Zwillinge? Das können wir uns aber nicht leisten! Kinder und Geldsorgen – 7 Tipps vom Profi

 

 

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Wenn Menschen mir gegenüber ihre Gedanken auskotzen (sorry), warum sie keine Zwillinge wollen und lieber eine Reduzierung im Mutterleib erwägen würden als die Kinder auszutragen (das ist jetzt keine drastische Übertreibung, ich habe das schon live gehört, von jemanden, der direkt neben meinem Kinderwagen stand), kommt neben der üblichen Überforderungsmelodie und der Angst, den eigenen Egoismus etwas ruhen lassen zu müssen („da haben wir ja gar keine Zeit mehr für uns.“) auch die Sorge ums liebe Geld. „Das können wir uns nicht leisten“. Habe ich schon oft gehört.
Nur kurz noch zu den Nicht-Argumenten, die ich grade genannt habe: Kinder kann man nicht planen, auch wenn uns die moderne Medizin was anderes vormacht. Die Fruchtbarkeit ist kein Schalter, den man einfach umlegen kann, und so manche Frau ist nach einer längeren Pillenphase schockiert darüber, wie lange sie daraufhin ungewollt unfruchtbar ist. Manche bekommen Kinder trotz Verhütung, andere können keine bekommen und hätten gern welche. Wieder andere haben überhört, dass Fruchtbarkeitsbehandlungen die Wahrscheinlichkeit auf Mehrlinge erhöhen und dann zugestimmt, dass drei Embryonen eingesetzt werden. Und wenn sie dann mit Drillingen schwanger sind wollen sie als erstes eine Reduzierung.
Jeder kann ja machen, was er will – ich jedoch halte das ganze Geschwätz rund ums Kinderkriegen für großen Unsinn und Reduzierungen im Mutterleib für den Oberhammer.
Kinder sind ein Geschenk und ich bin glücklich, dass ich so gut beschenkt worden bin. Wie schon mal gesagt, ich hätte auch Drillinge genommen und das mit Kusshand.

Nun wurden es aber Zwillinge und zwar zwei sehr süße. Aber sind die auch unser finanzieller Ruin? Viele unserer Bekannten befürchten, dass zwei auf einmal ihnen finanziell den Hals brechen würden. Wegen Zimmeranbau, Ausstattung, Familienkutsche und Verdienstausfall.
Ich habe euch heute sieben Spar-Tipps zusammengestellt, so dass man sich auch ohne Angst direkt auf seine Zwillinge freuen kann.

  • Pflege
    Weniger ist mehr. Wir machen zusätzlich vieles selbst und verzichten weitestgehend auf Einwegprodukte wie Einmalwaschlappen oder Feuchttücher. Auch Zinksalbe habe ich keine mehr daheim, sondern Heilwolle und Bouretteseide, Waschlappen aus Baumwolle, Rapsöl.
    Und waschen unsere Windeln. Das spart irre viel Geld, grade bei den Zweitgeborenen. Mein Tipp: Geht weg von den netten AIOs mit den schönen Motiven. Mit 15 Euro aufwärts pro Stück kommt ihr so nicht weiter, wenn ihr zwei Hintern zu bedecken habt.
    Einen Haufen Bindewindeln gebraucht kaufen, aus alten Handtüchern rechteckige Einlagen nähen und für nachts gut gebrauchte (das heißt: gut eingewaschene) Popolini besorgen und in jeder Größe maximal 6 Überhosen.
  • Ausstattung
    Eine zentrale Erkenntnis meinerseits ist: So vieles, das angeblich unumgänglich ist, ist eigentlich nicht nötig. Ich habe keinen Tripp Trapp, kein Babybay, kein Geuther Laufgitter, keine Nonomo Federwiege, kein RingSling, keine extra Fußsäcke, keine Schonbezüge für die Kindersitze und auch keinen Raumluftbefeuchter.
    Warum? Weil ich es nicht brauche. Schon gar nicht im Doppelpack.
    Wenn ich merke, das etwas fehlt, schaffe ich es an. Nicht vorher. Außer die Basics: Kindersitz fürs Auto (neu!), Erstausstattung, Glasfläschchen.
    Es gibt Mehrlingsrabatte bei vielen Onlineversendern. Außerdem kann man auf Flohmärkten und bei Kleinanzeigen einiges besorgen. AM besten in Paketen wegen der Versandkosten. Interessant ist die Rubrik „zu verschenken“ – da habe ich Minilamas erste Lederschuhe von Alana her und auch seine Kitagrundausstattung (Latzhosen, Longsleeves). Das wollte eine Mama aus Berlin loswerden gegen Versandkosten.
    Es gibt auch Umsonstläden und Secondhandläden. Man darf sich nur nicht „schämen“ oder so.
    Klug ist es auch, die Sachen, die man selbst nicht mehr braucht weiterzuverkaufen, um so Geld fürs Neue zu bekommen.
    Wir haben einiges von unseren Eltern bekommen aus unserer eigenen Kindheit. Da gibt es auch manchen Schatz zu heben. Freunde, Bekannte und Verwandte helfen seht gern aus, wenn man sie fragt – das ist meine Erfahrung.
  • Anschaffungen
    Neues Haus? Anbau? Familienkutsche? Luxuskinderwagen?
    Was Neuanschaffungen angeht gilt: Ruhig durchatmen. Ein Anbau oder ein neues Haus ist sicher nicht sofort nötig. Babies teilen sich gern ein Zimmer, also kein Problem. Und viele Zwillinge wollen später zusammen schlafen. Bis sie das Gegenteil artikulieren hat man genug Zeit, in aller Ruhe zu überlegen und zu sparen.
    Was das Auto angeht, kommt es auf die Infrastruktur an, wo man lebt. In jedem Fall muss nicht sofort der Sharan vorm Haus parken. Sicher nicht. In meinen Nissan Micra bekomme ich alle drei Kinder rein und Alphalama sitzt erstaunlich bequem hinten in der Mitte. Und für Urlaubsfahrten leiht man sich im Zweifel ein Auto – aber auch das ist noch in weiter Ferne zu Beginn. Wir haben für 150 Euro einen Schalter in Alphalamas Focus einbauen lassen, mit dem er den Beifahrerairbag ausschalten kann, und schwups war die Familienkarre fertig.
    Und der Kinderwagen? Da kann man auch arm werden. Muss man aber nicht. Zuerst muss man sich – unabhängig von den schönen Bildchen der Wagen – klar werden, was man braucht: Leichter wendiger Stadtwagen (wobei das auch eher ein Euphemismus ist bei einem Doppelwagen) oder ein robuster „Schaffer“, der auch durch den Wald fahren kann? Muss der Wagen ins Auto passen? (Das tut unserer z.B. nicht, ist aber kein Problem, da wir unterwegs das Tuch nutzen, jeder eins) Wenn das geklärt ist: Ebay öffnen, Kleinanzeigen öffnen und in Ruhe suchen. Mein Hartan hat mich mit Fußsack und Regencover 195 Euro gekostet, läuft schon 6 Monate täglich knapp 10 Kilometer und ich werde ihn sicher weiterverkauft bekommen.
  • Eigene Gewohnheiten überdenken
    Jeder Schuldnerberater setzt erst mal an den Gewohnheiten der Leute an und versucht auf diese Weise die Fixkosten zu minimieren. Und das ist auch ein guter Tip, wenn man sich Sorgen über die finanzielle Reichweite macht angesichts eines Kindersegens. Haushaltsbuch führen ist ein erster guter Schritt. Dabei sieht man schnell die Geldfresser. Alle 3 Wochen zum Haare färben zum Frisör? 1 Mal im Monat zum Nageltermin? Das Fitnessstudio, in das mal kaum geht? Zeitschriftenabos, Skyabo, regelmäßig auswärts essen und Kino…
    Man sollte sich fragen: Was wollen wir uns gönnen? Was können wir sein lassen? Was ersetzen?
    Als ich mit Minilama schwanger war, fing ich an, meine Schränke, meine Regale und Kommoden durchzugehen. Schritt für Schritt sortierte ich aus, was ich nicht mehr brauchte und gab es weg oder verkaufte es. Wir haben nichts mehr, was nur zum „Schönstehen“ ist. Bei drei Kindern wäre das ohnehin nur eine Belastung.
    Luxussachen wie Zeitschriften, BezahlTV oder Essengehen und Fitnessstudio sollte man realistisch auf den Prüfstand stellen: Was geht mit Kind? Auf was kann ich verzichten?
    Zeitschriften kann man weiterverkaufen oder sich selbst gebrauchte zulegen. Bücher kann man aus der Bibliothek entleihen. Ein gebrauchter Crosstrainer, den man regelmäßig benutzt und ein paar Walkingstöcke ersetzen unter Umständen das Fitnessstudio, in das man kaum geht.
    Selbst (vor)kochen oder eine leckere Stulle einstecken anstelle Kantinenessen oder täglicher Kioskkauf auf der Arbeit spart richtig Geld.
  • Ernährung
    Selbstmachen ist preiswerter als fertig kaufen. Möhrenbrei kann man super vorkochen, ebenso wie das Obstmus. Das ist keine echte Arbeit und spart richtig Geld. Und da man ohnehin zuhause ist, gilt auch die Ausrede „zu wenig Zeit“ nicht. ;)
  • Spiel und Spaß
    Spielsachen kann man prima gebraucht auf Flohmärken oder bei Kleinazeigen bekommen. Meine Kinder haben sogesehen nichts Neues, sondenr eine Mischung aus Lamasus‘ Schätzen und Flohmarktfunden und Selbstgenähtem und Selbstgehäkeltem, meist aus Stoff- und Wollresten. Eine schöne Schwangerschaftsbeschäftigung übrigens.
  • Hobbies
    Babykurse und spätere Hobbies sind durchaus teuer. Für Minilamas Schwimmkurs habe ich knapp 100 Euro hingelegt, die Krabbelgruppe hat 30 Euro für 8 Treffen gekostet. Der zweite Zwilling zahlt meist ungefähr die Hälfte. Daher sollte man sich überlegen, welchen Akzent man setzt: Musik? Sport? Gemeinschaft? Und vor allem richtig gucken. Bei uns gibt es einen Kindertreff, der kostenfrei ist, das Schwimmbad bietet Wassergewöhnung an, die neben dem Eintrittsgeld nichts kostet, die Musiksachen gibt es oft auch auf CD und zu PEKIP gibt es gute Bücher.
    Und wenn die Kinder größer sind: Einen Akzent setzen und nicht 10 Sachen anbieten. Wenn z.B. die Musikschule preisintensiv ist, warum nicht Paten oder Großeltern um Unterstützung fragen anstelle eines Sachgeschenks zum Geburtstag?
    Neben der teuren Ballettschule gibt es Tanzgruppen für Fastnacht, die Ähnliches lehren und preiswerter sind, der Sportverein im Ort ist meist preiswert und schwimmen kann man super beim DLRG. Örtliche Kapellen und Musikvereine sind gerade für Nachwuchsmusiker oft sehr preiswert. Hier lohnt das Nachfragen.

    In diesem Sinne

Breizeit: Beikost für Zwillinge – Gläschen so schnell selbst gekocht

Wer schon was länger hier mitliest, weiß schon, dass ich aufgrund niederschmetternder Erfahrungen nach Minilamas Entbindung zur Stillverweigerin geworden. Das heißt, ich habe mittlerweile gelernt, ohne Scham in der Öffentlichkeit Fläschchen zu mischen und meinen Babies in die kleinen Mündchen zu schieben und mehr oder weniger selbstbewusst zu gestehen, dass ich den Kindern keine Muttermilch anbieten kann. Besonders die Schmerzen beim sekundären Milcheinschuss zwei Wochen nach der Entbindung haben mir den Irrsinn des Lebens nochmal eindrücklich vor Augen geführt.
Seit die Minilamas ein halbes Jahr als sind, bekommen sie nun ihre Beikost. Entgegen der Prophezeiungen einer befreundeten Mutter, deren Kind sich ihrem unbewussten Wunsch nach Led Weaning nachgekommen ist („ach, ich komme doch oft nicht zum Kochen, da ist es gut, wenn x ein Stück Brot isst anstelle vom Brei“) angepasst hat, essen meine Kinder gerne und gut ihren Brei. Ich bin wiedermal sehr entspannt seit es den Beikoststart gab, denn nun fällt meine Stillunwilligkeit nicht länger so eklatant auf.
Bei Minilama habe ich einen Abendkurs zum Thema Brei besucht und bei den Babies gab es in der Willkommenskiste in der Klinik einen guten Flyer vom Ernährungsministerium und meine Krankenkasse hat pünktlich zur U 5 auch einen kurzen Leitfaden geschickt, wie man Mittags-Abend und Nachmittagsbrei zusammenmischt, was enthalten sein muss, wie viel man braucht usw.
Und ich bin dankbar für diese Infos, denn in einer Elternzeitung habe ich mal sinngemäß gelesen: „In Gläschen ist alles enthalten, was Ihr Baby braucht. Wollen Sie selbst kochen, fragen Sie bitte vorher Ihren Kinderarzt.“ Das fand ich regelrecht schockierend. Das industrielle Essen wird gelobt, das selbst gemachte wird als potentiell gefährlich fürs Kind dargestellt. Ich bin anderer Meinung, was das angeht. Selbst gekocht ist definitiv die beste Wahl, das gilt für Babies wie fürs uns.

Ich bin froh. dass ich nun endlich unabhängiger bin vom Milchpulver. Schon seit Minilamas Babyzeit herrscht ja ständiger Milchpulvermangel im Laden und pro Haushalt sind nur 3 Pakete erlaubt (je nach Verkäuferin darf ich 6 kaufen, drei für jedes Kind). Da die Babies sehr gut trinken reicht mir die große Ration kaum eine Wochen und das ständige Suchen nach Pulverrestchen im Laden, da smehrmalige Hingehen  zu verschiedenen Tageszeiten stresst mich ungemein. Auch das Heimschleppen bzw. Heimfahren der erbeuteten Pakete finde ich oft nervig. So weit so gut, wir werden unabhängiger vom Milchpulver.

Breikost habe ich schon für Minilama selbst gekocht. Der Garten meiner Mutter gibt ausreichend Möhren, Kürbis und Kartoffeln her, auch Obst in großen Mengen. Schon letzten Herbst haben wir viele Vorräte eingefroren oder eingekocht, sodass ich nun Karotten, Kürbis und Obst in Bioqualität als gebrauchsfertige Grundlagen habe.
Jetzt konnte ich die Gelegenheit nutzen, die Komponenten miteinander zu vermischen und zu verkochen.
Gestern habe ich einen 6 Kilo Vorrat an Mittagsbrei gekocht.Die Kinder essen jedes 150 Gramm Brei am Tag, sodass ich mit diesen 6 Kilo knapp 20 Tage füttern kann. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste das alles in Gläschenform vom Laden heimtragen, wird mir leicht schwindlig. Und wir sind ja erst beim ersten der drei Breie angelangt.

Das Breikochen ist keine Hexerei und man braucht auch keine aufwändige Spezialausstattung dazu. Topf, Herd, Pürierstab und ein Haufen sauberer Einmachgläser oder Tassen und Trinkgläser reichen völlig aus. Für größere ;engen sind und eine Kühltruhe oder ein Einkochautomat zum Aufbewahren praktisch. (Offenen Brei darf man nur noch am nächsten Tag essen/füttern.) Aber man kann auch durchaus alle 2 Tage neuen Brei kochen.
Thermomix, spezielle Breidöschen aus Kunststoff, Dampfgarer oder sonstige Spezialdinge braucht man dazu nicht.
Guckt mal, wie meine Küche dabei aussieht:

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Die Küche sieht schon nach den Vorarbeiten aus wie ein Schlachtfeld. Kartoffeln brodeln, die eingekochten Möhren sind abgewogen in 2 großen Schalen
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3 Kilo Möhren aus dem heimischen Garten – bis eben noch in Gläser eingekocht. Die sind vom letzten Herbst.
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Hier die gesamten 4 Kilo.
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2 Kilo Kartoffeln von zuhause brodeln heiß
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800 Gramm Biokürbis von daheim werden auch verkocht
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gelichtete Einkochschublade – jetzt nur noch mit Obstgläschen. Möhren und Kürbis sind alle weg
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Kartoffel- Gemüse Mischung wird dank gutem Pürierstab fein gematscht
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Hier eine Auswahl der Gläser , die ich befüllt habe

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fertige Ausbeute
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Das Fleisch portionieren wir in Space Invaders Eiswürfelförmchen aus Silikon, die wir mal in Paris gekauft haben und ansonsten gern für Saftwürfelchen nutzen. Vor dem Füttern wird natürlich nochmal püriert.
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Hier ist das Basisrezept, das ich nutze.

Auf dem Minilama-Abholweg habe ich noch Rindfleisch gekauft, es mit etwas Wasser gar gekocht, fein püriert und je einen kleinen Löffel voll davon auf jedes Glas gestrichen. Als alles kalt war, kam es dann in die Truhe. Jeden Abend werden 2 aufgetaut und der Genuss beginnt. Ach ja, Saft und Rapsöl nicht vergessen!

Ich kann jeden nur ermuntern,  sich selbst ans Kochen zu geben, auch wenn man keinen Garten hat, denn da weiß man genau, was enthalten ist.