Alleine mit Kind daheim – was stellt man denn den ganzen Tag an? – Erfahrungen von einer, die alles durch hat.

Viele Schwangere denken sorgenvoll darüber nach, was sie den ganzen Tag mit Baby anfangen sollen, sind schon im Mutterschutz gelangweilt, hängen viel bei Facebook herum und fragen sich dann natürlich, wie sie das 12 Monate aushalten sollen. Sie surfen schon vor der Geburt auf den Seiten von Fit dank Baby oder Pekip und den Stillcafés herum Andere planen schon eine größere Reise mit Partner und Kind, weit weg mit Camper und Urwald. Wieder andere wollen was Neues lernen, wie Nähen oder ein anderes Hobby, irgendwie durchstarten mit all der Freizeit.
Ich habe ja zwei Jahre zuhause zur Kinderbetreuung hinter mir und daher einiges ausprobiert, manches gut, anderes eher zum Abgewöhnen. Ich habe mal ein paar Extreme, denen ich selbst gut anheimgefallen bin,  zusammengestellt, vielleicht findet ihr euch darin wieder:

  • Das Internet wird mein Freund – Blogs, Foren Instagram

Allein ohne Mann und ohne Freunde, die ja alle arbeiten müssen, suche ich mir Hilfe im Netz. Mamiblogger mit ihrer glitzernden Welt voller Perfektion, Werbung und sponsored posts erklären mir die Welt und ihre blitzsauberen Häuser und super talentierten Superkinder blenden mich nahezu. Es ist wie eine Soap und ich bin voll dabei. Ihr Mantra ist  Veganismus, Langzeitstillen, attachment parenting, Tragen, Vollkorn und Familienbett. Ich bin eine begierige Schülerin, enttäuscht, dass es bei uns nicht so toll klappt mit den Tricks und zunehmend frustriert mit meinem Kind, dass sich mit 5 Monaten noch nicht drehen kann.
Waldorf wird mein Mantra, ich melde meinen Schatz direkt in der Waldorfkita an – oder doch besser im Waldkindi? Oder unerzogen daheim, ohne die doofe Fremdbetreuung, die ja nur dafür gemacht ist, die Mütter wieder in die Produktionskette einzubinden? So viel Neues, so viel Interessantes erlebe ich. Ich will das auch. Genau da, dieses Bullerbü. Diese perfekte kleine Welt, Naturerfahrung, Biomode, feine Speisen, glockenhelles Kinderlachen, strahlende Augen, kunterbunte Mode, den verliebten Partner, der alles mitmacht.
Ich fand das alles lange Zeit super, war total dabei und verknallt in die tollen Kinder der anderen. Meine, damals Minilama,  konnte nichts von dem Tollen, was diese Kinder drauf hatten, hatte keine Lust auf die Spielchen, krabbelte nicht niedlich umher, lief nicht, saß nicht still zu meinen Füßen während ich Kleidung für es nähte. Ich merkte, das mir das Kleingeld für dieses Leben fehlt, heute Disana Jacke, morgen Partyzubehör, übermorgen 5 neue Hörbücher und dann einen Biobobbycar? Und Stoffnachschub für die Kleidung. Aber bitte in Bioqualität.
Oft war einfach traurig und einsam. Heute verstehe ich diese Welt zunehmend das Werbeveranstaltung – zumal die gesponsorten Posts oft zunehmen und zunehmen. Schon mal bei Boden bestellt? Einen Ulfbo bewundert? Ubang im Kleiderschrank? Klarer Fall von zu viel Blogkonsum, eindeutig ;)

  • Kurs, Kurs, Kurs: Wo gibt es noch Babykurse? Immer her damit

Das Fieber, muss ich direkt sagen, hat mich weniger gepackt. Liegt sicher daran, dass ich beruflich viele sicher Veranstaltungen leite und mit dem Thema eng verflochten bin. Ich kenne die Sachen gut, kann vieles selbst, bin kritisch, lasse mich nicht ohne zu meckern in einem kalten dreckigen Raum nieder und mein Kind dort herumrobben. Eine Mama, die ich aus dem Geburtsvorbereitungskurs an unsrem alten Wohnort her kannte, war richtig hysterisch, dass sie endlich mit ihrem Knirps einsteigen konnte in einen Kurs, den eine ehemalige Erzieherin, jetzt Clownin (! mehr sage ich nicht dazu. Meine Meinung dazu könnt ihr euch aber sicher denken) leitete Aber leider ging das erst ab 12 Wochen. Wenn immer ich sie traf, redete sie nicht kaum was anderem und war sauer, dass der Kleine erst mit 12 Wochen dahin konnte. Stillcafé, das ab Geburt war, besuchte sie jedes Mal. Ich war da sehr abwartend. Warum? Keine Lust, mein ungeimpftes Kind den Keimen aller auszusetzen. Panik vor Krankheitserregern beim Kleinstbaby – bei mir durchaus vorhanden. Zumal mein Umfeld damals, ganz inspiriert von den Hebammen des Ortes, durchweg beim anthroposophischen Kinderarzt in „Behandlung“ war und Impfungen kritisch fand. Und ich hatte echt Angst vor deren älteren ungeimpften Kindern.
Mit 6 Monaten, nach unserem Umzug gingen wir in einen Spielgruppe. Spielen und bewegen hieß das und ich habe mir so eine Art Sportgruppe davon versprochen, damit Minilama fixer laufen lernt oder so. Es war aber ein Zusammensitzen auf einem kalten Boden, dreckiger Teppich, dubioses Spielzeug zum Anlecken für alle. Und da war Minilama, das stark in der oralen Phase war, voll dabei, Ich musste an mich halten, um es nicht rauszutragen und komplett zu desinfizieren, so eklig fand ich den Spielort. Und die Mamas, die wir dort trafen waren das Gegenteil von denen im alten Wohnort, die Akademikerinnen mit hohem Informationspotential waren. Hier traf ich auch die übergewichtige Raucherin mit dem Kind dessen Kopf komplett abgeplattet war und die mich derart mies behandelte, dass ich dachte, ich sei wieder 13 und auf dem Schulhof mit no-name Klamotten unterwegs. Ich war doch nur neu hier und suchte etwas Anschluss. Aber Kinder (ähm Mamas) können so grausam sein, besonders wenn sie unzufrieden sind und man selbst einfach toll ist ;) (oder wie haben unsere Mamas uns immer diese Hänseleien erklären wollen? Wer diesem Unsinn noch immer anhaftet sollte man „Er steht einfach nicht auf dich“ schauen. Eine regelrechte Offenbarung.)
Minilama hat dennoch in seinem ersten Lebensjahr wöchentlich einen Kurs besucht. Erst die Rückbildung mit Kind, wo es mit anderen Kindern in der Mitte des Raumes herumlag, dann besagte Spielgruppe und einen Babyschwimmkurs. Da Schwimmen für mich eine sehr, sehr hohe Wichtigkeit hat, ging Minilama zudem wöchentlich in die offene Wassergewöhnung im örtlichen Hallenbad. Dort habe ich mir die wichtigsten Kniffe abgeschaut, um heute die Kinder richtig sichern und greifen zu können.
Minilama ging genau mit einem Jahr in die Kita, daher endete die direkte Kurszeit auch mit meiner Elternzeit. Heute besucht Minilama regelmäßig eine Eltern-Kind-Turnkurs (seit es 2 ist) und seit einigen Wochen den Schwimmkurs für 4jährige. Da Minilama aber so wasseraffin ist und wir so gute Vorarbeit geleistet haben, darf es schon bei den Großen dabei sein und macht sich (bis auf eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne als die 1 Jahr älteren Kinder) ausgesprochen gut, das Seepferdchen ist tatsächlich in Reichweite und diese tolle Leistung erfüllt mich mit sehr sehr großem Mutterstolz.
Musik oder Pekip und Elba habe ich nicht gemacht, hatte aber tatsächlich zu allem ein Büchlein daheim, an dem ich mich ein bisschen orientiert habe. Außerdem haben wir klassische Klanginstrumente hier, mit denen die Kinder (mittlerweile alle drei) herumprobieren können.
Viele der Kurse sind, meiner Erfahrung nach, in erster Linie für die Mamas gedacht (Kindergruppe ab 12 Wochen z.B., in der die Kinder realistischerweise auf dem Boden herumliegen und vielleicht ein Kuscheltier annagen). Andere, wie das Schwimmen oder sicher auch die sind Mutter-Kinder-Interationskurse, in denen man sich überwiegend mit dem eigenen Kind beschäftigt und kaum in Kontakt mit anderen kommt. Die Mamafitnesskurse wie Kangatraining oder Fit dank Baby sind Versuche, dass Mamas wieder fit werden können und zwar ohne dass sie auf ihre Männer warten müssen, die ja statistisch erwiesen ab der Geburt des ersten Kindes noch eine Schippe drauf werfen beruflich – weil sie ja jetzt eine Familie zu versorgen haben. Ärgerlich, dass sie aus einem derart unsinnigen Grund (in meinen Augen totale Realitätsverdrehung) ihre Frauen noch länger alleine daheim lassen und sie dann kaum zum Sport kommen, wo sich doch die meisten Frauen total unwohl im Mombod fühlen. Diese Kurse sind sicher total klasse und machen, wenn man ein geduldiges Kind hat, auch richtig Spaß. Ich hatte keinen direkt in der Nähe und mit waren die Kosten auch zu hoch gewesen, da bin ich geizig  bzw. rechne genau. Denn mit dem Kursgeld ist man rasch bei der Jahreskarte im Hallenbad und da habe ich mehr von als von 1 Stunde in der Woche. Außerdem bin ich zu ehrgeizig beim Sport und habe keine Lust, zu unterbrechen, weil das Kind weint. Beim Sport nicht. Auch ein Grund, warum ich die Rückbildung bei den Zwillingen ohne Kinder gemacht habe.
Bei den Zwillingen habe ich gar keinen Kurs gemacht. Rückbildung alleine, keinen Geburtsvorbereitungskurs, keine Krabbelgruppe. Zum einen, weil bei uns echt genug Kinder und deren kleine Geschwister im Alltag zu Besuch sind, mit denen unsere Kleinen spielen können, zum anderen, weil die beiden viel miteinander spielen, und auch, weil ich nicht gewusst hätte, wo es uns gut gefallen würde ohne dass wir weiter fahren müssen – was ich unnötig finde bei so kleinen Kindern. Babyschwimmen ist ausgefallen, weil ich keinen zweiten Erwachsenen hatte (und auch, weil ich Minilamas Kurs nicht sehr gut fand, da war der kostenlose Kurs im Hallenbad um Längen besser) und auch, weil Baby 1 Atemwegsprobleme hat, die ich durchs Schwimmbad nicht wieder heraufbeschwören will. Der Musikkurs ist uns ja verwehrt geblieben. Den Kindern fehlt es meiner Ansicht nach an nichts und mir ging es super in der Elternzeit. Meine Kontakte sind über Minilamas Kita und den Turnkurs bekommen – nur am Rande.

  • Zeit für mich: Jetzt starte ich durch

Kinder schlafen doch den ganzen Tag, endlich ein Jahr freie Zeit für meine Projekte. Promotion, Hobby perfektionieren, NLP-Kurs endlich abschließen. Abgepumpte Milch bei der Oma lagen und ab gehts. Zeit für mich, Zeit für meine Ideen, ein toller Traum.
Manche Mamas können das, wenn ihre kleinen Räuber im Einkaufswagen eindösen und morgens vor 10 Uhr die Äuglein nicht auftun, wenn sie sich selbst Frühstück holen und den ganzen Vormittag lieb auf der Decke spielen.
Meine Kinder sind NICHT so. Sie schlafen wenig über Tag, sie wollen da sein, wo ich bin, sie wollen interagieren, beschäftigt werden, wollen spielen und gefördert werden. Ruhephasen reichten auch beim Neugeborenen eigentlich nur zum schnellen Toilettengang, zur Katzenwäschendusche, zum Waschmaschineneinräumen oder Fläschchen spülen. In Minilamas Babyzeit habe ich 220 Seiten an meiner Dissertation gearbeitet – die aber noch nicht fertig ist, sodass sich der enorme Kräfteaufwand gegen den kindlichen Widerstand, nachts und wochenends eigentlich nicht gelohnt hat. Bei den Babylamas blieben die Bücher weitestgehend in der Bibliothek, denn ich konnte dem Anspruch des Professors, schon unter der Dusche an die Promotion zu denken, gänzlich von ihr eingenommen zu sein, leider nicht nachkommen. Daher wird es wohl erstmal nichts mit diesem Titel – oder vielleicht doch, ich weiß es selbst schon gar nicht mehr.
Nähen lernen, Kurse besuchen – das empfand ich mit Schlafmangel, Hormonchaos und Überforderung allgemein als Belastung und weniger als Bereicherung. Ich habe besonders bei Minilama alles Mögliche gemacht, hatte aber meist das Kind dabei, da ich die Kinder im ersten Jahr so wenig wie möglich abgeben will. Warum auch immer, aber im ersten Jahr ist Mama- und Papazeit, meiner Meinung nach. Wenn sie öfters außer Haus gewesen wären, hätte manches vielleicht besser geklappt, aber zu so viel Ich-Bezogenheit hat es bei mir nicht gereicht.

  • Das bisschen Haushalt: Übermama mit perfektem Heim

Das habe ich als Zwillingsmama perfektioniert, also das mit dem perfekten Heim. Putzen ist mir in der Elternzeit wichtiger geworden als zuvor (wo es mir oft egal war, bis auf die Klos und die Küchenoberflächen), schon bei Minilama habe ich ambitioniert Windeln gewaschen und kann stolz sagen, dass wir zu 100 % mit Stoffwindeln wickeln und dass ich diese Aufgabe trotz drei Kindern und ohne Trockner alleine bewältige. Nicht sehr glamorös, aber wichtig, zumal ich was aufzuholen habe als Stillversagerin.
Eine richtige Übermama bin ich, glaube ich nicht, dafür bin ich auch zu viel mit eigenen Ideen beschäftigt und weiß, dass an der 80/20 Regel was dran ist und die Kinder es einem nicht so richtig danken, wenn man ungefragt sein Leben für sie opfert. Aber trotzdem tragen meine Kinder Biokleidung, tragen lokale Schuhe aus Österreich, essen selbst gekochte Breie, frische Biomahlzeiten, selbstgemachte Gebäcke, haben Holzspielwaren aus Bioholz ohne Farben oder mit Biofarben und haben sonst auch sehr viel von dem, was man sinnvollerweise haben sollte als Kind. Die haushaltsfixierte Phase wird wohl noch ein bisschen andauern, da meine Kinder alle drei gern alles in den Mund nehmen und ihr Essen (die kleinen jetzt) gern auf sich und dem Boden verteilen.

  • Umorientierung: Selbstständig machen wie die anderen, erfolgreich werden mit eigenem Unternehmen

Das machen in meinem Umfeld, wo es extrem viele Bankerinnen gibt, sehr viele. Umorientieren in der Elternzeit, mehr mit Menschen machen, kitanahe Beschäftigungen suchen und finden. Einige machen Krabbelgruppen, andere leiten Fitnesskurse, wieder andere engagieren sich erstmal bei der Kirche oder der Kommune, um ein Gefühl für das zu bekommen, das sie eigentlich interessiert. Das Internet ist ja voller Dawanda-Ladies, die ihr Leben in die Hand nehmen und sich mit Windelnähereien oder Kleiderangeboten selbstständig machen, auf Märkten verkaufen, nähen, einkaufen und ihren Teil vom Familieneinkommen so erwirtschaften.
Ich persönlich stehe dem mehr als skeptisch gegenüber, da die meisten doch immer wieder schreiben, was sie sich selbst gönnen mussten, welches Zubehör, Stoff usw. ihnen so gut gefallen hat, dass es nach Hause wanderte – und so einiges wieder ausgeben von dem, was doch eigentlich in die Haushaltskasse wandern sollte. Und um richtig was einzunehmen, muss man ordentlich verkaufen, also täglich viel. Dann kann man davon sicher auch gut leben. Aber wenns nur so tröpfelt, ist man nicht finanziell unabhängig. Und das ist nichts für mich. Ich verdiene mein eigenes Geld, das mich über Wasser hält, seit ich 16 bin, habe immer Nebenjobs gehabt und auch in den schlechtesten Elternzeittagen (als ich bei Minilama nicht die Steuerklasse gewechselt hatte und wirklich grenzwertig wenig bekommen habe) meine Verpflichtungen selbst decken können. Ich bin also qua Selbstverständnis keine Zuverdienerin im Haushalt und würde mich daher nie auf eine Dawanda-Karriere einlassen (mal abgesehen davon, dass keiner das Zeugs kaufen würde, das ist zusammenschustere). Umschulen ist für mich auch kein Thema – ich habe ja schon den sozialen Job, den viele sich wünschen (und kenne seine Vor- und Nachteile, sodass ich oft schweigen muss, wenn andere davon schwärmen, was sie sich darunter vorstellen) und bin damit auch grundsätzlich zufrieden – und was mir nicht gefällt nehme ich hin, denn es gibt nichts Perfektes auf der Welt. Ich glaube, dieses Blog, das Alphalama mir aufgesetzt hat, ist meine Interpretation des Wunsches, in der Elternzeit über sich selbst hinauszuwachsen und noch etwas neben den Kindern zu haben. Und ich muss sagen, das ist für mich ein guter Vergleich zu dem, was ich über Dawanda (u.ä.) denke: Überall heißt es, man könne super Geld nebenher mit dem Blog verdienen und so viele Blogger geben einem Tipps, wie man binnen 4 Wochen Geld machen kann mit dem Blog – aber die Wahrheit ist natürlich eine ganz andere. Der Blog ist und bleibt ein Hobby, ein Tagebuch für den weitgehend privaten Gebrauch – es sei denn man verkauft die Plattform an irgendwelche (meist dubiosen) Marken und macht sie zu einem Marktplatz oder man hat einfach guten und sehr, sehr interessanten Content.
Und wenn ich das eben auf andere ach so tolle Gelegenheiten übertrage denke ich mir noch mehr: Schuster bleib bei deinen Leisten oder mach eine richtige Umschulung (so wie eine Freundin, die sich mit Mitte 30 uind nach 2 Kindern zu einer Ausbildung als Erzieherin entschieden hat.)

Ende der Auszeit oder: Wieder mehr als Hausfrau und Mutter

Meine Auszeit vom Beruf neigt sich dem Ende zu. Ich war dieses Mal sehr lange zuhause. Es war auch mehr als Elternzeit. In der frühen Schwangerschaft mit den Zwillinge (Babylamas) ging es mir nicht so gut, ich hatte starke Schmerzen und Konzentrationsprobleme. Das war meinem Arzt nicht geheuer, da ich 35 Kilometer fahren und einiges an Höhenmetern zurücklegen muss, um ins Büro zu gelangen. Und da mein Job eigentlich kein Bürojob, sondern ein Job vor Ort ist, kommen am Tag einige weitere Gänge und Fahrten hinzu, erteilte er mir früh ein Beschäftigungsverbot. Hätte ich nicht weiterhin einige Schwierigkeiten und vor allem starke Schmerzen gehabt, wäre das eine lustige Zeit geworden. Die meiste Zeit davon war leider anstrengend und leidvoll. Oft ging es mir nur im Liegen einigermaßen aushaltbar gut. Zwischen der ersten Überkeitswelle (bis 16. SSW) und der Liegephase wegen Frühgeburtsrisiko (31. SSW) gab es einige beschwerdeärmere Wochen, in denen ich Kleidung nähte und meine hausfraulichen Pflichten wie Waschen, Kochen, Bügeln und Putzen auf den ganzen Tag verteilt verrichtete.
Die letzten 7 Wochen lag ich panisch auf der Couch, aus Angst, die Kinder könnten zu früh geboren werden. Ich hatte unsagbare Schmerzen in der Rippengegend, in die die Babies (beide Schädellage) fröhlich kickten. Davon gibt es sogar Ultraschallbilder, da ich mehrmals aus Angst vor Gestose (starke Schmerzen im rechten Oberbauch) den Arzt konsultierte. Der Bauch wurde regelmäßig hart und ich spürte die Wehenaktivität deutlich. Vieles aus diesen schrecklichen Wochen habe ich schon verdrängt, das ist auch gut so. Ich war nicht mehr ich selbst, hatte nur noch das Ziel, dass es den Kindern gutgeht, hatte keine eigenen Wünsche oder Bedürfnisse mehr.
Als die Kinder dann gut und am Termin zur Welt kamen begannen 12 Wochen Mutterschutz (bei Mehrlingen sind es 12 Wochen), in denen ich durch das Engagement meiner Mutter eine Haushaltshilfe über die Krankenkasse bekam. Die Kasse selbst (bzw. der Sachbearbeiter) stellte sich unheimlich quer. Mein Mann war jedoch 13 Stunden am Tag außer Haus und meine Mutter lebt eine Fahrstunde weg von uns. Die Idee, mir Unterstützung von Wellcome zu suchen, erwies sich ja im Nachhinein als eher abwegig und zudem war direkt nach der Geburt niemand zu finden.
Trotz starker Nachwehen und sekundärem Milcheinschuss ging es rasch aufwärts und ich konnte zunehmend alle Erledigungen an den Kindern alleine bewältigen, Minilama zur Kita bringen und abholen und (Das musste vorher Alphalama tun und dafür täglich ein bisschen, in der Woche dann 1 Tag,  Urlaub nehmen, der ihm dadurch so durch die Finger rann) kleine Einkäufe (wie Milchpulver) machen. Die Haushaltshilfe wusch, bügelte, räumte grob auf, wischte das Haus, wienerte die Bäder (das war mir nach beiden Schwangerschaften sehr wichtig. Gerade im Wochenbett wollte ich ein desinfiziertes Bad haben. Sonst bin ich da eher lax, aber in der Zeit brauchte ich es sauber, sauber, sauber – sonst hätte ich einfach losgeweint.
Darauf folgte eine kurze Zeit, in der ich den Alltag alleine stemmte, die Babylamas wurden getauft dann kam die Wellcome-Episode (könnt ihr an anderer Stelle nachlesen). Dann musste Baby 1 in die Klinik, ich stand wahre Todesängste um meinen Schatz aus, Alphalama musste irgendwie die anderen beiden Kinder betreuen, arbeiten, alles regeln zuhause und ich hatte in der Folge eine allergische Reaktion am ganzen Körper. Kleinstkind im Krankenhaus – der absolute Albtraum. Toll sind dabei auch die Kommentare anderer Leute vorm Aufzug auf dem Weg zum Schweißtest, der Gott sei Dank negativ ausgefallen ist („He, Horst, guck mal das Kind da. So klein und braucht schon Sauerstoff. Tss, tss.“) – aber ich bin ja immer dann wenn die Menschen um mich herum irgendwie durchdrehen die Ruhe selbst und konnte damit klug umgehen. Zuhause dann eben die Reaktion auf was auch immer. Der Hausarzt ist nahezu 100 % sicher, dass es reiner Stress war.
Um Weihnachten herum wurde es schön gemütlich bei uns, unterbrochen von einem Tag nach dem Fest, an dem Minilama eine Kommode auf Baby 1 kippte während ich oben war um Wechselwäsche zu holen und Alphalama in der Küche Snacks richtete – wir wollten zum Indoorspielplatz. Zum Glück war es außer dem Schreck nichts. Danke an die leichten Ikeamöbel (es war übrigens nicht Malm, wenn ihr das denkt), die nun außer Kinderreichweite sind.
Das ist auch ein Thema der Auszeit. Je mobiler die Kinder werden, umso mehr Dinge, die wir Eltern lieben weichen. Deko, Bilder, Möbel, Lautsprecher, Beamer und Leinwand… Das Wohnzimmer, verbarrikadiert mit Hochstühlen ist ein Indoorspielplatz geworden, ein großer Laufstall. Das brauchen wir auch dringend, denn es ist unrealistisch, die Kinder den ganzen Tag im Auge zu haben. Toilettengang, Essen aus dem Keller holen, Waschmaschine anschalten, ein Baby wickeln, umziehen, Wechselkleidung holen, saugen, kochen … all das muss getan werden. Und da meine Kinder über Tag kaum schlafen (maximal 2 Stunden von morgens 5 bis abends 7) – und dann meist unterwegs im Wagen – muss es irgendwie gehen während die beiden spielen. Minilama, das bis 14 Monate nur robbte und zwar sehr langsam und nur wenn mal was interessant war (was es kaum war) und meist mit einem Buch zufrieden war (wie heute auch noch – das Kind ist noch bibliophiler als ich), war immer da, wo ich war. Ich hatte überall Decken liegen und ein Buch dabei und so gingen wir durchs Haus und erledigten alles. Mit meinen beiden Hochleistungskrabbeln ist die Vorstellung, so zu agieren ein schlechter Witz. Daher sind sie immer in einem (sehr großen) Raum, der ein echtes Kinderparadies ist.
In diesem Jahr der Auszeit haben wir 4 neue Fenster bekommen, eine neue Heizung, mehrere neue Heizkörper, haben Rolladen reparieren lassen, die Einliegerwohnung ausgebaut, bauen den Speicher aus, haben den Ravello Steinteppich auf den Müll geworfen, die Schiebetür in der Küche rausgeworfen, eine Wand im Flur rasugeworfen, den Flur renoviert, den Speicher gedämmt, oben ein neues Veluxfenster einbauen lassen, sehr teure (!) edle Buchenkonsolen für die Treppenschutzgitter geordert), den Keller, wo der Tank stand, in einen schönen Raum verwandelt (der Rest ist Chaos, Chaos, Chaos), 2 neue Kleiderschränke beschafft und in den umgestalteten Kinderzimmern aufgebaut, ich habe ein (für mich) neues, aber nach wie vor kleines Auto gekauft – und die Kinder haben massenweise neue (für sie neue) Gefährte bekommen. Ich habe das Treppenhaus eine gefühlte Million mal geputzt (50 Stufen sage ich nur – und das parallel zu Sirenengebrüll der Babylamas – also mit 100 Unterbrechungen zum Trösten und oft mit einem Kind auf dem Arm).
Es war viel los und doch ist noch so viel zu tun. Im letzten Jahr, wo ich dauerhaft zuhause war, kam mehr als einmal die Wehmut hoch, dass unser Haus ist wie es ist. Verbaut an manchen Stellen, eng an vielen Stellen, ohne nennenswertes Draußengelände zum Wäsche trocknen (erst gestern musste ich beim Nachbarn mein Halstuch abholen, das trocken zu ihm wehte), so teuer komplett zu heizen usw. Oft wollte ich den Bau bei der Sparkasse verkaufen und mir was Neues bauen. Aber auch wenn ich das eigentlich gerne will, weiß ich, dass dieser Altbau die klügste Lösung war und unseren Kindern ein gutes Daheim bietet. Und zudem uns den finanziellen Spielraum, den Kindern etwas zu bieten ohne auf 10 Euro gucken zu müssen. Unser Haus ist in 7 Jahren abbezahlt und komplett renoviert. Wenn Minilama in die 4. Klasse kommt, sind wir schuldenfrei und Minilama kann sich jede Schule aussuchen, kann mit Bus, Bahn oder sonstwie dorthin fahren, kann eine Privatschule besuchen (die es hier im Ort gibt, daher der Gedanke),  kann auch neue Schulbücher haben, wenn nötig, kann mehrere Sportarten machen und noch ein Instrument dazu spielen. Es kann in der 11. Klasse ins Ausland, wenn es will und ein Semester im Ausland studieren. Und seine Geschwister ebenso. Diese Möglichkeiten habe ich schmerzlich vermisst – wenngleich es dafür noch andere Gründe gab. Das ist es mir wert. Ganz einfach. Die Kinder sind die Priorität, was sie brauchen bekommen sie. Und witzigerweise haben unsere Kinder im alten Wohnturm mehr Platz als manches im Neubaugebiet, wo die Kinderzimmer alle eng geplant sind und die Häuser auf 2 Kinder ausgelegt sind. Bekannte von uns, die auch Zwillinge haben stehen aktuell vor dem Problem, dass sie 3 Kinder und nur 2 Zimmer für sie haben und dass die Babies schon lange keine Babies mehr sind und langsam aber sicher eine Raumlösung gefunden werden muss. Das war bei uns kein Problem, da wir noch den Speicher als Ausbaupotential hatten. Alphalama und ich haben oben bald (!) ein Schlafzimmer und ein Büro/Spielzimmer für Große (in das übrigens auch keine Kinder dürfen und zwar grundsätzlich erstmal nicht bis sie nicht mehr alles runterwerfen und in den Mund nehmen. Es ist so schön zu wissen, dass es einen Ort gibt, wo das LThK, mein größter Schatz, und meine teure Glasschale stehen und auch einfach stehen bleiben. Nennt mich nun egoistisch oder kinderunfreundlich – aber ich brauche das. So so dringend.)
Dennoch ist es eben alt und eng und außerdem gibt es keinen Draußenraum (wenn man nicht neben den Mülltonnen spielen will.) und das macht es doch manchmal schwer. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, wann ich diesen zusätzlichen Raum pflegen sollte, zumal ich ja bald wieder vollzeit unterwegs bin und auch oft am Wochenende arbeite. Die Wünsche kommen eben oft dann, wenn man den Kopf dafür freier hat.
Dieses Jahr ging rasch vorüber, die Abläufe sind mittlerweile klar zementiert, ich habe den Alltag und den Haushalt im Griff. Die Kinder entwickeln sich rasant und zu meiner großen Freude. Minilama, problemlos trocken seit es 32 Monate alt ist,  spricht wie ein 5jähriges Kind, liebt Bücher und Hörspiele, bastelt und malt mit Hingabe und erstaunlicher Genauigkeit, zählt alles, was es sieht, fährt seit einem halb Jahr Fahrrad, lernt mit Hochdruck schwimmen und hat ohne ein negatives Wort die Nestgruppe verlassen und zählt jetzt zu den Großen, wo es in kürzester Zeit seinen Platz gefunden hat und sich völlig angstfrei bewegt. Es ist nach wie vor fordernd und durch seine Intelligenz oft anstrengend für die übermüdete und ausgepowerte Mutter, die sie oft mehr Geduld, Ruhe und Zeit wünschen würde. Und dennoch ist es das beste Kind, das ich kenne und hat einfach in allem, was es tut, Champions-League-Niveau. Meine hohen Erwartungen übertrifft das Kind problemlos und lässt mich sprachlos und voller Stolz zurück. Erste Sahne eben.
Die Babylamas sind ganz andere Kinder als Mini. Also im Rahmen dessen dass es Geschwister sind und sie daher vieles gleich machen natürlich. Baby 2 und Minilama sind kleine Zwillinge. Auf den Babyfotos kann man die Kinder kaum unterscheiden, also optisch. Vom Wesen her schon eher. Baby 2, von Anfang an der Süße, ist ein kleiner Krawallo. Schlägt alles überall dagegen. Fläschchen gegen Fenster, Bauklotz gegen Tür, Holzkugel gegen Boden. Wirft Sachen um, räumt lautstark aus. Und lacht dabei. Die Geschwister, eher gemütliche Bauer, meckern dann. Es kann aber auch sehr ruhig sein, wenn z.B. Bücher geguckt werden. Dann ist es aufmerksam und betastet andächtig die Zeichnungen. Und er spricht schon richtig viel, Mama und Papa, danke und bitte und auch schon Ball. Und zwar deutlich und am richtigen Moment. Baby 2 und Minilama sind sehr sehr eng und lieben sich innig. Minilama hat auch eine leichte Präferenz für Baby 2. Ich glaube, das liegt an der dichten Zeit, die die beiden verlebt haben als Baby 1 mit mir in der Klinik war.
Baby 1 fällt optisch ein bisschen aus der Reihe, ein bisschen nur. Aber mir als Mama fällt das stark auf. Baby 1 ist unheimlich niedlich, schmust mit Kuscheltieren, greift nach unseren Händen und schmust sich damit, knuddelt auch die Geschwister inniglich. Es ist unser Handwerker. Wenn bei uns Schmierfett an der Tür ist oder ein Körnchen auf dem Boden liegt – Baby 1 findet es und untersucht es ausgiebig, ist allgemein ein sehr haptischer Typ. Es kann schon seit Monaten den Grimms Stapelturm alleine aufbauen und Formen in die dazu gehörigen Löcher legen. Gezeigt habe ich das vielleicht 2 mal. Für mich ein richtiges Schauspiel. Baby 1 räumt gern den Tisch ab und steht schon länger freihändig. Der letzte Kick zum Loslaufen fehlt noch, wird aber sicher in der Kita kommen. Es ist unheimlich zufrieden und ausgeglichen, ruhig und entspannt. Kommt als einziges von unseren Kindern nach dem Papa, die anderen beiden sind ständig unter Volldampf unterwegs. Baby 1 ist furchtlos und krabbelt schon mal über den ganzen Spielplatz, guckt sich kurz um und wetzt dann weiter.
Die Babylamas sind unheimlich interessiert, wach und zufrieden, ja geduldig, wenn es darum geht, Minilamas Eskapaden auszuhalten. Sie warten auch 10 Minuten voll eingemummelt aufs Rausgehen – bis das Mini sich entschieden hat, Schuhe und die Mütze anzuziehen, zum Glück. Sie sind regelrecht kitareif und gucken sich alles interessiert an. Sie sind ja auch von Geburt an täglich 2 mal dort, haben schon Freunde, die auch dort sind (kleine Geschwister von Minilamas Homies (muss man echt so sagen), die öfters zu Gast sind). Die Eingewöhnung wird sicher ähnlich laufen wie bei Minilama, da beide sicher gebunden sind und ziemlich autonom vom Charakter her sind.
Daher gehe ich mit gutem Gewissen wieder arbeiten. Nach der Elternzeit habe ich meinen Resturlaub aus den letzten 3 Jahren verbraucht, um die Lücke bis zum Kitabeginn zu schließen und trotzdem läuft es wackeliger als ich gehofft hatte. Das Chaos zuhause nimmt gegen Ende ziemlich zu, durch Bauarbeiten und häufige Pausen sieht es hier chaotischer aus als es sollte (Bauschutt im Flur, vergessene Leiter auf dem Treppenabsatz, Farbe im Flur, Äpfel in der Einliegewohnung usw.) und ich bin super froh, dass ich bald mal 45 Minuten hier alleine habe um nach der Arbeit fix klar Schiff zu machen und die Kinder danach abzuholen. Ich freue mich auf über mein Gehalt und die Möglichkeiten, die es mir bietet (neue Schuhe wären toll, eine neue Hose aus – das meiste was ich grade habe, ist irgendwie geflickt oder zu groß. Der Sport hinterlässt seine guten Spuren und ich fühle mich endlich wieder richtig attraktiv und ansehnlich, bin glücklich über das Gewicht, die Frau im Spiegel, die Muskeln und die Leistung, die mein Körper vollbringt). In der Elternzeit waren Ausgaben für mich nicht drin, da lief alles in Haus und in die Kinder, jetzt kann ich mir wieder was Kleines erlauben und das macht mich froh. Ich habe auch bald wieder Ausgang, kann das Haus verlassen, kann mit anderen Erwachsenen reden ohne dass die Kinder brüllen oder auf die Straße rennen wollen, kann Themen jenseits der Kinder und meiner Mutterrolle ansprechen, kann das tun, für das ich 5 Jahre studiert habe.
Das heißt natürlich auch, dass ich mich noch besser organisieren muss, den Haushalt noch effektiver gestalten muss, an mehr denken muss (Arbeitsachen, Kitadinge, Erledigungen usw.) und ein noch schlechteres Gewissen den Kindern gegenüber haben werde. Die Kinder werden lange außer Haus sein, sich sicher wohlfühlen, aber dennoch wird es mir schwer fallen nicht bei allem dabei zu sein und auch, auf die herablassenden Kommentare anderer Mütter adäquat zu reagieren, die ihre Kinder ja nie so lange in der Einrichtung lassen würden. Mütter sind oft die größten Feinde untereinander. Ich bin nur meinen und den Bedürfnissen der Familie Rechenschaft schuldig. Und meine Kinder brauchen die außerhäusigen Erfahrungen und besonders  Minilama, das als ältestes Kind natürlich auch eine Lotsenfunktion innehat,  zeigt mir von deutlich, wo es gern alleine wäre. Meine Kinder sind alle drei auf ihre Weise autonome Kinder. Minilama am deutlichsten, denn es sucht sich, was es interessiert und beschäftigt sich damit. Baby 1 entdeckt die Umgebung ohne Mama ohne größere Angst, Baby 2 spielt 30 Minuten mit Dingen, die Krach machen ohne dass es einen anderen als Ansprache  braucht und versinkt ganz in seinen Büchern. Meine Kinder sind alle drei  keine niedlichen Schmusebären, keine kuschligen Affenbabies, die sich ans mütterliche Fell klammern, sondern sie entdecken ihre Umwelt selbstbewusst und wissen, dass ich immer da bin, um sie zu unterstützen. Diese Beobachtung kommt nicht von mir (obgleich ich durchaus die fachliche Kompetenz habe, sowas zu beurteilen, sondern vom Kinderarzt (für die Zwillinge) und von den Erzieherinnen (für Minilama) – und das ist eine Erfahrung, die auch mal weh tun kann. So sehr andere Mamas sich vielleicht wünschen, ihre Kinder wären mal selbstständiger – so sehr tut es eben auch mal weh zu sehen, dass die Kinder vieles alleine können ohne überhaupt mal zu fragen. Meine drei sind im großen und ganzen keine kuscheligen Babies gewesen, am wenigsten Minilama, aber dafür wussten sie von Anfang an, was sie wollen und haben das lautstark kundgetan. Und auch wenn es mir manchmal schwerfällt: Ich gebe ihnen, was sie brauchen, auch wenn das bedeutet, dass sie weniger Mama haben als ich es mir vielleicht wünschen würde. Dafür sind sie aber glücklich und entfalten sich auf erstaunliche Weise. Daher  (unter anderem) auch die Working Mom. Mein Versuch, den Kindern zu zeigen, dass man seine Wünsche erfüllen kann und versuchen kann eine gute Mama zu sein. Mein Versuch ihnen klarzumachen, dass sie gern ihren Weg gehen können. Und wenn immer etwas ist, bin ich da. Auch wenn es leider noch 35 Minuten Wegstrecke sind. Ich habe im letzten Jahr erfolglos es versucht zu verbessern, werde aber nicht aufhören, für uns einzutreten, damit die Ausgangslage sich weiter verbessert.
Froh auf der einen Seite, abwartend und unsicher auf der anderen. Aber egal: Es geht wieder los. Bist die Eingewöhnung abgeschlossen ist, erstmal mit dem Fuß auf der Bremse, danach dann (erstmal) mit Vollgas. Wie es weitergeht wird die Praxis zeigen. Verändern kann man sich ja immer wieder. Dafür ist Alphalama dann mit dem Fuß auf der Bremse (diesmal weniger, aber dafür länger) beruflich unterwegs und ist präsent für die Kinder.
Working Mom – es geht in die zweite Runde,

Alltagsästhetik: Urlaub, wie warst du so schön

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

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Wir schwelgen noch ganz in den Urlaubseindrücken, auch wenn uns der Ernst des Lebens schon längst wieder zurück hat.

Zum Abschluss nochmal kurz weg

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Meine Elternzeit neigt sich dem Ende zu. Eine schöne und abwechslungsreiche, anstrengende, fordernde, freudenreiche und nervenraubende Zeit liegt hinter mir. Die Arbeitspause werde ich sicher noch mal ausführlicher reflektieren. Nun aber erst mal zum Schönen. Meine Elternzeit endet, Alphalamas Elternzeit beginnt. Da er im Ausland arbeitet, kann er für 12 Monate halbzeit zuhause sein. Ein großes Geschenk, wenngleich durch den deutlich späteren Kitastart für die Babies als eigentlich benötigt mein ganzer Urlaub draufging und einiges an Nerven gelassen werden musste. Jetzt ist aber endlich alles gut geplant und sollte bis zum ersten Kitainfekt des ersten Kindes auch klappen. Wenn Kinder krank sind fällt ja ohnehin alle gute Planung in sich zusammen. Bis es aber so weit ist, ignorieren wir diese Umstand und auch die ärgerliche Tatsache, dass man als pflegendes Elternteil dann deutliche Lohneinbußen hinnehmen muss.
Als ich schwanger war, träumten wir immer von einer Rundreise durch Skandinavien mit dem Wohnmobil mit Kind und Kegel. Das hat sich aber (natürlich) zerschlagen. Zum einen, weil unsere Kinder nicht sind wie andere und lieblich und leise hinten im Auto schlafen oder wie das Kind einer Freundin, der kleine Räuber, im Einkaufswagen einschlafen. (Wenn das das Räuberhafteste wäre, das meine Kinder tun, würde ich echt lachen. Meine werfen vor 7 Uhr schon mal 2 Gläser Tee auf den Boden und suhlen sich dann drin, beißen sich bis aufs Blut und Minilama stimmt ein tierisches Gebrüll an, weil das Gebrüll der Babies ihm zu laut ist.)
Außerdem haben wir diese Auszeit genutzt, um viel (aber leider nicht alles) im Wohnturm zu renovieren. Renovieren ist so langwierig. Seit März bauen wir den Speicher aus. Als der eine Raum fertig war, verursachten die Handwerker, die einen Heizkörper aufhängen sollten einen riesigen Wasserschaden, sodass wir vieles wieder neu machen mussten. Und nein, der Speicher ist noch immer nicht fertig. Man kann es kaum glauben. Ich denke auch, dass wir die anderen Heizkörper im Haus besser nicht mehr tauschen; Wasserflecken auf dem Parkett würde ich nicht aushalten. Handwerker sind echt – nun ja, das ist ein Kapitel für sich. Zumindest so viel: Sie kommen oft auch dann nicht, wenn man 20 mal anruft und versichert, dass man wie schon die Male zuvor sofort zahlt.
Ich habe jedoch so kurz vor Ende der Zeit daheim akutes Meerweh bekommen und nachdem unser früher Sommerurlaub mit den Kindern eher durchwachsen war und unser Besuch bei Freunden, der uns auf einen Lamahof geführt hatte schon besser war (und Minilama selbst dauernd vom Urlaub am Meer und „Seerobben“ gesprochen hat), versuchte ich sehr spontan nochmal mein Glück. 9 Tage vor Abfahrt gebucht war die Ferienwohnung OK für uns fünf, (sobald man mehr als 2 Kinder hat, wird es schwierig was zu finden, das unter 50 Euro am Tag bleibt)  preislich top, alle haben sich wohlgefühlt.
Wir waren im Moor unterwegs, haben Seehunde besucht, am Strand gebuddelt, haben Tiere besucht und waren -Geheimtip- im Ökowerk  zu Gast. Es war super, super schön. Viel Natur, viele Tiere. Die Kinder waren – für ihre Verhältnisse und Alter – lieb und sehr geduldig.
Und ich hatte, seit ewigen Zeiten, nochmal die große Kamera mit Teleobjektiv dabei. Das hat mir so viel Freude gemacht.

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