Was mich in den letzten Wochen beschäftigt hat…

Das angekündigte Aufräumen meiner Lesezeichen, meines Ravelryaccounts, meiner Pinterestpins hat einige verborgene Schätze zutage gefördert; schöne und interessante Seiten wie eine klasse vegetarische Rezeptdatenbank, deren Rezepte hier sicher künftig häufiger auf den Tisch kommen werden.

Wie ja bekannt ist, wickeln wir aus Überzeugung mit Stoff und würden das immer wieder machen. Oft wird gefragt, ob sich die Mühe des Waschens auch finanziell lohnt, ob es der Umwelt realistischerweise besser tut usw. So eine richtige Ökobilanz konnte ich nie zusammenstellen, mir fehlen einfach zu viele Parameter dazu.
Aber ich habe ständig daran gedacht, dass ich sowas schonmal gesehen hatte und auch ziemlich begeistert war von der akkuraten Zusammenstellung. Beim Aufräumen fand ich den Link dann nochmal – ich bin ja schon überzeugt, zumal ich ja keine eigene Waschmaschine für die Windeln anmache, sondern eine Mischwäsche mache und daher nicht das ganze Wasser für die Windeln anzurechnen ist. Wir haben zudem eine sehr gute und energieeffiziente Waschmaschine, die ihren Teil zu einer guten Ökobilanz beiträgt. Da meine Windeln allesamt gebraucht sind, war die Anschaffung mit knapp 200 Euro für einen riesigen Satz (reicht 14 Tage) auch ziemlich preiswert. Da 42 Ökowindeln 8 Euro bei uns kosten und ich 7-8 am Tag brauche, spare ich schon ziemlich lange. Für mich ist damit die Ökobilanz ausgeglichen, auch wenn ich Strom und Wasser fürs Waschen einrechne.

Spielsachen sind für mich am liebsten plastikfrei, nachhaltig und sozial hergestellt. Ich suche daher gern in Angeboten mit altem Holzspielzeug, wenn ich etwas anschaffen möchte. Oder bei den ganz klassischen Spielzeugen wie Murmelbahn *, Baufix* oder Bauklötze*. Plastik kommt nicht ins Haus – wobei das an 2 Stellen schwierig ist, das gebe ich auch gern zu:
1.Wenn Kinder etwas geschenkt bekommen, gibt nicht jeder Schenkende gleich 20 Euro und mehr aus – und das ist leider oft die Marke für gutes Spielzeug -, sondern möchte was Großes und Buntes zum kleinen Preis erwerben. Dann kommen Plastikmännlein, stinkende Kuscheltiere oder dubios lackiertes Holz ins Haus – und in den meisten Fällen verknallt sich das Kind genau in diesen Kram – der Versuch, es unauffällig verschwinden zu lassen (ja, so bin ich) scheitert in den meisten Fällen. Zum Glück sind es bisher nicht allzu viele Sachen…
2. Lego *. Lego ist eines jener klassischen Spielzeuge, die in keinem Kinderzimmer fehlen sollten, zumindest meiner Meinung nach. Die Steine bieten so viele tolle Gestaltungsmöglichkeiten, schulen das räumliche Vorstellungsvermögen, regen zu Rollenspielen an, man kann mit ihnen sowohl Zählen als auch Farben und Formen lernen – kurzum: trotz Plastik gibt es bei uns Lego im Haus. Kein einziges neues Stück allerdings, die riesige Kiste, die wir haben, ist komplett aus meinem bescheidenen Bestand aus den 80ern (tatsächlich sehr bescheiden, da Lego auch damals noch eher ein Jungenspielzeug gewesen zu sein scheint, wie der Vergleich mit Alphalamas unglaublich großem Arsenal an Lego Technik zeigt) und aus gebrauchten Steinen vom realen und digitalen Flohmarkt zusammengestellt. Kein festes Thema, keine zusammengehörige Baureihe, eine wilde Zusammenstellung an Tieren, Männlein, Fahrzeugen, Bauplatten und Sonderbausteinen. Hier ist also Phantasie gefragt.
Aber trotzdem habe ich nicht das beste ökologische Gewissen bei den bunten Plastikklötzchen, denn die Herstellung verbraucht ordentlich Erdöl. Das soll aber in einigen Jahren der Vergangenheit angehören, wenn ich diese Meldung recht verstehe. Plastikfrei scheint sich langsam durchzusetzen gegen die Lobbies, finde ich klasse.

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Alphalama und ich versuchen neben dem Verzicht auf Plastik auch unseren Besitzstand klein zu halten, unser Haus nicht zuzumüllen mit irgendwelchem Tand, wollen, dass unsere Wohnräume Luft zum Atmen und zum kreativ Sein bieten. Da mir das Ausmisten, Entmüllen, Entsorgen und Loslassen wirklich wichtig geworden ist, schreibe ich hier regelmäßig über das Thema. Irgendwie ist das einfache Leben auch zum Wellness-Label geworden, zum Zeichen des modernen urbanen Menschen oder so was in der Art, zumindest, wenn man der Einschätzung dieses Artikels folgen möchte. Eine witzige Satire auf den Degeneration einer eigentlich guten Sache- und wie immer ist auch was Wahres dran an der Idee von der Wohnfühldosis, die das Anschauen leckerer Marmeladenrezepte so mit sich bringen kann.

Einen schönen Film habe ich vor einigen Tagen auch genießen dürfen: Das  erstaunliche Leben des Walter Mitty * mit einem meiner Lieblingsschauspieler, Ben Stiller. Es geht um Fotographie, um Leidenschaft für den Moment, um Tagträume, um Schwärmerei und Verliebtsein, um Freundschaft und ein großes Abenteuer – mit wundervollen Naturaufnahmen von Grönland, Island und dem Himalaya. Den Film fand ich rundherum gelungen, ein bisschen hat er mich an die Fabelhafte Welt der Amélie *erinnert.

Küchenzauber – Leckeres aus unserer Küche – gelungenes Brot und Tarallucci

Sommerzeit ist hier Erdbeer- Melonen- und Eiszeit. Dank unserer tollen Eismaschine * herrscht hier auch kein Eismangel, Erdbeeren wachsen bei mir zuhause im Garten in Hülle und Fülle – ich habe noch nie welche gekauft- und die Melonenpreise waren letzte Woche schon bei 59 cent, Tendenz fallend.

Beim Durchschauen meiner Fotoalben (was ich in letzter Zeit ja regelmäßig montags tue) , bin ich passenderweise auf diese Aufnahme gestoßen

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An guten und einfallsreichen Graffitis kann ich nicht vorbeigehen, ich liebe diese Art der direkten Kunst in den Städten.
Das warme Wetter ist für die Hefe natürlich paradiesisch und unsere wöchentlichen Brote im Moment mehr als fluffig und gut durchgesäuert sind, richtige Riesenbrote. Da kommt unsere neue, gebrauchte 1,5 Kilo-Brotform *  gerade recht.

 

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Und da der Backofen schon mal vorgewärmt war, wagte Alphalama sich auch an ein kleines Backexperiment. Wir anderen waren gleich Feuer und Flamme, denn er wollte uns Tarallucci zaubern. Seit wir einmal diese herrlichen Honigkekse genossen hatten, wollten wir mehr davon haben – und vor allem dachte ich mir, mit einer Verringerung der Zuckermenge und durch Beimischung von Vollkornmehl in selbst gemachten Keksen, könnte eine gute Füllung für die Brotdose entstehen. Ich bin ja bekanntlich immer auf der Suche nach neuen, massentauglichen Gebäckrezepten und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht.

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Wer nachbacken möchte, hier unsere Version des Rezeptes:

Tarallucci

Zutaten

  • 100 g Zucker (wer hat, auch gern selbstgemachten Vanillezucker)
  • 100 g Margarine
  • 1 Ei
  • 1 Löffel Honig
  • 1 Prise Salz
  • 2 Löffel Weinsteinbackpulver
  • 200 g selbst gemahlenes Dinkelvollkornmehl
  • 100 g weißes Dinkelmehl (Type 630)
  • 200 g Dinkelmehl (Type 1050)

Zubereitung

  • Mehl mahlen, mischen, Salz und Backpulver unterrühren
  • Margarine kurz erwärmen, damit sie weich wird und zusammen mit dem Ei und dem Zucker schaumig schlagen. Zuletzt den Honig unterrühren
  • Nun den Knethaken verwenden, um das Mehl einzukneten.
  • Wenn ein fester Teig entstanden ist (ev. mit der Hand nachkneten) zu einer etwa 4 cm dicken Wurst formen und im Kühlschrank 45 Minuten ruhen lassen
  • Dann mit einem scharfen Messer etwas 2 cm dicke Scheiben von der Teigwurst abschneiden und auf ein Backblech legen
  • Mit Wasser bestreichen (wer möchte kann Milch oder ein Ei nehmen)
  • Bei 180 Grad 10 bis 12 Minuten goldbraun backen.
Guten Appetit

 

Entdeckung des Tages und plastikfreier Haushaltstip der Woche: Vanillezucker selbst machen

Heute nur ein rascher Post zwischendurch, denn ich habe eine feine Entdeckung gemacht, die ich gern mit euch teilen möchte.
Nach dem unglaublich einfachen Puddingrezept bin ich mittlerweile auf eine einfache und feine Alternative zum Vanillezucker gekommen. In fast jedem Backrezept ist die Rede von der Zutat Vanillezucker (oder Vanillinzucker?) Aufgrund der Plastikummantelung und der dubiosen Aromastoffe bin ich in den letzten Jahren immer mehr abgekommen vom Vanillezucker und habe ihn beim Backen einfach weggelassen.
Es gibt aber eine einfache Möglichkeit, Vanillezucker selbst zu machen – entweder mit einer Vanilleschote oder wie ich heute zeigen möchte, mit gemahlener Vanilleschote, die besser dosierbar und auch plastikfrei zu haben ist. Ich habe einfach eine größere Menge in einem alten Gurkenglas angesetzt, dann habe ich Vorrat. Und das Vanillearoma macht sich auch gut im Kakao, im Eis oder im Milchshake.

Selbstgemachter Vanillezucker

Man braucht nur:

Einfach in einem Glas verrühren, gut verschließen und luftdicht aufbewahren. Der Vanillezucker ist sehr aromatisch, wenn im Rezept 1 Tütchen angegeben ist, reicht mir 1 Teelöffel vom Selbstgemachten.

 

 

 

 

In Erinnerungen schwelgen V

Diese Woche öffne ich wieder meine Fotoalben, denn in Erinnerungen zu schwelgen ist einfach der schönste Glücksmoment in einer anstrengenden Woche.
Alphalama und ich haben in unserer kinderlose Zeit mehrere kleinere Kurzurlaube im Jahr gemacht, gänzlich abseits jeder Hauptsaison sind wir an Orte gefahren, die gut mit dem Zug erreichbar sind und die uns gereizt haben.
Nach Weihnachten waren wir einige Male in Flandern, dort ist es einfach wunderschön, gemütlich und im Winter auch richtig kuschlig.
Unser letzter Urlaub in der Woche nach Weihnachten – nach den Feiertagen und vor Silvester, dann sind die Hotelpreise meist so richtig im Keller, dass man sich z.B. in Brüssel ein Spa-Hotel leisten kann – führte uns nach Leuven. Da wollte ich schon seit Studienzeiten immer mal hin; die historische Uni und ihre Bibliothek hat mich gereizt.
Das war die erste Idee und wir haben den Urlaub dort nicht bereut. Schön zum Flanieren, zum Gässchen-Erkunden, um belgisches (Weihnachts-)Bier zu verkosten, um einen winterlichen botanischen Garten anzuschauen und zu bummeln.
Wenn ich die Bilder nach mal ansehe, bekomme ich eine Idee, wo wir nächstes Jahr mit Nachwuchs hinfahren könnten, denn wie gesagt, Flandern ist richtig traumhaft. Vielleicht Brügge und Oostende oder mal nach Gent – da ist es auch wundervoll.
Aber erst nächstes Jahr. Dieses Jahr ist der Wohnturm dran – und die Vorfreude und das Planen für eine kurze Auszeit in einem der kleinen Nachbarländer ist doch mit am Schönsten.

 

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Weitere schöne Momente findet ihr hier.

Minimalismus: Einfache Spielideen für Kinder zum Sammeln und Selbstmachen

Wie wahrscheinlich alle Eltern mag ich Spielsachen, Kinderbücher und innovative Geschenke für Kinder. Weil es Spaß macht, Kinder zu beschenken, weil es Freude macht, zu sehen, wie sie sich damit beschäftigen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, ihre Phantasie ausdrücken – und natürlich, weil ich selbst gerne mit gutem Spielzeug spiele und etwas gestalte. Gut also, dass ich jetzt eine Ausrede für mein ausgedehntes Bummeln in der Spielzeugabteilung habe.
Da auch schon die Kleinsten einiges an Geld zur Verfügung haben, ist es ja auch möglich, öfters mal eine größere Anschaffung zu machen; Anlässe gibt es ja genug und wenn die Verwandten alle zusammenlegen möchten, sind auch die Kugelbahn *, der Klangturm * oder die geometrischen Formen *, die auf meiner inneren Wunschliste ziemlich weit oben stehen, kein wirklich unerreichbares Ziel mehr.
Aber eigentlich habe ich beim Verwöhnen kleiner Kinder immer ein schlechtes Gewissen; die Wünsche werden immer größer und zufriedener wird an durch materiellen Besitz ohnehin nicht. Und wer mal gesehen hat, wie vergessen ein kleines Kind sich mit Geschenkpapier und der Umverpackung des Geschenks beschäftigen kann, nun ja, der überlegt zwei Mal, welches große Geschenk er ins Haus schafft.
Wir versuchen daher einen Mittelweg zu fahren, zumal der Kindergarten ja auch ein echtes Spielzeugparadies ist. Viele Spielsachen sind geerbt, schöne Holzsachen aus früheren Generationen, das meiste andere gebraucht gekauft. Und zu den größeren Anlässen schenken wir Eltern eigentlich nichts Großes – das erledigen Paten und Großeltern. So können wir zwischendurch, wenn Minilama an etwas ein größeres Interesse zeigt, noch etwas kaufen oder basteln – dann ist die Geschenkeflut etwas dosiert. Außerdem räume ich sehr konsequent weg. Wenn zu viele Sachen im Zimmer umherliegen, sortiere ich aus, räume das, was im MOment nicht interessant ist, erstmal eine gewisse Zeit weg. Ähnlich mit Büchern, die keinen Anreiz mehr bieten oder mit Kuscheltieren, die nur vollstauben. Wir haben ein Regal mit 8 Fächern im Kinderzimmer, in jedem steht ein Spielangebot, Puzzle, Bücher, Autos, Klötze, Naturmaterialien, Tücher, Backzubehör Stoffobst und Gemüse, Lernspielsachen und Baufix  (wer das noch nicht kennt, wird begeistert sein, ein super Spielzeug) usw.
Das ist nicht überladen, lässt Raum zum kreativen Spiel – außerdem ist rasch aufgeräumt. In unregelmäßigen Abständen wechsele ich durch.
Neben den gekauften klassischen Spielwaren haben wir bewusst einiges an selbstgemachten Dingen hier, die witzigerweise dem Kind am meisten Freude machen.
Einige Ideen teile ich gern mit euch:

  • Schneckenbänder: Diese selbstgehäkelten Bänder kommen immer gut an und werden für alles Mögliche genutzt. Dazu kommt in den nächsten Tagen ein Tutorial.
  • Steine selbstgesammelt. Zum Anmalen, zum Gießen und Schütten, zum Kochen und Abwaschen
  • Tücher bunte große Tücher als einfachste Form der Verkleidung. Auch super für ein spontanes Tastspiel
  • Reissäckchen Aus Stoffresten genähte Säckchen, gefüllt mit altem Reis oder Sand oder was man sonst übrig hat, zum Werfen, Stapeln, Sortieren usw.
  • Echte Verpackungen: Bei uns angesichts der vielen Umbauten top aktuell: Leere Dübel- oder Schraubenverpackungen gefüllt mit Holzabschnitten, die beim Anbringen der Fußleisten abgefallen sind.
  • Naturmaterialien vom Sonntagsspaziergang: Tannenzapfen, Kastanien, Eicheln…
  • Holzperlen (Bastelbedarf) und eine Schnur zum Auffädeln
  • Geräuschmemory 
  • Küchenutensilien in einem zugänglichen Schrank in der Küche deponieren
  • Schälchensatz * Kann man aus Holz kaufen oder selbst häkeln
  • Zeitschriften zum Durchblättern und um etwas rauszuschneiden, ebenso figürliches Geschenkpapier zum Auschneiden, Aufkleben… Dazu eine Rolle Kreppband zum Anmalen und Dekorieren (eine preiswerte Alternative zum Washitape)
  • KneteRollholz, Ausstechform … zum plastischen Gestalten

 

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Viel Spaß beim Nachmachen!