Ferienpanik

Minilamas Kita schließt im Sommer für drei Wochen am Stück. Drei Wochen nagen am Urlaubsbudget, denn es kommen ja noch andere Schließtage und Ferientage hinzu. Eine Bekannte sagte mir einmal, dass sie 100 % ihres Urlaubsanspruchs für die Kita aufbrauche und dann immer hoffe, dass sie nicht zwischendurch mal zum Arzt müsse.
Ich bin immer hin und hergerissen zwischen der Freude, dass es nicht gleich 6 Wochen sind wie später in der Schule und dem bangen Nachzählen meiner freien Tage. Wenn ich aber ehrlich bin, hatten wir bisher noch nicht die volle Breitseite, weil in Minilamas Kitakarriere nur 8 Wochen zwischen dem Ende von Papas Elternzeit und meiner Schwangerschaft lagen, in der ich ja rasch nicht mehr arbeiten durfte und somit zuhause verfügbar war. So richtig kann ich also gar nicht mitreden.
Die bevorstehenden drei Wochen sind Grund genug für viele Mamas in der Einrichtung so richtig Panik zu bekommen. Als parallel noch in der letzten Woche vor den Ferien ein Magendarminfekt wütete, flippten viele aus. Auch ich ließ Minilama zuhause. Ich konnte es ja zum Glück, da ich schon Urlaub hatte. Magendarm hatten wir schon 2 mal in den letzten 12 Monaten und da ich meist am schlimmsten betroffen bin, habe ich ganz egoistisch entschieden, dass wir uns das einmal sparen können. Selbst krank mit Kindern im Haus ist der absolute, absolute Horror. Davor habe ich die Panik. Meist ist man allein, es geht einem dreckig, man wird nicht so schnell wieder fit wie nötig, die Kinder drehen am Rad und man will nur noch weg. Daher war Minilama zwei Tage länger daheim. Und es fehlte ihm der langsame Abschied vom Kitatrubel. Daher war die Umstellung auch schwierig. Man kennt es ja von sich: Erst noch mit Volldampf am arbeiten, dann entspannt auf dem Balkon… Das gelingt nicht einfach von heute auf morgen. Hinzu kommt bei Minilama die Angst, es dürfe nicht mehr in die Kita, nie mehr.
Ich frage mich manchmal, warum wir Mamas so eine Panik vor der Ferien haben, Warum uns unsere Kinder so entfremdet sind, dass wir fürchten drei Wochen mit ihnen verbringen zu müssen. Oder ob es daran liegt, dass auch die Mamas gerne Entspannung hätten, die Kinder aber eine Rundumbespaßung benötigen. Auf dem Spielplatz am ersten offiziellen Ferientag waren viele völlig erschöpfte Mamas zu sehen, die volle Breitseite die Anpassungsschwierigkeiten ihrer Kleinen mitmachen mussten. Die auch genervt waren vom Tempo, mit dem die Kinder stets was anderes machen wollten. Erst Radfahren, dann Laufrad, dann Roller, dann doch lieber was essen gehen.
Während ich noch versuchte, Minilama das Konzept Ferien wieder näherzubringen, waren andere Mamas schon völlig durch. Oder was auch sein kann, artikulierten ihre Gefühlslage deutlicher. Ich bin da eher zurückhaltend meine negativen Gefühle vor anderen zu formulieren, brauche etwas Zeit, damit ich differenzierter ausdrücken kann, wo der Schuh drückt.
Ferienpanik hatte ich keine, ich war schon eingestellt auf die dichte Zeit überwiegend mit drei Kindern alleine. Wir hatten eine Woche Familienzeit und zwei Wochen Mama-Kinderzeit. Natürlich wünsche ich mir immer, wir könnten mehr Zeit als Familie verbringen, einfach aus dem Grund, dass man sich dann mal eher kurz verkrümeln kann. Um eine Sporttasche fürs Kind zu nähen, einen kurzen Film zu sehen, in Ruhe zu duschen oder auf Toilette zu gehen. Aber ich merke auch, dass ich das gern ausnutze, wenn noch jemand da ist, der auf die Kinder aufpassen kann. Insofern ist es ganz gut, wenn nicht zu oft die Unterstützung da ist.
Ferienzeit mit drei Kindern heißt gerade am Anfang eine 16-18 Stunden Betreuung am Tag. Minilama ist ein schlechter Schläfer. 21 bis 5 Uhr reichen ihm. Gerade abends ist es oft sehr anstrengend.
Das Zeitfenster reicht mir jedoch leider nicht immer. Denn ich habe mit dem Waschen, Kochen und Putzen einiges zu tun. In den Ferien bleibt daher vieles bis zum Wochenende liegen. Wenn eine gewisse Anpassung an die freie Zeit erfolgt ist, hat Minilama längere Phasen des ruhigen Freispiels. Die kann und muss man dann ausnutzen zum Kochen oder Wäsche aufhängen. In anderen Phasen muss man ständig bei den Kindern sein, damit sie sich nicht wehtun. Aus Spiel wird bei meinen dreien gern mal ernst und es wird gebissen (Babies) und geschubst (alle drei) und getreten (Minilama). Oft spielen sie aber schön zusammen. Das Ende ist natürlich nie absehbar.
Ich hatte mehrere Highlights für die Ferienzeit eingeplant, wie 2 Übernachtungsausflüge, Freibad, Freunde besuchen, hatte neue Bücher ausgeliehen und Aufkleber besorgt, Bastelmaterial zusammengesucht usw. Das hat die Tage gut aufgelockert und Minilama viel Freude gemacht. Die Arbeit ist natürlich enorm. Für ein Wochenende zu fünft zu packen ist eine körperliche Anstrengung, gerade wenn es parallel zum Tagesablauf dabeigequetscht werden muss.  Das letzte was ich vorm Fahren mache ist Windeln waschen und das erste, wenn wir wieder ankommen auch. Parallel eben zu allem anderen.
Ich hoffe, mit der Zeit wird es auch für mich Inseln des Ausruhens geben, mehr als 10 Minuten Kurzpause am Tag.
Jetzt am Ende der Ferien bin ich nämlich regelrecht urlaubsreif und will keinen mehr sehen oder hören. Geht natürlich auch nicht. Die Babies sind ja noch daheim und alles geht wieder los.

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