Fitness nach der Zwillingsschwangerschaft – Mombod auf Nimmerwiedersehen

Im letzten Jahr hat mein Körper zum zweiten Mal in meinem Leben wahre Höchstleistungen vollbracht. Nach der gut rückgebildeten ersten Schwangerschaft mit Minilama startete ich sehr fit in die zweite Schwangerschaft.

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Diese riss mir jedoch von Anfang an den Boden unter den Füßen weg. Ich war von der 6. SSW an sehr entkräftet, müde, kraftlos. Nach dem ersten Termin beim Frauenarzt, wo eine Schwangerschaft bestätigt wurde, war mir so schlecht und schwindlig, dass ich es kaum zum Bahnhof schaffe und mich im fahrenden Zug auf der Toilette übergeben musste. (Sehr entwürdigend, glaubt mir.)
Ich, eigentlich sehr bewegungsfreudig und sportaffin, lag die meiste Zeit des Tages zuhause auf der Couch, später auf einem extra aufgestellten Gästebett. Das Sitzen wurde zur Qual, Autofahren schon vor der 12. SSW nahezu unmöglich. Der Druck auf den Bauch war unerträglich, mir war ständig übel. Ich verließ den Ort nur noch, um zum Frauenarzt zu fahren. Schwimmen war ich nur zwischen der 16. und der 31. SSW.
Ich nahm in den 38 SSW 12 Kilo zu, hatte am Ende durch die Hitze stark geschwollene Beine. Da der Bauch sehr kompakt war, hatte ich ständig Schmerzen, wenn die Babies sich bewegten, denn sie traten stets gegen den Rippenbogen oder quetschten meine Organe, Schmerzen, die mich dazu veranlassten, mehrmals mit Verdacht auf Gestose beim Frauenarzt zu erscheinen.
Die letzten 7,5 Wochen verbrachte ich nahezu völlig demobilisiert auf der Couch, um die drohende Frühgeburt abzuwenden. (Erfolgreich, zum Glück) Bei der Geburt selbst bekam ich mindestens 10 Stunden lang Oxytocin über den Tropf, nach dem hohen Blutverlust durch die Geburtsverletzung weitere starke Medikamente, Eiseninfusionen und wegen der unmenschlichen Rückenschmerzen, die ich als Nachwehen hatte, sehr starke Schmerzmittel. Nicht zu vergessen die beiden Lungenreifespritzen in der 31. SSW, von denen ich einen unbändigen Hunger bekam (2 Kilo schlugen die zu Buche), Schweißausbrüche und Schwindelattacken.
Der Bauch war nicht sehr imposant, da extrem kompakt. Keine Risse (bis auf einen am Bauchnabel am Morgen der Entbindung, sehr ärgerlich.) Allerdings blieb eine riesige Menge loser Haus zurück, wie wenn man viel abnimmt, denke ich mir.

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Ungefähr 35. SSW – vorne und Rückenansicht. Das war eine nur nach vorne gehende Kugel.

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Eine Woche vor der Entbindung, also 37+irgendwas.

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Ein Tag vor der Entbindung, also 38+0

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Ein Tag nach der Entbindung. Das Gewicht ist ungefähr wieder auf Vorschwangerschaftsniveau. Allerdings ist der Bauchnabel und der gesamte Bauch total erschlafft.

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1 Woche nach der Entbindung zuhause. Man sieht im Sitzen besser die Hautmengen, die noch rückgebildet werden wollen.

Dann gibt es keine Bauchbilder mehr bis knapp 8 Monate nach der Geburt. Ich habe sehr ehrgeizig an der Rückbildung teilgenommen, die Bauchmuskeln haben sich schnell wieder geschlossen (also keine Diastase mehr nach 8 Wochen). Leider habe ich nicht die Zeit gehabt wie bei  Minilama im Anschluss an den Kurs weiterzumachen. Bei Minilama war ich 7 mal in der Woche zum Schwimmen, war knapp 12 Kilometer mit dem Kinderwagen unterwegs, allgemein sehr aktiv und hatte ein sehr geringes Hungergefühl. Nach dem Umzug ging ich immerhin noch 2-3 Mal schwimmen, war viel unterwegs, handwerkerte viel und war einmal in der Woche in einem Fitnesskurs.
Nach der Zwillingsschwangerschaft war ich erstaunt, wie stark die Rückbildungsneigung des Körpers ist, wie schnell der Bauch wieder passabel aussah, wie schnell ich wieder in alte Hosen passte, wie schnell Unbekannte nichts mehr sahen, dass ich kürzlich entbunden hatte und mir kaum abkaufen wollten, dass die drei Schreihälse in und auf dem Kinderwagen meine sind. Das pusht natürlich ganz schön. Denn egal wie wenig man als Frau auch in den Schminktopf greifen mag oder Suchtshoppingqueen ist – schön sein wollen wir alle. Und gerade nach einer anstrengenden Schwangerschaft ist es schön, wieder als attraktive Frau wahrgenommen zu werden, denn das Körpergefühl leidet stark durch eine Schwangerschaft und das viele Alleinsein mit Baby zuhause tut sein übriges.
In den ersten Monaten nach der Entbindung gelang es mir nur, 2 mal in der Woche schwimmen zu gehen. Manchmal auch nur ein Mal. Mein Fitnesskurs muss nach wie vor ruhen, damit Minilama in Ruhe zum Eltern-Kind-Turnen gehen kann und ich Alphalama abends nicht mit drei weinenden Kindern in die Abendroutine mit Zähneputzen und Umziehen und in den Schlaf begleiten alleine lassen möchte. Das kann man niemandem zumuten.
Meine Schwimmzeit glich immer mehr einer Entspanungsphase als einem Workout, nach 30 Minuten war ich fertig. Schlafmangel, Lärmbelastung, Arbeitsmenge, Stress – wir funktionierten nur noch.
Meinem Bewegungsmangel konnte ich kaum nachkommen. Die 7 Kilometer täglich zur Kita reichen mir einfach nicht aus. Da die Kinder sehr fordernd sind, komme ich zudem kaum zum regelmäßigen Essen. Nach dem Mittagsbrei sind die Babies müde, wollen schlafen. Nach dem Essen geht es sofort raus, alle runtertragen, anziehen, raus. Manchmal schlafen die Kindern nur 30 Minuten, das reicht nicht zum Kochen und essen, zum Aufräumen und saubermachen. Mein Essen fiel meistens aus, das der übrigen Familienmitglieder kochte ich immer mit Ach und Krach. Aber es war immer was Warmes da, es ist immer was Warmes da, Windeln sind auch immer da, sauber ist es auch, ich nehme alle Termine für alle wahr, koordiniere Arztbesuche, Sport, kümmere mich um meine Familie.
Dabei komme ich selbst mehr als zu kurz. Vor einigen Monaten wurde mir immer mehr bewusst, wie sehr ich und letztlich auch meine Familie darunter leide. Eine unentspannte, gereizte Mutter bringt niemandem etwas. Und eine unzufriedene schon zwei Mal nicht.

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8 Monate nach der Geburt war ich sehr unglücklich mit der Optik meines Bauchs, denn ich erwarte deutlich mehr von mir. Was meinen Körper angeht bin ich sehr ehrgeizig. Ich überlegte, was in meiner Lage möglich ist. Fitnessstudio, externe Kurse usw. sind kaum machbar solange die Babies noch nicht im Kindergarten sind. Und später wahrscheinlich auch schwierig, da ich vollzeit wieder in den Beruf zurückkehre.
Daher baue ich mir ein Workout zuhause auf, das ich dank der Unterstützung von Alphalama auch durchziehen kann.
Täglich morgens nach dem strammen Gang in die Kita 45 Minuten Fitness und Beckenbodenübungen wie ich sie im Kurs gelernt habe.
Abends 5 Kilometer auf dem Trimmrad und (momentan) 5 Kilometer auf der Crosstrainer. Ich steigere regelmäßig die Dauer. 2 Mal pro Woche 60 Minuten Wassersport, eine Einheit Dauerschwimmen, eine Einheit Aquajogging.
Mindestens 3 Liter Tee oder Wasser am Tag trinken, als Zwischensnack gibt es morgens anstelle einiger Scheiben Brot einen Magerjoghurt mit Müsli und Obst, mittags nur sehr wenig Kohlenhydrate (ich koche für mich separat, nehme mir Gemüse beiseite bevor die Soße, das Fleisch und die Nudeln o.ä. dazukommen) und esse abends gar keine Kohlehydrate mehr, sondern esse mich an Obst und Gemüse satt. Seit ich jenseits der dreißig bin, muss ich deutlich mehr aufpassen, was ich esse. Und leider esse ich gern mal Schokoladenriegel, Schokotafeln oder dragierte Erdnüsse und Cookies -lieber als Obst und Gemüse. Ich verkneife es mir nicht, das Süße, versuche aber mich besser zu  kontrollieren.

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10 Monate nach der Entbindung bin ich schon etwas zufriedener.

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Und 11 Monate nach der Geburt und regelmäßigem Fitness Workout via Youtube: Auf Wiedersehen Mombod!

 

 

 

 

 

 

 

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