Oh du fröhliche

Frohe Weihnachten wünschen die fünf kleinen Lamas

Bei uns war Weihnachten anders als geplant. Anstelle des besinnlichen Krippenspiels und der anschließenden Bescherung und raschem Abendesssen gab es eine doofe Premiere.
War Minilama beim Umziehen für die Kirche noch gut gelaunt, lag es als ich mich umzog, auf dem Kinderzimmerboden und klagte über Bauchweh. Da es am Tag nicht viel gegessen hatte und der rechte Unterbauch schmerzfrei war, tippten wir auf Hunger und versuchten es mit Knäckebrot zum Essen zu überreden. Sein Zustand wurde in der Kirche schlechter, ich saß nur auf der Kniebank und wollte nicht zugucken. Ich tippte auf Müdigkeit und Überreizung. Leider war meine erste Befürchtung vom Morgen (das Kind ist aber blass, ich glaube, es ist nicht fit) richtig. Während der Fürbitten erbrach unser Minilama in zwei Schwällen auf den Kirchenboden. Und wir hatten nicht mal ein Taschentuch dabei. Zum Glück kenne ich ja die richtigen Leute und so brachte uns die Pfarrsekretärin einen Eimer und Tücher zum Wegwischen. Obgleich es Minilama sichtlich besser ging, verließen wir nach dem Auftritt die Kirche. Minilama legte sich ins Bad auf die Turnmatte und schaute erstmal einen Film an. Das machen wir immer (haben dieses Jahr schon Übung drin, denn Minilama bringt gerade den 3. Infekt dieser Art mit nach Hause), denn Minilama leidet zwischen dem Erbrechen immer sehr und Ablenkung tut ihm dann einfach gut. Da wir sonst nie Fernsehen finde ich das auch ok.
Außerdem muss ich das Kind von den Zwillingen separieren, denn sonst klettern die beiden auf Minilama herum. Und da bietet sich bei uns nur das Bad an, sonst müsste es eine Etage höher liegen. Wir heizen dann immer und suchen parallel das Desinfektionszeugs heraus. Von dem wir ja in ausreichender Menge vorrätig haben.
Außerdem bietet sich das Bad aus naheliegenden Gründen aus Aufenthaltsort an.
Alphalama und ich waren sehr, sehr geknickt, da Weihnachten ausfallen musste. Besuche bei den Omas waren unmöglich, da wir ja 48 Stunden lang ansteckend sind und niemanden in Gefahr bringen wollen.
Neben dem Versuch, eine weitere Ausbreitung zu verhindern kam die Trauer hoch, dass die bewährten Traditionen dieses Jahr nicht stattfinden können. Auch wenn knapp 50 Prozent der Deutschen Streit an Weihnachten  erwarten: Wir treffen uns gern mit der Familie und haben dabei auch echt Spaß.
Minilama wollte seine Geschenke auch nicht mehr haben und nur noch ins Bett. Die Babies packten ihre Eisenbahn noch freudig aus und spielen seither viel damit (ich habe aber alle anderen Sachen weggepackt, dass hier kein Overkill herrscht).  Nach zwei weiteren Runden Erbrechen schlief das arme Kind gegen 21 Uhr völlig erschöpft ein. Parallel dazu quälten die Zwillinge sich mit schlimmen (Backen)Zahnschmerzen und brauchten leider – so entschieden wir nach 2 Stunden vergeblichen Tröstversuchen – ein Schmerzmittel, um einschlafen zu können.
Zu dem Zeitpunkt war ich schon völlig ermüdet und lag im Halbschlaf neben Minilamas Bett und Alphalama hatte Hunger wie ein Wolf. Wir haben grade einen schlechten Lauf: 22 bis maximal 4 Uhr schlafen. Einer hat immer was, sei es Zahnweh oder Alptraum.
Am 1. Weihnachtstag ging es Minilama zum Glück deutlich besser und es hatte Interesse an den Geschenken. Es gab eine kleine Kuscheleule, ein Lego 3 in 1 Set und ein Buchstabenpuzzle.
Und tatsächlich. Unser 3 jähriges Kind, das Duplo immer gehasst hat, setzt dieses Modell für 6 jährige (!) sogesehen selbstständig zusammen. Redet von nichts anderem mehr. Ist fokussiert und konzentriert. Weiß, wann es einen  Pause braucht.
Ich habe ein bisschen moderiert und mal festgehalten. Aber im Endeffekt war es dieses kleine, große verrückte Kind, das alleine ein Legomodell zusammensetzt.
Mann, was bin ich stolz!
Und heute morgen zerlegt Minilama das Ding komplett und fängt an das Boot daraus zu bauen. Ich glaube es nicht.

 

 

 

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