrsten Sinne des Wortes alle 6 (für 2 Kinder innerhalb von 8 Stunden. Ich will man wissen wie selten die Pamperskinder gewickelt werden, wenn meine einen so großen Aufwand machen. 3 Mal in 8 Stunden finde ich völlig normal und ok usw.) auswringen. Ich mache mich manchmal Sorgen, ob das den Nieren nicht zu viel ist. Der Kinderarzt meinte, weniger trinken wäre schon besser, eben nicht ständig anbieten.
Baby 1 ist nahezu immer nass, wenn wir daheim ankommen. Gestern war es daheim nass, ich zog es komplett um, dann gingen wir zum Spielen, wo die befreundete Mama und ich drauf achteten, dass keiner was trank. (Wenn einer anfängt, wollen alle) Baby 1 dennoch lief erneut aus. Und das bei 1 Grad plus und 900 Meter Heimweg. Baby 2 lief übrigens auch aus bis ich daheim war, das hatte ich noch in der Kita frisch gewickelt und es hatte auch nichts getrunken. An den Wochenenden sind die Windeln alle nass, aber die Kinder laufen nicht über. ich biete was zu trinken an, einige Male am Tag. Sonst sind die Gläser (daheim gehts prima aus dem Glas) außer Sichtweite. Es ärgert mich, dass die Kinder was das selbstständige Trinken angeht, so klein gehalten werden. Wozu? Ich verstehe es echt nicht. Autonomiegewinn ist meine oberste Maxime, zumal es in dem Fall keine Überforderung ist. Und das sagen sogar die NUK-Produkte, die ab 18 Monaten Becher mit dickem Rand anbieten. Und die haben ja ein Interesse dran, dass die Leute lange ihre Hilfsmittel kaufen.
Langer Rede kurzer Sinn: Nach der Kita muss ich schnell nach Hause, um die Kinder zu wickeln und ggf. umzuziehen. Wenn ich danach noch was vorhabe, muss ich das einplanen. Das nervt manchmal, weil ich ja alles so unpraktisch liegen habe: Garage ist nicht am Haus, Wickeltische nicht im Erdgeschoss, Geschwister nach der Kita irgendwie ausgehungert und allgemein oft weinerlich usw.
Im Moment bin ich etwas angesäuert. Aber ich erinnere mich, dass es bei Minilama phasenweise ähnlich war. Wegen anderer Sachen wie dem Rumlaufen lassen im obstsaftnassen Body nach dem Essen beispielsweise oder dem Vergessen des Sonnenhutes oder des Eincremens nachmittags als Minilama noch zu jung war, um selbst dran zu denken. Hat sich alles klären lassen damals oder ich habe es einfach nicht mehr gesehen. Ich denke, ich hoffe, die Dinge werden sich noch regulieren.
Spätestens wenn die Kinder selbst reden können. Da war es bei Minilama auch besser geworden. Aber grade wäre ich echt froh, die Zwillinge wären in der Gruppe, in der Minilama damals war. Wobei – das hat sich personell auch so viel wieder geändert. Tatsächlich, ich schätze in vielerlei Hinsicht die Arbeit der Erzieherinnen, aber manchmal bin ich einfach auch genervt. So ganz undifferenziert genervt. So übermamamäßig genervt und habe nur meine Kinder im Blick. Wohl auch eine Facette von mir.

 

2 Gedanken zu “Ach, Kita – ich mag dich, ich schätze deine Arbeit, aber manchmal nervst du mich auch

  1. Vielleicht sollte man auch mal bedenken, das in einer Kita mehr als nur drei Kinder betreut werden!!! Und Sie merken ja selbst wie anstrengend nur 3 sind. Wenn man schon solche Ansprüche stellt mit dem Wechseln von unhygienischen Stoffwindeln ( käme für mein Kind nie und nimmer in Frage 😝), muss man sich nicht wundern, wenn die Erz. nicht -Hey gerne schreien. Es ist einfach was anderes als mit normalen Windeln, die auch wesentlich mehr Flüssigkeit halten können, als diese Öko Dinger. Und in einer Krippe sind nun mal kleinere Kinder, die Erz. werden schon wissen warum sie keine Gläser benutzen. Wollte ich auch nicht, da es zu bei uns zu Hause auch erstmal die Trinklernflasche gibt. Und man kann sie nun mal nicht komplett vor Plastik schützen, mein Gott. Es gibt wichtigeres.
    Sonst muss man eben die Kita wechseln!!!
    Mit freundlichen Grüßen

    • Hallo Lina,

      da ich eben aus der Klinik zurückkomme habe ich den direkten Vergleich: Die Ökodinger als Stoff halten deutlich besser und mehr als die Pampers. Der Kleiderwäscheberg war höher als sonst der Windelwäscheberg.
      Wenn Sie mir länger folgen, wissen Sie, dass alle meine drei Kinder in der gleichen Einrichtung sind und dass es bei Minilama sehr gut funktioniert hat mit Stoffwindeln und dem Gewöhnen an ein offenes Trinkgefäß. Meine Zwillinge sind in einer anderen Gruppe und da geht manches anders. Und das nervt mich manchmal.
      Ich kann die Erzieherinnen durchaus verstehen, dass sie, wenn sie das System noch nicht kennen, erstmal abwartend sind. Aber sie haben es zugesagt und ich gehe davon aus, dass man sein Wort hält.
      Kita wechseln – ein witziger Vorschlag. Hier geht das nicht so einfach. Man bekommt einen Platz und den nimmt man oder man ist die nächsten Jahre bis zur Einschulung Hausfrau und Mutter.
      Eine Bitte: Lassen Sie es nie damit bewenden, dass die Erzieherinnen schon wissen, was Sie machen. Als Eltern ist man Expertin für sein Kind und die Erzieherinnen sind angewiesen auf unsere Einschätzungen. Beim QM-Prozess unserer Gesamteinrichtung war das Thema Erziehungspartnerschaft als eines der zentralen Säulen der Elternarbeit betont worden. Partnerschaft lebt von zwei aufeinander hin ausgestreckten Händen, von Austausch, von Auseinandersetzung, vom gemeinsamem Ringen darum, das das Beste für den Einzelnen und die Gesamtgruppe ist – anstrengend manchmal, aber es lohnt sich in den Austausch zu gehen. Meine Kinder profitieren sehr davon. Die Einrichtung spiegelt mir regelmäßig wider, wie dankbar sie um konstruktive Rückmeldungen sind. Mal abgesehen davon, dass die Erzieherinnen und ich grundsätzlich einer Meinung sind, was das Vermeiden von Plastik im Alltag angeht. Da hatten wir – trotz aller Wahlunfreiheit – sehr viel Glück.
      Aber wie schon gesagt: mal liebe ich sie, mal nervt sie mich, die Kita.

      Liebe Grüße

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