Geburtsbericht – sekundärer Kaiserschnitt nach Blasensprung bei BEL wegen Gefahr eines Handvorfalls – sehr gut begleitet

Babylama ist etwas über eine Woche alt und wir sind schon ein paar Tage daheim. Ich lese gern andere Geburtsberichte und fand auch das Schreiben der Berichte meiner drei anderen Kinder sehr heilsam (klick, klick). Und dieses Mal gibt es auch wieder was zu erzählen. Jede Geburt ist anders. Klingt so abgedroschen, habe ich auch erst etwas belächelt, aber wer meine Erfahrungen durchliest, wird den Satz bestätigt sehen.
Unser Babylama lag seit Dezember in Beckenendlage (BEL). Je öfter das Kind so lag, desto mehr sprach der Frauenarzt davon, dass eine persistierende BEL vorliegt und dass ich die indische Brücke machen sollte, moxen und mit einem Glöckchen den rechten Weg zeigen. Ich habe das alles auch brav gemacht, war beim Moxen und der Akupunktur und auch einige Male zur Absprache im Geburtskrankenhaus meines Vertrauens. Ich konnte mich nicht damit abfinden, dass ein primärer Kaiserschnitt gemacht werden sollte. Und je öfter ich mit Ärzten und Hebammen sprach, desto deutlicher wurde, dass ich das auch nicht musste. Das Baby erfüllte die Voraussetzung einer vollständigen BEL und ich als Mehrfachgebärende bin durchaus in der Lage ein Kind auch mit dem Po als erstes zu entbinden. Der Oberarzt machte mir, ähnlich wie vor 2,5 Jahren bei den Zwillingen, Mut, auch einer eher unüblichen Geburtslage mit Mut zu begegnen. Und er versicherte mir, dass er und sein Team die Sache gut im Blick halten würden. Vor 2 Wochen, in der 36 SSW vereinbarten wir daher einen weiteren Termin in der 38. SSW, um gemeinsam eine Einleitung zu planen und einen spontanen Geburtsversuch. Ich habe mich wochenlang mit der Geburt aus BEL beschäftigt und immer mehr das Selbstbewusstsein bekommen, dass ich das schaffen kann, will und auch werde. Wenn von Seiten des Babies alles ok ist. Eine Gefahr für den kleinen Wurm wollte ich nicht riskieren, nur damit ich vor mir und anderen sagen kann, dass ich eine spontane Geburt hatte.Auch wenn ich das natürlich sehr gerne wollte. Nach der ganzen Arbeit, die Minilama und die Zwillingslamas geleistet hatten, war ich im Grunde von nichts anderem als einer spontanen Geburt ausgegangen und die Klinik hatte sich schon um Blutkonserven für mich bemüht, für den Fall, dass nach der Geburt der Plazenta wieder eine atone Nachblutung und ein Zervixriss auf mich zukämen. Der Eisenwert war wirklich top und dem Versuch stand nichts im Wege.
Ich habe mich in dieser Schwangerschaft auch erstmals ernsthaft mit dem Thema Kaiserschnitt auseinandergesetzt und auch bei der Anästhesieaufklärung zum ersten Mal richtig zugehört und Fragen gestellt.
Bei 36+5 war beim Frauenarzt alles völlig unauffällig, keine Wehen, dem Kind ging es gut. So starteten wir in die närrische Woche, die besonders Minilama total klasse findet. Ich hatte Unterstützung durch meine Mutter (beim Kinderkarneval) und Alphalama (die kompletten Fastnachtstage). Der Bauch war immer schön weich, ich habe mich viel hingelegt und hatte zum ersten Mal seit Wochen keine Angst davor, dass es jeden Moment losgehen könnte. Die Tasche stand gepackt an der Tür, der Kindersitz  stand ebenfalls bereit. Ich ging davon aus, an Aschermittwoch mit meiner Mutter zusammen erneut in die Klinik zu fahren und für 38+0, also den darauf folgenden Montag, einen Termin zur Einleitung zu bekommen. Entsprechend habe ich mich auch mehr bewegt als die Wochen zuvor. Anders als bei meinen anderen Schwangerschaften war in der 37. SSW der Muttermund noch komplett verschlossen und auch keine Wehen zu sehen. Ich hoffte, dass die Bewegung ein bisschen Aktion bringen würde und ich vielleicht schon mit einigen Zentimetern geleisteter Arbeit im Krankenhaus ankommen könnte. Am Rosenmontag machten wir mit den Kindern einen kleinen Spaziergang durch den Schnee und genossen den örtlichen Umzug. Nach einiger Zeit hatte ich kalte Füße und ging heim, um mich auf der Couch auszuruhen. Der Abend verlief total harmonisch, wir aßen zufrieden zusammen Abendbrot und die Kinder gingen fröhlich schlafen. Alphalama und ich verbrachten den Abend gemütlich auf der Couch und ich begann mit dem Film Kammerflimmern. Der gefällt mir richtig gut und ich sah 35 Minuten bis ich wegnickte. Als wir gegen 10 Uhr ins Bett umziehen wollten, spürte ich einen verdächtigen Schwall in der Unterhose. Es war aber nicht viel und ich versuchte mich zu beruhigen. Was mir allerdings gar nicht gelang und so stand ich mit Schüttelfrost im Wohnzimmer herum. Da aber nichts nachlief und auch kein Blut zu sehen war, entschied ich mich für Fehlalarm und legte mich schlafen. Das klingt jetzt natürlich einfacher und cooler als es war. Als gegen 1 Uhr das jüngere Zwillingslama nach uns rief, entschied ich mich für einen Gang auf die Toilette, um nachzusehen, was denn nun ist. Das Ergebnis war diesmal eindeutig. Die Vorlage war völlig durchnässt und ich rief nach Alphalama. Dieses Mal bekam er eine leichte Panik, ich war zum Glück gefasst. Wir vereinbarten, uns im Wohnzimmer zu treffen. Ich griff meine Kleidung, legte mich im Wohnzimmer auf die Couch und rief im Kreißsaal an. Da wir dort schon bekannt sind und auch schon mehrmals in dieser Schwangerschaft vor Ort gewesen waren, war das Gespräch sehr schnell auf der Ebene „ach ja, Frau x, alles klar. Blasensprung. Dann kommen Sie bitte direkt und liegend, das ist mir bei der BEL lieber.“ Ich zog unterdessen liegend meine Sachen an und rief den Krankenwagen. Doof war, dass Rosenmontag Nacht war, sagte auch die Frau an der Leitstelle. Der örtliche RTW war aktuell im Einsatz, es würde etwas dauern. Ich versicherte, dass das ok sei, da nicht groß Fruchtwasser nachgelaufen war, da es klar war und kein Blut dabei war. Alphalama rief seine Eltern an und klingelte sie aus dem Bett. Sie machten sich umgehend auf den Weg, um Alphalama daheim abzulösen, damit er dann nachkommen konnte. Die Kinder kriegten von der Wallung zum Glück gar nichts mit. Kaum 5 Minuten nach dem Anruf beim Notruf klingelte es unten. Ich ging zügig die Treppen runter, zog sitzend im Eiltempo Schuhe und Mantel an und bat darum, dass meine Kliniktasche mit eingeladen wird. Die Sanitäter waren zuvor zu einem Notfall gerufen worden, der dann doch keinen Transport in die Klinik nötig machte und da die Rosenmontagsfeierlichkeiten in unserer Straße stattfinden (ein Hoch auf dieses zentral gelegene Haus), waren sie danach in 20 Sekunden bei uns gewesen. Witzig fand ich den Sani, der fragte: “ Sind Sie sicher, dass es ein Blasensprung ist?“ Nun ja, sicher ist man ohne Teststreifen nie… Mir wurde etwas warm, denn ich bekam Angst, dass ich den Einsatz bezahlen müsste, wenn es Fehlalarm wäre.
Ich wurde binnen 10 Minuten in mein Wunschkrankenhaus gebracht. Ich war zum Glück so bei mir, dass ich einigermaßen verständlich erklären konnte, dass nicht das nächst gelegene Klinikum (wo Minilama auf die Weg geprügelt wurde) auf mich wartet, sondern das Perinatalzentrum Level 1, 5 Kilometer weiter stadteinwärts und dass das bei mir wegen der Vorbefunde x und y auch nötig sei (und natürlich  meiner psychischen Konstitution deutlich einträglicher, was ich aber verschwieg). Ich wurde dann liegend in den Kreißsaal gebracht, auch weil es praktischer war als mich nochmal loszuschnallen und witzigerweise dort direkt von meiner Nachsorgehebamme begrüßt. Ein schöner Zufall. Sie regelte alles mit den Sanis und ihre Kollegin machte den Test (es war Fruchtwasser, ich war erleichtert, dass ich keine 800 Euro zahlen musste und beunruhigt, weil ich bei Minilama den Blasensprung sehr unangenehm und auch richtig eklig fand. Mit Ekelgefühlen gebiert sich nur leider schlecht.) und legte mich ans CTG. Bei der Untersuchung meinte sie, ein kleines Teil (Hand oder Fuß) zu spüren, war sich aber nicht sicher.  Ich machte mir keine weiteren Gedanken darüber, zumal bei der letzten Untersuchung die BEL vollständig und die Beine oben waren. (An die Hand habe ich wirklich nicht gedacht). Ansonsten fand sie den Befund noch sehr unreif. Keine Wehen auf dem CTG, der innere Muttermund war ein kleines bisschen offen, mehr nicht. Gleiches Bild wie beim Frauenarzt wenige Tage zuvor. Ich bekam ein bisschen Angst, dass die Geburt dadurch ziemlich lange dauern würde. Man sagt ja 1 Stunde – 1 Zentimeter. Und ich war ja schon 3 Stunden mit dem Blasensprung unterwegs (sei 22 Uhr). Die Hebamme erläuterte mir das Vorgehen beim Blasensprung. Also, dass regelmäßig Blut entnommen würde, um zu sehen, dass sich keine Infektion ausbreitet und dass ich um 10 Uhr morgens dann eine Antibiose bekommen würde. Und auch, dass manche Frauen wochenlang mit einem Blasenriß im Krankenhaus sind. Ich war also wirklich beruhigt. Nach der Panikattacke um 22 Uhr hatte ich wieder zu einer gewissen Ruhe gefunden. Das fand ich auch wichtig und arbeitete ständig an mir – für die Geburt wollte ich ja meine Kräfte aufsparen und nicht fürs Ausrasten über „ungelegte Eier.“  Der Kreißsaal war leer, ich fand die Atmosphäre wie immer angenehm und telefonierte kurz mit meiner Mutter. Alphalama hielt mich auf dem Laufenden, was die Entwicklungen daheim anging. Ich döste ein bisschen am CTG. Keine Wehen, aktives zufriedenes Baby.
Die Gynäkologin untersuchte mich danach wirklich aufmerksam per Ultraschall und bestätigte, dass die Füße oben seien, die Versorgung beim Baby gut und dass alles gut aussehe. Sie erlaubte mir, mich zu bewegen wie ich will und versicherte mir, dass auch, wenn die Geburt nun sehr schnell anstehen würde, Ärzte im Haus seien, die eine Geburt aus BEL begleiten. Das war auch eine Frage gewesen vorher: Wenn ich ungeplant vorbeikomme, so der Oberarzt, kann es sein, dass der verantwortliche Arzt diese Geburt nicht riskieren will. Aber es war alles gut. Nach dem Setzen der Braunüle und der Blutentnahme war Alphalama schon angekommen und wir gingen aufs Zimmer. Die Hebamme empfahl das Ausruhen, was ich auch sinnvoll fand. Es gab kein Einzelzimmer, ich kam in ein Doppelzimmer. Das war im Nachhinein aber richtig gut und ich bin froh drum. Ich hatte am Ende noch 1,5 Tage alleine in dem Zimmer und außerdem war die Bettnachbarin sehr nett und hatte freundlichen Besuch. Sonst hätte ich mich dieses Mal vielleicht alleine gefühlt im Zimmer. Und dass ich nicht den Einzelzimmerzuschlag zahlen muss, freut mich aktuell natürlich auch sehr. Das Geld kann ich nun sparen.
Nach dem Frühstück sollten wir wieder in den Kreißsaal kommen. Ich war nervös und wollte eigentlich gar nichts essen, sondern nur runter. Das wunderte mich schon, denn bei Minilama bestand ich vehement auf mein Frühstück – und ich hatte auf dem Zimmer ganz starke Eröffnungswehen. Dieses Mal war da mit viel guten Willen immer wieder mal ein leichtes Ziehen. Ich stellte mich also auf einen langen Tag ein. Minilamas Blase war um 0.00 geplatzt und es war um 10.10 geboren (wobei das auch hätte schneller gehen sollen und können) – diese Geschwindigkeit schminkte ich mir schon mal ab. Und der Stress wegen des Blasensprungs war schon deutlich in meinem Nacken. Ich hatte Angst vor einer Infektion. Und außerdem war der Blutdruck 130: 91 und ich machte mir Sorgen wegen einer Gestose. Die Zeit vor dem Gang in den Kreißsaal war definitiv von Angst und leichter Panik geprägt. Unten im Kreißsaal waren sie verwundert, dass ich schon so früh da war. Ich hatte ein ungutes Gefühl und wollte dort unter Aufsicht sein, das sagte ich der Hebamme auch ganz deutlich.
Ich kam ans CTG, das wieder unauffällig und wehenlos war. Ich wurde etwas angespannt, langer Tag und so. Dann untersuchte die Hebamme und wurde ruhig. Sie meinte, die Hand getastet zu haben. Der motivierte Oberarzt, der mit der Untersuchung rausfinden wollte, ob Gel, Tropf oder Tabletten zur Einleitung besser geeignet wären, spürte ebenfalls deutlich die Hand. Sie lag unter / vor dem Po des Winzlings. Er war sichtlich enttäuscht, ich glaube, er wollte den Assistenzärzten (die auch später im OP und so um die Geburt herum reichlich anwesend waren) gern eine Geburt aus BEL zeigen und aus erster Hand vermitteln, wie das für die Geburtshelfer abläuft. Das hat er auch später als er auf Station kam, um zu schauen, wie es mir geht, auch noch mal gesagt. „Endlich mal jemand, die sich traut, aus BEL zu entbinden und dann sowas.“
Er zeigte mir dennoch noch zwei Optionen auf. Ich könnte probieren, wie sich alles unter Wehen entwickelt, vielleicht könnte man die Hand dann zurückschieben oder wir könnten direkt einen sekundären Kaiserschnitt ansetzen. Ich hatte also eine Wahl, das finde ich nach wie vor total gut. Die Entscheidung stand aber schon vorher fest: Kein Risiko fürs Kind. Ich wollte unter keinen Umständen eine Plexusparese riskieren und auch nicht Gefahr laufen, dass das Kind steckenblieb und dass ich schwere Geburtsverletzungen davontrage. Bei BEL ist wohl ein Dammschnitt häufiger nötig, den er Oberarzt „Entlastungsschnitt“ nannte. Und ja, ich gebe zu, dass ich vor Dammverletzungen eine extreme Angst habe, gerade, weil ich weiß, wie die eigentlich kleinere Verletzungen bei Minilama mich körperlich und psychisch belastet haben und dazu geführt haben (unter anderen), dass ich mit dem Baby nur sehr wenig Kontakt hatte, was ich aus heutiger Sicht extrem bedauere.
Ich entschied mich also vermeintlich tapfer für die sichere Variante und bekam nochmals eine genauere Aufklärung. Unterdessen rief Alphalama meine Mama an, damit sie sich umgehend auf den Weg macht. Das war vorher abgesprochen. Bei einer OP wollte ich, dass sie in den Stunden danach nach mir sieht, nach den Infusionen schaut, Schwestern ruft, mir Feedback darüber gibt, ob alles ok ist usw. Der Termin wurde ständig verschoben. Innerhalb von 5 Minuten wurde aus „früher Nachmittag“ dann „um die Mittagsstunde“ und „jetzt“. Ich fand das super, denn ich wollte keinen Leerlauf mehr haben. Die Ärzte wollten keine Infektion riskieren und meine arme Mama kam daheim bei einer Anfahrt von knapp 1 Stunde (und noch Berufsverkehr) und der Tatsache, dass sie noch gar nicht auf die Reise gerichtet war, sondern vielmehr unterwegs zur Arbeit, etwas ins Schleudern. Es war aber alles kein Problem, da sie im Endeffekt 5 Minuten vor mir im Kreißsaal ankam und so gar keine Wartezeit hatte und alles perfekt gepasst hatte.
Die OP Vorbereitung war sehr wertschätzend, die Hebamme aus dem Kreißsaal erklärte mir alles in Ruhe, die Narkoseärztin war sehr zugewandt und machte sich sichtlich Mühe, eine gute Einstichstelle trotz meiner Skoliose zu finden, auch die Ärztinnen waren nett und taten alles, um mich zu beruhigen und mir das Gefühl zu geben, dass alles völlig normal läuft und gut werden wird. Ich ließ mich ganz bewusst darauf ein, entspannte mich so gut es ging, atmete in den Bauch, um den Kreislauf nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Alles in allem wirklich kein Grund für ein negatives Zurückdenken an die Situation.
Die Narkose war nicht angenehm, aber auch nicht unaushaltbar schmerzhaft und wirkte rasend schnell. Der Po war nahezu sofort eingeschlafen und die Füße kribbelten auch rasch. Dann ging es auch Schlag auf Schlag. Ich fragte nach Alphalama, der just in den Moment auch schon erschien, der Sichtschutz stand, ich wurde einjodiert, der Oberarzt kam, Daten wurden abgeglichen usw. Dann vergingen keine 3 Minuten und Babylama schrie kräftig. Sofort wurde im Wundbereich abgesaugt und das gurgelnde Geräusch machte mir Angst. Als das Baby gesund auf der Welt war, bekam ich mehr oder weniger umgehend große Angst um mich. Das kenne ich auch von den anderen Geburten. So abwegig ist es auch nicht, so zu fühlen, denn bisher habe ich immer stark geblutet. Auch beim Kaiserschnitt hat es mehr geblutet als üblicherweise, sagte der Oberarzt später. Dadurch, dass mein Kopf etwas weiter unten lag als der Rest, wurde es mir kreislaufmäßig schlecht. Ich sprach das sofort an und die Narkoseärztin reichte mir eine Sauerstoffmaske , die sie schon vorsorglich ausgepackt hatte. Die Sättigung stieg direkt an, die Ärztin erklärte mir ganz detailliert, wie sich die Werte entwickelten bzw., dass alles super aussehe und fragte auch nach, ob ich wieder gerader liegen dürfte. Währenddessen konnte ich das Baby die ganze Zeit angucken, denn die Hebamme zeigte mir es erst kurz, ging dann zu den Kinderärzten für die U1, die unauffällig war, wischte Babylama etwas sauber und blieb dann bis fast zum Ende des Nähens mit dem Kleinen an meinem Kopfende. Ich bestaunte das Kind und versuchte, mich zu beruhigen bzw. abzulenken von der OP Situation. Ich finde, es gelang mir auch ganz gut, denn ich hatte danach keine Absacker mehr. Kurz bevor die Narbe fertig vernäht war, verabschiedeten Alphalama, die Hebamme und Babylama sich und gingen zum Kreißsaal. Das war für mich völlig in Ordnung, ich denke auch, weil ich mir das vorher immer wieder klar gemacht habe, dass Babies nicht im Aufwachraum sein können,  und ich wurde in den Aufwachraum gebracht. Sofort nach der OP hatte ich extreme Druckschmerzen im Bauchbereich, an Narbe und Rippen (kein Wunder, denn Babylama musste per Kristellergriff beim Runterrutschen unterstützt werden, was mir eine sehr schmerzhafte Rippenprellung einbrachte) und ließ sich allgemein auch eher schlecht entwickeln aus dem Bauch. Noch im OP meinte der Oberarzt zu mir, dass der Versuch einer natürlichen Geburt eher unschön geendet wäre. Da ich über Schmerzen klagte, bekam ich im Aufwachraum (oder vielleicht schon in der OP Schleuse) noch einige zusätzliche Infusionen, die auch rasch wirkten. Ich erhaschte einen Blick auf meine Beine als sie umgelagert wurden und fand es total absurd, zu sehen, wie jemand sie zum Umlagern bewegt und dabei gleichzeitig absolut nichts davon zu spüren. Ich fand, sie sahen auch irgendwie gelblich und gar nicht rosig aus. Ich wurde mit einem warmen Handtuch zugedeckt, dann kam die Klinikdecke. Es war richtig angenehm. Die Pfleger schauten gut nach mir, unterhielten sich ein bisschen mit mir und prüften regelmäßig, wie weit die Narkose absank. Ich ruhte mich ganz bewusst aus und nahm mir auch innerlich die Zeit, die der Körper brauchte. Ich weiß, dass viele Mütter regelrecht drängeln, weil sie zum Baby wollen, aber ich hatte mir vorgenommen, einen Schritt nach dem anderen zu tun, damit ich nicht hinterher wieder einen zurück tun muss. Ich versuchte immer wieder, die Füße zu bewegen, es ging aber nicht, es dauerte bis fast 17 Uhr bis ich die Knöchel nach außen und innen drehen konnte.
Nach knapp einer Stunde waren die ersten Schmerzmittel durchgelaufen und durch neue ersetzt, ich war bis unter den Bauchnabel wieder unbetäubt und wurde abgeholt. Im Kreißsaal warteten schon Alphalama, Babylama und meine Mutter auf mich. Ich bekam das Kleine direkt und verbrachte noch eine längere Zeit im Kreißsaal bevor es dann ins Zimmer ging. Die Beine  spürte ich gegen abend wieder, der Katheter wurde dann gezogen und ich konnte zum ersten Mal aufstehen und zur Toilette gehen. Ich hatte natürlich Schmerzen, war aber kreislaufmäßig stabil und konnte ohne weitere Hilfe meine Blase entleeren. Babylama blieb die ganze Zeit, die ich in der Klinik war, bei mir im Zimmer, die Schwestern kamen und brachten mir das Fläschchen. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, aber ich glaube, dass ich in der ersten Nacht nicht selbst gewickelt habe. Alphalama machte das abends kurz vorm Heimfahren und morgens dann nach dem Ankommen. Die übrigen drei kleinen Lamas waren an Veilchendienstag bei den Großeltern (da die Kita, wie immer, wenn wir wirklich mal Bedarf haben, geschlossen war und wurden an Aschermittwoch direkt in die Kita gebracht. Abends holte Alphalama sie dann dort ab und brachte sie wenn ich nicht die Tage absolut durcheinanderwerfe, mittwochs abends auch kurz mit in die Klinik, um das neue Geschwisterchen zu bestaunen. Ein liebevolles, wenn auch etwas wildes erstes Begegnen.
Das ist mein Geburtsbericht. Ich blieb auf eigenen Wunsch sechs Tage in der Klinik, eine sehr gute, kluge und weise Entscheidung, zumal ab Abend vor der Entlassung wieder ein sekundärer Milcheinschuss (oder besser gesagt eben kein Milcheinschuss, sondern nur eine extreme Schwellung) auf mich wartete und ich auf diese Weise umgehend Hilfe hatte. Ja, Mehrgebärende genießen den Klinikaufenthalt und das Betüttelt werden wirklich in vollen Zügen, das merke ich mit jeder Geburt ein bisschen mehr.
Zum Wochenbett schreibe ich vielleicht die Tage noch was.

 

Babylamahöhle bei 37+5 2 Stunden vor der Geburt, maximale Ausdehnung. Ausgangsgewicht plus 12 Kilo (witzigerweise wie auch bei den anderen beiden Schwangerschaften)

 

Babylama daheim, 9 Tage nach der Geburt
Babylamahöhle 9 Tage nach der Entbindung, Ausgangsgewicht plus 5 Kilo, Tendenz fallend

 

Familienzuwachs: Babylama ist geschlüpft

Seit ein paar Tagen sind wir zu sechst. Das Babylama ist geschlüpft, der Storch ist auch am Wohnturm vorbeigekommen. Das Kleine  wohlauf und wird von allen Großen geherzt und geknuddelt, wiederum in den letzten Tagen erstaunlich groß geworden sind, so kommt es mir vor. Auch die Mama ist wieder einigermaßen auf dem Damm, täglich wird es etwas besser.

Wir sind froh, dass alles gut ausgegangen ist, wenn der Weg dorthin auch anders war als erhofft. Einen ausführlichen Geburtsbericht schreibe ich die Tage noch. Jetzt wird erstmal ausgiebig geknuddelt und geschmust, Wochenbettromantik und so.

(Die Erweiterung der Herde erfordert einen Wechsel in den Benennungen. Daher heißen die Zwillinge auf dem Blog jetzt Zwillingslamas. Ich überlege noch, ob jedes einen eigenen Namen bekommt, habe aber aktuell keine Idee, die mich überzeugt Minilama bleibt weiterhin Minilama.)

 

 

Alltagästhetik: Küchenzauber Fastnachtsedition

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

 

Es ist Fastnacht. Die Kinder sind von den St. Martinsliedern übergangslos zu den Gassenhauern geswitcht. Und sie lieben Fastnacht. Anders als ihre Eltern, die gern am Strand herumlungern würden an den Tagen. Aber das könnten wir echt nicht machen, denn Fastnacht ist das Event der Frühjahrs.
Sie lieben es alle drei. Fast vier Stunden Kinderkarneval? Kein Problem. Da stehen die bis zum bitteren Ende auf den Tischen und klatschen, essen Gummibärchen und füttern sich mit Pommes.
Und da es neben dem Besuch der örtlichen Hoheiten mit Tanz und Gesang in der Kita auch was zu Essen geben soll, habe ich Baguette für die Kleinen gebacken und ein schon mal die schokolierten Teile vom Apfelmandala für Minilama vorbereitet. Obstteller deluxe quasi.

Alltagsästhetik: Was Feines für viele

 

 

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

So lecker, dass die Käse- Sahne-Soße schon rausläuft. Minilama mag keine Pizza, nur den Rand. Daher gibt es für Minilama immer kleine Sahne-Calzones, wenn ich für den Rest Pizza backe. Für das schwer arbeitende Alphalama gibt es heute Pizza abends und mittags und für uns alle obendrauf einen sehr mandelig-schokoladigen Hefedings.
Nachdem das große Minilama gestern aus der nicht barrierefreien Bäckerei nochmal raus musste, weil das 2 Euro Stück nicht gereicht hat für die 3 Hörnchen und ich ehrlich geschockt war, wie teuer doch alles geworden ist (ich kann sehr wunderlich sein), habe ich beschlossen, wieder was selbst zu backen. Das ist in jedem Fall billiger, außerdem haben wir dann mehr (und mehr ist hier immer gut) und außerdem deutlich besser als vom Bäcker.  Denn: ich hab das ziemlich drauf, geschmacklich jetzt.

Alltagsästhetik: Feine Backwaren

Alltägliches kann erstaunlich schön sein, wenn man es aus einem anderen, einem unerwarteten Blickwinkel betrachtet. Die Schönheit des Alltags möchte ich in der Reihe „Alltagsästhetik“ einfangen.
Ein Bild, ein paar Sätze, flüchtig wie der Augenblick.

 

Das Auge isst mit, nicht wahr? Die Kinder waren außer sich und lecker waren die beiden auch noch.