Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig?!

„Geld regiert die Welt“, heißt es manchmal. Andere sagen „Hast du was, bist du was.“ Plakativ zwar, aber irgendwie scheint was dran zu sein: Konsumieren wird immer mehr zum Zeichen der Teilhabe. Das neue Handy, der neue Laptop, das neue Auto, die modernen Kleider…
Nicht nur Jugendliche wollen dazugehören, indem sie sich etwas gönnen. Mit Dingen belohnt man sich für eine gute Leistung, man zeigt sich und anderen, wer man ist.
Das ruft zwar zum Widerspruch auf, aber ob im Großen oder im Kleinen: ein bisschen Wahrheit steckt für jedem von uns dahinter.

Geld ist ein großes Thema. Ich finde man merkt es daran, wie über die Flüchtlinge gesprochen wird. Neben der Angst, dass sie denen die Arbeit wegnehmen, die ohnehin keine haben ist die uninformierte Sorge groß, sie könnten nahezu unverdient zu mehr Geld kommen als andere und würden denen damit zusätzlich noch etwas nehmen. (Bitte hier nicht nach genaueren Erklärungen fragen – diese populistischen Phrasen, die im Moment gern gedroschen werden, verstehe ich nicht so richtig)

Daneben finde ich es eklatant, wie häufig im Moment für Kredite geworben wird – Hauskredit und Renovierungskredit ist das eine, aber Konsumkredite fallen mir immer häufiger auf. Hübsche Frau neben teurem Auto auf dem Plakat und die Botschaft: „Nimm dir einen Kredit, dann kannst du das alles haben.“
Spätestens als meine Mutter von ihrer Bank postalisch dazu aufgefordert wurde, sich eine neue Küche anzuschaffen – das Geld sei kein Problem – bin ich mir sicher, dass hier ein Wandel feststellbar ist.
Schuldnerberatung im Fernsehen, Beiträge über Frauen, die ihre Otto-Rechnungen nicht zahlen können, Formate, die die Privatinsolvenz ganzer Familien zeigen – Geld und das Fehlen von Geld sind ein riesen Thema.

Ob nun die hohe Steuerlast oder das zu geringe Einkommen des Durchschnittsdeutschen dafür verantwortlich sind, weiß ich auch nicht – einen kleinen Beitrag leistet sicher auch die Konsumaffinität des Menschen.

Wir fünf Lamas können uns von den Konsumwünschen nicht frei machen. Ob es nun ein neuer Rechner, ein voll elektrisches Auto, der Pool im Keller, das irre Spielzeug ist – wenn Geld keine Rolle spielen würde, wüssten wir ganz genau, was wir haben wollten.
Aber so läuft es leider nicht.

Seit Alphalama und ich Eltern sind, achten wir viel genauer auf unsere Ausgaben als zu früheren Zeiten, die ich auch mal gerne „fette“ Zeiten nenne. Ich weiß mittlerweile sehr genau, was am Monatsanfang wohin abgebucht wird und wozu. Ich weiß, welche Versicherungen wir bei wem für was haben, hole regelmäßig Vergleichsangebote ein und ich reagiere interessiert, wenn die Rede von Tipps fürs Strom- oder Gassparen (juchu, endlich Gas) ist.
Das alles (außer das Energiesparen) fand ich vor einigen Jahren zwar sinnvoll, aber nicht praktikabel für mich. Ebenso wenig wie um die Steuererklärung wollte ich mich eigentlich nicht darum kümmern. Nach einer ernüchternden Erfahrung mit dem preisintensiven Steuerberater, der im Endeffekt alles mundgerecht und schon gelocht von mir haben wollte (was zwar genervt hat, mir aber einiges an Erfahrung mit dem Thema eingebracht hat) war ich dann soweit. Als Eltern sammelt man ja quasi nebenher wertvolle Erfahrungen in den Bereichen Ämterkompetenz und Formularausfüllen, ebenso wie im Ordnung halten in den Unterlagen und Aktenordnern, wenn man Kindergeld und Elterngeld beziehen und sein Kind unter zwei in der Fremdbetreuung unterbringen möchte.

Das ist ja ein großes Ganzes: Die Steuererklärung führt zum Lohnsteuerbescheid, der wiederum zum Empfang von allerlei Geldleistungen berechtigt bzw. das monatliche Einkommen erhöht oder vermindert.
Damit ich einen Überblick über unsere neben den Fixkosten doch manchmal diffusen Ausgaben behalte, führe ich schon seit einigen Jahren ein Haushaltsbuch, in das ich alle unsere Ausgaben eintrage (vom Schokoriegel über die neue Jeans, die Tankfüllung und die neue Heizung . Was eine Quittung hat, wird vermerkt). Wir sammeln alle Quittungen und Rechnungen und wenn die Kiste voll ist, arbeite ich die Quittungen ab. Mittlerweile bin ich ganz fix damit – wie alles, ist es eine Übungssache.

Das hilft mir dabei, den Überblick zu behalten. Gerade mit Haus ändern sich ja die Dimensionen und auch die Summen, die aufgebracht werden wollen. Und mit Kindern vermindern sich die freien finanziellen Ressourcen. So schnell ging der Weg vom Studentisch-Lockeren hin zum Spießig-Erwachsenen.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ein Haushaltsbuch empfehle ich jedem, der öfters mal kein Geld mehr, aber dafür viel Monat übrig hat.

Vorratshaltung – Alltagsästhetik

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

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Die Kürbisse sind reif zuhause. Heute ging es endlich ans Einkochen. Die Babylamas werden ja jeden Tag größer und wenn sie 6 Monate alt sind wollen sie leckeren Brei naschen. Apfel und Birne stehen schon bereit, ebenso wie heimische Möhre. Und seit eben dann auch der Hokkaido, immer 200 g im Glas, eine echt leckere Doppelmahlzeit für die Zwillinge. Zum Glück ist dieses Jahr wieder ein Kürbisjahr.

Ausprobiert: Dinkelcracker

Wir lieben alles, was aus Blätterteig gemacht ist, süße Nusstangen, herzhafte Käsehappen und streuseligen Prasselkuchen. Da ich Blätterteig jedoch nicht selbst herstelle (das geht zwar, ist aber eine unmenschliche Arbeit, die ich angesichts der Verzehrgeschwindigkeit von Blätterteiggebäck im Wohnturm lieber nicht auf mich nehme), ist er natürlich nicht plastikfrei zu bekommen. Außerdem muss man schon samstags wissen, dass man sonntags gern ein spontanes Gebäckstück backen möchte.
Daher bin ich auf der Suche nach Alternativen gewesen und habe endlich eine sehr einfache Alternative zu herzhaften Blätterteig-Käse-Happen (und damit zu gekauften Crackern) gefunden.
Hier das Rezept:

Zutaten

300 g Dinkelmehl
50 ml Öl
etwas Salz
1 Messerspitze Backpulver
Einige Löffel Wasser
Nach Belieben zum Bestreuen: Käse, Schinken, Saaten, Gewürze, Kräuter…

Zubereitung

Die Zutaten in einer Schüssel vermengen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Etwa 20 Minuten ruhen lassen, dann sehr dünn ausrollen, bestreuen und in kleine Stücke schneiden. Bei 180 Grad 5-7 Minuten goldgelb backen.

 

Ernteglück – Alltagsästethik

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

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Unser Weinstock trägt die ersten Früchte. Klein sind sie und so süß.

Wickelecke für 3 Windelkinder

Alphalama und ich sind zu groß für die Wickelkommoden, die standardmäßig verkauft werden und mussten und schon bei der Einrichtung von Minilamas Wickelecke  Gedanken darüber machen, wie wir eine Alternative zu den üblichen Wickelgelegenheiten finden konnten.
Nachdem auch das Wickeln auf der Waschmaschine oder der Babybettchen nicht nur aus Größengründen ausgeschieden waren und wir in unserem Haus keine ausreichend hohe Kommode hatten, die wir hätten mit einem Wickelbrett bestücken können, mussten wir ganz anderes denken und entschieden und für einen Bartisch mit Wickelbrett. Da der Tisch ja keine Fächer hat wie eine Kommode blieb die Frage, wo wir alles verstauen sollten, dass das Kind braucht – und zwar am besten in Griffreichweite. Mit Regalen an der Wand und auf dem Boden lösten wir das Problem und haben seitdem eine für uns praktische Wickellösung in Minilamas Zimmer aufgebaut.
Diese wanderte mit der Herdenvergrößerung ins Babyzimmer, denn ich wollte Mini nicht nachts mit weinenden Babies und deren Windeln behelligen. So bauten wir die Anlage im einen Zimmer ab und im anderen wieder bauähnlich auf. Allein die Menge an Kleidung, die nun dort gelagert werden soll machte die Konstrution etwas wacklig am Anfang, sodass wir hier noch einmal umdenken mussten und seit wir drei Kinder dort wickeln deutlich weniger Kleidung direkt am Wickeltisch lagern. Da ich oben überwiegend nachts und morgens früh wickele lagern hier die Nachwindeln, die Schlafsäcke, die  Nachtkleidung und je eine schöne Tagesgarnitur, die ich abends vorher aus dem Regal auf der anderen Wandseite zusammenstelle.
Der Wickeltisch steht wie gesagt in der 2. Etage im Kinderzimmer. Das ist für nachts auch ideal, aber tagsüber eher schwierig.
8 bis 10 Windeln pro Tag pro Kind würde eine ordentliche Schlepperei  für mich bedeuten, auch wenn die Babies jetzt noch keine schweren Kinder sind. Das Problem glich einer Aporie, denn ich brauche einfach nachts was anderes als bei Tage. Daher haben wir nach kurzem Überlegen auf jeder der beiden Wohnetagen eine Wickelecke eingerichtet.
Das Ganze ist wieder ein Ikea-Hack: Bartisch Björkudden und xxl-Wickelauflage (beides neu angeschafft) plus einige große Lackregale und ein Billistandregal und eine Ökowickelauflage  (war schon vorhanden). Daher waren wir mit knapp 100 Euro dabei. Nun haben wir 2 Bartische im Haus, die wir nach der Wickelzeit in dieser Form siche rnicht brauchen werden. Daher musste ich mir Gedanken über die Weiterverwendung machen. Ich denke, die Wickelbretter wird man gut los, da sich Babysachen eigentlich immer gut verkaufen lassen, aber Ikeatische? Für 5 Euro wird man sie sicher los, aber für eine angemessene Summe wohl nicht. Daher hier meine Idee: Die Tische will ich später absägen und zu Kinderschreibtischen umfunktionieren. Die fehlen nämlich noch.

Jetzt willkommen zu einer geführten Runde durch unser Gästebad: Hier erstmal ein Blick von der Tür in unser 60er Retrobad in der 1. Etage. Alles übrigens noch original Villeroy und Boch Fliesen; das wird mir leid tun, wenn die in 2 Jahren rauskommen.
Links ist Minilamas Waschtisch zu sehen, daneben der Wäscheständer für nasse oder bespuckte Kindersachen. Das hat sich bewährt, gerade mit den dreien. Man hat so viel nasses Zeug, dass die Heizung schnell voll ist. In den Wäschekorb kann ich es auch nicht direkt werfen, das schimmelt mir ja sonst und gibt hässliche Stockflecken.
Außerdem soll man ja auch nicht auf der Heizung trocknen, das ist nicht gut für den Gasverbrauch. Auf diese Weise ist das Chaos etwas geordneter.
Und dann sieht man schon neben dem Töpfchen den Windeleimer mit dem Stoffsack. Der Eimer ist knapp alle 2 Tage voll, wir haben zum Glück ausreichend selbstgenähte Stoffsäcke (als Müllbeutel), da ich nach wie vor das Waschen so effizient wie möglich halten will und bisher mit 2 Waschladungen je eine mittwochs und eine samstags hinkomme. Da liegt also der eine oder andere Sack schon mal ein paar Tage auf dem Balkon.

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Wir haben nochmal den teuren Heizstrahler *angeschafft, der (leider) auch gebraucht noch hohe Summe erzielt, aber das Vollmetallgehäuse, die automatische Abschaltfunktion und das Testergebnis des Geräts haben mich einfach schon einmal überzeugt und anders als viele andere Familien nutzen wir den Strahler oft, ja eigentlich immer. Ich hatte ihn z.B. auch im Hochsommer an als die Babies noch ganz frisch waren. Mir war zwar warm, aber die Kinder fanden es angenehm und das sollte meiner Ansicht nach das Zentrale sein.
Die drei Regale sind so eingeräumt, dass alles leicht erreichbar ist. Die offene Konstruktion zwingt deutlich mehr zum Ordnung halten als eine Wickelkommode, das macht zeitlich schon was aus, muss ich sagen. Zumal hier ja der Raum auch das Gästebad ist und somit kein privater Raum, in dem es durchaus etwas weniger strukturiert aussehen darf.
Oben habe ich Dinge abgelegt, die ich nicht täglich brauche, die aber immer wieder mal griffbereit sein sollten, Vorrat eben. Das sind  Tücher, Papierwindeln für den Durchfall-Fall bei Minilama (ist ja in der Kita ein Dauerthema, leider), meinen Seifenvorrat,  wirkliche Ersatzkleidung für die Babies, wenn alles andere verbraucht ist (Flügelhemdchen und Rüschenshirts aus den 80ern, nicht super schön, aber praktisch, wenn alles andere vollgespuckt ist), Windelsäcke und Trainerhosen für Minilama.
Eine Etage tiefer dann die Dinge, die ich täglich brauche, wenn die Babies umgezogen werden müssen. Kleidung von links nach rechts Bodies, Oberteile, Strampler, Hosen und Jäckchen und Waschlappen, die in unserem Haushalt für nahezu alles benötigt werden: Als Windeleinalge für den Notfall, als Putzlappen, Staubtuch, zum Auswischen des Waschbeckens, als Spüllappen, als Handtuch, als Decke für Kuscheltiere und und und.
Unten stehen jene Dinge, die ich bei jedem Wickeln brauche, die Pflegeartikel, Windelvlies, dann je 1 Korb mit Überhosen und Windeleinlagen.
Wer genauer schaut, wird bemerken, dass die Pflegeartikel nur sehr wenig Raum einnehmen – wo doch andere Wickelecken aussehen wie ein Warenregal im Drogeriemarkt. Und ich kann noch ergänzen: Zwei der vier Sachen, die aktuell auf demRegal stehen, brauche ich nicht unbedingt. Die Sonnencreme wird ja leider bald im Schrank verschwinden und die grüne Wundschutzcreme mit Zink nutze ich nur im akuten Notfall. Mit Speiseöl und selbstgemachter Wundschutzcreme sowie Bouretteseideneinlagen * bin ich in 99 Prozent der Fälle ausgerüstet.
Und mit Kosmetiktüchern. Um größere (Öl)flecken zu vermeiden liegt unter dem Pflegezubehör ein Stück Wachstuch. Das ist waschbar und sieht hübsch aus – und schont das Regal.

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Unter dem Wickeltisch steht dann der Mülleimer und ein Wäschekorb für die (trockene!) Schmutzwäsche der ganzen Etage.

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Das Billiregal beherbergt dann die Bindewindeln, Minilamas Kitawindeln, Ersatzwickelauflagen und Ersatzkleidung für Minilama und hat noch Platz fürs Töpfchen, wenn nötig.

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Das ist also unsere zweite Wickelecke für unsere drei kleinen Lamas. Ich bin ganz zufrieden mit der Aufteilung, muss aber noch ein wenig Routine ins Aufteilen der Wäsche hineinbekommen, denn es muss eben nicht die Hälfte runter und die andere hoch. Wie eben schon mal gesagt: Ich brauche ja oben was anderes als unten. Nachtwindeln müssen z.B. hoch, das ist klar. Aber was die Aufteilung der Überhosen angeht z.B. bin ich noch nicht so sicher. Und es ist wirklich blöd, wenn man dann doch mit dem Kind in die andere Etage muss, nur weil man vergessen hat, das richtige Zeugs bereit zu legen. Aber ich denke mir immer: Häufiges Treppensteigen ist gut für die Bein- und Pomuskulatur. ;)