Zwillinge? Zwillinge! Erstausstattung und Co

Zwillinge sind einfach klasse. Nicht nur, dass man sich eine Schwangerschaft spart und trotzdem die gewünschte Kinderzahl im Haus hat; es ist auch bezaubernd zu sehen, wie die Zwillinge, gleich wie jung sie noch sind, miteinander interagieren.
Zwillinge sind auch heute gar nicht mehr so selten, jede 75. Schwangerschaft ist eine Zwillingsschwangerschaft.

Kleidung
Dennoch ist es nicht ganz leicht, eine ordentliche Erstausstattung zu bekommen. Da helfen auch die Mehrlingsrabatte, die manche Händler (allerdings meist erst nach der Geburt) nicht so richtig weiter, denn die Grundpreise für deren Sachen sind oft so hoch, dass ich den Link an Alphalama geschickt habe – quasi als Lacher am Morgen. Da die meisten Zwillingssschwangerschaften im Schnitt in der 36. SSW enden, muss man sich Gedanken über eine Frühchenerstausstattung machen. Das ist leider nicht so leicht, gerade, wenn man wie ich gern Kleidung in Bioqualität hätte. Und das alles gleich im Doppelpack – da kann ein Strampler natürlich nicht 35 Euro kosten. Und mit einem Strampler pro Kind kommt man ja auch nicht weit.
Daher bin ich von der Ökoschiene wieder abgekommen und habe anderen Zwillingseltern im Internet ihre Frühchensachen abgekauft – allerdings erst ab Größe 50, so richtig Frühchenkleidung ist das ja auch nicht, aber ich wollte positiv an die Sachen herangehen. Und da Minilama mit Größe 62 so richtig gestartet ist, war Größe 50 ein guter Kompromiss für alle.
Schön sind die Säuglingssachen leider alle nicht, teils bizarre Botschaften und abgedrehte Tierchen zieren die Einteiler, die man man meist so richtig schön unpraktisch nur an der Schulter öffnen und schließen kann – während das Baby sich die Seele aus dem Leib schreit und wahrscheinlich in seiner Sprache nach einer Hose und einem Shirt verlangt.
Das tue ich übrigens auch. Body, Hose und Langarmshirt finde ich ideal für Neugeborene. Und Stoffwindeln sowieso. Für die Kleinsten sind die Bindewindeln ohne Einlagen gut geeignet, die tragen nicht so stark auf und man braucht keine Bodies in der übernächsten Größe wie bei den Höschenwindeln, die dann an der Schulter viel zu weit sind.
In der kleinen Größe habe ich 10 Bodies, 4 Strampelhosen, 4 Strampler und 4 Schlafanzüge gekauft. Damit komme ich gut zurecht. Überlebenswichtig sind für uns die kleinen Strampelsäcke, als Schlafsack- und Deckenersatz.

Kinderzimmer 

Was das angeht, haben wir kaum etwas besorgt. Eine zweite Pendelwiege mit Matratze haben wir bestellt – ansonsten nichts. Möbel haben wir ja genug, Regale, Kommoden und so weiter, ein spezielles Kinderzimmer finde ich ohnehin nicht nötig.

Kinderwagen

Das ist keine leichte Entscheidung. Sollen die Babies nebeneinander oder hintereinander sitzen? Soll die Wanne durchgängig oder getrennt sein? Wie breit darf der Wagen sein? (Will heißen: wie breit ist die Straße? Wie breit die Kassen in den Läden, die man regelmäßig besucht? Was macht das Auto mit?) Und eine zentrale Frage: Was macht der Geldbeutel mit?
Ich habe erst ein Modell favorisiert, bei dem die Kinder hintereinander sitzen, allerdings gab es das nirgends gebraucht – und ich hatte keine Lust, alles einzeln nachzukaufen. Man kauft ja das Gestell und dann muss man separat die Liegewannen erwerben. Es gibt ja keine speziellen Zwillingswagen, sondern vielmehr Geschwisterwägen, die man dann zu Zwillingswägen ummodeln kann. Und das wird echt teuer. Ich war am Ende beim Konfigurator bei mehr als 900 Euro – und ich wollte keinen Fußsack oder Sonnenschirm dazu. Und das für maximal 10 Monate? Irgendwie konnte ich mich nicht dazu durchringen, so viel Geld auf den Tisch zu legen.
Daher haben wir es gebraucht in der Nähe versucht – und einfach mal geschaut, was im Angebot ist.
Jackpot: Ein gebrauchter Hartan für 195 Euro – exakt so viel wie Minilamas Wagen damals. Ein bisschen Glück braucht man ja. Nächstes Jahr besorge ich dann einen leichten Doppelbuggy und der Kinderwagen darf weiterziehen.

Große Anschaffungen

Neues Auto? Größeres Haus? Oder zwillingsgebrandete Sachen?
Nichts von allem. Es geht auch tatsächlich ohne Familienkutsche- wenn nur einer der Eltern hinten in der Mitte sitzen mag. Wir fahren ja ohnehin nur kurze Strecken zu Fünft. Ins Schwimmbad oder zur Familie – alles in max. 1 Stunde erreichbar.
Ein größeres Haus brauchen wir natürlich nicht; der Wohnturm ist ja ein Raumwunder, da gingen noch ein paar Kinder mehr rein.
Und Sachen, auf denen „Zwillinge“ steht, finde ich ohnehin erstmal schrill. Geht bisher sehr gut ohne. Zumal ich mir nicht beide Kinder auf einmal umschnallen werde – das hatte ich lange genug und mein Rücken ächzt noch immer. Und Zwillingsstillkissen ersetze ich einfach mit meinem Seitenschläferkissen; das hatten wir schon hier.

 

Große Ereignisse brauchen große Taten

Wer den Header unseres Blogs angesehen hat, wird vielleicht bemerkt haben, dass wir den Namen unserer neuen Lebenssituation angepasst haben. Wir sind ja nicht mehr die drei kleinen Lamas, sondern die Herde hat sich mit einem Schlag auf fünf vergrößert.
Alphalama, der bei uns für den technischen Background zuständig ist, hat daher eine Namenserweiterung ins Spiel gebracht. Und seit heute ganz aktuell ist sie auch für die Leser sichtbar: 5 kleine Lamas.

Viel Freude beim Stöbern und Lesen auf unserem neuen, alten Blog.
Alphalama, Lamasus, Minilama und die Babylamas

 

 

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Flüchtlinge willkommen – Not und Überfluss – Blogger für Flüchtlinge

Geflohen sind Menschen zu allen Zeiten. Vor Unwettern, Naturkatastrophen, Hunger, Willkür, politischer und religiöser Verfolgung. Sie ließen ihr altes Leben hinter sich und machten sich mit kaum mehr als ihrem Leben auf den Weg ins Ungewisse.
Flüchtling zu sein prägt ein Leben, prägt Familien. Wer mit Nachkommen vom Ostpreußenflüchtlingen spricht, merkt das rasch. Was fast ebenso prägt wie die Fluchterfahrungen sind die ersten Momente und Begegnungen in der Fremde. In meiner Familie gibt es zwar keine Flucht, aber die Aufnahme von Geflohenen, daher weiß ich davon zu berichten, wie bereichernd das sein kann. Flüchtlinge aus dem Banat kamen bei meinen Urgroßeltern unter; eine allein stehende Mutter mit ihren Kindern. Was erst mit Sorge erwartet wurde, begründete eine lebenslange  und bis heute bestehende Freundschaft zwischen zwei Familien.
Ankommen in der Fremde und dort mit freundlichem Lächeln und tatkräftiger Unterstützung empfangen werden – das ist es, was Menschen, die ihre Heimat und damit ihr gesamtes bekanntes Leben hinter sich lassen mussten, dringend brauchen. Leider erleben viele etwas anderes; Bürokratie, Ablehnung, leider auch vermehrt Hass und offene Fremdenfeindlichkeit. Und so wird bei manchem Menschen die Seele ein weiteres Mal verwundet: Erst durch die schlimmen Zustände im Heimatland, die zu einer Flucht führten, dann durch die Erlebnisse auf der Flucht selbst – und nun eben auch noch durch die Ankunft in der Fremde, von der man sich doch Schutz und Sicherheit versprach. Hier kann jeder von uns den Unterschied machen. Sei es durch ein nettes Wort an die Flüchtlinge vor Ort, durch konkrete Mithilfe in den Erstaufnahmestellen, durch Geldspenden oder auch Sachspenden.  Daher gibt es auch die Aktion „Blogger für Flüchtlinge„, die ich mehr als unterstützenswert finde.
Wir nunmehr 5 kleinen Lamas leben zum Glück in einem Umfeld, dass den Flüchtlingen gegenüber offen eingestellt ist. Mein Kollege, der in meiner Arbeitsstelle die Flüchtlingsarbeit leitet, sammelt seit mehr als einem Jahr alles , was ein Mensch, der nichts hat, brauchen kann. An Weihnachten haben wir einen Wunschbaum aufgestellt und dann den Spenden zugeordnet. Unser gesamtes Büro war tagelang übervoll mit den guten Gaben der Menschen. Da kam dann nicht der Wunsch nach einem Hugo Boss Hemd, wie manchmal gern behauptet wird (Stichwort „Wirtschaftsflüchtling“), sondern der Wunsch nach gefütterten Schuhen, warmen Socken oder einer Winterjacke. Der Strom reißt nicht ab und da auch immer mehr Familien mit kleinen Kindern zu uns kommen, werden auch zunehmend Kindersachen, Buggys, Kindersitze, Windeln (hier sind natürlich Stoffwindeln hoch im Kurs, da sie sich nicht verbrauchen), Kindernahrung, Pflegeartikel und Hygieneartikel gebraucht, ebenso wie zuverlässige Fahrer, die die Eltern zum Kinderarzt oder manchmal auch in die Klinik bringen. Wer selbst Kinder hat, weiß um das Alltagschaos, das man manchmal hat. Ich stelle mir das mit traumatisierten Kindern nochmal potenziert vor, mal abgesehen von der Sprachbarriere und kulturellen Unterschieden.
(So gibt bzw. gab es in Syrien wohl ein Gesundheitssystem, das ganz auf die Kliniken zentriert ist. Dort erhält – bzw. erhielt – man rund um die Uhr kostenfreie medizinische Versorgung. Daher ist es nicht so einfach, erkrankten Flüchtlingen zum Hausarztbesuch in der Praxis vor Ort zu raten; insbesondere, wenn die Kinder krank sind, möchten sie meist lieber ins Krankenhaus. Das ist natürlich gerade auf dem Land nicht so einfach und wohl auch abrechnungstechnisch kompliziert – so zumindest Minilamas Patentante, die in ihrer Stadt zahllose Flüchtlinge in allen Fragen des Alltags unterstützt und zu dem entsprechenden Stellen begleitet.)
Wir sammeln gerade in der Einliegerwohnung fleißig, was mein Umfeld aussortiert hat und sortieren selbst ordentlich aus. Die Ankunft der Babylamas hat viele Menschen dazu motiviert, uns etwas Gutes zu tun. Wir versinken fast in Geschenken und netten Gaben; viel zu viel auch für zwei Winzlinge. Gerade die Proben der Drogeriemärkte was Pflegeprodukte angeht, sind  bei Zwillingen derart üppig, dass ich nicht weiß, wohin damit.
Und ich muss dazu ehrlich sagen: Ich habe noch manches von Minilamas Geburt hier liegen, das ich einfach nicht benutze.  Feuchttücher zum Beispiel oder Wegwerfwindeln oder Kunststofffläschchen.

Wir gehen sukzessive durch unsere Schränke und Babykleiderkisten (obwohl ich eigentlich nur 3 volle Umzugskisten mit Schuhen, Kleidern und Bettwäsche auf dem Speicher lagere, ist doch so viel dabei, was wir definitiv nicht (mehr) nutzen), durch die Schuhvorräte und überhaupt durch die Ecken und Winkel des Hauses – und finden allerlei warme Kleidung, die wir gar nicht mehr tragen. Meine Mutter hat im letzten Jahr zwei Kleidergrößen abgenommen  und kann eine große Menge super erhaltene Frauenkleidung beisteuern. Meine Umstandssachen wandern zum Teil in die Kiste, zu klein gewordene Babysachen, Spielzeug, Bücher und so weiter und so fort. Die Patin eines der Babylamas vertritt mich quasi auf der Arbeit und kann immer wieder mal eine Kiste mit hinnehmen. Ein erster, aber sicher nicht der letzte Schritt, um den Menschen zu zeigen: „Ihr seid willkommen, schön, dass ihr hier gut angekommen seid.“

 

Die Herde hat sich vergrößert – drei unter drei

Seit einigen Wochen ist bei den drei kleinen Lamas nachts wieder vermehrt das Licht an und auch die Waschmaschine läuft wieder öfter. Lamasus hat zudem ordentlich an Umfang und Gewicht verloren und kann endlich wieder einen unverstellten Blick auf die Füße genießen.
Was das bedeutet? Die Babylamas sind endlich geboren.
Es hat alles ganz wunderbar geklappt und jetzt sind wir die stolzen Eltern von drei wunderbaren Minis unter drei.

Dass vieles beim zweiten (und dritten) Kind leichter wird und leichter fällt, kann ich nur bestätigen. Hier wusste ich schon, dass ich nicht stillen kann, weiß, wie man wickelt und was zu tun ist bei Bauchschmerzen und musste nicht mehr die komplette Erstaustattung besorgen. Die Entspannung war größer und es bleibt viel mehr Zeit zum Staunen und Knuddeln.
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Ich möchte  allen werdenden Zwillingsmüttern Mut machen, sich an eine natürliche Geburt heranzuwagen, wenn es medizinisch möglich ist. Wir waren überwältigt von der Unterstützung, die wir seitens der Hebammen und auch der Ärzte erfahren haben als wir den Wunsch geäußert haben, eine natürliche Geburt zu versuchen. Meine Erfahrung war ganz eindeutig, dass ich, wenn ich klar sage, was ich mir wünsche und welche Hilfe ich brauche, nicht alleine gelassen werde. Wenngleich eine Zwillingsgeburt oft etwas medizinischer sein muss als eine reife Einlingsgeburt, muss es kein pathologisches oder traumatisches Ereignis werden. Auch unter dieses besonderen Umständen kann eine hebammengeleitete Geburt möglich sein, wenn die äußeren Bedingungen es zulassen. Diese schöne Erkenntnis durfte ich gewinnen und ich bin sehr dankbar dafür.

Link des Tages

Dass die Herstellung unserer Kleidung ein schmutziges Geschäft ist, wissen mittlerweile die meisten. Und es gibt immer bessere Kampagnen, um zu informieren und aufzurütteln.
Gerade eben bin ich auf diese Aktion gestoßen – nicht unbedingt tagesaktuell, aber dennoch richtig eindrucksvoll.