Hinter verschlossenen Türen – Decluttering 2.0

Es gibt sie sicher überall: Schränke, Schubladen, Kisten und Kästen, die man zu Beginn mit einem gewissen Plan befüllt und später dann nur noch vollstopft, immer weiter rein, immer mehr dazu. Entweder weil man nicht weiß, wo sonst die Dinge hinsollen oder weil man resigniert hat und eben jener Schrank nun der „Chaosschrank“ ist. Der, den man nicht gern herzeigen mag, der, der sowas wie ein Stiefkind ist.
Ich bin wirklich dahinter, diese Ecken in unserem Zuhause zu  reduzieren. Als wir die Garderobe  umgestaltet haben, sind gleich zwei solcher Ecken verschwunden; eine Schublade, in der sich Taschenlampen, Enteiser, Kopfhörer, Taschentücher und was sonst noch getummelt haben und ein darunter liegendes Schrankfach, in dem Tücher, Taschen und Tragetuch herumlagen – benutzt wurde davon nichts, wenngleich es auch leidlich ordentlich war.
Auch bei der Zimmerrenovierung in der ersten Etage sind einige Ecken geschrumpft, in denen das Chaos herrschte. Es nahm echt Überhand. Auf die Frage „Wo könnte x sein“? musste ich mindestens vier Chaosecken benennen, wo der Gegenstand verborgen sein könnte – zusätzlich zu Büro und je nach Beschaffenheit des Gegenstandes Keller oder Einliegerwohnung.
Es hilft leider nicht, das Chaos ein Mal zu beseitigen, die losen Gegenstände wollen ja versorgt werden und bald hat man wieder neues Chaos. Wir haben einige Möbelstücke ausrangiert, die sich dazu regelrecht angeboten haben, dass man loses Zeug dort abwirft. Kommoden, kleine Schränkchen. Einiges ist schon bei neuen Besitzern, anderes wartet noch auf neue Verwendung. Erst war ich unsicher, ob ich ohne diesen Stauraum auskommen könnte. Wir haben erstmal alles geleert und in Wäschekörbe gepackt. Der Möbelstück wurde dann in die Einliegerwohnung getragen und wir haben versucht, den Inhalt zu sichten und nur noch das zu behalten, was wir auch brauchen. Und dafür dann Orte gesucht. Trotz Reduzierung haben wir einfach sehr viele Einzelteile und ich bin noch engagierter als in Bezug auf den Putzplan dabei, diese Dinge nicht Überhand nehmen zu lassen.
Als ich von unserem größeren Umbau berichtet habe, fiel im Nebensatz auch das Stichwort Wasserdruck in der Küche. Was man so einfach überlesen kann angesichts der größeren anderen Veränderungen, hat mich mit einem der größten Stiefkinder im Haus konfrontiert.
Was war also los? Im Rahmen der Umbauarbeiten sind auch neue Leitungen verlegt worden, die im kommenden Jahr dann dabei helfen, die Trinkwasserversorgung komplett zu erneuern. Da das Wasser mehrmals an- und abgedreht werden musste, haben sich Schwebstoffe in einzelnen Siebchen in den Wasserhähnen und auch im Untertischgerät * in der Küche festgesetzt. Folge davon waren kleine Explosionen von Wasser und Luft aus dem Wasserhahn, ein bisschen eisenfarbene Plörre und eben in der Küche ein Wasserdruck jenseits von gut und böse. Das war für die Installateure natürlich kein Problem, aber sie mussten an das Untertischgerät. Und das war leider nicht so gut zugänglich. Zum Glück ist uns das abends aufgefallen und wir hatten Zeit, in Ruhe den Zustand herzustellen, den man hier sieht:

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Daneben lag dann all das.

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Putzmittel, teils noch jenes, das wir mit dem Haus mit gekauft haben, Schuhputzzeug, Waschmittel, Zutaten fürs Waschmittel, von allem viel und chaotisch eingeräumt.
Ich bin ganz froh, dass es kein Vorherbild gibt.
Aber ein Nachherbild gibt es natürlich.

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Und weil es dann doch Spaß gemacht hat, bekamen die drei Schubladen in der Küche gleich auch noch etwas Aufmerksamkeit.

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Der Wohnturm wird aufgehübscht – die zweite Großaktion: Heizungstausch

Die großen Umbauarbeiten sind fast beendet. Der neue Heizkessel ist da, der alte ist entsorgt, die Abnahmen sind gemacht, gefühlte 1000 Kleinteile wurden ins Haus getragen und verbaut. Das Bad auf dem Speicher ist Geschichte. Das Wasser in der Küche hat endlich ordentlich Druck.
Das war alles kein Problem. Wirklich nicht. Ich wundere mich, warum in meinem Umfeld das Tauschen einer Heizungsanlage oft als einschneidendes Ereignis im Leben begriffen wird. Meine Großeltern haben damit sogar eine „neue Zeitrechnung“ begonnen. Sätze beginnen mit „als wir 67 die neue Heizung bekommen haben…“.
Vielleicht sind wir auch schon viel gewöhnt mit meiner Ausbildung nach dem Studium, den vielen kleineren Umzügen, dem Elternwerden, dem Hauskauf mit Säugling, dem Chaosumzug, der großen Renovierungen in den beiden ehemaligen Küchen im Haus, der Fenster- und Türensanierung und dem ganzen Kram, den wir selbst am Haus werkeln. Oder wir haben einfach Glück mit der Firma gehabt – das zweite Mal in Folge. Die Fensterfirma hat ja sogar die Straße gekehrt – mit ihrem eigenen Besen. Die Installateure haben mich nach Putzlappen gefragt, damit das Heizungswasser nicht das Eichenparkett versaut. Fand ich beides echt gut.
Der erste Abschnitt ist also fertig. Nächstes Jahr werden wir dann die Heizkörper tauschen und die Wasserleitungen erneuern – dann ist eine Heimautomatisierung möglich und wir sind die Durchlauferhitzer los. Ich weiß echt nicht, warum man sowas in ein Haus einbaut. Entweder man verbrüht sich oder erfriert – am liebsten beides gleichzeitig, während man in einer kleinen Duschkabine steht. Und viel zu viel Wasser verbraucht man dabei auch noch.

Morgen wird es allerdings richtig fies. Da bin ich auch etwas nervös: Wir haben einen 6000 Liter Heizöltank im Keller – mitsamt einer bisher unbekannten Menge Restheizöl und Heizölschlamm – der dort wahrscheinlich seit 67 dort rumgammelt. Morgen abend sage ich hoffentlich: Wir hatten einen 6000 Liter Heizöltank im Keller und kann genauere Angaben über die Menge machen. Ich hoffe, ich kann damit enden und muss im Anschluss keine Großaktion im Flur ausrufen – neu streichen,  die neuen Steckdosen auf dem Boden aufheben, den Elektriker nochmal bestellen, die Wahnsinnstür, die noch kein Jahr alt ist, ersetzen lassen oder was auch immer. Putzen ist ja ok, etwas betäubender Geruch auch, das anheimelnde Geräusch der Stahlsäge sowieso – alles kriege ich hin. Ich hoffe nur, dass der Eingangsbereich nichts abbekommt. Es ist eine Firma, die sich auf diese Schweinerei spezialisiert hat geordert, es war auch schon die Rede von Fleecematten für Boden und Tür und von Fotodokumentation. Ich hoffe, es wir alles gut.
Wenn das geschafft ist, müssen wir nur noch die Schutzwand einreißen und schon hat Alphalama seinen eigenen Brauraum, zum Lagern, Gären lassen, Vorbereiten. Den können wir dann für die übernächste Brausession bestücken. Die nächste ist kommendes Wochenende, das wird etwas zu knapp mit dem Einreißen.

Textilien, Kleider, Klamotten – zu viel und zu billig im Handel, zu schnell konsumiert, zu unfair produziert, zu umweltschädlich hergestellt

Das große Ganze der Textilindustrie treibt mich nicht erst seit gestern um und auch nicht erst seit ich Mutter bin und mir Gedanken darüber mache, was an die empfindliche Haut meines Kindes gelangen darf oder nicht. Das heißt aber leider nicht, dass ich den Masterplan in der Tasche habe, wie ich mit dem Thema am besten umgehe.
Es ist einfach ein Skandal, wie unsere Kleidung hergestellt wird, wie unreflektiert wir kaufen, die „kaputt“ die Preise sind,  – und wie schwer es Qualitätsarbeit dementsprechend auf dem Markt hat – wie Bedürfnisse geschaffen werden, über die man eigentlich nur den Kopf schütteln kann. Mein Lieblingsbeispiel ist nach wie vor der Erfolg der Werbung, aufgrund dessen die bergsteigetaugliche Allwetterjacke, die unter bedenklichen Umweltbedingungen hergestellt werden muss mehr und mehr auch in den Städten Einzug erhält, in denen ja keine extremen Wetterbedingungen üblich sind.

Was tun wir gegen diese Misstände an Natur, Erzeuger und Konsument?
Am liebsten würde ich schon seit Jahren folgendes machen: Alles, was wir an Textilien haben ausräumen, wegschaffen und eine neue Ausstattung in Ökoqualität mit IVN-Textilsiegel kaufen. Das ist natürlich naheliegend, aber kein nachhaltiger Gedanke, außerdem Verschwendung von Geld, Ressourcen und Lebenszeit.
Insofern versuche ich den Wandel langsam anzugehen, überlegt und kritisch.

  • Was ich habe, trage ich auf, flicke es, verarbeite es zu Neuem
  • Ich pflege meine Sachen so sorgfältig  und umweltschonend wie möglich – und verzichte dabei auf Chemiekeulen im Waschmittel oder den Trockner
  • Ich nehme gern an, was andere aussortiert haben, wenn es zu mir passt
  • Meine Einkäufe sind nicht spontan und lustgsteuert. Ich hinterfrage meinen vermeintlichen Bedarf kritisch: Warum will ich es haben? Passt es zu mir? Wozu ist es nötig? Gibt es Alternativen? Werde ich es oft tragen/ verwenden?
  • Wenn ich etwas Neues brauche, informiere ich mich, ob es das auch in einer Qualität gibt, die meinen Ansprüchen entspricht
  • Ich suche nach gebrauchten Alternativen zu meinem Bedarf – um den Geldbeutel zu schonen und Existentes weiterzubenutzen anstelle Neues herstellen zu lassen
  • Was ich nicht mehr brauche, versuche ich sinnvoll zu verwerten – entweder durch handwerkliches Geschick oder dadurch, dass ich es an Menschen weitergebe, die es benötigen

Im Moment hüpft mir wieder das eine oder andere kleine, schnelle Stück von der Nadel, da ich geschenkte Wolle im Wollkörbchen (hach, ein schöner Euphemismus für die Unmenge an Wolle, die ich hier habe) wiedergefunden habe, deren Farben mit direkt gefallen haben. Parallel dazu ist die Nählust wieder erwacht, die ja nach der letzten Großaktion wieder ziemlich erloschen war. So entsteht manches Genähtes. Das liegt an einer größeren Menge an Stoffnachschub, die wir hier haben. Eigentlich eine traurige Geschichte: Einige unserer Kleider haben nachgegeben, anders kann man es nicht sagen. Eine meiner Lieblingsjeans ist gleich zwei mal an einem Bein gerissen, jede geflickte Naht offenbart neue dünne Stellen am Stoff. Eine Schande – dabei habe ich die Hose doch erst seit dem 7 Semester. Zum Glück konnte ich wenigstens Alphalamas und MinilamasJeans retten, die waren nur an einer Stelle gerissen und ein Bügelflicken hat den Schaden fürs Erste behoben.
Mein T-Shirt, das aussieht, als sei eine Farbbombe drauf geflogen und das ich sehr liebe, hat das gleiche Verhalten gezeigt. Beim An- und Ausziehen gibt der Stoff derart nach, dass ich regelmäßig kleinere Löcher zu stopfen habe. Jetzt sind die neuen derart nah an den alten, dass ich befürchte, seine Tage sind auch gezählt, ebenso wie die einiger Unterziehhemden, die die letzte Schwangerschaft ziemlich ausgeleiert hat.
Da mein Kleiderschrank mittlerweile reduziert ist, macht der Verlust  von ein paar Shirts schon was aus. Mit arg reduziert meine ich eigentlich nur, dass er realistisch gefüllt ist – realistisch in dem Sinn, dass ich alles, was dort drinnen liegt, auch tatsächlich anziehe, raushole und überziehe und keine bestimmten Wetterlagen, Umstände, Gewichtskonstellationen oder sonstige Ausreden nötig sind, um sie zu behalten, aber im Endeffekt nie anziehen zu müssen. Mittlerweile habe ich klar, dass ich weder süße Tops noch nette Röckchen trage, gleich wie schön sie sind. Ich trage im Alltag Jeans, knielange unifarbene Röcke aus Jeans oder Leinen, lange Leinenhosen, Tshirts aller Art, Tunikas mit Blumen drauf,  Westen mit Knopfleiste oder Reißverschluss, Wollpullis, jene 3 knielangen Sommerkleider, die mir wirklich gefallen (und die im Zweifel auch mit Leinenhose kombiniert werden können) und wenn es kalt ist einen Parka und Fleecejacken. Alles andere habe ich weggeräumt und nicht vermisst.
Was den Shirtverlust angeht, hatte ich Glück: Meine Mutter brachte mir am Wochenende einen kleinen Beutel mit, aus dem sie zwei hübschen geblümte Tops herauszog: Meine Tante hat ausgemistet und hat sich an Streublumenmustern sattgesehen. Das kann mir nicht passieren und daher bin ich jetzt um zwei nette Oberteile reicher.
Andere Oberteile, die meine Mutter mitbrachte, vornehmlich Blusen, die schon arg mitgenommen aussehen, kleinere Flecken haben, wurden schon zu kleinen Kissen und einer Kinderpuppentrage vernäht – gerade Vichy-Karo vernähe ich einfach gern. Und aus den Abschnitten kann man super Füllmaterial schneiden. Kleine Reste kombiniert mit dem Textilgarn, das ich vor 2 Jahren mal aus alten Sachen geschnitten habe (und wieder ausgeribbelt, da der Korb, der rauskam nicht formschön war), sind ein super Watteersatz für kleinere Näharbeiten.
Andere Blusen, die noch richtig gut tragbar sind und uns allen nicht richtig passen, habe ich in meine Sammelkiste gelegt. Es findet sich sicher noch eine Organisation vor Ort, die die Sachen brauchen kann; ich höre mich grade um, wo es noch konkreten Bedarf gibt. Wenn nicht, freuen sich die Jugendlichen in Bolivien über Spenden für die Jugendarbeit – die  Boliviensammlung steht ja vor der Tür.

Ein wichtiges Thema beim Textilkonsum ist sicher das liebe Geld: Wer die Dumpingpreise bei den Billigketten mal gewohnt ist, kann sich nur schwer an die Preise für zertifizierte Naturtextilien gewöhnen. Das geht mir nach wie vor so, muss ich gestehen. Der „schnelle“ Konsum ist hier eigentlich nicht möglich, eine komplett neue Garderobe für die kommende Saison – zumindest für mich in meiner jetzigen Lebenslage – eine Utopie. Mal abgesehen, dass es nicht alles in Bioqualität gibt: BHs wie ich sie möchte gibt es nicht mit Siegel – die Besitzerin meines liebsten Naturkleiderladens in der Stadt hat schon alle Register gezogen und auch sie hat nichts finden können.
Und daher versuche ich es mit Kompromissen, wie jenen, die ich eben kurz vorgestellt habe. Oder ich spare * konkret auf ein Teil hin. Da ich noch einen guten Stock im Kleiderschrank habe und mit meiner Mutter ganz gut tauschen kann , ist das auch kein Problem, wenn die neue Jacke erst kommenden Winter gekauft wird.
Anders natürlich bei Minilama. Das Kleine wächst rasch und braucht daher regelmäßig neue Kleidung. Es ist ein aktives Kind, das beim Spielen auch schon mal eine Hose zerreißt oder Rote-Beete-Saft-Flecken aufs Oberteil macht. Finde ich alles ok – solange nur die Knie nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, bin ich froh. Nur ist es hier schwieriger, meine Grundsätze in Gänze umzusetzen. Eine komplette Bio-Ökoausstattung für ein Kind ist nahezu nicht finanzierbar, so mein Eindruck. Gerade seit Minilama im Kindergarten ist, habe ich einen richtig großen Kleiderbedarf, ein richtiger Sprung war das im Vergleich zum Babyalltag. In Kombination mit meinem erklärten Unwillen jeden Tag die Waschmaschine anzuwerfen (am besten noch im 1/3 gefüllten Expresswaschgang, weil man keine Bodies, Strumpfhosen, Oberteile, Windeln mehr hat) – aus ökologischen, aber auch aus Zeit- und Lustgründen, führt das dazu, dass ich eine gewisse Menge Kleider für das Kleine haben muss.
Dank DM im Ort kann ich vieles in Naturqualität zu einem guten Preis einkaufen, was ich gerade für Kleidung, die den Körper direkt berührt, auch gern wahrnehme. Aber was Hosen angeht, z.B. brauche ich tatsächlich in gewisser Weise Masse. Kleiderbasare und Internetkaufhäuser sind hier wirklich gute Adressen – wobei es ab einer bestimmten Größe auch schwierig wird, noch gut Erhaltenes zu bekommen. Die Kinder wachsen ja irgendwann etwas langsamer und tragen die Sachen dann länger und intensiver. Ich muss im Moment deutlich mehr Zeit für die Kleidersuche aufwenden als noch vor einem halben Jahr. Und da ich keine geschlechtsspezifische Kleidung mag (weder die Katze, noch die Fee, noch der Handwerker oder Comichelden können mich entzücken), wird es ohnehin schwierig.
Kleiderkauf für den Nachwuchs ist für mich – ich glaube anders als für viele andere Mütter – immer weniger ein schönes Konsumerlebnis als eine echte Anstrengung.

Zwei aktuelle Grenzerfahrungen mag ich auch noch kurz mit euch teilen:
Die eine ist das Hausschuhkauf für mich, die andere, die Hosensuche für Alphalama
Meine Hausschuhe sind jetzt nach 5 Jahren Dauereinsatz endgültig durch – Alphalama hatte sie vor einem Jahr mit Isolierband am Riemchen geflickt, weil das nicht mehr richtig geschlossen hatte und der Schuh dann beim Gehen gern mal vom Fuß geflogen ist. Mit Kind und Treppen war das natürlich doof, das Isoband hat da gute Dienste geleistet. Und seit dem bin ich auf der Suche nach offenen Hausschuhen, die fair und ökologisch hergestellt sind und die man in einem treppenreichen Haus wie diesem ohne Angst tragen kann. Einige hatte ich zur Probe bestellt, alles musste ich leider wieder retounieren, weil die meisten Ökoschuhe für den starken Fuß gemacht sind. Mein Fuß hingegen ist sehr schmal dafür so lang, dass ich schon öfters mal Herrensneaker kaufen musste. Was den Hausschuhkauf angeht, kein leichtes Spiel.  Nach einem Jahr Suchen ist auch das Fußbett derart ausgetreten, dass ich unsicher bin, ob das noch gut für die Füße ist. Bei Kindern achtet man ja drauf, dass sie immer Schuhe zum Wechseln haben und nicht  ständig den gleiche Schuh tragen. Ich mache das auch bei den Straßenschuhen und wechsele jeden Tag. Mit den Schlappen, die ich ja einige Stunden man Tag trage (barfuß geht nicht, weil ich keine Fußbodenheizung habe und mir der Boden zu kalt ist) bin ich daher jetzt an einen Punkt gekommen, wo ich handeln musste. Und ich bin auf die konventionellen Hausschuhe * umgeschwenkt, auf das Modell, das ich als Jugendliche schon im Schuhladen für meinen Fußtyp empfohlen bekam.Ich gucke natürlich weiter, aber für die kommenden 5-7 Jahre bin ich jetzt erfahrungsgemäß auf der sicheren Seite.

Alphalama hat akuten Hosenmangel. Das kam jetzt schleichend, denn es haben sich in den letzten Monaten immer wieder mal Hosen durch Risse am Knie aus dem Fundus derer Hosen, die arbeitsplatztauglich sind, verabschiedet. Wir sind auch schon seit die erste nachgegeben hat, auf der Suche nach Ersatz. Mindestens GOTS-Siegel haben wir gesagt, maximal 110 Euro, dunkelblau, gerader Schnitt, Knopfleiste – und passend für einen sehr großen, sehr schlanken Mann. Auch ohne ökologische Ansprüche ist das kein leichtes Unterfangen. Bisher sind wir noch nicht erfolgreich gewesen  – und es wird eng. Der Bestand ist auf zwei geschrumpft – und ich musste am Wochenende eine halb volle Expresswäsche zwischenschieben, es gab keine Alternative. Aus dem leider nicht allzu reichhaltigen Angebot an Naturtextilien für Männer haben wir jetzt die zweite Hose zur Ansicht bestellt, nachdem der erste Versuch leider nicht zum Ziel geführt hat. Alphalama wollte wir die Firma so gern unterstützen – hier wird komplett in Deutschland hergestellt, aber die Hose hat einfach nicht gepasst. Wir warten. Diesmal ist es ein Mischgewebe, Baumwolle und Hanf. Hier hoffe ich auf einen Erfolg, denn ich bin begeistert von den Eigenschaften der Hanffaser in der Textilherstellung, eine echte Alternative zur durstigen und anfälligen Baumwollpflanze.

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Wer Lesestoff zu dem Thema im Allgemeinen sucht: Die neusten Links, die mir begegnet sind sind von Greenpeace: klick, klick, klick oder schaut euch mal hier im Blog um.

Schätze aus dem Fotoarchiv

In den letzten Tagen habe ich meine freie Zeit zum Handarbeiten, zum Sonnentanken auf dem Spielplatz, zum Suchen von Inspiration für die Deko der kommenden Familienfeste und zum Füllen meines Ordners „Fotos zum Nachbestellen“ verwendet. Das habe ich schon etwas länger vernachlässigt und unsere Fotoalben benötigen dringend eine aktuelle Füllung, einige Bilder an der Wand könnten ausgetauscht und aktualisiert werden und ein neues Monatsfoto von Minilama mochte ich auch noch auswählen.
Es hat richtig Freude gemacht in den Bildern zu stöbern, die schönsten etwas zu bearbeiten, den Ordner zu füllen und in Erinnerungen zu schwelgen. Wie eine Frischzellenkur für die gute Laune.
Meine Schätze zeige ich euch gern:
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Plastikfreie Küche – ein neuer Erfolg

Ein plastikfreier Wasserkocher ist eine echte Herausforderung. Seit Studienzeiten hatten wir einen Vollplastikwasserkocher mit Warmhalteplatte für die Teekanne.
Das Gerät hat satte zehn Jahre seinen treuen und guten Dienst getan – und da wir sehr viel Tee trinken war er immer im Dauereinsatz.
Lange habe ich ihn auch gar nicht hinterfragt, so selbstverständlich gehörte das Grät zu meinem Alltag.
Im letzten Jahr hat er den Geist aufgegeben und wir waren ein paar Tage ohne Wasserkocher. Da ist mir nochmal aufgefallen, wie oft ich gerade im Winter heißes Wasser brauche.
Wir haben intensiv gesucht und uns für eine Zwischenlösung entschieden, ein Edelstahlwasserkocher mit wenig Plastikteilen, der auch eine große Wassermenge erwärmen kann.
Da ich mehr und mehr unzufrieden mit den Plastikanteilen war und auch Platz auf der Arbeitsfläche gewinnnen wollte, suchte ich nach einem Ersatz. Unsere Küche ist ziemlich klein und da wir sehr viel kochen und backen, meist auch zu dritt, brauchen wir Platz zum Arbeiten.  Daher habe ich mich nochmal auf die Suche begeben nach einer wirklich und 100 Prozent plastikfreien Alternative. Und was soll ich sagen?
Das plastikfreie Leben ist gar nicht so kompliziert.
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Seit einigen Tagen ist dieser schöne Edelstahlkessel bei uns eingezogen. Ich habe länger gesucht, da ich einen wollte, der zu unseren Töpfen passt. Mit deren Boden und Verarbeitung bin ich seit mehreren Jahren sehr zufrieden und habe es noch nicht bereut, in Qualität investiert zu haben. Alles ist aus einem Guss, alles lässt sich super reinigen und sieht zeitlos schön aus. Ebenso dieser Kessel, von der gleichen Marke, mit dem gleichen Boden, gleiches, zeitloses Design. Gestern habe ich entdeckt, dass man ihn auch durch den Ausguss befüllen kann und den Deckel nicht abnehmen muss. Finde ich super, denn es ist weniger Fummelei.
Wir erwärmen jetzt mit der Restwärme vom Kochen unser Wasser für den Tee. Es war eine kleine Umstellung, nicht jetzt sofort Tee kochen zu können (aus Energiespargründen), aber wenn man den Rhythmus einmal verinnerlicht hat, ist es ok – und auch stressfreier, weil es ja neben dem Kochen und Küche aufräumen stattfindet und man das Gerät nicht mehr vergisst – was mir öfters mal passiert ist – und es dann erledigt hat.
Den alten gebe ich  -zusammen mit einigen Möbelstücken und Kleidern – ab. Wir sortieren fleißig weiter aus, was wir nicht mehr brauchen. Es ist ein wirklich weiter Weg, alles das, was man nicht mehr benutzt und nicht mehr braucht (vielleicht nie benutzt und nie gebraucht hat) aus dem Leben zu verbannen, um Platz für jene Dinge zu haben, die man wirklich liebt und um sich haben möchte.

Und nur noch ein paar Tage bis die Heizung getauscht wird, der 6000 Liter Tank das Haus für immer verlässt und unser viertes Badezimmer Geschichte sein wird! Alles ist vorbereitet und es kann losgehen.